Soziale Arbeit

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Der Studiengang Soziale Arbeit

Als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge unterstützt du Menschen in Deutschland, die in der modernen Gesellschaft aus unterschiedlichen Gründen soziale Probleme haben. Die Unterstützung solcher benachteiligter Menschen beruht auf dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Mit einem abgeschlossenen Studiengang Soziale Arbeit kannst du in unterschiedlichen Branchen in unterschiedlichen Berufsfeldern arbeiten und hast angesichts der gesellschaftlichen Strukturen gute Berufsaussichten. Im Studium Soziale Arbeit sollst du dazu angeleitet werden, auf hohem Niveau und wissenschaftlich untermauert in Branchen zu arbeiten, die vielfältig und sehr anspruchsvoll sind, weil immer der Mensch und seine Rolle in unserer Gesellschaft im Vordergrund stehen. In der sozialen Arbeit geht es häufig um Migranten, Flüchtlinge, Ausländer, Obdachlose, von Armut Betroffene, Behinderte, Alte oder Kinder und Jugendliche, die diverse Probleme haben, um in unserer Gesellschaft „mitzuhalten“. Du arbeitest später als Krisenhelfer, versuchst also, die negativen Lebensumstände bestimmter Personen zu verbessern.

Doch nicht jeder kann einfach so Soziale Arbeit studieren. Es gibt sowohl formelle als auch persönliche Voraussetzungen, die du erfüllen solltest, wenn du dieses vielfältige und spannende Studium beginnen möchtest.

Formelle Voraussetzungen für ein Studium Soziale Arbeit

Um für ein Studium der Sozialen Arbeit gewappnet zu sein, solltest du einige Voraussetzungen erfüllen – sowohl auf formeller Ebene als auch auf der persönlichen Ebene. Zunächst gibt es die üblichen Voraussetzungen, damit du überhaupt an einer deutschen Hochschule studieren darfst: Üblicherweise wirst du das Studium Soziale Arbeit an einer Fachhochschule aufnehmen, dafür reicht dann die Fachhochschulreife. Um an einer Universität zu studieren (nur wenige Universitäten bieten allerdings das Studium Soziale Arbeit an), brauchst du das Abitur. Manche Hochschulen verlangen zusätzliche Qualifikationen wie ein entsprechendes Fachpraktikum aus dem Bereich der Sozialen Arbeit. Auch eigene Zugangstests sind an Hochschulen nicht unüblich. Außerdem gibt es an fast allen Hochschulen die Zulassungsbeschränkung des Numerus Clausus. Dieser liegt aktuell bei einem Notendurchschnitt von zwischen 2,0 und 2,5. Wenn du dich also für ein Studium Soziale Arbeit an einer bestimmten Hochschule immatrikulieren möchtest, solltest du dich vorher umfassend über die formellen Voraussetzungen dort informieren.

Persönliche Voraussetzungen

Neben den formellen Aspekten gibt es zudem noch eine Reihe von persönlichen Voraussetzungen, die zwar kein „Muss“ sind, um Soziale Arbeit zu studieren, die es dir aber erheblich vereinfachen werden. So sollte deine „soziale Ader“ sehr ausgeprägt sein, du solltest dich also für die Menschen in unserer Gesellschaft und für deren Probleme interessieren und sie stets sehr ernst nehmen. Um in der Arbeit mit sozial Benachteiligten bestehen zu können – denn die Jobs sind alles andere als „leichte Kost“ – musst du psychisch gefestigt sein und über ein ausgeprägtes Kommunikationsgeschick verfügen. Du musst dich darauf einstellen, nicht sofort „auf die Menschen losgelassen zu werden“, sondern zunächst viele theoretische Grundkenntnisse zu lernen, die eine ganz wichtige Basis für die Soziale Arbeit sind. Dazu zählen Gebiete wie Recht, Verwaltung, Wirtschaft, Politik ebenso wie die notwendigen theoretischen Grundlagen der Sozialen Arbeit. Du solltest als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge gern und einfühlsam mit ganz unterschiedlichen Menschen umgehen können. Du musst zuverlässig und vertrauenswürdig sein und Informationen auch vertraulich behandeln können. Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung sind für dich als Studenten der Sozialen Arbeit wichtigere Merkmale als für viele Studenten anderer Studiengänge. Da Soziale Arbeit immer auch mit Lebenserfahrung zu tun hat, studieren auch viele „Ältere“ diesen Studiengang. Manche haben vorher beispielsweise Erzieher gelernt oder ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Auch Auslandsaufenthalte – zum Beispiel in Verbindung mit einem Job in der Freiwilligenarbeit – sind sehr sinnvoll, weil du schon vor Beginn des Studiums mit der praktischen Arbeit konfrontiert wird, die dich später im Job erwartet.

