Bachelor, Master, Diplom und Magister
Ein ABC der Studienabschlüsse
Themen dieses Artikels:
- Bachelor und Master – die neuen Studienabschlüsse
- Magister, Diplom und Staatsexamen – die alten Studienabschlüsse
- Promotion – die höhere akademische Weihe
Bachelor und Master - die neuen Studienabschlüsse
Bachelor
Seit einigen Jahren wird daran gearbeitet alle Diplom- und Magisterstudiengänge durch solche mit Bachelor bzw. Master-Abschlüssen zu ersetzen, um einen internationalen Vergleich zu ermöglichen. (Hinweis: An manchen Universitäten wird der Bachelor auch als Bakkalaureus bezeichnet.) Dieser sogenannte Bologna-Prozess steht im Zusammenhang mit dem verstärkten Zusammenwachsen Europas und soll bis zum Jahr 2001 abgeschlossen sein.
An Universitäten und Fachhochschulen
Bachelor Studiengänge gibt es sowohl an Universitäten, als auch an Fachhochschulen und sie sind im Allgemeinen eher praxisorientiert. Zudem beinhalten Bachelor-Studiengänge oft studienbegleitende Prüfungen, viele fremdsprachige Lehrveranstaltungen, ein Leistungspunktesystem und Auslandsaufenthalte. Der Bachelor ist ein erster Hochschulabschluss, in etwa vergleichbar dem Diplom an Fachhochschulen und ist außerdem eine Hochschulzugangsberechtigung für weitere Studien. Die Regelstudienzeit beträgt zwischen 6 und 8 Semestern.
Die Bezeichnung der akademischen Grade variiert allerdings je nach Fachbereich:
- Bachelor of Arts (B.A.)
- Bachelor of Science (B.Sc.)
- Bachelor of Engineering (B.Eng.)
Merke: Um zu promovieren musst Du einen Masterstudiengang absolvieren!
Hoher Praxisbezug für Top-Berufschancen
Das Bachelor Studium an der Hochschule Bochum bietet Studiengänge mitten in der Kulturmetropole Ruhr. www.hochschule-bochum.de
Studium-Ratgeber Tipp
Weitere Infos zum Bachelor findest du auf
www.weiterbildung-ratgeber.de/bachelor.html.
Master
Der Master ist in der akademischen Hierarchie die nächste Stufe und die entsprechenden Studiengänge sind deutlich stärker auf wissenschaftliches Arbeiten ausgerichtet. Das Neue und Besondere am Bachelor- und Master-System ist, dass du dich nach Abschluss des Bachelors relativ frei für einen Master entscheiden kannst. Wo wechselwillige Studenten früher stundenlang die Studienanforderungen und Bedingungen vergleichen mussten um mitten im Studium das Fach wechseln zu können, werden nun mit dem Bachelor alle Karten neu gemischt.
Spezielle Anforderungen
Für viele Master-Studiengänge bestehen allerdings trotzdem spezielle Anforderungen. Oft sind Aufnahmetests, spezielle Sprachkenntnisse oder bestimmtes Vorwissen und nicht zuletzt gute Abschlussnoten Bedingungen für die Zulassung zum Master. Hast du einen bestimmten Master im Sinn, solltest du dich über die jeweiligen Erfordernisse rechtzeitig informieren.
Dieser Abschluss ist übrigens vergleichbar mit den alten Diplom- und Magisterstudiengängen an Universitäten und die Regelstudienzeit beträgt 2-4 Semester. Die akademischen Grade variieren auch hier von Fachbereich zu Fachbereich. Je nach Hochschule kann es aber auch spezielle Bezeichnungen geben, wie z.B. Master of Business Administration (MBA) oder Master of Computer Science (Informatik).
Merke: Auch mit einem der alten Studienabschlüsse kannst du zum Master zugelassen werden!
Studium-Ratgeber Tipp
Weitere Infos zum Bachelor findest du auf
www.weiterbildung-ratgeber.de/master.html.
Magister, Diplom und Staatsexamen - die alten Studienabschlüsse
Magister
Vor der Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse wurden die meisten geisteswissenschaftlichen Studiengänge mit der Magisterprüfung abgeschlossen (der akademische Grad wurde dann als Magister Artium oder kurz M.A. bezeichnet). Aber auch heute ist noch hin und wieder ein Magister-Studiengang zu finden.
Als Magister-Student muss man sich nicht auf ein Fach spezialisieren, sondern kann mehrere eigenständige Fächer - auch aus völlig unterschiedlichen Bereichen - miteinander kombinieren (ein Hauptfach und zwei Nebenfächer oder zwei Hauptfächer). Die Kombinationsmöglichkeiten sind in erster Linie vom Studienangebot der jeweiligen Hochschule abhängig. Teilweise werden bestimmte Kombinationen aber auch aus organisatorischen Gründen ausgeschlossen. Solltest du jetzt noch ein Magister-Studium beginnen können, informiere dich vorher über mögliche Fächer-Kombinationen.
