Finanzierung über Förderprogramme

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Wie finanziere ich mein Auslandsstudium?

 

Themen dieses Artikels:

Finanzierung 1: Auslands-BAföG

Eine überaus verbreitete Möglichkeit zur Finanzierung eines Auslandsstudiums ist das Auslands-BAföG. Diese Förderung steht prinzipiell jedem deutschen Studenten an einer hiesigen Hochschule zu (in Ausnahmefällen auch Deutsche mit ständigem Wohnsitz im Ausland). Dabei lohnt sich der Antrag selbst, wenn deine Eltern für Inlands-BAföG zu „reich“ sind. Schließlich liegen die Freibeträge für das elterliche Einkommen deutlich höher.

Voraussetzungen

Um den Aufenthalt außerhalb Deutschlands fördern zu lassen, muss die Ausbildung im Ausland als gleichwertig anerkannt sein und mindestens 12 Wochen (Praktikum) bzw. sechs Monate (Studium) dauern. Dabei handelt es sich um Muss- Vorschriften. Das heißt: sind diese beiden Voraussetzungen (Gleichwertigkeit + Dauer) nicht erfüllt, gibt es auch kein Auslands-BAföG.

Ausnahme: Wenn du deine Examensarbeit im Ausland schreiben möchtest, kannst du als Student einer deutschen Uni bis zwölf Monate lang immerhin Inlands-BAföG bekommen.

Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache sind natürlich immer nützlich. Um Auslands-BAföG zu erhalten musst du sie allerdings nicht (mehr) nachweisen.

Leistungen

Wird dein Antrag auf Auslands-BAföG bewilligt, deckt es die gleichen Kosten ab wie die Förderung im Inland, also Lebenshaltung, Miete und Krankenkasse. Hinzu kommen

  • eine Reisekostenpauschale (zwischen 500 und 1000 Euro)
  • notwendige Studiengebühren (bis zu 4.600 Euro)
  • ein spezieller Auslands-Zuschlag (für Länder außerhalb der EU + Schweiz)

Wie lange du so deinen Auslandsaufenthalt finanzieren kannst, hängt unter anderem von deinem Zielland ab. In Übersee (d.h. außerhalb der EU plus Schweiz) ist eine Förderung prinzipiell für ein Jahr möglich, in begründeten Ausnahmefällen auch länger. Damit ist Auslands-BAföG die wohl ideale Finanzierung eines Auslandssemesters in beliebten Ländern wie den USA, Kanada oder Australien.

Innerhalb der EU (incl. Schweiz) trägt das Auslands-BAföG sogar die Kosten für deine komplette Ausbildung – von der Immatrikulation bis zum Examen. Voraussetzung dafür ist, dass du vorher mindestens drei Jahre in Deutschland gelebt hast.

Antrag

Ähnlich wie beim Inlands-BAföG besteht auch die Auslandsförderung zu einem Teil aus einem Zuschuss und zum anderen aus einem staatlichen Darlehen. Die Studiengebühren des ersten Jahres und die Beiträge zur Krankenversicherung darfst du behalten. Die Lebenshaltungskosten und den Flug musst du hingegen zurückzahlen - das allerdings auch nur zur Hälfte und ohne Zinsen.

Wie bei jeder Art von Auslandsaufenthalt ist es ratsam, den Antrag auf Auslands-BAföG lange vor dem Abflug zu stellen, sprich: rund ein halbes Jahr vor dem geplanten Start. Bei welcher Stelle du den Antrag einreichst, hängt wiederum vom Land ab, in das du fliegst. Weitere Infos erhältst du unter anderem unter:

Finanzierung 2: Bildungskredit

Falls es mit dem Auslands-BAföG nicht klappt, kannst du seit dem Jahr 2001 einen Bildungskredit in Anspruch nehmen. Dies ist ein zinsgünstiger Kredit nach Maßgabe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (www.bmbf.de). Der finanzielle Rahmen für Förderung ist begrenzt und wird jährlich vom Bundesministerium neu vergeben.

Hintergrund: Der Bildungskredit soll verhindern, dass eine Ausbildung oder ein Studium im fortgeschrittenen Stadion wegen fehlender finanzieller Mittel abgebrochen werden muss. Wie auch beim BAföG wird der Antrag wird der Antrag auf den Bildungskredit beim Bundesverwaltungsamt gestellt.

Merkmale des Bildungskredits zur Finanzierung eines Auslandsstudiums

  • Voraussetzung für den Bildungskredit: Deine Hochschule muss dir bescheinigen, dass die während eines Auslandsstudiums erbrachten Leistungen anerkannt werden.
  • Du befindest 24 Monate (oder kürzer) vor deinem Examen
  • Der Bildungskredit wird unabhängig von deinem Einkommen / Vermögen, bzw. dem deiner Eltern gewährt.
  • Die Förderung des Auslandsstudiums durch den Bildungskredit kann bis zu 7.200 Euro pro Ausbildungsabschnitt betragen (der Betrag wird in monatlichen Raten ausgezahlt).
  • Es besteht kein Rechtsanspruch auf den Bildungskredit. Bei jedem Antrag wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die Gewährung der Förderung vorliegen.
  • Rückzahlung: Das Verfahren ist hier ähnlich wie beim BAföG.

Finanzierung 3: Stipendien / Private Förderprogramme

Neben der Förderung nach dem BAföG (Bundesausbildungs-Förderungsgesetz) gibt es auch die Möglichkeit, das Auslandsstudium über ein Stipendium zu finanzieren. Diese werden einerseits von Hochschulen, häufig aber auch von privaten Organisationen vergeben.

DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst)

Die meisten Stipendiaten, die jährlich auf „Bildungsreise" geschickt werden, werden vom DAAD (Deutscher Akademische Austauschdienst) gefördert. Ob Jahresstipendien, Semesteraufenthalte oder ein "Stipendium für ein Integriertes Auslandsstudium" –  wenn es um ein Auslandsstudium geht, das du gerne mit einem Stipendium (teil-)finanzieren möchtest, dann ist der DAAD sicherlich die erste Anlaufstelle für dich.

Erasmus: Förderprogramm der EU

Vor allem, wenn du vorhast, im EU-Ausland zu studieren, lohnt sich eine Bewerbung für das Erasmus-Stipendium.

Frag am besten direkt an deiner Uni oder FH, ob sie sich am Erasmus-Förderprogramm beteiligt. Gibt es dann noch eine passende Partner-Hochschule, steht deinem Auslands-Studium nichts mehr im Wege.

Als Erasmus-Stipendiat wird dein Studium im Ausland für drei bis zwölf Monate mit maximal 300 Euro monatlich bezuschusst. Für Praktika im Ausland gibt es bis zu 400 Euro monatlich. Hast du zuvor BAföG oder Gelder aus dem Deutschlandstipendium bezogen, laufen diese Zahlungen auch während deines Auslandsaufenthaltes weitere.

Darüber hinaus musst du als Erasmus-Student in der Regel keine Studiengebühr zahlen und deine Leistungen an der Hochschule werden vollständig anerkannt. Dadurch kannst du nach deiner Rückkehr nahtlos an dein Inlands-Studium anknüpfen.

Nähere Infos zum Förderprogramm Erasmus kannst du auch hier nachlesen: eu.daad.de

Trend: "Go EAST" – für Auslandsstudiengänge in Osteuropa

Der Trend zum Auslandsstudium in Osteuropa zeigt seit einigen Jahren stetig nach oben. Das Mobilitätsprogramm "Go EAST" ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des DAAD und der Alexander von Humboldt-Stiftung. Sie fördert seit 2002 auch Studienaufenthalte von Mittel-Osteuropa bis Zentralasien. Vor allem Semester- und Jahresstipendien sowie Kurzstipendien für Abschlussarbeiten, Praktika und Sprachkurse werden durch das Go EAST-Mobilitätsprogramm vermittelt.

Du möchtest dein Auslandsstudium in Osteuropa absolvieren? Dann solltest du auf jeden Fall hier vorbeisurfen: www.go-east.daad.de

Weltweite Förderung: Promos

Für alle, die weiter weg wollen (Nordamerika, Australien, Asien), bietet sich hingegen das Programm Promos an. Das Akademische Auslandsamt deiner Hochschule informiert und vermittelt Stipendien weltweit für bis zu einem halben Jahr. Die Höhe des Stipendiums hängt unter anderem von deinem Zielland ab.

Interessiert an einer Förderung mit Promos? Auf www.daad.de erfährst du mehr.

Begabtenförderwerke finanzieren Auslandsstudiengänge

Um generell ein Stipendium fürs Auslands-Studium zu bekommen, musst du zwar nicht hochbegabt sein. Doch, wenn du dich im Ausland vom Begabtenförderwerk finanzieren lassen willst, kann es nicht schaden.

In diesem Fall wendest du dich an eines der zwölf großen Begabtenförderwerk. Erfüllst du alle Voraussetzungen, zahlen dir deine Geldgeber in der Regel den Flug in dein Zielland und die Lebenshaltungskosten vor Ort. Je nach Stiftung werden auch die Gebühren der Hochschule bis zu 10.000 Euro übernommen.

Weitere Informationen bekommst du auf der Website des Begabtenförderungswerkes: http://www.begabtenfoerderungswerke.de


Private Studienfinanzierungen

Neben der rein staatlichen Studienfinanzierung durch Auslands-BAföG gibt es auch eine Reihe von privatwirtschaftlichen Anbietern von Studienkrediten speziell für Auslandsaufenthalte.

„Studienförderung Auslandssemester“

An das System der Bildungsfonds lehnt sich beispielsweise die „Studienförderung Auslandssemester“ an. Zwischen 3.500 und 25.000 Euro können deutsche Studenten für ihren Aufenthalt jenseits der deutschen Grenzen bekommen.

Das Angebot richtet sich speziell an Studierende, die lediglich ein Semester im Ausland verbringen wollen. Seine Urheber sind der Studienfinanzierer Deutsche Bildung AG und der Studienplatzvermittler IEC Online. Weil die meisten Anbieter nur längere Auslandsaufenthalte finanzieren, werde mit diesem alternativen Finanzierungsmodell werde nach Angaben der beiden Unternehmen „eine seit langem klaffende Finanzierungslücke“ geschlossen.

Hinzu kommt, dass die Rückzahlung erst mit dem Start ins Berufsleben beginnt. Wie hoch der Anteil deines Einkommens dann ist und über welchen Zeitraum die Raten laufen, regelt ein Vertrag mit der Deutsche Bildung AG.

Interessiert? Bewerbungen sind auch online möglich:


Link-Tipp vom Studium-Ratgeber für weiterführende Informationen:
www.wege-ins-ausland.de, umfangreiches Portal auch über das Thema Finanzierung sowie Förderungsmöglichkeiten deines Auslandsstudiums.

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