Tipps für deinen perfekten Praktikumsbericht

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Wie man einen Praktikumsbericht verfasst

Praktikumsbericht schreibenPraktika sind mittlerweile ein Muss in jedem Lebenslauf. Vor allem bei Pflichtpraktika zwischen Schule und Studium wird häufig auch ein Praktikumsbericht verlangt. Damit du auch diesen Schritt auf dem Weg zum Beruf mit Bravour meisterst, haben wir hier die wichtigsten Tipps für den perfekten Praktikumsbericht.

Mit dem Praktikumsbericht dokumentierst du alle Tätigkeiten, die du während des Praktikums ausgeführt hast. Außerdem legst du dar, welche Fähigkeiten du in dieser Zeit erlernt hast.

Wozu ein Praktikumsbericht?

Deine Aufzeichnungen dienen zum einen dazu, den Ausbildungs-Standard des Praktikumsgebers zu kontrollieren: Wer seine Praktikanten nur mit Kopieren und Kaffeekochen beschäftigt, wird auf Dauer Konsequenzen zu befürchten haben (oder zumindest keine Praktikanten mehr bekommen).

Zum anderen kann dir der Bericht helfen, dich an Einzelheiten zu erinnern und dir unter Umständen bei deiner nächsten Bewerbung gute Argumente liefern, warum du der beste Kandidat bist. Daher solltest du in jedem Fall während des Praktikums regelmäßig Notizen machen.

Bevor du beginnst

Schreibe bereits vor dem ersten Tag auf einen separaten Zettel, was du von deinem Praktikum erwartest, was du lernen und machen möchtest. So fällt es dir hinterher leichter, ein Resümee zu ziehen. Und wenn du darin feststellst, dass du zukünftig einen ganz anderen Beruf ausüben möchtest – dann ist das für dich ebenfalls eine wichtige Erkenntnis.

Damit auch Außenstehende deinen Praktikumsbericht möglichst flüssig lesen können, solltest du ein paar formale Kriterien einhalten:

  • Du schreibst den Bericht mit dem Computer (nicht per Hand)
  • Verkehrsübliche Schrifttypen, z.B. Times New Roman oder Arial
  • Schriftgröße: 11 oder 12 (Überschriften: 14)
  • Zeilenabstand: 1,5 (lässt dem Betreuer Platz bei der Korrektur)

Was muss in den Praktikumsbericht?

In deinem Praktikumsbericht landet alles, was du täglich in dem Unternehmen tust. Alle Aufgaben, aber auch deine persönlichen Eindrücke deines beruflichen Alltags – was hat dir gefallen, was weniger? Denke stets daran, dass du für jemanden schreibst. Im Sinne der Nachvollziehbarkeit enthält der Praktikumsbericht daher a) eine Einleitung, b) einen Hauptteil und c) einen Schluss.

Die Einleitung

Zu Beginn schreibst du ein paar Worte zu dem Unternehmen, in dem du dein Praktikum absolvierst: In welcher Branche ist es tätig? Wie viele Mitarbeiter sind hier beschäftigt? Wo befindet sich der Standort deines Praktikums? Du kannst auch die wichtigsten Eckdaten aus der Firmengeschichte aufzählen oder ein Organigramm einfügen. Alle notwendigen Informationen findest du wahrscheinlich auf der Website des Unternehmens. Falls nicht, helfen dir deine Kollegen oder Vorgesetzten gern weiter.Tipps für den Praktikumsbericht

Natürlich ist es interessant, wie lange das Praktikum dauert. Du kannst auch deine Motivation zu genau diesem Praktikum in deinem Bericht aufschreiben: Warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb? Wie bist du darauf gekommen?

Gestalte deinen Praktikumsbericht möglichst so spannend wie einen Krimi. Wenn du in der Einleitung deine Erwartungen vom Anfang notierst und im Fazit deines „Romans“ wieder aufgreifst, ergibt sich am Ende für den Leser eine runde „Geschichte“.

Der Hauptteil

Im Hauptteil wird es konkret: Du hältst deinen Tagesablauf fest, deine Aufgaben und Erfahrungen. Wie ausführlich du dabei wirst, hängt im Wesentlichen von der Seitenvorgabe ab, die du von deiner Schule oder Uni bekommst. Du kannst jeden Tag beschreiben oder einen Wochenbericht verfassen, deine Hauptaufgaben oder nur einzelne Arbeitsabläufe. Du kannst davon berichten, wie sehr dir die Aufgaben liegen und Aussagen darüber machen, ob du auf den angestrebten Beruf vorbereitet wirst.

„Bilder sagen mehr als 1000 Worte“, heißt es landläufig. Das gilt auch für Praktikumsberichte. Fotos von dem Unternehmen oder Arbeitsabläufen machen deine schriftlichen Ausführungen viel anschaulicher. Allerdings solltest du deine Vorgesetzten vorher fragen, ob du Bilder veröffentlichen darfst und, wenn ja, welche. Vielleicht steht dir ein Mitarbeiter Rede und Antwort? Mit einem Interview machst du den an sich nüchternen Bericht ein Stück spannender.

Der Schluss

Nun ist es ZSchreibe den optimalem Praktikumsberichteit für ein Fazit. Wie hat dir das Praktikum gefallen? Schau dir deine Einleitung im Praktikumsbericht an: Wie steht es um deine Erwartungen vom Anfang im Verhältnis zum Alltag der zurückliegenden Zeit? Sind sie erfüllt oder übertroffen worden oder hat dich das Praktikum ernüchtert? Wie stand es um die Atmosphäre am Arbeitsplatz? Wurdest du umfassend betreut?

Du musst natürlich nicht alles loben, was dir begegnet ist. Achte aber darauf, dass jede Form der Kritik sachlich begründet sein muss. Auch für Verbesserungsvorschläge bietet das Resümee Platz.

In einem Ausblick auf deine Zukunft kannst du darauf eingehen, ob der Job der zurückliegenden Wochen auch weiterhin für dich interessant ist. Für deinen Praktikumsbetreuer interessant: Würdest du das Unternehmen für weitere Praktikanten weiterempfehlen?

Weitere Bestandteile

Diese drei Elemente bilden den Kern deines Praktikumsberichtes. Doch darüber hinaus sollten auch die folgenden Bestandteile nicht fehlen.

  • Deckblatt: Ein Deckblatt bereitet den Leser auf das vor, was ihn erwartet. Wie ein Buchdeckel enthält es einen Titel (z.B. „Praktikum bei xy – Zeitraum: 12.34.20XY bis 56.78.20XX“). Außerdem platzierst du hier deine Kontaktdaten incl. (seriöser) E-Mail-Adresse und Matrikel-Nummer sowie einen Kontakt zum Unternehmen. Ob und wie du dich bei der Covergestaltung kreativ austoben darfst, kann dir dein Praktikumsbetreuer erzählen.
  • Inhaltsverzeichnis: Füge nach Abschluss deiner Arbeiten ein Inhaltsverzeichnis vor der Einleitung ein. So zeigst du, dass du planmäßig gearbeitet hast und erleichterst deinen Praktikumsbetreuern die Orientierung in deinem Bericht.
  • Anhang: Im Anhang kannst du den Eindruck von deinem Praktikum bzw. dem Unternehmen vertiefen. Verwende dafür zum Beispiel Broschüren des Betriebs, Kopien von Arbeitsproben oder weitere Bilder von Arbeitsabläufen - beachte hier aber wiederum die Auflagen des Betriebs bezüglich seiner Interna.

Außerdem heftest du die Praktikumsbescheinigung an. Und: Natürlich erwähnst du deinen Anhang im Inhaltsverzeichnis.

Wenn du damit fertig bist, lies noch einmal Korrektur. Bitte eventuell auch jemanden aus deinem Freundes- oder Bekanntenkreis, sich den Praktikumsbericht genauer anzusehen. Ist alles in Ordnung, kannst du deinen künftigen Bestseller endlich ausdrucken und gegebenenfalls binden lassen. Die meisten Copy-Shops bieten mittlerweile einen solche Service an.

Diese Ausführungen sind natürlich nur allgemeine Richtlinien für Praktikumsberichte. Die genauen Anforderungen an deinen Bericht erläutert dir ganz gewiss dein Praktikumsbetreuer