Wie das Studium aufgebaut ist

Es gibt nur wenige Universitäten, an denen der Studiengang Soziale Arbeit angeboten wird. An vielen Fachhochschulen, oft in kirchlicher Trägerschaft, kannst du dich für einen Platz in der Sozialen Arbeit bewerben. Vor der Jahrtausendwende waren die Studiengänge Sozialarbeit und Sozialpädagogik meistens Diplom-Studiengänge. Heute gibt es das inzwischen übliche Bachelor- und Mastermodell. Die Regelstudienzeit für den Bachelorabschluss beträgt drei Jahre, also sechs Semester. Für den Abschluss mit dem Master musst du zwischen acht und zehn Semester einkalkulieren. Wenn du entsprechend höher dotierte und möglicherweise für dich anspruchsvollere und interessantere Jobs in der Sozialen Arbeit anstrebst, empfehlen wir den Master-Abschluss, weil du mit dem künftig bessere Karrierechancen haben wirst. Es gibt in Deutschland inzwischen fast nur noch das sogenannte „einphasige Modell“. Demnach sind die praktischen Pflichtteile im Studium integriert. Nach dem Bachelor-Abschluss ist man dann automatisch staatlich anerkannter Sozialarbeiter. In einigen Bundesländern gibt es aber auch noch das sogenannte „zweiphasige Modell“: Hier giltst du erst als staatlich anerkannter Sozialarbeiter, wenn du nach dem Studienabschluss eine einjährige Berufserfahrung nachweisen kannst. Die meisten angehenden Sozialarbeiter spezialisieren sich erst mit der Anmeldung zum Master-Abschluss.

Inhalte des Studiums Soziale Arbeit

Entgegen mancher Vorurteile ist das Studium Soziale Arbeit sehr anspruchsvoll. Es ist vielfältig wie kaum ein anderer Studiengang aus dem gesellschafts- und sozialwissenschaftlichem Bereich. Wie in den meisten Studiengängen hast du es in den ersten Semestern zunächst viel mit den theoretischen Grundlagen der Sozialen Arbeit zu tun. Nach und nach wirst du deine Lieblingsthemen und Fächer erkennen und kannst entsprechend deine individuellen Schwerpunkte legen. Doch keine Bange: Es bleibt natürlich nicht theoretisch. Im Gegenteil: Fester Bestandteil eines Studiums Soziale Arbeit sind mindestens 100 Tage, die du in Behörden, Vereinen oder sozialen Einrichtungen verbringen darfst, um dort das theoretisch erlangte Wissen praktisch in der Arbeit mit dem Menschen umzusetzen. An manchen Hochschulen bündelst du solche praktischen Erfahrungen in einem Praxissemester, bei anderen Hochschulen teilst du dir die Praxisteile kleinteiliger auf. Dein Studium Soziale Arbeit besteht aus Vorlesungen, Seminaren, Referaten, Klausuren, mündlichen Prüfungen und Praxisteilen. Die Vielfältigkeit des Studiums zeigt sich bei einem Blick auf die wichtigsten Lehrinhalte der ersten Semester, die für alle Studenten bindend sind. Natürlich kannst du dir nach den ersten Grundlagen deine eigenen Schwerpunkte rausfiltern, die du dann – meist nach dem Bachelor und vor dem Master bearbeitest. Zu den Inhalten gehören unter anderem: Theorien und methodischer Unterbau der Sozialen Arbeit; Verwaltung, Management und Wirtschaft; Rechtswissenschaften; Politik; Medizin; Pädagogik; Psychologie und Soziologie. Viele dieser Bereiche greifen ineinander über, was dein Studium so vielfältig und interessant macht. Zudem wirst du auch rhetorisch geschult, lernst diverse Moderationstechniken, wirst im Studium immer wieder interessante Rollenspiele machen.

Ziele des Studiums der Sozialen Arbeit

Mit einem Abschluss als Sozialarbeiter stehen dir in vielen Branchen viele unterschiedliche spannende Jobs offen. Du bist befähigt, zielführend benachteiligten Menschen dabei zu helfen, sich selbst zu helfen. Du bist Krisenarbeiter, vermittelst, löst Probleme oder zeigst Lösungswege auf, wie Probleme gelöst werden können. Du kannst ganz praktisch „auf der Straße“, also direkt mit den Menschen, arbeiten oder eher im Hintergrund beziehungsweise administrativen oder politischen Bereich. Immer geht es aber um mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft für benachteiligte Menschen. Ungerechtigkeiten müssen erkannt, thematisiert und bearbeitet werden, um sie dann langfristig und nachhaltig beseitigen zu können. Dafür sind Sozialarbeiter da und das solltest du nicht nur wollen, sondern mit einem Studienabschluss auch können.

Die Perspektiven

Wie bereits erwähnt, stehen dir Jobs in vielen Bereichen offen, denn gute Sozialarbeiter werden heute gesucht und morgen vielleicht noch mehr, wie Experten prognostizieren. Es gibt Jobs in Behörden, Ämtern, in der Politik, in der freien Wirtschaft und sehr häufig bei kirchlichen und/oder anderen sozialen Institutionen, die sich in ihrer Arbeit um Menschen kümmern, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind. Du kannst gute Jobs unter anderem in folgenden Institutionen und Einrichtungen finden: Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Ämter und andere kommunale Stellen, freie Beratungseinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Alten- und Pflegeheime, Suchtberatungs- und Drogenberatungsstellen, Schulen und Hochschulen, Familienberatungsstellen, Gesundheitswesen. Außerdem gibt es inzwischen auch immer mehr interessante Jobs für Sozialarbeiter in Unternehmen der freien Wirtschaft, beispielsweise in der Beratung von Mitarbeitern oder im Bereich Personal. Generell sind die Berufsaussichten für dich mit einem Abschluss der Sozialen Arbeit sehr gut. Gut ausgebildete Leute werden händeringend gesucht. Wenn du einen ordentlichen Abschluss und vielleicht ein wenig mehr praktische Erfahrung als den „Pflichtteil“ hast, dürfte es dir kaum schwer fallen, nach Beendigung deines Studiums der Sozialen Arbeit einen guten Job zu finden. Und wenn du dich stetig weiterbildest und immer mehr Erfahrungen sammelst, sind umso mehr und spannendere Jobs in Aussicht…