Breit aufgestellt – gut aufgestellt
Der Vorteil der Magister-Studiengänge liegt eben in ihrer breiten Aufstellung. Die weitgehend freie Fächereinteilung bereitet nicht zwingend auf einen speziellen Beruf vor, es lassen sich aber berufsbezogene Schwerpunkte setzen.
An den Universitäten und Musikhochschulen, die den Magister anbieten, beträgt die Regelstudienzeit meist 9 Semester. Nach bestandener Abschlussprüfung konnte bzw. kann eine Promotion angeschlossen werden.
Studium-Ratgeber Tipp
Weitere Infos zum Bachelor findest du auf
www.weiterbildung-ratgeber.de/studienabschluesse.html.
Diplom
Studiengänge aus dem natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Bereich wurden vor den Bologna-Reformen meist mit der Diplomprüfung abgeschlossen. Beim Diplom liegt der Schwerpunkt bei einem Fach und begleitende Fächer sind stark an ihm orientiert. Durch diese Einschränkung wird man gezielt für einen speziellen Beruf (eine spezielle Berufsgruppe) ausgebildet.
Den Diplomstudiengang gibt es an Universitäten, Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen und Fachhochschulen. Der Diplomabschluss an Fachhochschulen wird mit dem Zusatz FH gekennzeichnet, z.B. Diplom-Ingenieur (FH). In diesem Fall ist anschließend keine Promotion möglich! An Musikhochschulen gibt es noch zudem noch so eigenwillige Abschlüsse, wie „Meisterklassendiplom“ oder „Konzertexamen“.
In NRW gibt es gestufte Diplomstudiengänge, d.h. man kann nach 7 Semestern mit dem Diplom I oder nach 9 mit dem Diplom II abschließen.
Studium-Ratgeber Tipp
Weitere Infos zum Bachelor findest du auf
www.weiterbildung-ratgeber.de/diplom.html.
Staatsexamen / Staatsprüfung
Studiengänge aus dem medizinischen und rechtswissenschaftlichen Bereich, sowie alle Lehramts-Studiengänge werden nicht mit einer Hochschul- sondern einer Staatsprüfung abgeschlossen. Das sogenannte erste Staatsexamen wird von staatlichen Prüfungsämtern abgenommen und gilt zwar als Zulassung für einen Beruf, reicht jedoch in den wenigsten Fällen aus. Anschließend folgt eine praktische Phase (z.B. bei Lehrern und Juristen das Referendariat), die mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird und die endgültige Qualifizierung für einen Beruf darstellt. Erst nach dem zweiten Staatsexamen besteht die Möglichkeit zur Promotion.
Die Regelstudienzeit beträgt je nach Fach zwischen 6 und 12 Semestern.
Promotion – die höhere akademische Weihe
Um einen Doktortitel zu erlangen, muss man promovieren, d.h. eine wissenschaftliche Arbeit (Dissertation) schreiben und eine mündliche Prüfung ablegen. Für eine klassische Dissertation arbeiten Doktoranden teilweise über Jahre hinweg an einem wissenschaftlichen Projekt und am Ende steht ein geschlossenes Werk. Insbesondere in den Naturwissenschaften kann neuerdings der Doktortitel aber auch über die praktische wissenschaftliche Arbeit (bspw. in Form von Experimenten) und die Publikation mehrerer kleiner Artikel erlangt werden.
Bewertung der Promotion
Promotionen werden wie folgt bewertet:
- summa cum laude (lat. mit höchstem Lob): eine hervorragende Leistung, die in Zahlen als 0,5 ausgedrückt wird
- magna cum laude (lat. mit großem Lob): eine besonders anzuerkennende Leistung, 1,0
- cum laude (lat. mit Lob): eine den Durchschnitt übertreffende Leistung, 2,0
- rite (lat. ausreichend): eine den durchschnittlichen Anforderungen noch entsprechende Leistung, 3,0
- insuffizienter (lat. ungenügend): eine nicht mehr brauchbare Leistung, 4,0
Bei einer Promotion heißt die Note 4,0 also schon, dass man durchgefallen ist. Die Stelle nach dem Komma kann natürlich auch auf- oder abgerundet werden.
Am Ende erfolgt die Disputation (Verteidigung) und Publikation der Doktorarbeit. Wenn diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde (ob gebunden oder im Internet hängt von der jeweiligen Hochschule ab), erhältst du deine Dissertationsurkunde.
Studium-Ratgeber Tipp
Weitere Infos zum Bachelor findest du auf
http://www.weiterbildung-ratgeber.de/promotion.html.
Warum machen Wirtschaftswissenschaftler einen anderen Abschluss als Lehramts-Studenten und worin liegt genau der Unterschied?