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Kommentare

Frank schreibt:
2013-12-17 13:00:52
Fantastisch, Super Beitrag !!! Hat mir sehr geholfen .
Simon schreibt:
2013-12-17 13:02:10
Dank euch habe ich eine 1 bekommen dankööööööööööö :D
Leo schreibt:
2014-01-20 15:05:25
Bin gerade am schreiben und der Beitrag hilft echt super!
Der Joker schreibt:
2014-02-27 09:17:29
Mir hat der beitrag sehr gut geholfen und ich habe in meiner praktikumsmappe eine 1 bekommen ;D ach ja und ich bin der joker
Supi schreibt:
2014-07-01 13:26:37
Supi
Tester schreibt:
2014-09-29 11:48:18
Super Beitrag!
Leo schreibt:
2014-12-11 20:58:05
Super Text hat mir besonders im Fazit geholfen!!!!! Sehr empfehlenswert. :-)
Batman schreibt:
2015-01-15 09:04:41
Hi Leute, erstmal, ja ich bin der echte Batman. An den Joker. Du bist fällig und ich mach dich fertig. Zu dem Bericht es ist echt ein super und hilfreicher Beitrag. RIP Joker
Dein Vater schreibt:
2015-01-21 08:55:18
Ich hab deine Mutter gefickt.
Deine Mutter schreibt:
2015-01-21 08:58:02
und ich deinen Vater
Das Kind schreibt schreibt:
2015-01-21 09:00:00
Mama Papa es reicht
Marcel Schu schreibt:
2015-01-21 09:00:31
ich stinke
sexycora69 schreibt:
2015-01-21 09:03:01
hi guys suche großen hühnen mit langem pferdeschwanz bei interesse bitte melden ;-))))
Viel Spaß schreibt:
2015-01-21 09:07:30
Die Erde ist der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet des Sonnensystems. Ihr Durchmesser beträgt über 12.700 Kilometer und ihr Alter etwa 4,6 Milliarden Jahre. Sie ist Heimat aller bekannten Lebewesen. Nach der vorherrschenden chemischen Beschaffenheit der Erde wird der Begriff der erdartigen (terrestrischen) oder auch erdähnlichen Planeten definiert. Das astronomische Symbol der Erde ist ♁ oder \oplus [3] (Radkreuz). Inhaltsverzeichnis [Verbergen] 1 Umlaufbahn 2 Rotation 2.1 Präzession und Nutation 2.2 Rotationsdauer und Gezeitenkräfte 3 Aufbau 3.1 Innerer Aufbau 3.2 Oberfläche 3.3 Plattentektonik 4 Magnetisches Feld 5 Atmosphäre 6 Klima 6.1 Klimazonen 6.1.1 Polarzone 6.1.2 Gemäßigte Zone 6.1.3 Subtropen 6.1.4 Tropen 6.2 Jahreszeiten 6.3 Globaler Energiehaushalt 6.4 Einfluss des Menschen 7 Mond 8 Leben 9 Entstehung der Erde 9.1 Entstehung des Erdkörpers 9.2 Herkunft des Wassers 10 Zukunft 11 Siehe auch 12 Literatur 13 Weblinks 14 Medien 15 Einzelnachweise Umlaufbahn → Hauptartikel: Erdbahn Gemäß dem ersten keplerschen Gesetz bewegt sich die Erde um die Sonne auf einer elliptischen Bahn, die Sonne befindet sich in einem der Brennpunkte der Ellipse. Der sonnenfernste Punkt der Umlaufbahn, das Aphel, und der sonnennächste Punkt, das Perihel, sind die beiden Endpunkte der Hauptachse der Ellipse. Der Mittelwert des Aphel- und Perihelabstandes ist die große Halbachse der Ellipse und beträgt etwa 149,6 Mio. km. Ursprünglich wurde dieser Abstand der Definition der Astronomischen Einheit (AE) zugrunde gelegt, die als astronomische Längeneinheit hauptsächlich für Entfernungsangaben innerhalb des Sonnensystems verwendet wird. Das Perihel liegt bei 0,983 AE (147,1 Mio. km) und das Aphel bei 1,017 AE (152,1 Mio. km). Die Exzentrizität der Ellipse beträgt also 0,0167. Der Perihel-Durchgang erfolgt um den 3. Januar und der Aphel-Durchgang um den 5. Juli. Für einen Sonnenumlauf benötigt die Erde 365 Tage, 6 Stunden, 9 Minuten und 9,54 Sekunden; diese Zeitspanne wird auch als siderisches Jahr bezeichnet. Das siderische Jahr ist 20 Minuten und 24 Sekunden länger als das tropische Jahr, das die Basis für das bürgerliche Jahr der Kalenderrechnung bildet. Die Bahngeschwindigkeit beträgt im Mittel 29,78 km/s, im Perihel 30,29 km/s und im Aphel 29,29 km/s; somit legt der Planet eine Strecke von der Größe seines Durchmessers in gut sieben Minuten zurück. Zur inneren Nachbarbahn der Venus hat die Erdbahn einen mittleren Abstand von 0,28 AE (41,44 Mio. km) und bis zur äußeren Nachbarbahn des Mars sind es im Mittel 0,52 AE (78,32 Mio. km). Auf der Erdbahn befinden sich mehrere koorbitale Objekte, siehe dazu unter Erdbahn. Der Umlaufsinn der Erde ist rechtläufig, das heißt, dass sie sich entsprechend der Regel der Drehrichtung im Sonnensystem vom Nordpol der Erdbahnebene aus gesehen dem Uhrzeigersinn entgegengesetzt um die Sonne bewegt. Die Bahnebene der Erde wird Ekliptik genannt. Die Ekliptik ist um gut 7° gegen die Äquatorebene der Sonne geneigt. Der Nordpol der Sonne ist der Erde am stärksten gegen Anfang September zugewandt, der solare Südpol wiederum gegen Anfang März. Nur um den 6. Juni und den 8. Dezember befindet sich die Erde kurz in der Ebene des Sonnenäquators. Rotation Siderischer Tag (1–2) und Sonnentag (1–3) Erde – Rotation → Hauptartikel: Erdrotation Die Erde rotiert rechtläufig – in Richtung Osten – in 23 Stunden, 56 Minuten und 4,09 Sekunden relativ zu den Fixsternen einmal um ihre eigene Achse. Analog zum siderischen Jahr wird diese Zeitspanne als siderischer Tag bezeichnet. Aufgrund der Bahnbewegung der Erde entlang ihrer Umlaufbahn im gleichen Drehsinn und der daraus resultierenden leicht unterschiedlichen Position der Sonne an aufeinanderfolgenden Tagen ist ein Sonnentag, der als die Zeitspanne zwischen zwei Sonnenhöchstständen (Mittag) definiert ist, etwas länger als ein siderischer Tag und wird nach Definition in 24 Stunden eingeteilt. Aufgrund der Eigenrotation der Erde hat ein Punkt auf dem Äquator eine Geschwindigkeit von 464 m/s bzw. 1670 km/h. Infolge der dadurch bedingten Fliehkraft ist die Figur der Erde an den Polen geringfügig abgeplattet und dafür gegen ihren Äquator zu einem sogenannten Äquatorwulst verformt. Gegenüber einer volumengleichen Kugel ist der Erdradius am Äquator 7 Kilometer größer und der Polradius 14 Kilometer kleiner. Der Durchmesser am Äquator ist etwa 43 km größer als der von Pol zu Pol. Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der Punkt der Erdoberfläche, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist. Die Rotationsachse der Erde ist 23°26' gegen die senkrechte Achse der Ekliptik geneigt, dadurch werden die Nord- und die Südhalbkugel der Erde an verschiedenen Punkten ihrer Umlaufbahn um die Sonne unterschiedlich beschienen, was zu den das Klima der Erde prägenden Jahreszeiten führt. Die Richtung der Achsneigung fällt für die Nordhalbkugel derzeit in die ekliptikale Länge des Sternbilds Stier. In dieser Richtung steht, von der Erde aus gesehen, am 21. Juni auch die Sonne zur Sommersonnenwende. Da die Erde zwei Wochen später ihr Aphel durchläuft, fällt der Sommer auf der Nordhalbkugel in die Zeit ihres sonnenfernen Bahnbereichs. Präzession und Nutation Präzessionsbewegung der Erdachse Datei:NASA Earth from Orbit 2012.webm Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Erde, die 2012 aufgenommen wurden. (in HD) Die Gezeitenkräfte des Mondes und der Sonne bewirken am Äquatorwulst der Erde ein Drehmoment, das die Erdachse aufzurichten versucht und zu einer Kreiselbewegung der Rotationsachse führt. Ein vollständiger Kegelumlauf dieser lunisolaren Präzession dauert etwa 25.700 bis 25.800 Jahre. Mit diesem Zyklus der Präzession verschieben sich die Jahreszeiten. Der Mond verursacht durch die Präzessionsbewegung seiner eigenen Umlaufbahn mit einer Periode von 18,6 Jahren eine zusätzliche „nickende“ Bewegung der Erdachse, die als Nutation bezeichnet wird. Der Einfluss des Mondes bewirkt zugleich eine Stabilisierung der Erdachsenneigung, die ohne ihn durch die Anziehungskraft der Planeten bis zu einer Schräglage von 85° taumeln würde.[4] Für Einzelheiten siehe den Abschnitt Mond. Rotationsdauer und Gezeitenkräfte Die Gravitation von Mond und Sonne verursacht auf der Erde die Gezeiten. Der Anteil der Sonne ist dabei etwa halb so groß wie der des Mondes. Damit verbunden ist die Gezeitenreibung von Ebbe und Flut der Meere. Diese bremst die Erdrotation und verlängert dadurch gegenwärtig die Tage um etwa 20 Mikrosekunden pro Jahr. Die Gezeiten wirken sich auch auf die Landmassen aus, die sich um etwa einen halben Meter heben und senken. Die Rotationsenergie der Erde wird dabei in Wärme umgewandelt. Der Drehimpuls wird auf den Mond übertragen, der sich dadurch um etwa vier Zentimeter pro Jahr von der Erde entfernt. Dieser schon lange vermutete Effekt ist seit etwa 1995 durch Laserdistanzmessungen abgesichert. Extrapoliert man diese Abbremsung in die Zukunft, wird auch die Erde einmal dem Mond immer dieselbe Seite zuwenden, wobei ein Tag auf der Erde dann etwa siebenundvierzig Mal so lang wäre wie heute. Damit unterliegt die Erde demselben Effekt, der in der Vergangenheit schon zur gebundenen Rotation (Korotation) des Mondes geführt hat. Für Details siehe: Langfristige Änderungen der Erdrotation und Moderne Gezeitentheorie Abstände der Erde und der unteren Planeten zur Sonne: Mittlere Entfernung (Pfeil) und Bereich des Umlaufbahnradius für Erde, Venus und Merkur von der Sonne. Entfernungen zur und Größe der Sonne sind hierbei maßstabsgetreu, Planeten müssten dafür unter 0,06 Pixel groß sein. Aufbau Innerer Aufbau → Hauptartikel: Innerer Aufbau der Erde und Erdfigur Die massenanteilige Zusammensetzung der Erde besteht hauptsächlich aus Eisen (32,1 %), Sauerstoff (30,1 %), Silizium (15,1 %), Magnesium (13,9 %), Schwefel (2,9 %), Nickel (1,8 %), Calcium (1,5 %) und Aluminium (1,4 %). Die restlichen 1,2 % teilen sich Spuren von anderen Elementen. Nach seismischen Messungen ist die Erde hauptsächlich aus drei Schalen aufgebaut: aus dem Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste. Diese Schalen sind durch seismische Diskontinuitätsflächen (Unstetigkeitsflächen) voneinander abgegrenzt. Die Erdkruste und der oberste Teil des oberen Mantels bilden zusammen die sogenannte Lithosphäre. Sie ist zwischen 50 und 100 km dick und zergliedert sich in große und kleinere tektonische Einheiten, die Platten. Ein dreidimensionales Modell der Erde wird, wie alle verkleinerten Nachbildungen von Weltkörpern, Globus genannt. Der Schalenaufbau der Erde Dreidimensionale Darstellung Oberfläche Gesamtfläche der Erde 510.000.000 km2 100 % Wasserfläche 360.570.000 km2 70,7 % Landfläche 149.430.000 km2 29,3 % Landwirtschaftlich genutzte Fläche 2009[5] 48.827.330 km2 9,6 % Waldfläche 2010[6] 40.204.320 km2 7,9 % Nordhalbkugel Südhalbkugel → Hauptartikel: Erdoberfläche Der Äquatorumfang ist durch die Zentrifugalkraft der Rotation mit 40.075,017 km um 67,154 km bzw. um 0,17 % größer als der Polumfang mit 40.007,863 km (bezogen auf das geodätische Referenzellipsoid von 1980). Der Poldurchmesser ist mit 12.713,504 km dementsprechend um 42,816 km bzw. um 0,34 % kleiner als der Äquatordurchmesser mit 12.756,320 km (bezogen auf das Referenzellipsoid; die tatsächlichen Zahlen weichen davon ab). Die Unterschiede im Umfang tragen mit dazu bei, dass es keinen eindeutig höchsten Berg auf der Erde gibt. Nach der Höhe über dem Meeresspiegel ist es der Mount Everest im Himalaya und nach dem Abstand des Gipfels vom Erdmittelpunkt der auf dem Äquatorwulst stehende Vulkanberg Chimborazo in den Anden. Von der jeweils eigenen Basis an gemessen ist der Mauna Kea auf der vom pazifischen Meeresboden aufragenden großen vulkanischen Hawaii-Insel am höchsten. Landhalbkugel Wasserhalbkugel Wie die meisten festen Planeten und fast alle größeren Monde, zum Beispiel der Erdmond, weist auch die Erde eine deutliche Zweiteilung ihrer Oberfläche in unterschiedlich ausgeprägte Halbkugeln auf. Die Oberfläche von ca. 510 Mio. km² unterteilt sich in eine Landhemisphäre und eine Wasserhemisphäre. Die Landhalbkugel ist die Hemisphäre mit dem maximalen Anteil an Land. Er beträgt mit 47 % knapp die Hälfte der sichtbaren Fläche. Die Fläche der gegenüberliegenden Wasserhalbkugel enthält nur 11 % Land und wird durch Ozeane dominiert. Damit ist die Erde der einzige Planet im Sonnensystem, auf dem flüssiges Wasser auf der Oberfläche existiert. In den Meeren sind 96,5 % des gesamten Wassers des Planeten enthalten. Das Meerwasser enthält im Durchschnitt 3,5 % Salz. Die Wasserfläche hat in der gegenwärtigen geologischen Epoche einen Gesamtanteil von 70,7 %. Die von der Landfläche umfassten 29,3 % entfallen hauptsächlich auf sieben Kontinente; der Größe nach: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Europa und Australien (Europa ist als große westliche Halbinsel Asiens im Rahmen der Plattentektonik allerdings wahrscheinlich nie eine selbstständige Einheit gewesen). Die kategorische Grenzziehung zwischen Australien als kleinstem Erdteil und Grönland als größter Insel wurde nur rein konventionell festgelegt. Die Fläche des Weltmeeres wird im Allgemeinen in drei Ozeane einschließlich der Nebenmeere unterteilt: den Pazifik, den Atlantik und den Indik. Die tiefste Stelle, das Witjastief 1 im Marianengraben, liegt 11.034 m unter dem Meeresspiegel. Die durchschnittliche Meerestiefe beträgt 3.800 m. Das ist etwa das Fünffache der bei 800 m liegenden mittleren Höhe der Kontinente (s. hypsografische Kurve). Plattentektonik → Hauptartikel: Plattentektonik Die größten Platten entsprechen in ihrer Anzahl und Ordnung etwa jener der von ihnen getragenen Kontinente, mit Ausnahme der pazifischen Platte. Alle diese Schollen bewegen sich gemäß der Plattentektonik relativ zueinander auf den teils aufgeschmolzenen, zähflüssigen Gesteinen des oberen Mantels, der 100 bis 150 km mächtigen Asthenosphäre. Magnetisches Feld → Hauptartikel: Erdmagnetfeld Das die Erde umgebende magnetische Feld wird von einem Geodynamo erzeugt. Das Feld ähnelt nahe der Erdoberfläche einem magnetischen Dipol. Die magnetischen Feldlinien treten auf der Südhalbkugel der Erde aus und durch die Nordhalbkugel wieder in die Erde ein. Im Erdmantel verändert sich die Form des Magnetfeldes. Außerhalb der Erdatmosphäre wird das Dipolfeld durch den Sonnenwind verformt. Die geomagnetischen Pole der Erde fallen nicht genau mit den geografischen Polen der Erde zusammen. Im Jahr 2007 war die Achse des geomagnetischen Dipolfeldes um etwa 11,5° gegenüber der Erdachse geneigt. Atmosphäre Diese Ansicht aus der Umlaufbahn zeigt den Vollmond, der von der Erdatmosphäre teilweise verschleiert wird. NASA-Bild. → Hauptartikel: Erdatmosphäre Der Übergang zwischen Erdatmosphäre und Weltraum ist kontinuierlich und man kann daher keine scharfe Obergrenze ziehen. Die Masse beträgt 5,13 x 1018 kg und macht somit knapp ein Millionstel der Erdmasse aus. Der mittlere Luftdruck auf dem Niveau des Meeresspiegels beträgt unter Standardbedingungen 1013,25 hPa. In den bodennahen Schichten besteht die Lufthülle im Wesentlichen aus 78 Vol.-% Stickstoff, 21 Vol.-% Sauerstoff und 1 Vol.-% Edelgasen, überwiegend Argon. Dazu kommt ein Anteil von 0,4 Vol.-% Wasserdampf in der gesamten Erdatmosphäre. Der für den Treibhauseffekt wichtige Anteil an Kohlendioxid steigt zurzeit durch menschlichen Einfluss und liegt jetzt bei etwa 0,04 Vol.-% [7]. Die auf der Erde meteorologisch gemessenen Temperaturextreme betragen −89,2 °C (gemessen am 21. Juli 1983 in der Wostok-Station in der Antarktis auf 3420 Metern Höhe und 56,7 °C, gemessen am 10. Juli 1913 im Death Valley auf 54 m unter dem Meeresspiegel)[8]. Die mittlere Temperatur in Bodennähe beträgt 15 °C. Die Schallgeschwindigkeit bei dieser Temperatur beträgt in der Luft auf Meeresniveau etwa 340 m/s. Die Erdatmosphäre streut den kurzwelligen, blauen Spektralanteil des Sonnenlichts etwa fünfmal stärker als den langwelligen, roten und bedingt dadurch bei hohem Sonnenstand die Blaufärbung des Himmels. Dass die Oberfläche der Meere und Ozeane vom Weltall aus gesehen blau erscheinen, weswegen die Erde seit dem Beginn der Raumfahrt auch der „Blaue Planet“ genannt wird, ist jedoch auf die stärkere Absorption roten Lichtes im Wasser selbst zurückzuführen. Die Spiegelung des blauen Himmels an der Wasseroberfläche ist dabei nur von nebensächlicher Bedeutung. Klima Klimazonen Die Erde wird anhand unterschiedlich intensiver Sonneneinstrahlung in Klimazonen eingeteilt, die sich vom Nordpol zum Äquator erstrecken – und auf der Südhalbkugel spiegelbildlich verlaufen. Klimazone ungefähre Breitengrade Nord/Süd ungefähre Durchschnittstemperatur Polarzone/Kalte Zone Nord-/Südpol bis 66,56° (Polarkreise) 0 °C Gemäßigte Zone 66,56° bis 40° 8 °C Subtropen 40° bis 23,5° (Wendekreise) 16 °C Tropen 23,5° bis Äquator 24 °C Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind umso stärker, je weiter die Klimazone vom Äquator und vom nächsten Ozean entfernt liegt. Polarzone Unter den Polargebieten versteht man zum einen die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises, die Arktis, sowie die Region innerhalb des südlichen Polarkreises, die Antarktis, die den größten Teil des Kontinents Antarktika enthält. Besonderes Kennzeichen der Polarregionen ist neben dem kalten Klima mit viel Schnee und Eis der bis zu einem halben Jahr dauernde Polartag mit der Mitternachtssonne bzw. die Polarnacht, aber auch die Polarlichter. Gemäßigte Zone Klimagürtel der Erde Die gemäßigte Klimazone erstreckt sich vom Polarkreis bis zum vierzigsten Breitengrad und wird in eine kalt-, kühl- und warmgemäßigte Zone eingeteilt. Diese Zone weist einen großen Unterschied zwischen den Jahreszeiten auf, der in Richtung des Äquators jedoch etwas abnimmt. Ein weiteres Merkmal sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, die je nach Jahreszeit stark variieren. Diese Unterschiede nehmen, je näher man dem Pol kommt, immer mehr zu. Die Vegetation wird durch Nadel-, Misch- und Laubwälder geprägt, wobei die Nadelwälder in Richtung Äquator immer weniger werden. Subtropen Die Subtropen liegen in der geografischen Breite zwischen den Tropen in Äquatorrichtung und den gemäßigten Zonen in Richtung der Pole, ungefähr zwischen 25° und 40° nördlicher beziehungsweise südlicher Breite. Diese Gebiete haben typischerweise tropische Sommer und nicht-tropische Winter. Man kann sie unterteilen in trockene, winterfeuchte, sommerfeuchte und immerfeuchte Subtropen. Eine weitverbreitete Definition definiert das Klima dort als subtropisch, wo die Mitteltemperatur im Jahr über 20 Grad Celsius liegt, die Mitteltemperatur des kältesten Monats jedoch unter der Marke von 20 Grad bleibt. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht fallen relativ gering aus. Die Vegetation reicht von der Artenvielfalt, wie sie zum Beispiel im Mittelmeer auftritt, über die Vegetation der trockenen Savanne bis hin zur kargen oder auch völlig fehlenden Vegetation in Wüsten wie der Sahara. Tropen Die Tropen befinden sich zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis. Die Tropen können in die wechselfeuchten und immerfeuchten Tropen unterschieden werden. In den Tropen sind Tag und Nacht immer ungefähr gleich lang (zwischen 10,5 und 13,5 Stunden). Klimatische Jahreszeiten gibt es nur in den wechselfeuchten Tropen und lassen sich lediglich in Trocken- und Regenzeit unterscheiden. Typisch für die wechselfeuchten Tropen sind die Feuchtsavannen, die sich nördlich und südlich der großen Regenwälder befinden. Sie zeichnen sich durch ihre weiten Grasländer aus. Beispiele sind die afrikanische Savanne und der Pantanal in Südbrasilien und Paraguay. Für die immerfeuchten Tropen, die sich rund um den Äquator befinden, sind die großen, sehr artenreichen Regenwälder, wie zum Beispiel diejenigen der Amazonasregion, typisch. Jahreszeiten Die Neigung der Erdachse Die Jahreszeiten werden in erster Linie von der Einstrahlung der Sonne verursacht und können infolgedessen durch Temperatur- und/oder Niederschlagsmengenschwankungen geprägt sein. In der gemäßigten Zone wird darunter gewöhnlich der Wechsel der Tageshöchst- bzw. Tagestiefsttemperaturen verstanden. In subtropischen (und noch ausgeprägter in tropischen) Regionen wird dieses Temperaturregime stärker durch Schwankungen der Monatsmittel des Niederschlags überlagert und in seiner Wahrnehmbarkeit beeinflusst. Die Unterschiede entstehen durch die Neigung des Äquators gegen die Ekliptik. Dies hat zur Folge, dass der Zenitstand der Sonne zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis hin- und herwandert (daher auch der Name Wendekreis). Dadurch entstehen neben den unterschiedlichen Einstrahlungen auch die unterschiedlichen Tag- und Nachtlängen, die mit zunehmender Polnähe immer ausgeprägter werden. Die Wanderung erfolgt im Jahresrhythmus wie folgt: 21. Dezember (Wintersonnenwende): Die Sonne steht über dem südlichen Wendekreis (Wendekreis des Steinbocks). Auf der Nordhalbkugel ist nun der kürzeste und auf der Südhalbkugel der längste Tag des Jahres. Der astronomische Winter beginnt. Durch die nun geringe Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel erreicht die mittlere (Tages- bzw. Monats-)Temperatur dort mit einiger Verzögerung ihren Tiefpunkt. Am Nordpol ist die Mitte der Polarnacht und am Südpol die Mitte des Polartags. 19. bis 21. März: Tagundnachtgleiche: astronomischer Frühlingsbeginn im Norden und astronomischer Herbstbeginn im Süden. Die Sonne ist auf Höhe des Äquators. 21. Juni (Sommersonnenwende): Die Sonne steht über dem nördlichen Wendekreis (Wendekreis des Krebses). Längster Tag im Norden und kürzester Tag im Süden. Auf der Nordhalbkugel beginnt nun der astronomische Sommer und auf der Südhalbkugel der astronomische Winter. Durch die höhere Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel erreicht die mittlere Tages- bzw. Monatstemperatur dort mit einiger Verzögerung ihren Höchstpunkt. Am Nordpol ist die Mitte des Polartags und am Südpol die Mitte der Polarnacht. 22. oder 23. September: Tagundnachtgleiche: Im Norden beginnt astronomisch der Herbst, im Süden der Frühling. Die Sonne ist erneut auf Höhe des Äquators. Abweichend davon wird in der Meteorologie der Beginn der Jahreszeiten jeweils auf den Monatsanfang vorverlegt (1. Dezember, 1. März usw.). Globaler Energiehaushalt Der Energiehaushalt der Erde wird im Wesentlichen durch die Einstrahlung der Sonne und die Ausstrahlung der Erdoberfläche bzw. Atmosphäre bestimmt, also durch den Strahlungshaushalt der Erde. Die restlichen Beiträge von zusammen etwa 0,02 % liegen deutlich unterhalb der Messungsgenauigkeit der Solarkonstanten sowie ihrer Schwankung im Lauf eines Sonnenfleckenzyklus. Etwa 0,013 % macht der durch radioaktive Zerfälle erzeugte geothermische Energiebeitrag aus, etwa 0,007 % stammen aus der menschlichen Nutzung fossiler und nuklearer Energieträger und etwa 0,002 % verursacht die Gezeitenreibung. Die geometrische Albedo der Erde beträgt im Mittel 0,367, wobei ein wesentlicher Anteil auf die Wolken der Erdatmosphäre zurückzuführen ist. Dies führt zu einer globalen effektiven Temperatur von 246 K (−27 °C). Die Durchschnittstemperatur am Boden liegt jedoch durch einen starken atmosphärischen Treibhauseffekt bzw. Gegenstrahlung bei etwa 288 K (15 °C), wobei die Treibhausgase Wasser und Kohlendioxid den Hauptbeitrag liefern. Siehe auch: Gleichgewichtstemperatur Einfluss des Menschen Zunächst lebten Menschen als Jäger und Sammler. Mit der Neolithischen Revolution begannen im Vorderen Orient (11.), in China (8.) und im mexikanischen Tiefland (6. Jahrtausend v. Chr.) Ackerbau und Viehzucht. Die Kulturpflanzen verdrängten die natürliche Pflanzen- und Tierwelt. Im Zuge der Industrialisierung wurden weiträumige Landflächen in Industrie- und Verkehrsflächen umgewandelt. Die Wechselwirkungen zwischen Lebewesen und Klima haben heute durch den zunehmenden Einfluss des Menschen eine neue Quantität erreicht. Während im Jahr 1920 etwa 1,8 Milliarden Menschen die Erde bevölkerten, wuchs die Erdbevölkerung bis zum Jahr 2008 auf knapp 6,7 Milliarden an. In den Entwicklungsländern ist für die absehbare Zukunft weiterhin ein starkes Bevölkerungswachstum zu erwarten, während in vielen hoch entwickelten Ländern die Bevölkerung stagniert oder nur sehr langsam zunimmt, deren industrieller Einfluss auf die Natur aber weiterhin wächst. Im Februar 2005 prognostizierten Experten der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2013 einen Anstieg der Erdbevölkerung auf 7 Milliarden und auf 9,1 Milliarden bis 2050. Seit 1990 ist der 22. April als Tag der Erde der internationale Aktionstag zum Schutz der Umwelt. Das Jahr 2008 wurde von den Vereinten Nationen unter Federführung der UNESCO zum Internationalen Jahr des Planeten Erde (IYPE) erklärt. Diese bislang größte weltweite Initiative in den Geowissenschaften soll die Bedeutung und den Nutzen der modernen Geowissenschaften für die Gesellschaft und für eine nachhaltige Entwicklung verdeutlichen. Zahlreiche Veranstaltungen und interdisziplinäre Projekte auf internationaler und nationaler Ebene erstreckten sich von 2007 bis 2009 über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren.[9] Die Erdoberfläche bei Tag (Fotomontage). Die Erdoberfläche bei Nacht (Fotomontage). Mit Eispanzer (Fotomontage) Mit Eispanzer und Wolken (Fotomontage) Mond Die Erde vom Mond aus gesehen → Hauptartikel: Mond Die Erde wird von einem natürlichen Satelliten umkreist – dem Mond. Das Verhältnis des Durchmessers des Mondes zu seinem Planeten (mittlerer Monddurchmesser (3476 km) zu mittlerem Erddurchmesser (12.742 km) ist 0,273) ist beim Erdmond deutlich größer, als es bei den „Monden“ der anderen Planeten der Fall ist. Die Präzessionsbewegung der Erdachse ist auch mit einer Schwankung der Achsneigung von ± 1,3° um den Mittelwert von 23,3° verbunden. Diese Schwankung würde wesentlich größer ausfallen, wenn die Präzessionsperiode von etwa 26000 Jahren in Resonanz mit einer der zahlreichen periodischen Störungen stünde, welchen die Erdbahn infolge der Gravitationseinflüsse der anderen Planeten unterliegt. Gegenwärtig hat lediglich eine durch Jupiter und Saturn verursachte Störung mit einer Periode von 25760 Jahren einen gewissen Einfluss, ist aber zu schwach, um größere Veränderungen zu bewirken. Wie Simulationsrechnungen zeigen, wäre im gegenwärtigen Zustand des Sonnensystems die Achsneigung der Erde instabil, wenn sie im Bereich von etwa 60° bis 90° läge; die tatsächliche Neigung von gut 23° hingegen ist weit genug von starken Resonanzen entfernt und bleibt stabil.[10] Hätte die Erde jedoch keinen Mond, so wäre die Präzessionsperiode etwa dreimal so groß, weil der Mond etwa zwei Drittel der Präzessionsgeschwindigkeit verursacht und bei seiner Abwesenheit nur das von der Sonne verursachte Drittel übrigbliebe. Diese deutlich längere Präzessionsperiode läge in der Nähe zahlreicher Störungen, von denen die stärksten mit Perioden von 68750, 73000 und 70800 Jahren erhebliche Resonanzeffekte verursachen würden. Rechnungen zeigen, dass unter diesen Umständen alle Achsneigungen zwischen 0° und etwa 85° instabil wären. Eine typische Schwankung von 0° bis 60° würde dabei weniger als 2 Millionen Jahre erfordern.[10] Der große Satellit verhindert diese Resonanzen und stabilisiert so mit seiner relativ großen Masse die Neigung der Erdachse gegen die Ekliptik und schafft durch die so von ihm bewirkte Zügelung der Jahreszeiten günstige Bedingungen für die Entwicklung des Lebens auf seinem Planeten. Größenverhältnis zwischen Erde und Mond und ihr Abstand zueinander: Korrektes Größen- und Abstandsverhältnis zwischen Erde und Mond. Erde Mond Leben Die Erde ist bisher der einzige Planet, auf dem Lebensformen bzw. eine Biosphäre von Menschen nachgewiesen wurden. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung begann das Leben auf der Erde möglicherweise innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, gleich nach dem Ausklingen des letzten schweren Bombardements großer Asteroiden, dem die Erde nach ihrer Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren bis etwa vor 3,9 Milliarden Jahren als letzte Phase der Bildung ihres Planetensystems ausgesetzt war. Nach dieser Zeit hat sich eine stabile Erdkruste ausgebildet und so weit abgekühlt, dass sich Wasser auf ihr sammeln konnte. Es gibt Hinweise, die allerdings nicht von allen damit befassten Wissenschaftlern anerkannt werden, dass sich Leben schon (geologisch) kurze Zeit später entwickelte. In 3,85 Milliarden Jahre altem Sedimentgestein aus der Isua-Region im Südwesten Grönlands wurden in den Verhältnissen von Kohlenstoffisotopen Anomalien entdeckt, die auf biologischen Stoffwechsel hindeuten könnten; bei dem Gestein kann es sich aber auch statt um Sedimente lediglich um ein stark verändertes Ergussgestein ohne derartige Bedeutung handeln. Die ältesten direkten, allerdings umstrittenen Hinweise auf Leben sind Strukturen in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen der Warrawoona-Gruppe im Nordwesten Australiens und im Barberton-Grünsteingürtel in Südafrika, die als von Cyanobakterien verursacht gedeutet werden. Die ältesten eindeutigen Lebensspuren auf der Erde sind 1,9 Milliarden Jahre alte Fossilien aus der Gunflint-Formation in Ontario, die Bakterien oder Archaeen gewesen sein könnten. Die chemische wie die biologische Evolution sind untrennbar mit der Klimageschichte verknüpft. Obwohl die Strahlungsleistung der Sonne anfangs deutlich geringer als heute war (vgl. Paradoxon der schwachen jungen Sonne), gibt es Hinweise auf Leben auf der Erde, grundsätzlich vergleichbar dem heutigen, „seit es Steine gibt“.[11] Das Leben auf der Erde wird in seiner Entwicklung von den herrschenden Bedingungen geprägt und hat seinerseits Einfluss auf die Entwicklung und das Erscheinungsbild der Erde. Durch den Stoffwechsel des pflanzlichen Lebens, also durch die Photosynthese, wurde die Erdatmosphäre mit molekularem Sauerstoff angereichert und bekam ihren oxidierenden Charakter. Zudem wurde die Albedo und damit die Energiebilanz durch die Pflanzendecke merklich verändert. Entstehung der Erde Wasser bedeckt etwa 70 % der Erdoberfläche. Entstehung des Erdkörpers → Hauptartikel: Entstehung der Erde Wie die Sonne und ihre anderen Planeten entstand die Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus der Verdichtung des Sonnennebels. Man nimmt heute allgemein an, dass sie während der ersten 100 Millionen Jahre einem intensiven Bombardement von Asteroiden ausgesetzt war. Heute ist der Beschuss nur noch gering. Die meisten der Meteore werden von Objekten hervorgerufen, die kleiner als 1 cm sind. Im Gegensatz zum Mond sind auf der Erde fast alle Einschlagkrater durch geologische Prozesse wieder ausgelöscht worden. Durch die kinetische Energie der Impakte während des schweren Bombardements und durch die Wärmeproduktion des radioaktiven Zerfalls erhitzte sich die junge Erde, bis sie größtenteils aufgeschmolzen war. In der Folge kam es zu einer gravitativen Differenzierung des Erdkörpers in einen Erdkern und einen Erdmantel. Die schwersten Elemente, vor allem Eisen, sanken in die Richtung des Schwerpunkts des Planeten, wobei auch Wärme freigesetzt wurde. Leichte Elemente, vor allem Sauerstoff, Silizium und Aluminium, stiegen nach oben und aus ihnen bildeten sich hauptsächlich silikatische Minerale, aus denen auch die Gesteine der Erdkruste bestehen. Aufgrund ihres vorwiegenden Aufbaus aus Eisen und Silikaten hat die Erde wie alle terrestrischen Planeten eine recht hohe mittlere Dichte von 5,515 g/cm3. Herkunft des Wassers → Hauptartikel: Herkunft des irdischen Wassers Die Herkunft des Wassers auf der Erde, insbesondere die Frage, warum auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen erdähnlichen Planeten, ist bis heute nicht befriedigend geklärt. Ein Teil des Wassers dürfte durch das Ausgasen des Magmas entstanden sein, also letztlich aus dem Erdinneren stammen. Ob dadurch aber die heutige Menge an Wasser erklärt werden kann, ist fraglich. Weitere große Anteile könnten aber auch durch Einschläge von Kometen, transneptunischen Objekten oder wasserreichen Asteroiden (Protoplaneten) aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtels auf die Erde gekommen sein. Messungen des Isotopenverhältnisses von Deuterium zu Protium (D/H-Verhältnis) deuten dabei eher auf Asteroiden hin, da in Wassereinschlüssen in kohligen Chondriten ähnliche Verhältnisse gefunden wurden wie in ozeanischem Wasser, wohingegen nach bisherigen Messungen dieses Isotopen-Verhältnis von Kometen und transneptunischen Objekten nicht mit dem von irdischem Wasser übereinstimmt. Zukunft Der Lebenszyklus der Sonne Die Zukunft der Erde ist eng an die der Sonne gebunden. Die Kernfusion vermindert im Zentrum der Sonne die Teilchenzahl (4 p + 2 e → He2+), aber kaum die Masse. Daher wird der Kern langsam schrumpfen und heißer werden. Außerhalb des Kerns wird sich die Sonne ausdehnen, das Material wird durchlässiger für Strahlung, sodass die Gesamthelligkeit der Sonne etwa um 10 % über die nächsten 1,1 Milliarden Jahre und um 40 % nach 3,5 Milliarden Jahren steigen wird.[12] Man vermutet, dass die Erde noch etwa 500 Millionen Jahre lang ähnlich wie heute bewohnbar sein wird.[13] Danach, so zeigen Klimamodelle, wird der Treibhauseffekt instabil – höhere Temperatur führt zu mehr Wasserdampf in der Atmosphäre, was wiederum den Treibhauseffekt verstärken wird.[14] Der warme Regen wird durch Erosion den anorganischen Kohlenstoffzyklus beschleunigen, wodurch der CO2-Gehalt der Atmosphäre auf etwa 10 ppm in etwa 900 Millionen Jahren (verglichen mit 280 ppm in vorindustrieller Zeit) stark abnehmen wird, sodass mit den Pflanzen auch die Tiere verhungern werden.[15] Nach einer weiteren Milliarde Jahren wird das gesamte Oberflächenwasser verschwunden sein[16] und die globale Durchschnittstemperatur der Erde +70 °C erreichen.[15] Die Leuchtkraftzunahme der Sonne wird sich fortsetzen und sich in etwa sieben Milliarden Jahren deutlich beschleunigen. Als roter Riese wird sich die Sonne bis an die heutige Erdbahn erstrecken, sodass die Planeten Merkur und Venus abstürzen und verglühen werden. Das wird, anders als zunächst gedacht, auch der Erde passieren. Zwar wird die Sonne in diesem Riesenstadium durch starken Sonnenwind etwa 30 % ihrer Masse verlieren, sodass rechnerisch der Erdbahnradius auf 1,7 AE anwachsen wird,[12] aber die Erde wird in der nahen, sehr diffusen Sonnenoberfläche eine ihr nachlaufende Gezeitenwelle hervorrufen, die an ihrer Bahnenergie zehren und so die Flucht vereiteln wird.[12][17] Siehe auch Erde/Daten und Zahlen Position der Erde im Universum Liste aller Länder und Staaten der Erde Geowissenschaften Envisat (ESA-Umweltsatellit) NASA World Wind und Google Earth (Computerprogramme) Flache Erde (Historie zur Vorstellung von der Erde als Scheibe) Literatur Cesare Emilliani: Planet Earth. Cosmology, Geology, and the Evolution of Live and Environment. Cambridge University Press 1992, ISBN 0-521-40949-7 Kevin W. Kelley (Herausgeber, im Auftrag der Association of Space Explorers): Der Heimatplanet. Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 1989. ISBN 3-86150-029-9. J. D. Macdougall: Eine kurze Geschichte der Erde. Eine Reise durch 5 Milliarden Jahre. Econ Taschenbuchverlag München 2000, ISBN 3-612-26673-X. David Oldroyd: Die Biographie der Erde. Zweitausendeins 1998, ISBN 3-86150-285-2. Karl-August Wirth: Erde, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, 5. Bd., 1964, Sp. 997-1104 Weblinks Wiktionary: Erde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Commons: Erde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Commons: Weltkarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Wikiquote: Erde – Zitate Wikisource: Erde – Quellen und Volltexte Raumfahrer.net Sonderseite: Planet Erde Onegeology.org: Geologische Weltkarte Ellipsoide, Geoide und topografische Oberflächen NASA Earth Observatory Die Zukunft der Erde und des Weltalls The Gateway to Astronaut Photography of Earth Medien Wie alt ist die Erde? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 4. Feb. 2001. Warum ist die Erde warm? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 14. Apr. 2002. Wie schnell entstand die Erde? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 2. Feb. 2005. Einzelnachweise ↑ Hochspringen nach: a b c d NASA Earth Fact Sheet,Reference Date January 1,2000 . Hochspringen ↑ Der Brockhaus in einem Band. 10. Auflage. Brockhaus GmbH, Leipzig 2003. Seite 242 'Erde'. Hochspringen ↑ NASA Solar System Symbols Hochspringen ↑ Herbert Cerutti: Was wäre, wenn es den Mond nicht gäbe. In: NZZ Folio 08/08 Hochspringen ↑ nach Weltbank – World Bank Data Hochspringen ↑ nach Weltbank – World Bank Data Hochspringen ↑ R. F. Keeling et al. : Atmospheric CO2 concentrations (ppm) derived from in situ air measurements at Mauna Loa, Observatory, Hawaii: Latitude 19.5 N, longitude 155.6 W, elevation 3397 m. In: Scripps CO2 Program, Scripps Institution of Oceanography (SIO), University of California, La Jolla (2011). Hochspringen ↑ Global Weather & Climate Extremes auf wmo.asu.edu, abgerufen am 22. Dezember 2013. Hochspringen ↑ Deutsche UNESCO-Kommission e.V.: Das Internationale Jahr des Planeten Erde 2008 ↑ Hochspringen nach: a b Laskar J.: Large Scale Chaos and Marginal Stability in the Solar System. Celestial Mechanics and Dynamical Astronomy, Volume 64 (1996), S. 115-162, hier: Abschnitt 3.5: The Chaotic Obliquity of the Planets. (online) Hochspringen ↑ Veizer, Ján (2005): Celestial Climate Driver: A Perspective from Four Billion Years of the Carbon Cycle, Geoscience Canada, Band 32, Nr. 1, 2005 ↑ Hochspringen nach: a b c I.-J. Sackmann, A. I. Boothroyd, K. E. Kraemer: Our Sun. III. Present and Future. (PDF) In: Astrophysical Journal. 418, 1993, S. 457–468. Bibcode: 1993ApJ...418..457S. doi:10.1086/173407. Abgerufen am 23. Dezember 2008. Hochspringen ↑ Carl Koppeschaar: ASTRONET. 20. Februar 2000. Abgerufen am 26. Dezember 2012. Hochspringen ↑ J. F. Kasting: Runaway and Moist Greenhouse Atmospheres and the Evolution of Earth and Venus. In: Icarus. 74, 1988, S. 472–494. doi:10.1016/0019-1035(88)90116-9. Abgerufen am 23. Dezember 2008.. ↑ Hochspringen nach: a b Peter D. Ward und Donald Brownlee: The Life and Death of Planet Earth: How the New Science of Astrobiology Charts the Ultimate Fate of Our World. Times Books, New York 2003, ISBN 0-8050-6781-7 Hochspringen ↑ Damian Carrington: Date set for desert Earth, BBC News. 21. Februar 2000. Abgerufen am 23. Dezember 2008. Hochspringen ↑ K.-P. Schröder, Robert Connon Smith: Distant future of the Sun and Earth revisited. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 386, 2008, S. 155. arXiv:0801.4031. doi:10.1111/j.1365-2966.2008.13022.x. Siehe auch Jason Palmer: Hope dims that Earth will survive Sun’s death. In: NewScientist.com news service, 22. Februar 2008. Abgerufen am 23. Dezember 2008. Einklappen Das Sonnensystem Solar System Template Final.png Zentralgestirn: Sonne Planeten: Merkur | Venus | Erde | Mars | Jupiter | Saturn | Uranus | Neptun Zwergplaneten: Ceres | Pluto | Haumea | Makemake | Eris Himmelskörper: Planeten | Zwergplaneten | Monde | Asteroiden | Kometen | Meteoroiden Dieser Artikel wurde am 8. November 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. Normdaten (Sachbegriff): GND: 4015139-6 Gesprochene Wikipedia Der Artikel Erde ist als Audiodatei verfügbar: 0:00 Speichern | Informationen | 41:43 min (20,4 MB) Text der gesprochenen Version (25. August 2013) Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia Kategorien: Wikipedia:LesenswertWikipedia:Gesprochener ArtikelErdePlanet des SonnensystemsErde (Planet) Navigationsmenü Benutzerkonto erstellenAnmeldenArtikelDiskussionLesenQuelltext anzeigenVersionsgeschichte Hauptseite Themenportale Von A bis Z Zufälliger Artikel Mitmachen Artikel verbessern Neuen Artikel anlegen Autorenportal Hilfe Letzte Änderungen Kontakt Spenden Drucken/exportieren Buch erstellen Als PDF herunterladen Druckversion Werkzeuge Links auf diese Seite Änderungen an verlinkten Seiten Spezialseiten Permanenter Link Seiteninformationen Wikidata-Datenobjekt Seite zitieren In anderen Sprachen Аҧсшәа Acèh Afrikaans Alemannisch አማርኛ Aragonés Ænglisc العربية ܐܪܡܝܐ مصرى অসমীয়া Asturianu Aymar aru Azərbaycanca Башҡортса Boarisch Žemaitėška Bikol Central Беларуская Беларуская (тарашкевіца)‎ Български भोजपुरी Bahasa Banjar বাংলা བོད་ཡིག Brezhoneg Bosanski Буряад Català Chavacano de Zamboanga Mìng-dĕ̤ng-ngṳ̄ Нохчийн Cebuano ᏣᎳᎩ کوردی Qırımtatarca Čeština Kaszëbsczi Словѣньскъ / ⰔⰎⰑⰂⰡⰐⰠⰔⰍⰟ Чӑвашла Cymraeg Dansk Zazaki Dolnoserbski ދިވެހިބަސް Ελληνικά Emiliàn e rumagnòl English Esperanto Español Eesti Euskara Estremeñu فارسی Suomi Võro Føroyskt Français Arpetan Nordfriisk Furlan Frysk Gaeilge 贛語 Gàidhlig Galego Avañe'ẽ
haha schreibt:
2015-01-21 09:13:37
HOME > JOB & KARRIERE > PRAKTIKUM > PRAKTIKUMSBERICHT Tipps für deinen perfekten Praktikumsbericht Kommentieren Wie man einen Praktikumsbericht verfasst Praktikumsbericht schreibenPraktika sind mittlerweile ein Muss in jedem Lebenslauf. Vor allem bei Pflichtpraktika zwischen Schule und Studium wird häufig auch ein Praktikumsbericht verlangt. Damit du auch diesen Schritt auf dem Weg zum Beruf mit Bravour meisterst, haben wir hier die wichtigsten Tipps für den perfekten Praktikumsbericht. Mit dem Praktikumsbericht dokumentierst du alle Tätigkeiten, die du während des Praktikums ausgeführt hast. Außerdem legst du dar, welche Fähigkeiten du in dieser Zeit erlernt hast. Wozu ein Praktikumsbericht? Deine Aufzeichnungen dienen zum einen dazu, den Ausbildungs-Standard des Praktikumsgebers zu kontrollieren: Wer seine Praktikanten nur mit Kopieren und Kaffeekochen beschäftigt, wird auf Dauer Konsequenzen zu befürchten haben (oder zumindest keine Praktikanten mehr bekommen). Zum anderen kann dir der Bericht helfen, dich an Einzelheiten zu erinnern und dir unter Umständen bei deiner nächsten Bewerbung gute Argumente liefern, warum du der beste Kandidat bist. Daher solltest du in jedem Fall während des Praktikums regelmäßig Notizen machen. Bevor du beginnst Schreibe bereits vor dem ersten Tag auf einen separaten Zettel, was du von deinem Praktikum erwartest, was du lernen und machen möchtest. So fällt es dir hinterher leichter, ein Resümee zu ziehen. Und wenn du darin feststellst, dass du zukünftig einen ganz anderen Beruf ausüben möchtest – dann ist das für dich ebenfalls eine wichtige Erkenntnis. Damit auch Außenstehende deinen Praktikumsbericht möglichst flüssig lesen können, solltest du ein paar formale Kriterien einhalten: Du schreibst den Bericht mit dem Computer (nicht per Hand) Verkehrsübliche Schrifttypen, z.B. Times New Roman oder Arial Schriftgröße: 11 oder 12 (Überschriften: 14) Zeilenabstand: 1,5 (lässt dem Betreuer Platz bei der Korrektur) Was muss in den Praktikumsbericht? In deinem Praktikumsbericht landet alles, was du täglich in dem Unternehmen tust. Alle Aufgaben, aber auch deine persönlichen Eindrücke deines beruflichen Alltags – was hat dir gefallen, was weniger? Denke stets daran, dass du für jemanden schreibst. Im Sinne der Nachvollziehbarkeit enthält der Praktikumsbericht daher a) eine Einleitung, b) einen Hauptteil und c) einen Schluss. Die Einleitung Zu Beginn schreibst du ein paar Worte zu dem Unternehmen, in dem du dein Praktikum absolvierst: In welcher Branche ist es tätig? Wie viele Mitarbeiter sind hier beschäftigt? Wo befindet sich der Standort deines Praktikums? Du kannst auch die wichtigsten Eckdaten aus der Firmengeschichte aufzählen oder ein Organigramm einfügen. Alle notwendigen Informationen findest du wahrscheinlich auf der Website des Unternehmens. Falls nicht, helfen dir deine Kollegen oder Vorgesetzten gern weiter.Tipps für den Praktikumsbericht Natürlich ist es interessant, wie lange das Praktikum dauert. Du kannst auch deine Motivation zu genau diesem Praktikum in deinem Bericht aufschreiben: Warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb? Wie bist du darauf gekommen? Gestalte deinen Praktikumsbericht möglichst so spannend wie einen Krimi. Wenn du in der Einleitung deine Erwartungen vom Anfang notierst und im Fazit deines „Romans“ wieder aufgreifst, ergibt sich am Ende für den Leser eine runde „Geschichte“. Der Hauptteil Im Hauptteil wird es konkret: Du hältst deinen Tagesablauf fest, deine Aufgaben und Erfahrungen. Wie ausführlich du dabei wirst, hängt im Wesentlichen von der Seitenvorgabe ab, die du von deiner Schule oder Uni bekommst. Du kannst jeden Tag beschreiben oder einen Wochenbericht verfassen, deine Hauptaufgaben oder nur einzelne Arbeitsabläufe. Du kannst davon berichten, wie sehr dir die Aufgaben liegen und Aussagen darüber machen, ob du auf den angestrebten Beruf vorbereitet wirst. „Bilder sagen mehr als 1000 Worte“, heißt es landläufig. Das gilt auch für Praktikumsberichte. Fotos von dem Unternehmen oder Arbeitsabläufen machen deine schriftlichen Ausführungen viel anschaulicher. Allerdings solltest du deine Vorgesetzten vorher fragen, ob du Bilder veröffentlichen darfst und, wenn ja, welche. Vielleicht steht dir ein Mitarbeiter Rede und Antwort? Mit einem Interview machst du den an sich nüchternen Bericht ein Stück spannender. Der Schluss Nun ist es ZSchreibe den optimalem Praktikumsberichteit für ein Fazit. Wie hat dir das Praktikum gefallen? Schau dir deine Einleitung im Praktikumsbericht an: Wie steht es um deine Erwartungen vom Anfang im Verhältnis zum Alltag der zurückliegenden Zeit? Sind sie erfüllt oder übertroffen worden oder hat dich das Praktikum ernüchtert? Wie stand es um die Atmosphäre am Arbeitsplatz? Wurdest du umfassend betreut? Du musst natürlich nicht alles loben, was dir begegnet ist. Achte aber darauf, dass jede Form der Kritik sachlich begründet sein muss. Auch für Verbesserungsvorschläge bietet das Resümee Platz. In einem Ausblick auf deine Zukunft kannst du darauf eingehen, ob der Job der zurückliegenden Wochen auch weiterhin für dich interessant ist. Für deinen Praktikumsbetreuer interessant: Würdest du das Unternehmen für weitere Praktikanten weiterempfehlen? Weitere Bestandteile Diese drei Elemente bilden den Kern deines Praktikumsberichtes. Doch darüber hinaus sollten auch die folgenden Bestandteile nicht fehlen. Deckblatt: Ein Deckblatt bereitet den Leser auf das vor, was ihn erwartet. Wie ein Buchdeckel enthält es einen Titel (z.B. „Praktikum bei xy – Zeitraum: 12.34.20XY bis 56.78.20XX“). Außerdem platzierst du hier deine Kontaktdaten incl. (seriöser) E-Mail-Adresse und Matrikel-Nummer sowie einen Kontakt zum Unternehmen. Ob und wie du dich bei der Covergestaltung kreativ austoben darfst, kann dir dein Praktikumsbetreuer erzählen. Inhaltsverzeichnis: Füge nach Abschluss deiner Arbeiten ein Inhaltsverzeichnis vor der Einleitung ein. So zeigst du, dass du planmäßig gearbeitet hast und erleichterst deinen Praktikumsbetreuern die Orientierung in deinem Bericht. Anhang: Im Anhang kannst du den Eindruck von deinem Praktikum bzw. dem Unternehmen vertiefen. Verwende dafür zum Beispiel Broschüren des Betriebs, Kopien von Arbeitsproben oder weitere Bilder von Arbeitsabläufen - beachte hier aber wiederum die Auflagen des Betriebs bezüglich seiner Interna. Außerdem heftest du die Praktikumsbescheinigung an. Und: Natürlich erwähnst du deinen Anhang im Inhaltsverzeichnis. Wenn du damit fertig bist, lies noch einmal Korrektur. Bitte eventuell auch jemanden aus deinem Freundes- oder Bekanntenkreis, sich den Praktikumsbericht genauer anzusehen. Ist alles in Ordnung, kannst du deinen künftigen Bestseller endlich ausdrucken und gegebenenfalls binden lassen. Die meisten Copy-Shops bieten mittlerweile einen solche Service an. Diese Ausführungen sind natürlich nur allgemeine Richtlinien für Praktikumsberichte. Die genauen Anforderungen an deinen Bericht erläutert dir ganz gewiss dein Praktikumsbetreuer Weitere Infos zu Praktika mit Schwerpunkt Ausland Alles zu Auslandspraktika auf Auslandsjob.de Möglichkeiten zum Pflegepraktikum im Ausland Famulatur in Argentinien Bildnachweise für diese Seite: sk_design | Fotolia.com, Bobo Lingq | Fotolia.com, jochenL.E. | Fotolia.com Drucken Gefällt dir dieser Artikel? Kommentare Frank schreibt: 2013-12-17 13:00:52 Fantastisch, Super Beitrag !!! Hat mir sehr geholfen . Simon schreibt: 2013-12-17 13:02:10 Dank euch habe ich eine 1 bekommen dankööööööööööö :D Leo schreibt: 2014-01-20 15:05:25 Bin gerade am schreiben und der Beitrag hilft echt super! Der Joker schreibt: 2014-02-27 09:17:29 Mir hat der beitrag sehr gut geholfen und ich habe in meiner praktikumsmappe eine 1 bekommen ;D ach ja und ich bin der joker Supi schreibt: 2014-07-01 13:26:37 Supi Tester schreibt: 2014-09-29 11:48:18 Super Beitrag! Leo schreibt: 2014-12-11 20:58:05 Super Text hat mir besonders im Fazit geholfen!!!!! Sehr empfehlenswert. :-) Batman schreibt: 2015-01-15 09:04:41 Hi Leute, erstmal, ja ich bin der echte Batman. An den Joker. Du bist fällig und ich mach dich fertig. Zu dem Bericht es ist echt ein super und hilfreicher Beitrag. RIP Joker Dein Vater schreibt: 2015-01-21 08:55:18 Ich hab deine Mutter gefickt. Deine Mutter schreibt: 2015-01-21 08:58:02 und ich deinen Vater Das Kind schreibt schreibt: 2015-01-21 09:00:00 Mama Papa es reicht Marcel Schu schreibt: 2015-01-21 09:00:31 ich stinke sexycora69 schreibt: 2015-01-21 09:03:01 hi guys suche großen hühnen mit langem pferdeschwanz bei interesse bitte melden ;-)))) Viel Spaß schreibt: 2015-01-21 09:07:30 Die Erde ist der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet des Sonnensystems. Ihr Durchmesser beträgt über 12.700 Kilometer und ihr Alter etwa 4,6 Milliarden Jahre. Sie ist Heimat aller bekannten Lebewesen. Nach der vorherrschenden chemischen Beschaffenheit der Erde wird der Begriff der erdartigen (terrestrischen) oder auch erdähnlichen Planeten definiert. Das astronomische Symbol der Erde ist ♁ oder \oplus [3] (Radkreuz). Inhaltsverzeichnis [Verbergen] 1 Umlaufbahn 2 Rotation 2.1 Präzession und Nutation 2.2 Rotationsdauer und Gezeitenkräfte 3 Aufbau 3.1 Innerer Aufbau 3.2 Oberfläche 3.3 Plattentektonik 4 Magnetisches Feld 5 Atmosphäre 6 Klima 6.1 Klimazonen 6.1.1 Polarzone 6.1.2 Gemäßigte Zone 6.1.3 Subtropen 6.1.4 Tropen 6.2 Jahreszeiten 6.3 Globaler Energiehaushalt 6.4 Einfluss des Menschen 7 Mond 8 Leben 9 Entstehung der Erde 9.1 Entstehung des Erdkörpers 9.2 Herkunft des Wassers 10 Zukunft 11 Siehe auch 12 Literatur 13 Weblinks 14 Medien 15 Einzelnachweise Umlaufbahn → Hauptartikel: Erdbahn Gemäß dem ersten keplerschen Gesetz bewegt sich die Erde um die Sonne auf einer elliptischen Bahn, die Sonne befindet sich in einem der Brennpunkte der Ellipse. Der sonnenfernste Punkt der Umlaufbahn, das Aphel, und der sonnennächste Punkt, das Perihel, sind die beiden Endpunkte der Hauptachse der Ellipse. Der Mittelwert des Aphel- und Perihelabstandes ist die große Halbachse der Ellipse und beträgt etwa 149,6 Mio. km. Ursprünglich wurde dieser Abstand der Definition der Astronomischen Einheit (AE) zugrunde gelegt, die als astronomische Längeneinheit hauptsächlich für Entfernungsangaben innerhalb des Sonnensystems verwendet wird. Das Perihel liegt bei 0,983 AE (147,1 Mio. km) und das Aphel bei 1,017 AE (152,1 Mio. km). Die Exzentrizität der Ellipse beträgt also 0,0167. Der Perihel-Durchgang erfolgt um den 3. Januar und der Aphel-Durchgang um den 5. Juli. Für einen Sonnenumlauf benötigt die Erde 365 Tage, 6 Stunden, 9 Minuten und 9,54 Sekunden; diese Zeitspanne wird auch als siderisches Jahr bezeichnet. Das siderische Jahr ist 20 Minuten und 24 Sekunden länger als das tropische Jahr, das die Basis für das bürgerliche Jahr der Kalenderrechnung bildet. Die Bahngeschwindigkeit beträgt im Mittel 29,78 km/s, im Perihel 30,29 km/s und im Aphel 29,29 km/s; somit legt der Planet eine Strecke von der Größe seines Durchmessers in gut sieben Minuten zurück. Zur inneren Nachbarbahn der Venus hat die Erdbahn einen mittleren Abstand von 0,28 AE (41,44 Mio. km) und bis zur äußeren Nachbarbahn des Mars sind es im Mittel 0,52 AE (78,32 Mio. km). Auf der Erdbahn befinden sich mehrere koorbitale Objekte, siehe dazu unter Erdbahn. Der Umlaufsinn der Erde ist rechtläufig, das heißt, dass sie sich entsprechend der Regel der Drehrichtung im Sonnensystem vom Nordpol der Erdbahnebene aus gesehen dem Uhrzeigersinn entgegengesetzt um die Sonne bewegt. Die Bahnebene der Erde wird Ekliptik genannt. Die Ekliptik ist um gut 7° gegen die Äquatorebene der Sonne geneigt. Der Nordpol der Sonne ist der Erde am stärksten gegen Anfang September zugewandt, der solare Südpol wiederum gegen Anfang März. Nur um den 6. Juni und den 8. Dezember befindet sich die Erde kurz in der Ebene des Sonnenäquators. Rotation Siderischer Tag (1–2) und Sonnentag (1–3) Erde – Rotation → Hauptartikel: Erdrotation Die Erde rotiert rechtläufig – in Richtung Osten – in 23 Stunden, 56 Minuten und 4,09 Sekunden relativ zu den Fixsternen einmal um ihre eigene Achse. Analog zum siderischen Jahr wird diese Zeitspanne als siderischer Tag bezeichnet. Aufgrund der Bahnbewegung der Erde entlang ihrer Umlaufbahn im gleichen Drehsinn und der daraus resultierenden leicht unterschiedlichen Position der Sonne an aufeinanderfolgenden Tagen ist ein Sonnentag, der als die Zeitspanne zwischen zwei Sonnenhöchstständen (Mittag) definiert ist, etwas länger als ein siderischer Tag und wird nach Definition in 24 Stunden eingeteilt. Aufgrund der Eigenrotation der Erde hat ein Punkt auf dem Äquator eine Geschwindigkeit von 464 m/s bzw. 1670 km/h. Infolge der dadurch bedingten Fliehkraft ist die Figur der Erde an den Polen geringfügig abgeplattet und dafür gegen ihren Äquator zu einem sogenannten Äquatorwulst verformt. Gegenüber einer volumengleichen Kugel ist der Erdradius am Äquator 7 Kilometer größer und der Polradius 14 Kilometer kleiner. Der Durchmesser am Äquator ist etwa 43 km größer als der von Pol zu Pol. Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der Punkt der Erdoberfläche, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist. Die Rotationsachse der Erde ist 23°26' gegen die senkrechte Achse der Ekliptik geneigt, dadurch werden die Nord- und die Südhalbkugel der Erde an verschiedenen Punkten ihrer Umlaufbahn um die Sonne unterschiedlich beschienen, was zu den das Klima der Erde prägenden Jahreszeiten führt. Die Richtung der Achsneigung fällt für die Nordhalbkugel derzeit in die ekliptikale Länge des Sternbilds Stier. In dieser Richtung steht, von der Erde aus gesehen, am 21. Juni auch die Sonne zur Sommersonnenwende. Da die Erde zwei Wochen später ihr Aphel durchläuft, fällt der Sommer auf der Nordhalbkugel in die Zeit ihres sonnenfernen Bahnbereichs. Präzession und Nutation Präzessionsbewegung der Erdachse Datei:NASA Earth from Orbit 2012.webm Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Erde, die 2012 aufgenommen wurden. (in HD) Die Gezeitenkräfte des Mondes und der Sonne bewirken am Äquatorwulst der Erde ein Drehmoment, das die Erdachse aufzurichten versucht und zu einer Kreiselbewegung der Rotationsachse führt. Ein vollständiger Kegelumlauf dieser lunisolaren Präzession dauert etwa 25.700 bis 25.800 Jahre. Mit diesem Zyklus der Präzession verschieben sich die Jahreszeiten. Der Mond verursacht durch die Präzessionsbewegung seiner eigenen Umlaufbahn mit einer Periode von 18,6 Jahren eine zusätzliche „nickende“ Bewegung der Erdachse, die als Nutation bezeichnet wird. Der Einfluss des Mondes bewirkt zugleich eine Stabilisierung der Erdachsenneigung, die ohne ihn durch die Anziehungskraft der Planeten bis zu einer Schräglage von 85° taumeln würde.[4] Für Einzelheiten siehe den Abschnitt Mond. Rotationsdauer und Gezeitenkräfte Die Gravitation von Mond und Sonne verursacht auf der Erde die Gezeiten. Der Anteil der Sonne ist dabei etwa halb so groß wie der des Mondes. Damit verbunden ist die Gezeitenreibung von Ebbe und Flut der Meere. Diese bremst die Erdrotation und verlängert dadurch gegenwärtig die Tage um etwa 20 Mikrosekunden pro Jahr. Die Gezeiten wirken sich auch auf die Landmassen aus, die sich um etwa einen halben Meter heben und senken. Die Rotationsenergie der Erde wird dabei in Wärme umgewandelt. Der Drehimpuls wird auf den Mond übertragen, der sich dadurch um etwa vier Zentimeter pro Jahr von der Erde entfernt. Dieser schon lange vermutete Effekt ist seit etwa 1995 durch Laserdistanzmessungen abgesichert. Extrapoliert man diese Abbremsung in die Zukunft, wird auch die Erde einmal dem Mond immer dieselbe Seite zuwenden, wobei ein Tag auf der Erde dann etwa siebenundvierzig Mal so lang wäre wie heute. Damit unterliegt die Erde demselben Effekt, der in der Vergangenheit schon zur gebundenen Rotation (Korotation) des Mondes geführt hat. Für Details siehe: Langfristige Änderungen der Erdrotation und Moderne Gezeitentheorie Abstände der Erde und der unteren Planeten zur Sonne: Mittlere Entfernung (Pfeil) und Bereich des Umlaufbahnradius für Erde, Venus und Merkur von der Sonne. Entfernungen zur und Größe der Sonne sind hierbei maßstabsgetreu, Planeten müssten dafür unter 0,06 Pixel groß sein. Aufbau Innerer Aufbau → Hauptartikel: Innerer Aufbau der Erde und Erdfigur Die massenanteilige Zusammensetzung der Erde besteht hauptsächlich aus Eisen (32,1 %), Sauerstoff (30,1 %), Silizium (15,1 %), Magnesium (13,9 %), Schwefel (2,9 %), Nickel (1,8 %), Calcium (1,5 %) und Aluminium (1,4 %). Die restlichen 1,2 % teilen sich Spuren von anderen Elementen. Nach seismischen Messungen ist die Erde hauptsächlich aus drei Schalen aufgebaut: aus dem Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste. Diese Schalen sind durch seismische Diskontinuitätsflächen (Unstetigkeitsflächen) voneinander abgegrenzt. Die Erdkruste und der oberste Teil des oberen Mantels bilden zusammen die sogenannte Lithosphäre. Sie ist zwischen 50 und 100 km dick und zergliedert sich in große und kleinere tektonische Einheiten, die Platten. Ein dreidimensionales Modell der Erde wird, wie alle verkleinerten Nachbildungen von Weltkörpern, Globus genannt. Der Schalenaufbau der Erde Dreidimensionale Darstellung Oberfläche Gesamtfläche der Erde 510.000.000 km2 100 % Wasserfläche 360.570.000 km2 70,7 % Landfläche 149.430.000 km2 29,3 % Landwirtschaftlich genutzte Fläche 2009[5] 48.827.330 km2 9,6 % Waldfläche 2010[6] 40.204.320 km2 7,9 % Nordhalbkugel Südhalbkugel → Hauptartikel: Erdoberfläche Der Äquatorumfang ist durch die Zentrifugalkraft der Rotation mit 40.075,017 km um 67,154 km bzw. um 0,17 % größer als der Polumfang mit 40.007,863 km (bezogen auf das geodätische Referenzellipsoid von 1980). Der Poldurchmesser ist mit 12.713,504 km dementsprechend um 42,816 km bzw. um 0,34 % kleiner als der Äquatordurchmesser mit 12.756,320 km (bezogen auf das Referenzellipsoid; die tatsächlichen Zahlen weichen davon ab). Die Unterschiede im Umfang tragen mit dazu bei, dass es keinen eindeutig höchsten Berg auf der Erde gibt. Nach der Höhe über dem Meeresspiegel ist es der Mount Everest im Himalaya und nach dem Abstand des Gipfels vom Erdmittelpunkt der auf dem Äquatorwulst stehende Vulkanberg Chimborazo in den Anden. Von der jeweils eigenen Basis an gemessen ist der Mauna Kea auf der vom pazifischen Meeresboden aufragenden großen vulkanischen Hawaii-Insel am höchsten. Landhalbkugel Wasserhalbkugel Wie die meisten festen Planeten und fast alle größeren Monde, zum Beispiel der Erdmond, weist auch die Erde eine deutliche Zweiteilung ihrer Oberfläche in unterschiedlich ausgeprägte Halbkugeln auf. Die Oberfläche von ca. 510 Mio. km² unterteilt sich in eine Landhemisphäre und eine Wasserhemisphäre. Die Landhalbkugel ist die Hemisphäre mit dem maximalen Anteil an Land. Er beträgt mit 47 % knapp die Hälfte der sichtbaren Fläche. Die Fläche der gegenüberliegenden Wasserhalbkugel enthält nur 11 % Land und wird durch Ozeane dominiert. Damit ist die Erde der einzige Planet im Sonnensystem, auf dem flüssiges Wasser auf der Oberfläche existiert. In den Meeren sind 96,5 % des gesamten Wassers des Planeten enthalten. Das Meerwasser enthält im Durchschnitt 3,5 % Salz. Die Wasserfläche hat in der gegenwärtigen geologischen Epoche einen Gesamtanteil von 70,7 %. Die von der Landfläche umfassten 29,3 % entfallen hauptsächlich auf sieben Kontinente; der Größe nach: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Europa und Australien (Europa ist als große westliche Halbinsel Asiens im Rahmen der Plattentektonik allerdings wahrscheinlich nie eine selbstständige Einheit gewesen). Die kategorische Grenzziehung zwischen Australien als kleinstem Erdteil und Grönland als größter Insel wurde nur rein konventionell festgelegt. Die Fläche des Weltmeeres wird im Allgemeinen in drei Ozeane einschließlich der Nebenmeere unterteilt: den Pazifik, den Atlantik und den Indik. Die tiefste Stelle, das Witjastief 1 im Marianengraben, liegt 11.034 m unter dem Meeresspiegel. Die durchschnittliche Meerestiefe beträgt 3.800 m. Das ist etwa das Fünffache der bei 800 m liegenden mittleren Höhe der Kontinente (s. hypsografische Kurve). Plattentektonik → Hauptartikel: Plattentektonik Die größten Platten entsprechen in ihrer Anzahl und Ordnung etwa jener der von ihnen getragenen Kontinente, mit Ausnahme der pazifischen Platte. Alle diese Schollen bewegen sich gemäß der Plattentektonik relativ zueinander auf den teils aufgeschmolzenen, zähflüssigen Gesteinen des oberen Mantels, der 100 bis 150 km mächtigen Asthenosphäre. Magnetisches Feld → Hauptartikel: Erdmagnetfeld Das die Erde umgebende magnetische Feld wird von einem Geodynamo erzeugt. Das Feld ähnelt nahe der Erdoberfläche einem magnetischen Dipol. Die magnetischen Feldlinien treten auf der Südhalbkugel der Erde aus und durch die Nordhalbkugel wieder in die Erde ein. Im Erdmantel verändert sich die Form des Magnetfeldes. Außerhalb der Erdatmosphäre wird das Dipolfeld durch den Sonnenwind verformt. Die geomagnetischen Pole der Erde fallen nicht genau mit den geografischen Polen der Erde zusammen. Im Jahr 2007 war die Achse des geomagnetischen Dipolfeldes um etwa 11,5° gegenüber der Erdachse geneigt. Atmosphäre Diese Ansicht aus der Umlaufbahn zeigt den Vollmond, der von der Erdatmosphäre teilweise verschleiert wird. NASA-Bild. → Hauptartikel: Erdatmosphäre Der Übergang zwischen Erdatmosphäre und Weltraum ist kontinuierlich und man kann daher keine scharfe Obergrenze ziehen. Die Masse beträgt 5,13 x 1018 kg und macht somit knapp ein Millionstel der Erdmasse aus. Der mittlere Luftdruck auf dem Niveau des Meeresspiegels beträgt unter Standardbedingungen 1013,25 hPa. In den bodennahen Schichten besteht die Lufthülle im Wesentlichen aus 78 Vol.-% Stickstoff, 21 Vol.-% Sauerstoff und 1 Vol.-% Edelgasen, überwiegend Argon. Dazu kommt ein Anteil von 0,4 Vol.-% Wasserdampf in der gesamten Erdatmosphäre. Der für den Treibhauseffekt wichtige Anteil an Kohlendioxid steigt zurzeit durch menschlichen Einfluss und liegt jetzt bei etwa 0,04 Vol.-% [7]. Die auf der Erde meteorologisch gemessenen Temperaturextreme betragen −89,2 °C (gemessen am 21. Juli 1983 in der Wostok-Station in der Antarktis auf 3420 Metern Höhe und 56,7 °C, gemessen am 10. Juli 1913 im Death Valley auf 54 m unter dem Meeresspiegel)[8]. Die mittlere Temperatur in Bodennähe beträgt 15 °C. Die Schallgeschwindigkeit bei dieser Temperatur beträgt in der Luft auf Meeresniveau etwa 340 m/s. Die Erdatmosphäre streut den kurzwelligen, blauen Spektralanteil des Sonnenlichts etwa fünfmal stärker als den langwelligen, roten und bedingt dadurch bei hohem Sonnenstand die Blaufärbung des Himmels. Dass die Oberfläche der Meere und Ozeane vom Weltall aus gesehen blau erscheinen, weswegen die Erde seit dem Beginn der Raumfahrt auch der „Blaue Planet“ genannt wird, ist jedoch auf die stärkere Absorption roten Lichtes im Wasser selbst zurückzuführen. Die Spiegelung des blauen Himmels an der Wasseroberfläche ist dabei nur von nebensächlicher Bedeutung. Klima Klimazonen Die Erde wird anhand unterschiedlich intensiver Sonneneinstrahlung in Klimazonen eingeteilt, die sich vom Nordpol zum Äquator erstrecken – und auf der Südhalbkugel spiegelbildlich verlaufen. Klimazone ungefähre Breitengrade Nord/Süd ungefähre Durchschnittstemperatur Polarzone/Kalte Zone Nord-/Südpol bis 66,56° (Polarkreise) 0 °C Gemäßigte Zone 66,56° bis 40° 8 °C Subtropen 40° bis 23,5° (Wendekreise) 16 °C Tropen 23,5° bis Äquator 24 °C Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind umso stärker, je weiter die Klimazone vom Äquator und vom nächsten Ozean entfernt liegt. Polarzone Unter den Polargebieten versteht man zum einen die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises, die Arktis, sowie die Region innerhalb des südlichen Polarkreises, die Antarktis, die den größten Teil des Kontinents Antarktika enthält. Besonderes Kennzeichen der Polarregionen ist neben dem kalten Klima mit viel Schnee und Eis der bis zu einem halben Jahr dauernde Polartag mit der Mitternachtssonne bzw. die Polarnacht, aber auch die Polarlichter. Gemäßigte Zone Klimagürtel der Erde Die gemäßigte Klimazone erstreckt sich vom Polarkreis bis zum vierzigsten Breitengrad und wird in eine kalt-, kühl- und warmgemäßigte Zone eingeteilt. Diese Zone weist einen großen Unterschied zwischen den Jahreszeiten auf, der in Richtung des Äquators jedoch etwas abnimmt. Ein weiteres Merkmal sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, die je nach Jahreszeit stark variieren. Diese Unterschiede nehmen, je näher man dem Pol kommt, immer mehr zu. Die Vegetation wird durch Nadel-, Misch- und Laubwälder geprägt, wobei die Nadelwälder in Richtung Äquator immer weniger werden. Subtropen Die Subtropen liegen in der geografischen Breite zwischen den Tropen in Äquatorrichtung und den gemäßigten Zonen in Richtung der Pole, ungefähr zwischen 25° und 40° nördlicher beziehungsweise südlicher Breite. Diese Gebiete haben typischerweise tropische Sommer und nicht-tropische Winter. Man kann sie unterteilen in trockene, winterfeuchte, sommerfeuchte und immerfeuchte Subtropen. Eine weitverbreitete Definition definiert das Klima dort als subtropisch, wo die Mitteltemperatur im Jahr über 20 Grad Celsius liegt, die Mitteltemperatur des kältesten Monats jedoch unter der Marke von 20 Grad bleibt. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht fallen relativ gering aus. Die Vegetation reicht von der Artenvielfalt, wie sie zum Beispiel im Mittelmeer auftritt, über die Vegetation der trockenen Savanne bis hin zur kargen oder auch völlig fehlenden Vegetation in Wüsten wie der Sahara. Tropen Die Tropen befinden sich zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis. Die Tropen können in die wechselfeuchten und immerfeuchten Tropen unterschieden werden. In den Tropen sind Tag und Nacht immer ungefähr gleich lang (zwischen 10,5 und 13,5 Stunden). Klimatische Jahreszeiten gibt es nur in den wechselfeuchten Tropen und lassen sich lediglich in Trocken- und Regenzeit unterscheiden. Typisch für die wechselfeuchten Tropen sind die Feuchtsavannen, die sich nördlich und südlich der großen Regenwälder befinden. Sie zeichnen sich durch ihre weiten Grasländer aus. Beispiele sind die afrikanische Savanne und der Pantanal in Südbrasilien und Paraguay. Für die immerfeuchten Tropen, die sich rund um den Äquator befinden, sind die großen, sehr artenreichen Regenwälder, wie zum Beispiel diejenigen der Amazonasregion, typisch. Jahreszeiten Die Neigung der Erdachse Die Jahreszeiten werden in erster Linie von der Einstrahlung der Sonne verursacht und können infolgedessen durch Temperatur- und/oder Niederschlagsmengenschwankungen geprägt sein. In der gemäßigten Zone wird darunter gewöhnlich der Wechsel der Tageshöchst- bzw. Tagestiefsttemperaturen verstanden. In subtropischen (und noch ausgeprägter in tropischen) Regionen wird dieses Temperaturregime stärker durch Schwankungen der Monatsmittel des Niederschlags überlagert und in seiner Wahrnehmbarkeit beeinflusst. Die Unterschiede entstehen durch die Neigung des Äquators gegen die Ekliptik. Dies hat zur Folge, dass der Zenitstand der Sonne zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis hin- und herwandert (daher auch der Name Wendekreis). Dadurch entstehen neben den unterschiedlichen Einstrahlungen auch die unterschiedlichen Tag- und Nachtlängen, die mit zunehmender Polnähe immer ausgeprägter werden. Die Wanderung erfolgt im Jahresrhythmus wie folgt: 21. Dezember (Wintersonnenwende): Die Sonne steht über dem südlichen Wendekreis (Wendekreis des Steinbocks). Auf der Nordhalbkugel ist nun der kürzeste und auf der Südhalbkugel der längste Tag des Jahres. Der astronomische Winter beginnt. Durch die nun geringe Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel erreicht die mittlere (Tages- bzw. Monats-)Temperatur dort mit einiger Verzögerung ihren Tiefpunkt. Am Nordpol ist die Mitte der Polarnacht und am Südpol die Mitte des Polartags. 19. bis 21. März: Tagundnachtgleiche: astronomischer Frühlingsbeginn im Norden und astronomischer Herbstbeginn im Süden. Die Sonne ist auf Höhe des Äquators. 21. Juni (Sommersonnenwende): Die Sonne steht über dem nördlichen Wendekreis (Wendekreis des Krebses). Längster Tag im Norden und kürzester Tag im Süden. Auf der Nordhalbkugel beginnt nun der astronomische Sommer und auf der Südhalbkugel der astronomische Winter. Durch die höhere Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel erreicht die mittlere Tages- bzw. Monatstemperatur dort mit einiger Verzögerung ihren Höchstpunkt. Am Nordpol ist die Mitte des Polartags und am Südpol die Mitte der Polarnacht. 22. oder 23. September: Tagundnachtgleiche: Im Norden beginnt astronomisch der Herbst, im Süden der Frühling. Die Sonne ist erneut auf Höhe des Äquators. Abweichend davon wird in der Meteorologie der Beginn der Jahreszeiten jeweils auf den Monatsanfang vorverlegt (1. Dezember, 1. März usw.). Globaler Energiehaushalt Der Energiehaushalt der Erde wird im Wesentlichen durch die Einstrahlung der Sonne und die Ausstrahlung der Erdoberfläche bzw. Atmosphäre bestimmt, also durch den Strahlungshaushalt der Erde. Die restlichen Beiträge von zusammen etwa 0,02 % liegen deutlich unterhalb der Messungsgenauigkeit der Solarkonstanten sowie ihrer Schwankung im Lauf eines Sonnenfleckenzyklus. Etwa 0,013 % macht der durch radioaktive Zerfälle erzeugte geothermische Energiebeitrag aus, etwa 0,007 % stammen aus der menschlichen Nutzung fossiler und nuklearer Energieträger und etwa 0,002 % verursacht die Gezeitenreibung. Die geometrische Albedo der Erde beträgt im Mittel 0,367, wobei ein wesentlicher Anteil auf die Wolken der Erdatmosphäre zurückzuführen ist. Dies führt zu einer globalen effektiven Temperatur von 246 K (−27 °C). Die Durchschnittstemperatur am Boden liegt jedoch durch einen starken atmosphärischen Treibhauseffekt bzw. Gegenstrahlung bei etwa 288 K (15 °C), wobei die Treibhausgase Wasser und Kohlendioxid den Hauptbeitrag liefern. Siehe auch: Gleichgewichtstemperatur Einfluss des Menschen Zunächst lebten Menschen als Jäger und Sammler. Mit der Neolithischen Revolution begannen im Vorderen Orient (11.), in China (8.) und im mexikanischen Tiefland (6. Jahrtausend v. Chr.) Ackerbau und Viehzucht. Die Kulturpflanzen verdrängten die natürliche Pflanzen- und Tierwelt. Im Zuge der Industrialisierung wurden weiträumige Landflächen in Industrie- und Verkehrsflächen umgewandelt. Die Wechselwirkungen zwischen Lebewesen und Klima haben heute durch den zunehmenden Einfluss des Menschen eine neue Quantität erreicht. Während im Jahr 1920 etwa 1,8 Milliarden Menschen die Erde bevölkerten, wuchs die Erdbevölkerung bis zum Jahr 2008 auf knapp 6,7 Milliarden an. In den Entwicklungsländern ist für die absehbare Zukunft weiterhin ein starkes Bevölkerungswachstum zu erwarten, während in vielen hoch entwickelten Ländern die Bevölkerung stagniert oder nur sehr langsam zunimmt, deren industrieller Einfluss auf die Natur aber weiterhin wächst. Im Februar 2005 prognostizierten Experten der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2013 einen Anstieg der Erdbevölkerung auf 7 Milliarden und auf 9,1 Milliarden bis 2050. Seit 1990 ist der 22. April als Tag der Erde der internationale Aktionstag zum Schutz der Umwelt. Das Jahr 2008 wurde von den Vereinten Nationen unter Federführung der UNESCO zum Internationalen Jahr des Planeten Erde (IYPE) erklärt. Diese bislang größte weltweite Initiative in den Geowissenschaften soll die Bedeutung und den Nutzen der modernen Geowissenschaften für die Gesellschaft und für eine nachhaltige Entwicklung verdeutlichen. Zahlreiche Veranstaltungen und interdisziplinäre Projekte auf internationaler und nationaler Ebene erstreckten sich von 2007 bis 2009 über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren.[9] Die Erdoberfläche bei Tag (Fotomontage). Die Erdoberfläche bei Nacht (Fotomontage). Mit Eispanzer (Fotomontage) Mit Eispanzer und Wolken (Fotomontage) Mond Die Erde vom Mond aus gesehen → Hauptartikel: Mond Die Erde wird von einem natürlichen Satelliten umkreist – dem Mond. Das Verhältnis des Durchmessers des Mondes zu seinem Planeten (mittlerer Monddurchmesser (3476 km) zu mittlerem Erddurchmesser (12.742 km) ist 0,273) ist beim Erdmond deutlich größer, als es bei den „Monden“ der anderen Planeten der Fall ist. Die Präzessionsbewegung der Erdachse ist auch mit einer Schwankung der Achsneigung von ± 1,3° um den Mittelwert von 23,3° verbunden. Diese Schwankung würde wesentlich größer ausfallen, wenn die Präzessionsperiode von etwa 26000 Jahren in Resonanz mit einer der zahlreichen periodischen Störungen stünde, welchen die Erdbahn infolge der Gravitationseinflüsse der anderen Planeten unterliegt. Gegenwärtig hat lediglich eine durch Jupiter und Saturn verursachte Störung mit einer Periode von 25760 Jahren einen gewissen Einfluss, ist aber zu schwach, um größere Veränderungen zu bewirken. Wie Simulationsrechnungen zeigen, wäre im gegenwärtigen Zustand des Sonnensystems die Achsneigung der Erde instabil, wenn sie im Bereich von etwa 60° bis 90° läge; die tatsächliche Neigung von gut 23° hingegen ist weit genug von starken Resonanzen entfernt und bleibt stabil.[10] Hätte die Erde jedoch keinen Mond, so wäre die Präzessionsperiode etwa dreimal so groß, weil der Mond etwa zwei Drittel der Präzessionsgeschwindigkeit verursacht und bei seiner Abwesenheit nur das von der Sonne verursachte Drittel übrigbliebe. Diese deutlich längere Präzessionsperiode läge in der Nähe zahlreicher Störungen, von denen die stärksten mit Perioden von 68750, 73000 und 70800 Jahren erhebliche Resonanzeffekte verursachen würden. Rechnungen zeigen, dass unter diesen Umständen alle Achsneigungen zwischen 0° und etwa 85° instabil wären. Eine typische Schwankung von 0° bis 60° würde dabei weniger als 2 Millionen Jahre erfordern.[10] Der große Satellit verhindert diese Resonanzen und stabilisiert so mit seiner relativ großen Masse die Neigung der Erdachse gegen die Ekliptik und schafft durch die so von ihm bewirkte Zügelung der Jahreszeiten günstige Bedingungen für die Entwicklung des Lebens auf seinem Planeten. Größenverhältnis zwischen Erde und Mond und ihr Abstand zueinander: Korrektes Größen- und Abstandsverhältnis zwischen Erde und Mond. Erde Mond Leben Die Erde ist bisher der einzige Planet, auf dem Lebensformen bzw. eine Biosphäre von Menschen nachgewiesen wurden. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung begann das Leben auf der Erde möglicherweise innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, gleich nach dem Ausklingen des letzten schweren Bombardements großer Asteroiden, dem die Erde nach ihrer Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren bis etwa vor 3,9 Milliarden Jahren als letzte Phase der Bildung ihres Planetensystems ausgesetzt war. Nach dieser Zeit hat sich eine stabile Erdkruste ausgebildet und so weit abgekühlt, dass sich Wasser auf ihr sammeln konnte. Es gibt Hinweise, die allerdings nicht von allen damit befassten Wissenschaftlern anerkannt werden, dass sich Leben schon (geologisch) kurze Zeit später entwickelte. In 3,85 Milliarden Jahre altem Sedimentgestein aus der Isua-Region im Südwesten Grönlands wurden in den Verhältnissen von Kohlenstoffisotopen Anomalien entdeckt, die auf biologischen Stoffwechsel hindeuten könnten; bei dem Gestein kann es sich aber auch statt um Sedimente lediglich um ein stark verändertes Ergussgestein ohne derartige Bedeutung handeln. Die ältesten direkten, allerdings umstrittenen Hinweise auf Leben sind Strukturen in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen der Warrawoona-Gruppe im Nordwesten Australiens und im Barberton-Grünsteingürtel in Südafrika, die als von Cyanobakterien verursacht gedeutet werden. Die ältesten eindeutigen Lebensspuren auf der Erde sind 1,9 Milliarden Jahre alte Fossilien aus der Gunflint-Formation in Ontario, die Bakterien oder Archaeen gewesen sein könnten. Die chemische wie die biologische Evolution sind untrennbar mit der Klimageschichte verknüpft. Obwohl die Strahlungsleistung der Sonne anfangs deutlich geringer als heute war (vgl. Paradoxon der schwachen jungen Sonne), gibt es Hinweise auf Leben auf der Erde, grundsätzlich vergleichbar dem heutigen, „seit es Steine gibt“.[11] Das Leben auf der Erde wird in seiner Entwicklung von den herrschenden Bedingungen geprägt und hat seinerseits Einfluss auf die Entwicklung und das Erscheinungsbild der Erde. Durch den Stoffwechsel des pflanzlichen Lebens, also durch die Photosynthese, wurde die Erdatmosphäre mit molekularem Sauerstoff angereichert und bekam ihren oxidierenden Charakter. Zudem wurde die Albedo und damit die Energiebilanz durch die Pflanzendecke merklich verändert. Entstehung der Erde Wasser bedeckt etwa 70 % der Erdoberfläche. Entstehung des Erdkörpers → Hauptartikel: Entstehung der Erde Wie die Sonne und ihre anderen Planeten entstand die Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus der Verdichtung des Sonnennebels. Man nimmt heute allgemein an, dass sie während der ersten 100 Millionen Jahre einem intensiven Bombardement von Asteroiden ausgesetzt war. Heute ist der Beschuss nur noch gering. Die meisten der Meteore werden von Objekten hervorgerufen, die kleiner als 1 cm sind. Im Gegensatz zum Mond sind auf der Erde fast alle Einschlagkrater durch geologische Prozesse wieder ausgelöscht worden. Durch die kinetische Energie der Impakte während des schweren Bombardements und durch die Wärmeproduktion des radioaktiven Zerfalls erhitzte sich die junge Erde, bis sie größtenteils aufgeschmolzen war. In der Folge kam es zu einer gravitativen Differenzierung des Erdkörpers in einen Erdkern und einen Erdmantel. Die schwersten Elemente, vor allem Eisen, sanken in die Richtung des Schwerpunkts des Planeten, wobei auch Wärme freigesetzt wurde. Leichte Elemente, vor allem Sauerstoff, Silizium und Aluminium, stiegen nach oben und aus ihnen bildeten sich hauptsächlich silikatische Minerale, aus denen auch die Gesteine der Erdkruste bestehen. Aufgrund ihres vorwiegenden Aufbaus aus Eisen und Silikaten hat die Erde wie alle terrestrischen Planeten eine recht hohe mittlere Dichte von 5,515 g/cm3. Herkunft des Wassers → Hauptartikel: Herkunft des irdischen Wassers Die Herkunft des Wassers auf der Erde, insbesondere die Frage, warum auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen erdähnlichen Planeten, ist bis heute nicht befriedigend geklärt. Ein Teil des Wassers dürfte durch das Ausgasen des Magmas entstanden sein, also letztlich aus dem Erdinneren stammen. Ob dadurch aber die heutige Menge an Wasser erklärt werden kann, ist fraglich. Weitere große Anteile könnten aber auch durch Einschläge von Kometen, transneptunischen Objekten oder wasserreichen Asteroiden (Protoplaneten) aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtels auf die Erde gekommen sein. Messungen des Isotopenverhältnisses von Deuterium zu Protium (D/H-Verhältnis) deuten dabei eher auf Asteroiden hin, da in Wassereinschlüssen in kohligen Chondriten ähnliche Verhältnisse gefunden wurden wie in ozeanischem Wasser, wohingegen nach bisherigen Messungen dieses Isotopen-Verhältnis von Kometen und transneptunischen Objekten nicht mit dem von irdischem Wasser übereinstimmt. Zukunft Der Lebenszyklus der Sonne Die Zukunft der Erde ist eng an die der Sonne gebunden. Die Kernfusion vermindert im Zentrum der Sonne die Teilchenzahl (4 p + 2 e → He2+), aber kaum die Masse. Daher wird der Kern langsam schrumpfen und heißer werden. Außerhalb des Kerns wird sich die Sonne ausdehnen, das Material wird durchlässiger für Strahlung, sodass die Gesamthelligkeit der Sonne etwa um 10 % über die nächsten 1,1 Milliarden Jahre und um 40 % nach 3,5 Milliarden Jahren steigen wird.[12] Man vermutet, dass die Erde noch etwa 500 Millionen Jahre lang ähnlich wie heute bewohnbar sein wird.[13] Danach, so zeigen Klimamodelle, wird der Treibhauseffekt instabil – höhere Temperatur führt zu mehr Wasserdampf in der Atmosphäre, was wiederum den Treibhauseffekt verstärken wird.[14] Der warme Regen wird durch Erosion den anorganischen Kohlenstoffzyklus beschleunigen, wodurch der CO2-Gehalt der Atmosphäre auf etwa 10 ppm in etwa 900 Millionen Jahren (verglichen mit 280 ppm in vorindustrieller Zeit) stark abnehmen wird, sodass mit den Pflanzen auch die Tiere verhungern werden.[15] Nach einer weiteren Milliarde Jahren wird das gesamte Oberflächenwasser verschwunden sein[16] und die globale Durchschnittstemperatur der Erde +70 °C erreichen.[15] Die Leuchtkraftzunahme der Sonne wird sich fortsetzen und sich in etwa sieben Milliarden Jahren deutlich beschleunigen. Als roter Riese wird sich die Sonne bis an die heutige Erdbahn erstrecken, sodass die Planeten Merkur und Venus abstürzen und verglühen werden. Das wird, anders als zunächst gedacht, auch der Erde passieren. Zwar wird die Sonne in diesem Riesenstadium durch starken Sonnenwind etwa 30 % ihrer Masse verlieren, sodass rechnerisch der Erdbahnradius auf 1,7 AE anwachsen wird,[12] aber die Erde wird in der nahen, sehr diffusen Sonnenoberfläche eine ihr nachlaufende Gezeitenwelle hervorrufen, die an ihrer Bahnenergie zehren und so die Flucht vereiteln wird.[12][17] Siehe auch Erde/Daten und Zahlen Position der Erde im Universum Liste aller Länder und Staaten der Erde Geowissenschaften Envisat (ESA-Umweltsatellit) NASA World Wind und Google Earth (Computerprogramme) Flache Erde (Historie zur Vorstellung von der Erde als Scheibe) Literatur Cesare Emilliani: Planet Earth. Cosmology, Geology, and the Evolution of Live and Environment. Cambridge University Press 1992, ISBN 0-521-40949-7 Kevin W. Kelley (Herausgeber, im Auftrag der Association of Space Explorers): Der Heimatplanet. Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 1989. ISBN 3-86150-029-9. J. D. Macdougall: Eine kurze Geschichte der Erde. Eine Reise durch 5 Milliarden Jahre. Econ Taschenbuchverlag München 2000, ISBN 3-612-26673-X. David Oldroyd: Die Biographie der Erde. Zweitausendeins 1998, ISBN 3-86150-285-2. Karl-August Wirth: Erde, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, 5. Bd., 1964, Sp. 997-1104 Weblinks Wiktionary: Erde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Commons: Erde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Commons: Weltkarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Wikiquote: Erde – Zitate Wikisource: Erde – Quellen und Volltexte Raumfahrer.net Sonderseite: Planet Erde Onegeology.org: Geologische Weltkarte Ellipsoide, Geoide und topografische Oberflächen NASA Earth Observatory Die Zukunft der Erde und des Weltalls The Gateway to Astronaut Photography of Earth Medien Wie alt ist die Erde? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 4. Feb. 2001. Warum ist die Erde warm? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 14. Apr. 2002. Wie schnell entstand die Erde? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 2. Feb. 2005. Einzelnachweise ↑ Hochspringen nach: a b c d NASA Earth Fact Sheet,Reference Date January 1,2000 . Hochspringen ↑ Der Brockhaus in einem Band. 10. Auflage. Brockhaus GmbH, Leipzig 2003. Seite 242 'Erde'. Hochspringen ↑ NASA Solar System Symbols Hochspringen ↑ Herbert Cerutti: Was wäre, wenn es den Mond nicht gäbe. In: NZZ Folio 08/08 Hochspringen ↑ nach Weltbank – World Bank Data Hochspringen ↑ nach Weltbank – World Bank Data Hochspringen ↑ R. F. Keeling et al. : Atmospheric CO2 concentrations (ppm) derived from in situ air measurements at Mauna Loa, Observatory, Hawaii: Latitude 19.5 N, longitude 155.6 W, elevation 3397 m. In: Scripps CO2 Program, Scripps Institution of Oceanography (SIO), University of California, La Jolla (2011). Hochspringen ↑ Global Weather & Climate Extremes auf wmo.asu.edu, abgerufen am 22. Dezember 2013. 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Einklappen Das Sonnensystem Solar System Template Final.png Zentralgestirn: Sonne Planeten: Merkur | Venus | Erde | Mars | Jupiter | Saturn | Uranus | Neptun Zwergplaneten: Ceres | Pluto | Haumea | Makemake | Eris Himmelskörper: Planeten | Zwergplaneten | Monde | Asteroiden | Kometen | Meteoroiden Dieser Artikel wurde am 8. November 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. Normdaten (Sachbegriff): GND: 4015139-6 Gesprochene Wikipedia Der Artikel Erde ist als Audiodatei verfügbar: 0:00 Speichern | Informationen | 41:43 min (20,4 MB) Text der gesprochenen Version (25. August 2013) Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia Kategorien: Wikipedia:LesenswertWikipedia:Gesprochener ArtikelErdePlanet des SonnensystemsErde (Planet) Navigationsmenü Benutzerkonto erstellenAnmeldenArtikelDiskussionLesenQuelltext anzeigenVersionsgeschichte Hauptseite Themenportale Von A bis Z Zufälliger Artikel Mitmachen Artikel verbessern Neuen Artikel anlegen Autorenportal Hilfe Letzte Änderungen Kontakt Spenden Drucken/exportieren Buch erstellen Als PDF herunterladen Druckversion Werkzeuge Links auf diese Seite Änderungen an verlinkten Seiten Spezialseiten Permanenter Link Seiteninformationen Wikidata-Datenobjekt Seite zitieren In anderen Sprachen Аҧсшәа Acèh Afrikaans Alemannisch አማርኛ Aragonés Ænglisc العربية ܐܪܡܝܐ مصرى অসমীয়া Asturianu Aymar aru Azərbaycanca Башҡортса Boarisch Žemaitėška Bikol Central Беларуская Беларуская (тарашкевіца)‎ Български भोजपुरी Bahasa Banjar বাংলা བོད་ཡིག Brezhoneg Bosanski Буряад Català Chavacano de Zamboanga Mìng-dĕ̤ng-ngṳ̄ Нохчийн Cebuano ᏣᎳᎩ کوردی Qırımtatarca Čeština Kaszëbsczi Словѣньскъ / ⰔⰎⰑⰂⰡⰐⰠⰔⰍⰟ Чӑвашла Cymraeg Dansk Zazaki Dolnoserbski ދިވެހިބަސް Ελληνικά Emiliàn e rumagnòl English Esperanto Español Eesti Euskara Estremeñu فارسی Suomi Võro Føroyskt Français Arpetan Nordfriisk Furlan Frysk Gaeilge 贛語 Gàidhlig Galego Avañe'ẽ Jetzt Kommentar abgeben NameE-Mail (optional) Die E-Mail dient ausschließlich der Benachrichtigung bei neuen Kommentaren. 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Priester schreibt:
2015-01-21 09:13:45
Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche ist ein Phänomen, das seit Mitte der 1990er Jahre weltweit größere öffentliche Aufmerksamkeit erhält. Die Sensibilisierung für das frühere Tabuthema hat viele Opfer ermutigt, selbst noch 30 oder 40 Jahre nach den Vorfällen ihre traumatischen Erlebnisse öffentlich zu machen. Sie berichten sowohl über Fälle sexuellen Missbrauchs, insbesondere durch Priester, Mönche und Nonnen sowie angestellte Erzieher innerhalb der römisch-katholischen Kirche an ihren Schutzbefohlenen und Untergebenen, als auch über den damaligen Umgang kirchlicher Stellen mit den Tätern und Opfern. Inhaltsverzeichnis [Verbergen] 1 Einführung 2 Entwicklung im deutschen Sprachraum 2.1 Deutschland 2.1.1 19. Jahrhundert 2.1.2 NS-Zeit 2.1.2.1 Sittlichkeitsprozesse gegen Ordensangehörige und Priester 2.1.2.2 Weiteres 2.1.3 Bundesrepublik Deutschland 2.1.3.1 Rechtliche Lage 2.1.3.1.1 Verjährung 2.1.3.1.2 Keine Anzeigepflicht 2.1.3.2 Entwicklung bis Ende 2009 2.1.3.3 Entwicklung seit 2010 2.1.3.4 Übersicht der bekannt gewordenen Fälle nach Bistümern geordnet 2.1.3.4.1 Bistum Aachen 2.1.3.4.2 Bistum Augsburg 2.1.3.4.3 Erzbistum Bamberg 2.1.3.4.4 Erzbistum Berlin 2.1.3.4.5 Bistum Dresden-Meißen 2.1.3.4.6 Bistum Eichstätt 2.1.3.4.7 Bistum Erfurt 2.1.3.4.8 Bistum Essen 2.1.3.4.9 Erzbistum Freiburg 2.1.3.4.10 Bistum Fulda 2.1.3.4.11 Bistum Görlitz 2.1.3.4.12 Erzbistum Hamburg 2.1.3.4.13 Bistum Hildesheim 2.1.3.4.14 Erzbistum Köln 2.1.3.4.15 Bistum Limburg 2.1.3.4.16 Bistum Magdeburg 2.1.3.4.17 Bistum Mainz 2.1.3.4.18 Erzbistum München und Freising 2.1.3.4.19 Bistum Münster 2.1.3.4.20 Bistum Osnabrück 2.1.3.4.21 Erzbistum Paderborn 2.1.3.4.22 Bistum Passau 2.1.3.4.23 Bistum Regensburg 2.1.3.4.24 Bistum Rottenburg-Stuttgart 2.1.3.4.25 Bistum Speyer 2.1.3.4.26 Bistum Trier 2.1.3.4.27 Bistum Würzburg 2.1.3.5 Übersicht der bekannt gewordenen Fälle nach Ordensgemeinschaften 2.1.3.5.1 Jesuiten 2.1.3.5.2 Redemptoristen 2.1.3.5.3 Vincentinerinnen 2.1.3.6 Kirchliche Reaktionen 2.1.3.7 Reaktionen von Laien und Laienverbänden 2.1.3.8 Politische Reaktionen und Forderungen 2.1.3.9 Kirchliche Maßnahmen 2.1.3.9.1 Aufklärung und Ermittlung 2.1.3.9.2 Leitlinien gegen sexuellen Missbrauch 2.1.3.9.3 Prävention 2.1.3.9.4 Gesprächsmöglichkeiten für Missbrauchsopfer 2.1.3.9.5 Fürbitten 2.1.3.9.6 Entschädigungen 2.1.3.10 Kirchenaustritte 2.2 Österreich 2.2.1 Rechtliche Lage 2.2.1.1 Verjährung 2.2.2 Entwicklung in Österreich 2.2.2.1 Entwicklung seit der Affäre Groër 2.2.2.2 Entwicklung seit 2010 2.2.3 Kirchliche Reaktionen und Maßnahmen 2.2.4 Entschädigung 2.3 Schweiz 3 Entwicklung in weiteren Staaten 3.1 Argentinien 3.2 Australien 3.3 Belgien 3.4 Bosnien und Herzegowina 3.5 Brasilien 3.6 Chile 3.7 Dänemark 3.8 Dominikanische Republik 3.9 Frankreich 3.9.1 Anzeigepflicht 3.9.2 Einzelfälle 3.9.3 Missbrauchsfälle bei der Gemeinschaft der Seligpreisungen 3.9.4 Häufigkeit 3.10 Großbritannien 3.11 Indien 3.12 Irland 3.12.1 Vorlauf 3.12.2 Ferns-Report 3.12.3 Ryan-Bericht 3.12.4 Murphy-Bericht 3.12.5 Cloyne-Bericht 3.12.6 Raphoe-Bericht 3.12.7 Entschädigungen durch Kirche und Staat 3.12.8 Entwicklung seit 2009 3.12.9 Reaktionen der irischen Kirche 3.12.10 Reaktion des Vatikans 3.13 Italien 3.14 Kanada 3.14.1 Staatsinternate für Inuit und Indianer 3.14.2 Fälle 3.15 Kenia 3.16 Kolumbien 3.17 Kroatien 3.18 Luxemburg 3.19 Mexiko 3.19.1 Legionäre Christi 3.20 Neuseeland 3.21 Niederlande 3.21.1 Rechtliche Lage 3.21.2 Entwicklung 3.22 Nigeria 3.23 Norwegen 3.24 Peru 3.25 Philippinen 3.26 Polen 3.27 Portugal 3.28 Schweden 3.29 Slowenien 3.30 Spanien 3.31 Südafrika 3.32 Vereinigte Staaten von Amerika 3.32.1 Entwicklung bis 2002 3.32.2 Bostoner Skandal 3.32.3 Reaktionen und Wiedergutmachungen 3.32.3.1 Aufarbeitungs- und Präventionsmaßnahmen 3.32.3.2 Entschädigungszahlungen 3.32.3.3 Kritik an den Aufarbeitungs- und Entschädigungsmaßnahmen 3.32.4 John-Jay-Studie 3.32.5 Fälle seit 2002 4 Kirchenrecht 4.1 Entwicklung 4.2 Aktuelle Regelungen zur Sanktionierung und Wiedergutmachung 4.3 Zusammenarbeit mit weltlichen Behörden 4.4 Verfahren 4.5 Kontroverse um die Auswirkungen der Regelungen bei Missbrauchsfällen 4.6 Anwendung der Sanktionierungsmöglichkeiten 5 Haltung der römisch-katholischen Kurie 5.1 Pontifikat Johannes Pauls II. 5.2 Pontifikat Benedikts XVI. 5.2.1 Reaktionen und Positionen des Papstes 5.2.1.1 Äußerungen 5.2.1.2 Umgang mit Missbrauchsfällen 5.2.2 Reaktionen und Positionen anderer Würdenträger 5.3 Pontifikat von Papst Franziskus 6 Situation der Opfer 6.1 Allgemein 6.2 Entschädigungen im internationalen Vergleich 6.3 Einzelschicksale 7 Einschätzungen zum Ausmaß 7.1 Allgemein 7.2 Statistische Einschätzungen 8 Debatte über Ursachen und Besonderheiten sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche 8.1 Rolle des Zölibats 8.2 Rolle des Kirchenbildes und der Kirchenstrukturen 8.3 Rolle von Homosexualität 8.4 Rolle des gesellschaftlichen Kontextes 8.5 Rolle der Psychologie und der Psychiatrie 9 Einschätzungen zu den Auswirkungen der Diskussion 2010 10 Medien- und Debattenkritik 11 Theologische Verarbeitung 12 Literatur 13 Filme 14 Weblinks 15 Einzelnachweise Einführung Nach Skandalen in Irland und den USA wurden seit Anfang 2010 auch in Deutschland Sexualdelikte in katholischen Einrichtungen in größerem Umfang bekannt. Zum großen Teil hatte keine Strafverfolgung der Täter durch Staatsanwaltschaft oder Polizei stattgefunden. Opfer erhielten keinen oder unzureichenden Schutz. Daher steht das Verhalten kirchlicher Institutionen in der Kritik (siehe auch: Kirchenkritik), auch wenn diese Delikte von höchster kirchlicher Stelle wiederholt öffentlich verurteilt wurden und schwere Vergehen gegen Recht und Moral der römisch-katholischen Kirche darstellen. Juristisch werden sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch die jeweilige gesetzliche Festlegung des Schutzalters voneinander abgegrenzt. Zu den Formen zählen unmittelbar geschlechtliche Handlungen mit und ohne Geschlechtsverkehr und auch das Zeigen pornografischer Medien. Zu den in Frage kommenden Tatbeständen gehören ferner Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen oder Widerstandsunfähigen sowie Straftaten im Zusammenhang mit Exhibitionismus, Jugend- oder Kinderpornografie. Die Missbrauchshandlung kann sich über Jahre erstrecken. Opfer sexuellen Missbrauchs können auch hierarchisch Untergebene sein, etwa Nonnen und Seminaristen oder im Rahmen des Beichtsakramentes Pönitenten. Eine weitere Gruppe von Opfern können hilfsbedürftige Menschen in Einrichtungen sein. Die Täter entstammen nicht nur der Gruppe der Kleriker, sondern auch der der Laien wie zum Beispiel Lehrern und weiteres Personal, in Heimen auch Mitzöglinge. Bei der Diskussion des Hintergrunds werden allgemein Sexualität, sexuelle Orientierung sowie wie Verdrängung von Sexualität und der Zölibat angesprochen, im engeren Rahmen auch Pädophilie (seltener auch als „Pädosexualität“ bezeichnet), Präferenzstörungen und Hebephilie (sexuelle Vorliebe für pubertierende Mädchen oder Jungen). Ersatzobjekttäter vergreifen sich an Ersatzobjekten (beispielsweise Opfern die nicht hinreichend Widerstand leisten können), die nicht ihrer eigentlichen sexuellen Präferenz entsprechen (dissexuelles Verhalten). Empirische Daten für Missbrauch durch katholische Geistliche oder andere Mitarbeiter der katholischen Kirche gibt es kaum; die vorhandenen Schätzungen aus verschiedenen Ländern kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, die besagen, dass zwischen 1 und 5 % der Kleriker durch Missbrauch aufgefallen sind. Manche gehen davon aus, dass überdurchschnittlich viele Kleriker pädophil veranlagt sind, andere hingegen, dass der Anteil unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung liegt. Die Dunkelziffer wird bei Taten sexuellen Missbrauchs allgemein als sehr hoch eingeschätzt. [1] [2] [3] [4] Entwicklung im deutschen Sprachraum Deutschland 19. Jahrhundert Vorwürfe sexuellen Missbrauchs durch Geistliche und Ordensleute machen einen Großteil des Pfaffenspiegels aus, eines in Deutschland weit verbreiteten antikatholischen Pamphlets, das nach seinem Erscheinen 1845 bis ins 20. Jahrhundert hinein immer neue Auflagen erlebte.[5] Der Verfasser Otto von Corvin bemüht sich, die katholische Kirche als vernunftfeindlich und bigott darzustellen. Zu diesem Zweck breitet er über lange Strecken die Topik des „geilen Pfaffen“ aus, der die intime Situation der Beichte sexuell ausnutze, wie sie etwa in zahlreichen Schwänken und Mären des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit immer wieder erzählt und variiert wurde.[6][7][8] Anders als der Diskurs der frühneuzeitlichen Dichtung, in dem Pädokriminalität nicht vorkommt,[9] ergeht sich Corvin auch in der Schilderung von angeblichen „schändlichen Verführungen, die unter Leitung der Mönche stehenden Knaben ausgesetzt sind, und ein jeder Vater wird daraus erkennen können, wie höchst gefährlich es für seine Kinder ist, wenn er diese in Klosterschulen unterrichten lässt.“[10] Die Historikerin Irmtraud Götz von Olenhusen untersuchte in einer sozialhistorischen Arbeit von 1994 den badischen Klerus im 19. Jahrhundert und kam dabei auch auf mehrere Fälle zu sprechen, in denen Priestern Vergewaltigung oder Unzucht mit Minderjährigen vorgeworfen wurde.[11] NS-Zeit Sittlichkeitsprozesse gegen Ordensangehörige und Priester Siehe auch: Sittlichkeitsprozesse gegen Ordensangehörige und Priester im Nationalsozialismus Im April 1935 kam es nach einer Strafanzeige gegen Ordensleute der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz in Waldbreitbach zu einem Ermittlungsverfahren wegen Vergehen nach § 175, Unzucht zwischen Männern. Teilweise wurde auch nach § 174, Unzucht mit Abhängigen, angeklagt, wenn es sich bei den Betroffenen um Pfleglinge oder Zöglinge aus den Einrichtungen der Beschuldigten handelte.[12] Die von der Geheimen Staatspolizei geführten Ermittlungen wurden im Herbst 1935 im Zuge der sogenannten Devisenprozesse, als Gerichte illegale Geldüberweisungen von Ordensgemeinschaften ins Ausland juristisch ahndeten, auf andere Kongregationen ausgedehnt. In der Folge gingen die Strafverfolgungsbehörden mit dem im Juni 1935 verschärften § 175 auch gegen Geistliche und Priester außerhalb von Klöstern vor. Die Prozesse wurden während der Olympischen Spiele in Berlin im August 1936 unterbrochen, danach aber wieder aufgenommen. Im Hirtenbrief der Fuldaer Bischofsversammlung vom August 1936 „hatte der deutsche Episkopat amtlich und öffentlich klargestellt, daß die Kirche gegen die Koblenzer Prozesse keinen Einspruch erhebe“, zugleich wurde aber die NS-Propaganda, die gegen die katholische Kirche generell vorgehe, zurückgewiesen.[13] Der Heilige Stuhl protestierte erneut mit der Enzyklika Mit brennender Sorge vom März 1937, was aber nicht zu einem Ende der Kampagne führte. Bis Ende des Jahres 1937 waren allein bei der eigens eingerichteten Sonderstaatsanwaltschaft in Koblenz etwa 2500 Ermittlungsverfahren anhängig oder abgeschlossen. Ein Großteil davon wurde „mangels Beweises, wegen Geringfügigkeit, Verjährung oder einer Sechsmonate-Amnestie von August 1934“ im Vorverfahren erledigt.[14] Wenige juristisch unklare Fälle wurden erst Jahre später abgeschlossen. Insgesamt kam es zu über 250 Strafprozessen, die seinerzeit nicht etwa vor NS-Sondergerichten, sondern vor ordentlichen Landgerichten geführt und auch von der römisch-katholischen Kirche anerkannt wurden.[15] Die gerichtlichen Verfahren „scheinen“ nach Hockerts „durchwegs juristisch vertretbar“ zu sein und endeten in rund 40 Fällen mit einer Einstellung oder Freisprüchen. Geständige Angeklagte, darunter etwa 170 Ordensangehörige und 64 Geistliche, wurden zumeist mit Freiheitsstrafen zwischen einem und zwei Jahren bestraft.[16] Die verurteilten Täter wurden in der Regel auch kirchenrechtlich verfolgt und die Waldbreitenbacher Gemeinschaft auf Betreiben des Trierer Bischofs 1937 aufgelöst.[17] Im Sommer 1937 wurde die Prozessserie ohne ersichtlichen Anlass abgebrochen. Die Prozesse wurden von der NS-Propaganda ausgeschlachtet, um die römisch-katholische Kirche an sich diskreditieren zu können. Die genaue Anzahl der Missbrauchsopfer und deren Schicksal sind nicht bekannt. Die hohe Zahl an Verurteilten kam nach Hockerts durch eine ungewöhnliche Summierung homosexueller Vergehen in wenigen Laienkongregationen zustande.[18] Die verurteilten Täter wurden in der Regel auch kirchenrechtlich verfolgt.[19] Zum Teil wurden Verurteilte nach der Strafverbüßung, Angeschuldigte nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft und Freigesprochene von der Gestapo anschließend in Schutzhaft genommen und in die Konzentrationslager gebracht.[20] Weiteres Als zufällig bekannt gewordener sexueller Missbrauch von Abhängigen sind beispielsweise die Übergriffe des Internatsleiters der Regensburger Domspatzen, Friedrich Zeitler, zu nennen. So gestand der Priester Zeitler in einem Strafprozess wegen Unzucht mit Abhängigen von 1959, dass er einen Zögling bereits 1941 im Domspatzen-Internat sexuell missbraucht hatte.[21] Bundesrepublik Deutschland Rechtliche Lage Sexueller Missbrauch von Jugendlichen ist im deutschen Strafrecht nach § 182 des deutschen Strafgesetzbuchs (StGB) je nach Situation ein Offizialdelikt, das von Amts wegen verfolgt wird, oder ein Antragsdelikt, das nur bei Strafantrag des Geschädigten verfolgt wird. Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist nach § 176 und § 176a StGB immer ein Offizialdelikt. Zum Bereich der Pädokriminalität zählt auch Kinderpornografie. Verjährung In Deutschland verjährt sexueller Missbrauch von Kindern strafrechtlich zehn Jahre nach der Vollendung des 18. Lebensjahres des Opfers. In besonders schweren Fällen beträgt die Frist 20 Jahre, gerechnet ab dem gleichen Zeitpunkt. Der Anspruch auf Schadensersatz verfällt bereits drei Jahre nach dem 21. Geburtstag.[22] Für in der DDR begangene Taten galten teilweise kürzere Verjährungsfristen. Wenn diese vor der Wende abgelaufen waren, war auch keine strafrechtliche Verfolgung mehr innerhalb der in der Bundesrepublik geltenden Frist möglich.[23] Eine von Norbert Denef eingereichte Petition zur Aufhebung der Verjährungsfristen im Zivilrecht für sexuellen Missbrauch von Kindern wurde vom Deutschen Bundestag noch im Dezember 2008 mit der Begründung abgelehnt, „der Rechtsverkehr benötigt klare Verhältnisse und soll deshalb vor einer Verdunkelung der Rechtslage bewahrt werden, wie sie bei späterer Geltendmachung von Rechtsansprüchen auf Grund längst vergangener Tatsachen zu befürchten wäre.“ Seit 2010 mehren sich unter dem Eindruck der zahlreichen Enthüllungen von Missbrauchsfällen in kirchlichen und nichtkirchlichen Institutionen die Forderungen, die zivil- wie auch die strafrechtliche Verjährung zu verlängern, um auch nach jahrzehntelangem Schweigen der Opfer diesen die Möglichkeit zur gerichtlichen Ahndung und zur zivilrechtlichen Durchsetzung von Entschädigungen zu geben.[22] Am 6. Dezember 2011 beschloss der Bundesparteitag der SPD, sich für eine Aufhebung der Verjährungsfristen im Bundestag einzusetzen.[24] Keine Anzeigepflicht Es gibt derzeit in Deutschland keine allgemeine Anzeigepflicht bei sexuellem Missbrauch, weder bei bereits begangenen noch bei geplanten Straftaten. 2003 legte die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) einen Gesetzentwurf vor, der den sexuellen Missbrauch von Kindern, die sexuelle Nötigung und Vergewaltigung und den sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger Personen in die Vorschrift über die Nichtanzeige geplanter Straftaten – § 138 StGB – aufnehmen sollte (Anzeigepflicht). Jeder sollte danach mit Strafe bedroht werden, der Kenntnis von einem geplanten oder andauernden Missbrauch erlangt hat und diesen nicht anzeigt.[25] Dieser Entwurf wurde wegen Kritik aus therapeutischen Fachkreisen wieder zurückgezogen.[26] So berichtet der Psychiater Norbert Leygraf aus seiner Tätigkeit als Gutachter bei Verdacht des sexuellen Missbrauchs in der Kirche, dass ein Teil der Opfer das Einschalten der Strafverfolgungsbehörden nicht wünsche und ablehne.[26][27] Zentrales Dilemma der Geschädigten bleibt die Beweisfähigkeit für Beschuldigungen beim Fehlen von Zeugen.[28] Entwicklung bis Ende 2009 1993 forderte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in einem Brief an die Deutsche Bischofskonferenz die Integration des Themas Sexuelle Gewalt in die Lehrpläne für die Aus- und Fortbildung, die Einrichtung von kirchlichen Beratungsstellen für die Opfer und die Bereitstellung von Therapieplätzen für die Täter.[29] Anlässlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung der US-amerikanischen Fallsammlung von Elinor Burkett und Frank Bruni unter dem Titel Das Buch der Schande. Kinder, sexueller Missbrauch und die katholische Kirche im Jahr 1995 berichtete der Spiegel von drei Gerichtsverfahren in den Jahren 1993 bis 1995 und kritisierte in Bezug auf einen Fall im Bistum Augsburg, in dem ein Diözesanpriester zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, das Verhalten von Bischof Josef Stimpfle und Generalvikar Eugen Kleindienst.[29] Allgemein wertete der Artikel die Versetzungspraxis als „Nachsicht für die Täter, Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern und vorsätzliches Vertuschen“.[29] Im Jahre 1995 leitete die Staatsanwaltschaft Kassel Ermittlungsverfahren gegen Weihbischof Johannes Kapp und Erzbischof Johannes Dyba ein, um die Praxis der Versetzung ohne Amtsenthebung pädokrimineller Priester zu überprüfen.[30] Das Verfahren wegen Verletzung der Fürsorgepflicht wurde bereits im November 1996 wegen geringer Schuld (gem. § 153 Abs. 1 StPO) wieder eingestellt. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main hob am 17. Januar 1997 die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Kassel auf und stellte das Verfahren gegen Kapp und Dyba gem. § 170 Abs. 2 StPO ein (Az. Zs 2187/96). In strafrechtlicher Hinsicht sah diese Behörde nicht einmal mehr eine geringe Schuld der Bischöfe. Ein Klageerzwingungsverfahren, das die Mutter eines missbrauchten Messdieners angestrengt hatte, wurde am 5. März 1997 durch das Oberlandesgericht Frankfurt/Main aus formalen Gründen verworfen (Az. 2 WS 19/97 + 2 ARs 26/97).[31] Für die Dokumentation Tatort Kirche: Sexueller Missbrauch durch Priester des Südwestrundfunks, die am 1. September 2002 gesendet wurde, hatte mehr als die Hälfte der 27 deutschen Bistümer dem Filmemacher Thomas Leif gegenüber mindestens 47 Fälle in den vergangenen 30 Jahren schriftlich eingeräumt. Während einige Diözesen konkrete Angaben verweigert hätten, seien insbesondere die Bistümer Hildesheim und Rottenburg-Stuttgart offen mit dem Thema umgegangen.[32] In einem Bericht aus dem Jahre 2007 erwähnte Die Zeit zwei Priester des Bistums Würzburg, darunter einen Fall aus Sandberg, die sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen hatten. Erwähnt wurden zudem ein Fall aus Krefeld, Bistum Aachen, ein verurteilter Pfarrer aus Hessen, ein zurückgetretener Pfarrer aus dem Allgäu, ein zu zwei Jahren Haft verurteilter Priester aus dem Emsland, ein schwäbischer Pfarrer, der wegen Missbrauchs in 59 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt wurde, ein Seelsorger aus Coburg und ein Pater aus Südbaden, die beide zu zwei Jahren verurteilt worden waren. In dem Bericht wurde auch nochmal auf Klaus Jung verwiesen, der 1995 von der Diözese Hildesheim wegen Verdachts der Pädophilie suspendiert worden war. Zum Zeitpunkt des Berichts liefen gegen Priester in der Bundesrepublik 13 Verfahren.[33] Im September 2007 distanzierte sich die Bischofskonferenz erneut von Priestern, die des sexuellen Missbrauchs schuldig werden. Karl Kardinal Lehmann betonte, dass jeder Fall „ein Fall zu viel“ sei und die Kirche alles tun wolle, um diese „mit allen Kräften aufzudecken“. Wenn jemand „schuldig geworden ist, darf er auf gar keinen Fall in der normalen Seelsorge beschäftigt werden.“ Lehmann äußerte sich damit erstmals zu dem mutmaßlichen Missbrauchsfall in der Diözese Regensburg, wo entgegen den Richtlinien von 2002 ein bereits einschlägig vorbestrafter Geistlicher in einer Gemeinde eingesetzt wurde und dort im August unter dem Verdacht verhaftet wurde, jahrelang einen Ministranten missbraucht zu haben.[34] Ein in Viechtach und Riekofen tätig gewesener Priester wurde in den Jahren 2000 und 2008 jeweils zu Freiheitsstrafen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt, im zweiten Fall ohne Bewährung.[35] 2006 erschien das Buch Schläge im Namen des Herrn; es dokumentierte Ausbeutung, Misshandlung und sexuellen Missbrauch in Kinderheimen in der Zeit zwischen 1945 und 1970, darunter auch in kirchlich geführten. Die Bedingungen waren infolge der Heimkampagne der APO Ende der 1960er Jahre verbessert worden. 2008 fand eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages statt.[36] Zur Aufarbeitung wurde deswegen Anfang 2009 der Runde Tisch Heimerziehung eingerichtet, mit Johannes Stücker-Brüning, Geschäftsführer der Caritaskommission der Deutschen Bischofskonferenz, und Mario Junglas, Direktor des Berliner Büros des Deutschen Caritasverbandes als Vertretern der katholischen Kirche. Ehemalige Heimkinder berichteten über sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt unterschiedlichster Formen sowie unterschiedlicher Dauer – bis hin zu schwerer und sich jahrelang wiederholender Vergewaltigung. In den Jahren 1945 bis 1975 unterstanden etwa 60 % der rund 3000 Heime den beiden großen kirchlichen Konfessionen; als Täter wurden dort auch Ordensleute und Geistliche benannt.[37] Berichtet wurden auch sexuelle Übergriffe durch Mitzöglinge.[38] Entwicklung seit 2010 Im Unterschied zu den Vereinigten Staaten oder Irland ging der Anstoß für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland von einer kirchlichen Institution aus, dem Canisius-Kolleg in Berlin. Nachdem der Rektor, der Jesuit Klaus Mertes, wegen mehrerer ihm bekannt gewordener Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen aus den 1970er und 1980er Jahren[39][40][41] einen Brief[42] an die Absolventen der betroffenen Jahrgänge gerichtet hatte, um damit „beizutragen, dass das Schweigen gebrochen wird“, wurde dieser Brief am 28. Januar 2010 über die Medien der Öffentlichkeit bekannt.[43] Der Artikel, der die Diskussion um Missbrauch ins Rollen brachte, erschien in derselben Ausgabe der Berliner Morgenpost, in der auch die ersten Ausschnitte des Briefes veröffentlicht wurden. Die Morgenpost titelte auf Seite eins: „Canisius-Kolleg: Missbrauchsfälle an Berliner Eliteschule“[44]. Der Artikel wurde mit dem Wächterpreis ausgezeichnet und löste eine Welle der Berichterstattungen über das Thema aus. Damit regte er die Missbrauchsdebatte besonders im Hinblick auf christliche Institutionen an. Dabei wurden auch Fälle, die schon länger zurücklagen und keine angemessene Aufmerksamkeit erhalten hatten, wieder aufgegriffen. 1999 wurden beispielsweise Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule (Privatschule, nicht kirchlich geführt) durch den Artikel „Der Lack ist ab“[45] in der Frankfurter Rundschau bekannt gemacht. Zahlreiche weitere Meldungen von Opfern führten bis Ende Juni 2010 zu einer deutschlandweiten Debatte über sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche im In- und Ausland. Am Beginn der Debatte, im Februar 2010, berichtete Der Spiegel, dass 24 von 27 von der Zeitschrift befragten Bistümern angaben, dass seit 1995 insgesamt mindestens 94 Verdachtsfälle von Missbrauch durch Kleriker und Laien bekannt geworden seien; in 30 Fällen kam es zu Verurteilungen. Keine Angaben machten die Bistümer Limburg, Regensburg und Dresden-Meißen.[46] Übersicht der bekannt gewordenen Fälle nach Bistümern geordnet Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2010 nicht mehr aktuell zu sein: Weite Teile der einzelnen Verdächtigungen bestehen aus heute nicht mehr abrufbaren Pressemeldungen, im denen im Konjunktiv ein Verdacht geäußert wurde. Wo es keine Belege für eine Verurteilung gibt sollten diese entfernt werden. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen. Bis Ende 2013 stellten laut dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Triers Bischof Stephan Ackermann, rund 1300 Betroffene einen Antrag auf Entschädigung. In den allermeisten Fällen habe die zuständige Koordinierungsstelle eine Geldzahlung von rund 5000 Euro empfohlen.[47] Bistum Aachen In den 1950er- und 1960er-Jahren sollen im Jülicher Gymnasium Haus Overbach, das von den Oblaten des hl. Franz von Sales getragen wird, elf Schüler missbraucht worden sein.[48] In den 1990er-Jahren hat der Pfarrer der Gemeinde St. Josef in Krefeld mehrere Jungen missbraucht. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt und aus dem Klerikerstand entlassen.[49] Der Spiegel berichtete 2002, dass bei einer Durchsuchung des Pfarrhauses 58.000 Kinderporno-Bilder und 300 Videokassetten gefunden worden seien, die größtenteils von dem Pfarrer erstellt worden seien. Erste Vorwürfe gegen den Geistlichen soll es schon 1972 gegeben haben. Dem Spiegel zufolge gehörte er einem lokalen Pädophilen-Netzwerk an, zu dem neben anderen auch ein Erzieher im Kirchendienst und ein Kirchenmusiker gehört haben sollen. Einige Mitglieder sollen mehrfach verurteilt worden sein.[50] 2010 lief ein strafrechtliches Verfahren gegen einen Priester, der in Südafrika lebte und Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Krefeld gestellt hatte. Der Mann war auch in Südafrika wegen Missbrauchs angeklagt. 15 Missbrauchsvorwürfe in Deutschland waren bereits verjährt.[51] Im Bistum Aachen soll es insgesamt 24 Priester geben, die sich in den letzten 65 Jahren an Jugendlichen vergangen haben. Bis 2010 waren nur acht Fälle bekannt. Von den angeschuldigten Priestern leben noch acht. Die Beschuldigungen gegen drei der 24 Priester liegen in den Jahren 1990 bis 2010. Die beschuldigten Priester wurden von Bischof Heinrich Mussinghoff aller ihrer Ämter enthoben und suspendiert, ein Priester wurde aus dem Klerikerstand entlassen.[51] Bis Ende Juli 2011 zahlte das Bistum Aachen eine Entschädigung an 15 Missbrauchsopfer. Insgesamt hatten sich seit 2010 65 Missbrauchsopfer gemeldet, 26 von diesen beantragten eine Entschädigung.[52] Bistum Augsburg Bezüglich des Maristen-Internats im bayerischen Mindelheim richteten sich die Hauptvorwürfe gegen die Informationspolitik der Ordensgemeinschaft. 2007 war der langjährige Internatsleiter von seiner Aufgabe entbunden worden, ohne dass man alle Eltern darüber informiert hatte, dass gegen ihn ermittelt wurde, weil er sich an mindestens 10 bis 15 Jungen vergangen haben sollte. Er wurde mittlerweile wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt.[53] Von Missbrauchsvorwürfen betroffen war ein ehemaliges Heim der Salesianer Don Boscos in Augsburg.[53] Der betroffene Ordensmann legte eine eidesstattliche Erklärung ab, dass er sich nichts habe zu Schulden kommen lassen. Seitens der Salesianer erklärte Josef Grünner, der deutsche Provinzial der Salesianer, im Februar 2010, vorerst dem Mitbruder Glauben zu schenken.[54] Weiterhin bekannt wurde der Fall eines Priesters, der sich auf Druck des Bistums wegen einer Tat aus dem Jahre 1999 selbst anzeigte.[53] Der Beschuldigte ist heute 65 Jahre alt und war von 1994 bis 1995 in Aichach tätig. Ihm werden fünf Fälle von Missbrauch vorgeworfen. Trotz einer bereits bestehenden einjährigen Bewährungsstrafe setzte das Amtsgericht eine öffentliche Gerichtsverhandlung an. Erste Hinweise aus dem Jahr 1999 wurden von der Justiz nicht untersucht und von der Diözese öffentlich bestritten. Damals soll sich der Mann „auf moralisch fragwürdige Weise“ Kindern genähert haben. Betroffene Eltern hatte das Bistum gebeten, im Interesse ihre Kinder kein öffentliches Aufsehen zu erregen und von einer Anzeige abzusehen. Der Mann war 1999 versetzt worden und seitdem in einem Bereich ohne Kontakt zu Jugendlichen tätig. Nachdem 2010 weitere Hinweise bekannt wurden, setzte das Bistum dem Mann ein Ultimatum zur Selbstanzeige.[55] Wilfried Hiller und Michael Lerchenberg werfen dem Internat St. Joseph in Augsburg Züchtigungen und sexuellen Missbrauch vor.[56] Nach einem vorläufigen Bericht des Missbrauchsbeauftragten des Bistums Augsburg vom September 2010 wurden dort im Jahr 2010 80 Hinweise auf Missbrauch und Misshandlung bekannt. Nach Prüfung fielen weniger als die Hälfte noch in den Zuständigkeitsbereich des Bistums. Insgesamt ergaben sich 34 Missbrauchs- und Misshandlungsfälle von 1946 bis 2003. 30 Opfer waren männlich, 4 weiblich. 22 Fälle lagen in den 1950er Jahren. Das jüngste Missbrauchsopfer war acht Jahre alt. Die sexuellen Übergriffe fanden häufig auf dem Anwesen der Eltern statt. Zu Vergewaltigungen ist es nicht gekommen. Nach 2003 wurden keine Missbrauchsfälle mehr registriert. Fünf Opfern hat das Bistum therapeutische Behandlung angeboten und die Kosten von etwa 50.000 Euro übernommen. Der Missbrauchsbeauftragte bewertete die Fälle als Einzelfälle ohne System.[57] Erzbistum Bamberg 2010 wurde ein Priester beschuldigt, in den 1970er-Jahren als geistlicher Direktor und Heimleiter des Bamberger Internats Aufseesianum sexuelle Übergriffe auf Schüler begangen zu haben. Der Geistliche war 1976 zunächst ins südliche Afrika und 1980 nach Mailand versetzt worden. Die Gründe lassen sich nicht mehr rekonstruieren, da in den Akten keine Begründung vorhanden ist und alle damals Verantwortlichen bereits verstorben sind. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurde eingestellt.[58] Ebenfalls in Bamberg hat ein 1944 geborener Priester in der Zeit von 1978 bis 1984 mehrere Schüler des von ihm geleiteten Ottonianums, eines Knabenseminars des Erzbistums Bamberg, sexuell missbraucht.[59][60] Als der Fall 2008 bekannt wurde, entband die Diözese den Priester, der 1998 zum Domkapitular ernannt worden[61] und 2004 zum Personalchef der Erzbistums aufgestiegen war, von seinen Aufgaben. Die Staatsanwaltschaft Bamberg nahm Ermittlungen auf, stellte das Verfahren aber 2009 wegen Verjährung ein. Im April 2012 versetzte das Kirchengericht des Erzbistums München-Freising den Geistlichen wegen sexuellen Missbrauchs dauerhaft in den Ruhestand, untersagte ihm jede seelsorgerische Tätigkeit und beschloss, dass er den Titel „Domkapitular“ nicht mehr führen darf.[62] 2011 geriet das Bistum massiv in die Kritik, da es einen Priester 2005 mit einer Leitungsfunktion (zum Dekan) in Fürth ausgestattet hatte. Bereits 2001 erfolgte gegen diesen Priester eine schriftliche Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs bei der Diözese Bamberg durch einen Pfadfinder, seinen Psychotherapeuten und durch einen Geistlichen aus Berlin, dem sich das Opfer ebenfalls anvertraut hatte. Das Bistum begründete nun sein Vorgehen mit einem Täter-Opfer-Ausgleich 2003, in dem der Beschuldigte „unkorrektes Verhalten“ eingestanden und eine Entschädigung von 3000 Euro gezahlt habe. Das Bistum sah keine Gefährdung Minderjähriger und ging von einem „einmaligen Ausrutscher“ aus. Schließlich ging im Jahre 2008 im Zusammenhang mit dem Missbrauchsverfahren gegen den oben genannten Bamberger Domkapitular ein Hinweis bei der Polizei ein. Die Polizei nahm Kontakt mit dem Opfer auf und ermittelte gegen den Priester aus Fürth. Das Verfahren wurde jedoch wegen Verjährung eingestellt. – Im Februar 2011 erstattete ein weiteres Opfer Anzeige bei der Diözese Bamberg. Der sexuelle Übergriff soll Mitte der 1980er-Jahre erfolgt sein. Das Erzbistum erstattete daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anzeige gegen diesen Priester und suspendierte ihn mit sofortiger Wirkung. – Erst als Anfang März 2011 der Therapeut, der zusammen mit dem Opfer 2001 beim Bistum die Anzeige erstattet hatte, die Zeitung informierte, erfuhr die Öffentlichkeit, dass es schon einmal Ermittlungen gegen den Priester gegeben hatte. Bis dahin hatte die Diözese angegeben, dass es nur ein Opfer gab. Zwar versicherte die Diözese Bamberg in Interviews, dass man die Opfer „nicht alleinlassen“ wolle. Bernd Fricke, psychologischer Psychotherapeut in Bamberg und Betreuer des Opfers, bleibt jedoch skeptisch: Sein Patient, Angehörige und der Geistliche aus Berlin wandten sich wiederholt ans Bistum und baten um Kostenübernahme für Therapiestunden. In einem Antwortschreiben vom Juli 2010 heißt es: „Eine Entschädigung durch die Erzdiözese Bamberg kommt nicht in Betracht.“[63][64][65] Erzbistum Berlin Im Erzbistum Berlin ist besonders das Canisius-Kolleg von Missbrauchsvorwürfen betroffen. Aufgrund des mit dem Brief verbundenen Aufrufs, sich zu melden, wurden kurz darauf auch Fälle an den ebenfalls von den Jesuiten geleiteten Gymnasien Kolleg St. Blasien im Schwarzwald und Aloisiuskolleg in Bonn bekannt.[46] Am 18. Februar 2010 erläuterte die Anwältin Ursula Raue, die seit 2005 Beauftragte des Jesuitenordens für sexuellen Missbrauch ist, in einem Zwischenbericht, dass ihr 115 bis 120 sexuelle Übergriffe gegen Schüler gemeldet worden seien. Sie äußerte Erstaunen, dass in den Akten des Ordens zwar „Fürsorge für Mitbrüder“ erkennbar werde, aber keine „Befassung mit der Seelenlage der anvertrauten Kinder und Jugendlichen“.[66] In ihrem Abschlussbericht im Mai 2010 erwähnte Raue jahrzehntelange systematische Vertuschung sexueller und körperlicher Gewalt gegen Kinder in den Einrichtungen, und dass die Täter mehrmals von ihren Oberen gedeckt und versetzt worden seien.[67] Insgesamt stellte Raue in ihrem Abschlussbericht seit Februar 2010 205 Meldungen über Missbrauchsfälle an Einrichtungen des Jesuitenordens fest. Diese betrafen vor allem das Canisius-Kolleg, aber auch das Kolleg St. Blasien, das Aloisiuskolleg in Bonn, die St.-Ansgar-Schule in Hamburg, Jugendeinrichtungen in Göttingen und Hannover sowie ein heute nicht mehr von den Jesuiten geleitetes Kolleg in Büren. Zusätzlich zu den 205 Meldungen erhielt Raue 50 Meldungen von Opfern an anderen Einrichtungen. Dabei wurden zwölf Patres, von denen sechs bereits verstorben waren, und zwei weltliche Mitarbeiter von mehr als einem Opfer benannt. 32 weitere Patres, weltliche Lehrer oder Erzieher wurden von nur einem Opfer genannt.[68] Vorwürfe wurden auch gegen die Berliner Hedwigschwestern erhoben. Eine ehemalige Bewohnerin des Kinderheims der Hedwigschwestern berichtete, sie sei in den 1950er und 1960er Jahren von einer Nonne über Jahre hinweg missbraucht worden.[69] Besonders schwierig gestaltet sich die Aufklärung von Vorwürfen aus dem 2005 von den Salesianern geschlossenen Lehrlings- und Schülerheim Berlin-Wannsee. Zu den zwischen 1960 und 1975 liegenden Vorfällen wurden 12 Salesianer befragt. Ein 2008 verstorbener Ordensangehöriger saß demnach in Untersuchungshaft. Unklar ist jedoch die Ursache. Ein ehemaliger Schüler meinte, der Pater wäre einem „Racheakt“ von Schülern zum Opfer gefallen. Klarheit sollte die Einsichtnahme in die Akten des Berliner Senats und des Erzbistums Berlin bringen.[54] Seitens der Salesianer wird außerdem ein Missbrauchsvorwurf gegen einen Pater Ende der 1960er Jahre für glaubwürdig gehalten. Der Pater lebt heute dement in einem Pflegeheim.[54] Nicht um sexuellen Missbrauch handelte es sich in einem Fall in Berlin-Steglitz, der im März 2011 von der Berliner Presse aufgegriffen wurde, nachdem ein beschuldigter Priester durch den damaligen Diözesanadministrator, Weihbischof Matthias Heinrich, zunächst suspendiert worden war.[70] Als Ergebnis eines Untersuchungsverfahrens stellte das Erzbistum im Juni 2012 jedoch fest, dass „weder nach weltlichem noch nach kirchlichem Recht eine Straftat vorgelegen hat.“[71] Bistum Dresden-Meißen Im Bistum Dresden-Meißen waren im Februar 2011 sechs Missbrauchsopfer bekannt. Ein Seelsorger in Heidenau hatte sich 1970 an zwei Kindern vergangen. Ein Mädchen wurde vor 25 Jahren in Riesa von einem Kaplan missbraucht. In diesem Fall lief noch das kirchenrechtliche Verfahren bei der Kurie in Rom. Ein weiterer Fall in Panschwitz-Kuckau wurde aus Beweismangel eingestellt.[72] Bistum Eichstätt In Ansbach wurde ein Priester bekannt, der 1971 als studentische Hilfskraft im Internat der Regensburger Domspatzen einen Minderjährigen sexuell missbraucht haben soll.[53] In Plankstetten soll es in den 1960er Jahren nach Angaben eines Zeugen im Internat des Benediktinerklosters zu Übergriffen gekommen sein.[73] Ein ehemaliger Schüler soll in den 1970er Jahren im Kolpinghaus Ingolstadt von einem Mitarbeiter missbraucht worden sein. Ebenso soll es im Ingolstädter Canisiuskonvikt und im Eichstätter Studienseminar zu Übergriffen gekommen sein.[73] Bistum Erfurt 2010 zeigte das Bistum Erfurt einen Priester an, der von 2004 bis 2006 im Jugendgefängnis Ichtershausen eingesetzt worden war und dem sexuelle Nötigung vorgeworfen wurde. Er räumte Übergriffe auf Minderjährige für den Zeitraum von 1980 bis 1996 ein. Zuletzt arbeitete der Priester in einem Seniorenheim im Bistum Würzburg.[74] Bekannt wurde auch der Fall eines Priesters aus dem Bistum Fulda, der von 1997 bis 2004 nach Weimar strafversetzt wurde und dort im Jahre 2000 ein Mädchen in der Sakristei sexuell belästigt haben soll.[75] Insgesamt wurden dem Bistum Erfurt im Jahr 2010 acht Verdachtsfälle gegen kirchliche Mitarbeiter angezeigt. Fünf glaubhafte Fälle betrafen verstorbene Geistliche. Drei Fälle ereigneten sich im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit, zwei in den 1960er und 1970er Jahren. Drei Anzeigen richteten sich gegen noch lebende Geistliche und wurden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Zwei Verfahren sind bereits eingestellt.[76] Im Bistum Erfurt geriet Bischof Joachim Wanke in die Kritik, da sich herausstellte, dass das Bistum in der Vergangenheit versucht hatte, den Fall des Priesters Ernst W. intern zu regeln. Bischof Wanke räumte dazu in einem Hirtenbrief ein, dass Fehler gemacht und falsche Entscheidungen getroffen worden waren. Im Jahre 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft noch in drei Fällen.[77] Bistum Essen 2010 meldeten sich im Bistum Essen über ein Dutzend möglicher Opfer.[53] Weiterhin wurde ein tatverdächtiger 79 Jahre alter Priester beurlaubt.[75][78] Vorwürfe richteten sich auch gegen das Essener Franz Sales Haus, in dem man 1.500 Menschen mit Behinderung betreut. Dort sollen in den 1960er Jahren Schutzbefohlene sexuell missbraucht worden sein.[79] Zugleich wurden auch sadistische Taten berichtet.[80] Ein Missbrauchsfall wurde durch den Anruf eines Opfers beim Online-Portal Der Westen bekannt. Dabei wurde ein Priester belastet, der bereits 1963 zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt wurde. Dieser hatte an den Bochumer Realschulen Jacob-Mayer und Annette-von-Droste-Hülshoff gearbeitet.[81] Ein früherer Domkapitular des Bistums Essen wurde 2010 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hatte einem 16-Jährigen Geld für Sex gezahlt. Der Vorfall soll 2009 geschehen sein. Der Domkapitular erhielt 14.000 Euro Geldstrafe.[82] Erzbistum Freiburg Im Juli 2010 sprach das Erzbistum Freiburg von Hinweisen und Missbrauchsvorwürfe gegen 44 Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter aus den Jahren 1950 bis 2000: 36 Diözesanpriester, vier Ordenspriester, zwei Ordensbrüder, zwei Erzieher im Dienst der Erzdiözese. Von den beschuldigten 36 Diözesanpriestern seien 16 gestorben, 12 im Ruhestand, 4 beurlaubt. In 10 Fällen sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden.[83] Lehrer des Berliner Canisius-Kollegs haben auch im Kolleg St. Blasien im Schwarzwald Übergriffe begangen.[46] Ein Pfarrer in Oberharmersbach hat vermutlich mindestens 17 Minderjährige missbraucht. Er wurde 1991 lediglich in den Ruhestand versetzt, die Staatsanwaltschaft wurde nicht eingeschaltet. Der Täter nahm sich 1995 das Leben.[53][83] Das Erzbistum Freiburg beurlaubte im April 2010 einen Seelsorger, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird.[84] Nach Angabe der Erzdiözese ermittelt die Staatsanwaltschaft in Irland gegen den Pfarrvikar. Auch die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat daraufhin Ermittlungen aufgenommen. Als Mitglied des Ordens der Legionäre Christi[85] war der in Manila (Philippinen) geborene Ordensmann in Irland, Schottland und England in der Betreuung von Jugendlichen tätig, bevor er in Mexiko, Brasilien, Venezuela und Peru missionierte. 1995 wurde er von Erzbischof Oskar Saier in den Dienst des Erzbistums aufgenommen und war als Diakon und Priester in Achern, Freiburg, Karlsruhe, Offenburg und Tiengen-Lauchringen tätig.[86] Das Verfahren der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen wurde im Sommer 2011 eingestellt.[87] Der bis Oktober 2010 zuständige Missbrauchsbeauftragte der Erzdiözese Freiburg, Domkapitular Eugen Maier, zog im Oktober 2010 eine Bilanz seiner bisherigen Arbeit. Maier betreute seit 2002 den Aufbau entsprechender Strukturen in der Erzdiözese. Als Konsequenz aus den 2010 bekannt gewordenen Fällen hatte das Erzbistum beschlossen, den Missbrauchsbeauftragten in Zukunft organisatorisch anders auszugestalten. So soll er in Zukunft nicht mehr zur Leitungsebene des Bistums gehören und idealerweise eine externe Person sein, um größere Unabhängigkeit herzustellen. Hinsichtlich der Missbrauchsfälle führte Maier aus, dass für den Zeitraum von 1950 bis 2010 bisher 110 Anzeigen vorlägen. Bis 2010 waren ausschließlich Priester die Beschuldigten, seitdem habe sich das Verhältnis in Richtung beschuldigter pastoraler Mitarbeiter etwas ausgeglichen. Bis auf eine Ausnahme waren alle Täter männlich. Zwar gab es viele Meldungen von Opfern außerhalb der Zuständigkeit der Erzdiözese, die aber dennoch erstmal aufgenommen wurden. Zudem lagen 30 Anzeigen über Heime vor. Hier ging es vor allem um entwürdigende pädagogische Praktiken. Die Grenzen zwischen Misshandlung und sexuellem Missbrauch waren dabei sehr fließend und es wurde eine größere Anzahl von Frauen als Täter benannt. Die meisten Opfer waren zwischen 12 und 17 Jahren alt. Die Täter wurden vor allem als „regressiver Typ“ beschrieben, der zur Sicherung des eigenen Machtbewusstseins agierte. Um seine Arbeit bewältigen zu können, arbeitete das Ordinariat mit den Opferhilfevereinen Wildwasser und Wendepunkt zusammen. Maier unterstrich, das Allerwichtigste sei wahrzunehmen, was die Opfer erlebt haben und wie es ihnen heute gehe. Es gehe dabei nicht um Dinge aus der Vergangenheit, sondern um aktuelle Not.[88] Domkapitular Eugen Maier nahm die Aufgabe des Missbrauchsbeauftragten von 2002 bis Dezember 2010 wahr; seine Nachfolgerin ist die Rechtsanwältin Angelika Musella.[89] 2011 wurde das Erzbistum Freiburg von der Therapeutin eines Missbrauchsopfers beschuldigt, dessen Daten an den Täter weitergegeben zu haben. Das in Rede stehende Opfer wurde von Karl W. missbraucht, einem Priester, der seit 1965 in Vimbuch, später in Weitenung und schließlich ab 1990 in Löffingen tätig war. Er wurde wegen Missbrauchs von acht Minderjährigen zu einer Haftstrafe verurteilt und vom Erzbistum in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Als W. im Dezember 2010 im Altersheim den Missbrauch von Jugendlichen in seiner Zeit als Pfarrer gestand, wurde der Fall vom Bistum öffentlich gemacht und weitere Opfer gebeten, sich zu melden. W. soll im Rahmen der Haftbarmachung durch das Erzbistum für die Entschädigung und Therapie eines Opfers dessen Adresse erhalten und es daraufhin kontaktiert haben.[90] Das Bistum räumte den Vorgang ein und sprach von einem Einzelfall.[91] Bistum Fulda Sechs Fälle soll es im Bistum Fulda geben. Details waren 2010 noch nicht bekannt, aber das Bistum entschuldigte sich für einen 1995 verurteilten Täter aus Großenlüder, dessen Fall bereits 1990 bekannt wurde, der aber lediglich versetzt worden war.[53] Das frühere Franziskaner-Internat in Großkrotzenburg bei Hanau war in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen genannt worden, wurde jedoch in der weiteren Berichterstattung nicht mehr erwähnt.[92] Ein Schulpfarrer in Fritzlar wurde angeklagt, sechs Jugendliche in bis zu 164 Fällen sexuell missbraucht zu haben. Am 25. November 2010 wurde er vom Kasseler Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 155 Fällen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Kirche entließ ihn aus dem Priesterstand; auch dem Prämonstratenserorden gehört er nicht mehr an.[93]. Die Fritzlarer Niederlassung des Ordens war bereits zum 1. Juli 2010 aufgehoben worden.[94][95][96] Die Missbrauchsbeauftragte Anne Schmitz sprach im März 2010 von zwei Opfern an der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf). Die Vorfälle sollen in den 1970er Jahren stattgefunden haben. Insgesamt verdächtigte das Bistum Fulda drei kirchliche Mitarbeiter.[73] Bis April 2011 wurde das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft wegen Verjährung eingestellt.[97][98] Im März 2011 zeigte sich ein Pfarrer selbst an. Der Missbrauch soll bereits in den 1990er Jahren stattgefunden haben. Betroffen von den Vorwürfen ist der Deutsche Orden.[99] Der Betroffene wurde von seinen Aufgaben als Seelsorger im hessischen Marburg-Schröck entbunden. Von 1997 bis 2009 war der Pater im Bistum Würzburg tätig.[100] Im Bistum Fulda wurden seit 2010 nach eigenen Angaben insgesamt Vorwürfe gegen acht noch lebende Priester erhoben. In vier Fällen wurden die Beschuldigten strafrechtlich belangt, in drei Fällen war die Straftaten bereits verjährt, ein Fall wurde an die Staatsanwaltschaft Würzburg überwiesen. Sieben weitere Priester wurden beschuldigt, waren aber bereits verstorben. Die Staatsanwaltschaft Hanau hatte elf Fälle festgestellt. In keinem kam es zu einer Verurteilung. Die Staatsanwaltschaft Marburg eröffnete fünf Verfahren, von denen vier wieder eingestellt wurden. Bei der Staatsanwaltschaft Kassel waren fünf Fälle bekannt geworden. Zwei bezogen sich auf die Vorgänge in Fritzlar, ein anderer endete mit einem Strafbefehl wegen Besitzes von Kinderpornographie.[97] Bistum Görlitz Das Bistum Görlitz gab 2010 an, keine Fälle von Missbrauch zu kennen. Erzbistum Hamburg Im Erzbistum Hamburg bestanden Vorwürfe gegen zwei Tatverdächtige, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelte. Insgesamt haben sich vier Opfer an der Sankt-Ansgar-Schule gemeldet.[53] Im Kinderhaus St. Josef in Bad Oldesloe soll ein Kaplan in den 1960er Jahren zwei Jungen missbraucht haben.[101] Im Schullandheim Neu-Börnsen (Kreis Herzogtum Lauenburg) soll ein Priester Anfang der 1950er Jahre eine Frau belästigt haben.[101] Bistum Hildesheim 2010 bestanden im Bistum Hildesheim Vorwürfe gegen vier Geistliche. Zwei von ihnen entstammten dem Berliner Canisius-Kolleg; darüber hinaus waren ein Pfarrer im Ruhestand und ein Priester aus Wolfsburg betroffen. Zudem wurden bereits verstorbene Geistliche belastet. Insgesamt geht man von über einem Dutzend Opfern aus.[53] Einer der beschuldigten Patres des Berliner Canisius-Kollegs war von 1982 bis 2003 als Seelsorger im Bistum Hildesheim tätig.[102] Im Juni 2011 wurde der Pfarrer der Gemeinde St. Joseph in Salzgitter festgenommen.[103] Er gestand, in den Jahren 2004 bis 2007 in Braunschweig und Salzgitter drei damals 9 bis 15 Jahre alte Jungen missbraucht zu haben. Bereits 2006 hatte es erste Beschwerden über den Pfarrer gegeben. Ein Ermittlungsverfahren wurde nach kurzer Zeit eingestellt; das Bistum untersagte dem Priester aber den direkten Kontakt zu und die Beschenkung von Kindern. Neuerliche Beschwerden im Jahre 2010 führten dazu, dass das Bistum seine Anweisung erneuerte und mit Beurlaubung drohte.[104] Im Juli 2011 gab es einen tätlichen Übergriff gegen den Pfarrer im Gefängnis.[105] Im Januar 2012 verurteilte das Landgericht Braunschweig den Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 36 und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 214 Fällen zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe.[106] Im März 2013 wurde der Mann auf eigenen Wunsch aus dem Klerikerstand entlassen.[107] Erzbistum Köln Infolge der Berichte über das Berliner Canisius-Kolleg wurden auch Missbrauchsfälle am ebenfalls von den Jesuiten geleiteten Aloisiuskolleg in Bonn bekannt.[46] Bis März 2010 waren hier ca. 30 Opfer bekannt.[73] Um eine lückenlose Aufklärung zu ermöglichen, trat am 8. Februar 2010 der Rektor Pater Theo Schneider zurück.[102] In Reaktion auf die Missbrauchsfälle wurde eine eigene Webseite eingerichtet.[108] Am 10. Dezember 2010 stellte die Schule ein umfassendes Präventionskonzept[109] zur Verhinderung zukünftiger Missbrauchsfälle vor.[110][111] Das Aloisiuskolleg veröffentlichte Ende Oktober 2010 einen ersten Zwischenbericht, worin die Grenzverletzungen gegenüber Schülern durch dortige Mitarbeiter von 1950 bis 2008 dokumentiert werden.[109] Am 15. Februar 2011 wurde schließlich der Abschlussbericht über die am Aloisiuskolleg geschehenen Missbrauchsfälle veröffentlicht. Insgesamt lagen für den Bericht, der den Zeitraum von 1950 bis 2010 umfasste, Angaben von 175 Personen über Grenzverletzungen vor. 58 Personen berichteten, selbst Grenzverletzungen erlebt zu haben. Belastet wurden insgesamt 23 Personen (18 Ordensmitglieder und 5 weltliche Mitarbeiter). Die Mehrzahl (14 Ordensmitglieder und 3 weltliche Mitarbeiter) war in den 1950er und 1960er Jahren am Aloisiuskolleg tätig. 31 von 58 Berichten betreffen einen Pater, der von 1968 bis 2008 am Aloisiuskolleg lebte und arbeitete. Hinweise auf vorsätzliche Vertuschung fanden sich nur in einem Fall Anfang der 1960er Jahre. Der Bericht konnte daher den Vorwurf einer systematischen Vertuschung der Fälle nicht bestätigen. Stattdessen wurde vor allem kritisiert, dass in der Regel gar nicht erst hingesehen wurde. So wurde Hinweisen nicht nachgegangen, sahen sich Verantwortliche als nicht zuständig an oder betrachteten die Vorkommnisse durchweg als Einzelfälle. Der Abschlussbericht identifizierte dazu mehrere strukturelle Risikofaktoren, die das beschriebene Verhalten begünstigt hätten. Benannt wurden zum einen Mängel in den Organisationsabläufen wie das Fehlen eines Kommunikations- und Dokumentationssystems, aber auch das frühere Werte- und Normensystem des Jesuitenordens, das durch mangelnde Transparenz und Kontrolle sowie Abschottungstendenzen Machtmissbrauch mit ermöglicht habe.[112] Der Bericht wurde von einzelnen Missbrauchsopfern dahingehend kritisiert, dass nicht alle berichteten Vorfälle in diesen aufgenommen worden wären.[113] Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelte 2010 außerdem gegen den Hausmeister einer Pfarrgemeinde. Der Mann wurde vom Dienst suspendiert und hat Hausverbot. Zur selben Zeit ermittelte auch die Staatsanwaltschaft Aachen gegen einen verdächtigen Priester, der zu der Zeit in einem Pflegeheim lebte.[53] Am 18. Februar 2010 machten die Pallottiner Fälle sexuellen Missbrauchs in dem früheren, 1967 geschlossenen Konvikt Sankt Albert in Rheinbach bei Bonn bekannt, wonach 2008 ein ehemaliger Schüler angegeben hatte, er und zwei weitere Jungen seien Anfang der 1960er Jahre von einem Pater missbraucht worden. Der beschuldigte Pater sei in den 1960er Jahren aus dem Orden ausgeschieden.[114] Zu den Betroffenen in Rheinbach zählt Wolfgang Niedecken.[115] Im Februar 2011 suspendierte das Erzbistum Köln einen Gemeindepfarrer im oberbergischen Morsbach. Der Pfarrer hatte dem Erzbistum gegenüber verheimlicht, dass er 2010 eine Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor 20 Jahren erhalten hatte. Das Erzbistum erfuhr von dem Fall erst durch die Anwältin des Opfers. Die Angelegenheit wurde an die Kurie zur Prüfung weiterer kirchenrechtlicher Konsequenzen überstellt.[116][117] Im Erzbistum Köln soll es nach Aussagen des Bistums nach Abarbeitung aller Hinweise vier Fälle geben, in denen die Opfer noch leben; einer der Täter, ein Priester, hat seine Täterschaft zugegeben.[51] Vom Missbrauchsbeauftragten des Ordens der Redemptoristen, Herrn Merzbach, vorsitzender Richter am Amtsgericht Leverkusen, werden in seinen Zwischenberichten mehrere Missbrauchsfälle am Collegium Josephinum in Bonn in den 50er und 60er Jahren berichtet. Das Collegium Josephinum war ein Internat der Redemptoristen in Bonn, das bis 1984 bestand und heute als reine Privatschule in der Trägerschaft der Redemptoristen geführt wird. Die Zwischenberichte sind abrufbar auf der Homepage des Vereins „Missbrauchsopfer Collegium Josephinum Bonn und Redemptoristen“ e.V.: [7] Der Spiegel kritisierte im Mai 2012, dass am Collegium Josephinum in Bonn ein Pater ein Präventionskonzept gegen sexuellen Missbrauch erarbeiten sollte, der in der Vergangenheit mit fragwürdigen Zäpfchenpraktiken gegenüber Jugendlichen aufgefallen war.[118] Im November 2013 berichtet die Osnabrücker Zeitung über einen Pädagogen im Ruhestand, der nach 55 Jahren eine Klage gegen 4 ehemalige Patres der Redemptoristen anstrebt.[119] Bistum Limburg 2010 waren im Bistum Limburg mindestens zehn erhärtete Verdachtsfälle bekannt. Die Fälle lagen größtenteils in den 1950er bis 1970er Jahren; mutmaßliche Täter waren kirchliche Mitarbeiter und Priester. In den 1990er Jahren soll ein Priester im Westerwald einen Jungen missbraucht haben; wegen Verjährung stellte die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen ihn ein. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelte gegen einen ehemaligen (entlassenen) Kirchenmitarbeiter.[53][73] In den 1950er und 1960er Jahren verübten laut Presseberichten im Kinderheim Vincenzhaus Hofheim (in Hofheim) der Frankfurter Caritas ehemalige Erzieher Misshandlungen und sexuelle Übergriffe an Kindern. Drei Opfer sind bekannt.[73] Bis April 2011 wollte sich das Bistum nicht detailliert zu Missbrauchsfällen äußern. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main hat von zehn Anzeigen drei abgegeben und die übrigen sieben wieder eingestellt. Bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wurde wegen Verjährung ein Verfahren gegen einen Priester eingestellt.[97] Bis Mitte 2011 wurden beim Bistum Limburg fünf Entschädigungsanträge wegen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Bistums gestellt.[120] Der Heimleiter des Sankt Vincenzstifts Aulhausen beging im September 1970 Suizid; ein interner Ermittlungsbericht (2010) spricht von übereinstimmenden Aussagen über vollzogene oder versuchte Vergewaltigung sogar während der Beichtsituation; es gebe „keine Zweifel an den Missbrauchshandlungen“ des Heimleiters.[121] Nachfolger dieses Heimleiters wurde Franz Kaspar (später - von 2008 bis 2013/14 Generalvikar des Bistums). Im April 2014 wurde bekannt, dass die Offenlegung eines Missbrauchsfalls aus den 1960er und 1970er Jahren verhinderte, der während seiner Zeit als Heimleiter des Sankt Vincenzstifts Aulhausen geschehen war.[122] Kaspar verbreitete am 8. April 2014 eine Erklärung; der Missbrauch tue ihm „unendlich leid“; dafür bitte er um Entschuldigung. Es sei Unrecht geschehen. Kaspar ging nicht auf Vorwürfe ein, er habe von Missbrauch gewusst und dazu geschwiegen.[123] Zuvor hatte Kaspar ein Strafverfahren wegen übler Nachrede gegen ein Opfer betrieben, das 1981 ein Buch veröffentlicht hatte; gegen die Verbreitung des Buches hatte Kaspar eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Strafverfahren endete in einem Vergleich.[122] Das Buch erschien im September 2012.[124][125] Am 3. April 2014 stellte das Stift Ergebnisse einer Telefonhotline vor.[126] Bistum Magdeburg Im April 2012 wurde ein Pfarrer des Bistums aufgrund des Besitzes kinderpornografischer Schriften angeklagt. Vorher war der Geistliche in der Pfarrei Edith Stein in Wolfen-Zörbig tätig. Er wurde bereits November 2011 beurlaubt.[127] Er wurde wegen des Besitzes von mehr als 4000 kinderpornografischen Fotos zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.[128] Bistum Mainz 1981 schrieb ein Bewohner des Knabenkonvikts in Bensheim einen Brief an den damaligen Bischof Hermann Volk. Er berichtete dabei von Missbrauch an ihm und weiteren Mitschülern, worauf der Domdekan die Opfer zu einem Gespräch einlud, das jedoch nicht zustande kam. Der Konvent war 1981 schon geschlossen worden. Der Brief wurde 2010 wiederentdeckt. Für Berichte über Vorwürfe, die schon in den 1970ern erhoben worden waren, ließen sich keine schriftlichen Belege finden. Das Bistum rief Opfer auf, sich beim Missbrauchsbeauftragten zu melden.[129] Daraufhin erhoben 15 ehemalige Schüler Vorwürfe von Misshandlung und Missbrauch.[102] Sie betrafen insbesonderes einen Sozialarbeiter, der von 1973 bis 1979 das Internat leitete.[53] Anfang 2010 wurden Vorwürfe gegen einen Pfarrer im Altkreis Lauterbach, Dekanat Alsfeld, erhoben. Die Vorwürfe bezogen sich auf die Jahre 1991 und 1992.[130] Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen Ende 2010 wegen Verjährung ein. Ein Opfer berichtete anonym in einem Zeitungsartikel.[131] Im Februar 2011 teilte der Justiziar des Bistums Mainz, Michael Ling, bei einer Gemeindeversammlung in Grebenhain mit, dass gegen den Vogelsberger Priester, der in den 80er-Jahren eine nicht genau bekannte Zahl von Jungen missbraucht haben soll, ein kirchliches Strafverfahren eingeleitet worden sei.[132] Im März 2011 verstarb der beschuldigte Priester nach jahrelanger Pflege im Bruder-Konrad-Stift, dem katholischen Alten- und Pflegeheim der Marienschwestern in Mainz. Im Nachruf von Weihbischof Werner Guballa hieß es: „In den letzten Jahren wurden schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer […] erhoben. Die Fakten, die dann im Laufe der Ermittlungen zutage traten, haben uns zutiefst erschüttert und beschämt.“[133] Einem Artikel des Kreis-Anzeigers vom 19. März 2011 zufolge soll der Pfarrer die Taten systematisch geplant und den Missbrauch auch in Räumen der Gemeinde durchgeführt haben.[134] Die Bearbeitung des Vorganges durch das Bistum löste in der Pfarrgemeinde Grebenhain vielfachen Unmut aus. Zum einen fühlte man sich vom Generalvikariat alleine gelassen, zum andern empfand man die Darstellung der Sachverhalte durch den Justiziar des Bistums als unangemessen.[135] 2010 wurden auch Vorwürfe gegen einen Priester des Bistums bekannt, der auch Mitglied des Schönstatt-Instituts in Simmern bei Koblenz ist. Der Priester war zu dem Zeitpunkt in Washington, D.C. und wurde verdächtigt, in den 80er- und 90er-Jahren sexuelle Beziehungen zu weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen unterhalten zu haben. Unter den mutmaßlichen Opfern befand sich jedoch kein Missbrauchsfall mit einer Unter-14-Jährigen. Die Vorfälle waren bereits 2004 durch ein Opfer bekannt geworden, allerdings wurde damals nicht das Bistum verständigt. Das Schönstatt-Institut bat stattdessen lediglich um Versetzung des Mannes.[136] Bei der Staatsanwaltschaft Gießen war im April 2011 noch ein Verfahren gegen einen 84-jährigen Priester anhängig, der in den 1990er Jahren ein Opfer sexuell missbraucht haben soll.[97] Bis Juni 2011 wurden beim Bistum Mainz 13 Anträge auf Entschädigung wegen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Bistums gestellt.[120] Erzbistum München und Freising Der Fall Hullermann Im März 2010 berichtete die New York Times[137] von einem wegen Kindesmissbrauchs vorbelasteten Pfarrer namens Peter Hullermann, nachdem sich Eltern in Essen über den Pfarrer beschwert hatten. Nach seiner Versetzung Anfang der 1980er Jahre war er in psychiatrischer Behandlung. Obwohl der Psychiater das Erzbistum München und Freising unter Leitung von Bischof Joseph Ratzinger eindringlich davor gewarnt hatte, den Priester wieder mit Kindern arbeiten zu lassen, wurde ihm erneut Kontakt zu Kindern ermöglicht.[137] Fünf Jahre später, 1986, wurde er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 4000 Mark Geldstrafe verurteilt.[138] Daraufhin erfolgte erneut eine Versetzung und er konnte 21 Jahre lang weiter mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Gespräche von Eltern, die sich wegen des Küssens von Kindern besorgt zeigten, seien von Mitgliedern des Pfarrgemeinderats in Garching abgeblockt worden. Im September 2008, nachdem ein Missbrauchsopfer ihn aufgespürt hatte, wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Auf Anweisung von Erzbischof Reinhard Marx wurde im selben Jahr ein forensisch-psychiatrisches Gutachten erstellt und Hullermann in der Folge strikt untersagt, Kinder-, Jugend- und Ministrantenarbeit auszuüben. Außerdem wurde er in die Tourismusseelsorge nach Bad Tölz versetzt.[139] Die Dienstanweisungen wurden Hullermann jedoch nicht schriftlich mitgeteilt. In den Akten fand sich lediglich ein Personalvermerk, und so konnte er weiterhin in Vertretung Jugendgottesdienste übernehmen.[140] Hullermann hatte insgesamt einen sehr guten Ruf in Garching an der Alz. Über den Informationsfluss zwischen den Gemeinden und kirchlichen Stellen gibt es widersprüchliche Aussagen: laut Aussage eines ehemaligen Vorsitzenden hatte der Pfarrgemeinderat Garching keine Information über Hullermanns Vergangenheit; laut Aussage eines ehemaligen Einwohners von Garching waren Hullermanns Neigungen kein Geheimnis (er berichtete von Schmierereien, die darauf anspielten).[141] Das Erzbistum widersprach Darstellungen aus Bad Tölz, dort habe niemand Bescheid gewusst; vielmehr sei der Pfarrverband vor Ort über Hullermanns Neigungen informiert worden.[142] Aufgrund von Recherchen der Süddeutschen Zeitung suspendierte das Erzbistum München und Freising Anfang März 2010 den Pfarrer.[141][143] Der Seelsorgereferent des Bistums, Prälat Josef Obermaier, trat zurück.[144] Gerhard Gruber (* 1928), von 1968 bis 1990 Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, übernahm die volle Verantwortung.[145] Ettal Mitte Februar 2010 wurden erste Vorwürfe gegen das Internat des Benediktinergymnasiums Ettal im oberbayerischen Kloster Ettal laut. Sie betrafen Fälle, die zeitlich unter Meldepflicht standen. Das zuständige Erzbistum München und Freising bat Abt Barnabas Bögle, die Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten, was dieser auch sofort tat.[146] Wenige Tage später trat auch der Schulleiter zurück.[147] Am 2. März 2010 ließ die Staatsanwaltschaft München II im Einvernehmen mit den Patres des Klosters Ettal erstmals ein Kloster durchsuchen, nachdem 20 mutmaßliche Opfer von sexuellen Übergriffen oder körperlicher Züchtigung berichtet hatten und Verdachtsfälle aus den Jahren 2003 bis 2005 nicht ordnungsgemäß gemeldet worden waren.[148] Am 14. März 2010 schrieb der Berater der Deutschen Bischofskonferenz in Fragen des Missbrauchs, Manfred Lütz, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass das Erzbistum Abt und Schulleiter zu Unrecht zum Rücktritt gedrängt habe, da für den konkreten Fall sogar ohne Vorliegen eines Missbrauchsvorwurfes ein Gutachten von Friedemann Pfäfflin eingefordert wurde, das keine Diagnose auf Pädophilie erbrachte.[149] Am 12. April 2010 wurde ein Bericht vorgelegt, der über Gewalt, Missbrauch und Sadismus berichtet. Insgesamt sollen sich rund 15 Mönche an über 100 Schülern vergangen haben.[150] Am 11. Juli 2010 wurde Bögle durch den Konvent wiedergewählt. Im Januar 2011 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Ordensangehörigen.[151] Im Februar 2011 kam es aufgrund des Umgangs mit den 2010 bekannten Missbrauchsvorwürfen gegenüber dem Kloster Ettal zu schweren Vorwürfen zwischen dem Kloster Ettal und dem Erzbistum München und Freising. Die Tageszeitung Die Welt warf Kardinal Reinhard Marx und der Erzdiözese vor, Missbrauchsfälle aus taktischen Gründen bewusst drei Monate zurückgehalten zu haben. Die Erzdiözese wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass sich die Verzögerung im konkreten Fall dadurch ergeben habe, dass das Opfer anfänglich nicht bereit gewesen sei, an die Öffentlichkeit zu gehen. Darauf habe das Erzbistum während der in Rede stehenden Zeit erfolgreich hingewirkt.[152] Gegen die Behauptung der Zeitung Die Welt erwirkte das Erzbistum München und Freising beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung.[153] Der neue Sonderermittler Hans-Joachim Jentsch bestätigte am 17. Februar 2011 im Wesentlichen den Bericht seines Vorgängers.[154] Das Kloster Ettal richtete einen Entschädigungsfonds von 700.000 Euro für 70 Betroffene ein. Die Betroffenen erhielten im Schnitt 10.000 Euro. Missbrauchsopfer lobten vor allem den nach persönlichen Gesprächen erfolgten Gesinnungswandel der Klosterleitung. Insbesondere das unbürokratische Vorgehen sei vorbildlich für die gesamte Kirche.[155] Das IPP München hat von Mai 2011 bis Februar 2013 eine Studie erstellt („Sexueller Missbrauch, psychische und körperliche Gewalt im Internat der Benediktinerabtei Ettal. Individuelle Folgen und organisatorisch-strukturelle Hintergründe“). Die 163seitige Studie wurde im März veröffentlicht und online gestellt.[156][157] Schäftlarn 2010 wurden Fälle des sexuellen Missbrauchs am Internat
eZ schreibt:
2015-01-21 09:15:45
HOME > JOB & KARRIERE > PRAKTIKUM > PRAKTIKUMSBERICHT Tipps für deinen perfekten Praktikumsbericht Kommentieren Wie man einen Praktikumsbericht verfasst Praktikumsbericht schreibenPraktika sind mittlerweile ein Muss in jedem Lebenslauf. Vor allem bei Pflichtpraktika zwischen Schule und Studium wird häufig auch ein Praktikumsbericht verlangt. Damit du auch diesen Schritt auf dem Weg zum Beruf mit Bravour meisterst, haben wir hier die wichtigsten Tipps für den perfekten Praktikumsbericht. Mit dem Praktikumsbericht dokumentierst du alle Tätigkeiten, die du während des Praktikums ausgeführt hast. Außerdem legst du dar, welche Fähigkeiten du in dieser Zeit erlernt hast. Wozu ein Praktikumsbericht? Deine Aufzeichnungen dienen zum einen dazu, den Ausbildungs-Standard des Praktikumsgebers zu kontrollieren: Wer seine Praktikanten nur mit Kopieren und Kaffeekochen beschäftigt, wird auf Dauer Konsequenzen zu befürchten haben (oder zumindest keine Praktikanten mehr bekommen). Zum anderen kann dir der Bericht helfen, dich an Einzelheiten zu erinnern und dir unter Umständen bei deiner nächsten Bewerbung gute Argumente liefern, warum du der beste Kandidat bist. Daher solltest du in jedem Fall während des Praktikums regelmäßig Notizen machen. Bevor du beginnst Schreibe bereits vor dem ersten Tag auf einen separaten Zettel, was du von deinem Praktikum erwartest, was du lernen und machen möchtest. So fällt es dir hinterher leichter, ein Resümee zu ziehen. Und wenn du darin feststellst, dass du zukünftig einen ganz anderen Beruf ausüben möchtest – dann ist das für dich ebenfalls eine wichtige Erkenntnis. Damit auch Außenstehende deinen Praktikumsbericht möglichst flüssig lesen können, solltest du ein paar formale Kriterien einhalten: Du schreibst den Bericht mit dem Computer (nicht per Hand) Verkehrsübliche Schrifttypen, z.B. Times New Roman oder Arial Schriftgröße: 11 oder 12 (Überschriften: 14) Zeilenabstand: 1,5 (lässt dem Betreuer Platz bei der Korrektur) Was muss in den Praktikumsbericht? In deinem Praktikumsbericht landet alles, was du täglich in dem Unternehmen tust. Alle Aufgaben, aber auch deine persönlichen Eindrücke deines beruflichen Alltags – was hat dir gefallen, was weniger? Denke stets daran, dass du für jemanden schreibst. Im Sinne der Nachvollziehbarkeit enthält der Praktikumsbericht daher a) eine Einleitung, b) einen Hauptteil und c) einen Schluss. Die Einleitung Zu Beginn schreibst du ein paar Worte zu dem Unternehmen, in dem du dein Praktikum absolvierst: In welcher Branche ist es tätig? Wie viele Mitarbeiter sind hier beschäftigt? Wo befindet sich der Standort deines Praktikums? Du kannst auch die wichtigsten Eckdaten aus der Firmengeschichte aufzählen oder ein Organigramm einfügen. Alle notwendigen Informationen findest du wahrscheinlich auf der Website des Unternehmens. Falls nicht, helfen dir deine Kollegen oder Vorgesetzten gern weiter.Tipps für den Praktikumsbericht Natürlich ist es interessant, wie lange das Praktikum dauert. Du kannst auch deine Motivation zu genau diesem Praktikum in deinem Bericht aufschreiben: Warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb? Wie bist du darauf gekommen? Gestalte deinen Praktikumsbericht möglichst so spannend wie einen Krimi. Wenn du in der Einleitung deine Erwartungen vom Anfang notierst und im Fazit deines „Romans“ wieder aufgreifst, ergibt sich am Ende für den Leser eine runde „Geschichte“. Der Hauptteil Im Hauptteil wird es konkret: Du hältst deinen Tagesablauf fest, deine Aufgaben und Erfahrungen. Wie ausführlich du dabei wirst, hängt im Wesentlichen von der Seitenvorgabe ab, die du von deiner Schule oder Uni bekommst. Du kannst jeden Tag beschreiben oder einen Wochenbericht verfassen, deine Hauptaufgaben oder nur einzelne Arbeitsabläufe. Du kannst davon berichten, wie sehr dir die Aufgaben liegen und Aussagen darüber machen, ob du auf den angestrebten Beruf vorbereitet wirst. „Bilder sagen mehr als 1000 Worte“, heißt es landläufig. Das gilt auch für Praktikumsberichte. Fotos von dem Unternehmen oder Arbeitsabläufen machen deine schriftlichen Ausführungen viel anschaulicher. Allerdings solltest du deine Vorgesetzten vorher fragen, ob du Bilder veröffentlichen darfst und, wenn ja, welche. Vielleicht steht dir ein Mitarbeiter Rede und Antwort? Mit einem Interview machst du den an sich nüchternen Bericht ein Stück spannender. