Finanzierung über Stipendium

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Das Stipendium – exklusiv, aber nicht unerreichbar!

 

Themen dieses Artikels:

 


Der Weg zum Stipendium – Nur wer wagt gewinnt

Wer einen Studienkredit aufnehmen möchte, der kann sich oft vor Angeboten kaum retten. Zahlreiche Banken und Finanzdienstleister buhlen regelrecht um verschuldungswillige Studenten.

Ganz anders bei Stipendien: Ihnen haftet noch immer der Ruf des Exklusiven an. Sie gelten als unerreichbare Studienfinanzierung, vorbehalten nur den besonders Hochbegabten, mit denen sich der Normalstudent ohnehin nicht messen kann.


Um ein Stipendium musst du dich bemühen

Richtig ist daran vor allem eins: Das Stipendium kommt nicht zu dir. Du musst darum kämpfen! Aus einer Vielzahl von Stiftungen musst du die passende auswählen und dich dann in einem Bewerbungsverfahren beweisen.
Wenn du allerdings selbst aktiv wirst, dann hast du gute Chancen auf ein Stipendium. Denn immer noch bleiben etliche Förderungen in Deutschland ungenutzt, weil viele der kleineren Stiftungen zu wenig bekannt sind und deshalb keine Stipendiaten finden.


Nicht nur Stiftungen vergeben Stipendien

Die meisten Stipendien werden von Stiftungen vergeben. Das sind Einrichtungen, die einen gewissen Kapitalstock verwalten und aus dessen Erträgen die Ausbildung von Studenten finanzieren. Warum sie das tun? Ziel der meisten Stiftungen ist es, die akademische Bildung junger Menschen zu fördern, die ihnen weltanschaulich nahestehen. Damit wollen sie einerseits Aufstiegschancen bieten, aber auch sicherstellen, dass ihre Anliegen an jüngere Generationen weitergereicht werden.

Parteinah, kirchentreu oder wirtschaftsmissionarisch- die großen deutschen Stiftungen

Die größeren deutschen Stiftungen stehen entweder den Parteien, den Wirtschaftsverbänden oder den Kirchen nahe und richten ihre Auswahlkriterien auch an deren Überzeugungen und Werten aus. Wenn dich also die freie Marktwirtschaft gar nicht überzeugt, solltest du dich nicht um ein Stipendium der CDU-nahen Konrad Adenauer-Stiftung bewerben. Und wenn du denkst, Martin Luther wäre ein Bürgerrechtler in den USA gewesen, dann hast du wohl auch beim Evangelischen Studienwerk e.V. Villigst schlechte Karten.

Dennoch: Kein Bewerber muss in seinen Überzeugungen zu 100 Prozent mit der Stiftung übereinstimmen, bei der er sich um ein Stipendium bewirbt. Es reicht, wenn du dich im Großen und Ganzen mit der Stiftung und ihren Anliegen identifizierst.

 

Kleine Stiftungen – Große Chancen

Es gibt in Deutschland eine Vielzahl kleinerer Studien-Stiftungen, deren Existenz dem Otto-Normal-Studenten meist verborgen bleibt. Das ist deine Chance!
Denn gerade bei den diesen Stiftungen bleiben regelmäßig Gelder ungenutzt. Oder denkst du beim Thema Stiftungen gleich an den Studienfonds Ostwestfalen-Lippe, an die Alfred Toepfer Stiftung T.V.S. oder gar an den Nassauischen Zentralstudienfonds?

Die Liste ließe sich übrigens endlos fortsetzen. Aber dir dürfte jetzt schon klar sein: Informieren lohnt sich.


Mit der Firma durchs Studium

Neben den kleinen und großen Stiftungen haben auch größere Unternehmen Studienfonds eingerichtet. Natürlich hast du da bessere Chancen, wenn du ein Fach studierst, an dem das jeweilige Unternehmen großes Interesse hat. In der Regel haben Studierende von naturwissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen die besten Karten.

Die Förderung durch ein Unternehmen bringt aber mehr als nur Geld: Die Stipendiaten können sich frühzeitig in der Branche vernetzen und damit den Berufseinstieg erleichtern. Von der Degussa AG über die Telekom bis zu Volkswagen ließe sich auch hier eine lange Liste mit Unternehmen bilden, die Stipendien vergeben.

Unser Tipp: Such dir einfach ein Unternehmen aus und frage direkt nach einem Stipendium. Wenn es noch keines gibt, dann nimmt man deine Anfrage vielleicht als Anregung.

 

 

Große Unterschiede bei den Vergabe-Kriterien für Stipendien

Die Kriterien für die Vergabe von Stipendien sind sehr unterschiedlich. Generell kann es nie schaden, herausragende Leistungen in der Schule und an der Uni zu erbringen, sozial und politisch engagiert oder - im Falle kirchlicher Stiftungen – religiös aktiv zu sein.

Gute Noten und Engagement sind jedoch nicht alles, auch die soziale Herkunft kann eine Rolle spielen. Denn Studierende, die als erste in der Familie einen Hochschulabschluss anstreben, haben meist besonders gute Aussichten auf Förderung. Teilweise sind die Bedingungen noch spezifischer. Oder wusstest du, dass die Regierungsrat-Paul-Meyer-Stiftung Stipendien an die Kinder von Eisenbahnern vergibt, wenn diese später bei der Bahn anheuern wollen?

Fazit: Die Vergabekriterien variieren erheblich und können ziemlich spezifisch sein. Und weil das so ist und zudem viele kleinere Stiftungen kaum bekannt sind, kann es gut sein, dass irgendwo ein Stipendium auf dich wartet und du es noch gar nicht weißt.

 

 

Die Bewerbung für ein Stipendium

Genau wie die Vergabekriterien, variiert auch der Bewerbungsprozess für Stipendien.

Im Allgemeinen werden die Bewerbungen schriftlich eingereicht und um überhaupt Erfolg zu versprechen, müssen Gutachten von Professoren oder Dozenten beigelegt werden. Keine Frage, dass diese Gutachten dich in den höchsten Tönen loben sollten.

Hast du die erste Zulassungshürde genommen, dann wird es persönlich: Ein Auswahlgespräch mit einer Kommission der Stiftung ist das Mindeste, was dir bevorsteht. Einige Stiftungen veranstalten auch Auswahlseminare oder ganze Wochenenden, an denen Präsentationen gehalten, Gruppendiskussionen geführt und Seminare veranstaltet werden.

Aber egal was kommt: Gehe gut vorbereitet in die zweite Runde. Informiere dich über die Stiftung, ihren politischen, sozialen oder religiösen Hintergrund und prominente Mitglieder bzw. Stipendiaten. Schlag auch die Tageszeitungen auf und überlege, welche aktuellen Debatten thematisiert werden könnten. Außerdem solltest du aus dem Stehgreif sagen können, warum du von der jeweiligen Stiftung gefördert werden willst.

Studium-Ratgeber-Tipp: Bei den meisten Stiftungen kannst du dich direkt bewerben. Für einige Stipendien jedoch musst du von einem Dozenten vorgeschlagen werden, damit deine Bewerbung überhaupt akzeptiert wird.

(Die Studienstiftung des Deutschen Volkes ist so ein Fall.) Wenn du aber sehr gute Leistungen vorweisen kannst, dann frag doch einfach einen Professor ob er dich vorschlägt. Das kann dreist wirken – oder aber engagiert. Vielfach vergessen Hochschullehrer ihr Vorschlagsrecht einfach und eine freundliche Erinnerung ist ihnen ganz willkommen.

 

 

Ein Stipendium ist Geben und Nehmen

Grundsätzlich fördern die meisten Stiftungen analog zum BAföG-Satz. Der Vorteil ist natürlich, dass du nach dem Studium nichts zurückzahlen musst. Ferner vergeben Stiftungen oft noch zweckgebundene Gelder, etwa für Bücher oder Kinderbetreuung. Mittlerweile gibt es auch viele Stipendien, die nur einen kleinen Teil deiner Ausgaben decken. Aber auch die Übernahme der monatlichen Gebühren für Internet und Telefon kann der klammen Kasse helfen!

Außerdem bieten die meisten Stiftungen regelmäßige Veranstaltungen, von denen du ebenfalls profitierst.

An dieser Stelle musst du allerdings selber Leistung bringen: Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist meist obligatorisch und nicht selten müssen Stipendiaten Seminare abhalten oder Interessenten informieren. Außerdem wollen viele Stiftungen über deinen Studienerfolg auf dem Laufenden gehalten werden. Jahresberichte und Studien-Gespräche sind dann für den Zeitraum der Förderung ein Muss. Ein Stipendium bedeutet also auch für dich als Stipendiaten eine Verpflichtung.

 

Aktuell: Studium-Ratgeber vergibt Freiwilligenarbeit-Stipendium

In Kooperation mit HanseMerkur, TravelWorks sowie Vietnam Airlines und Freiwilligenarbeit.de als Initiator vergibt Studium-Ratgeber.de aktuell ein Vollstipendium für ein Freiwilligenarbeit-Engagement in Asien. Wer sich hierfür interessiert, der findet hier weitere Informationen, genauso wie unter www.freiwilligenarbeit-stipendium.de sowie www.freiwilligenarbeit.de.


Noch Fragen? Weitere Links zum Thema

Wenn du dich eingehender über die Möglichkeiten eines Stipendiums informieren möchtest, dann wende dich an den Vertrauensdozenten deiner Hochschule. Du findest ihn im Vorlesungsverzeichnis oder über das Schwarze Brett.

Natürlich haben auch wir noch weitere Informationen für dich zusammengestellt. Du findest sie unter der Rubrik Stipendium im Netz.

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Kommentare

Akifa schreibt:
2012-05-01 11:22:33
Ich bin Magisterstudentin der Germanistik. Ich möchte gern mein Studium in Deutschland weiterbilden. Wie kann ich das schaffen?
Akifa schreibt:
2012-05-01 11:26:12
Ich bin Magisterstudentin der Germanistik. Ich möchte gern mein Studium in Deutschland weiterbilden. Wie kann ich das schaffen?
k.vaidyeswaran schreibt:
2013-07-09 01:01:32
sir, i am indian, age, 22, engineer degree holder, fresh graduate,german language learner, i wish to do master degree, in germany, i got the offer letter, i want financial help,through scholarship, kindly advise me when i have to apply, and where i have to get,daad refuse to give because i am frsh graduate indian. pl help.
k.vaidyeswaran schreibt:
2013-07-09 01:03:45
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Sven schreibt:
2015-12-07 10:39:52
Hallo Akifa, such dir einen anderen Studiengang aus und studiere etwas sinnvolles.
Luisa schreibt:
2016-01-08 21:29:38
Wirklich sehr motivierend, Sven.

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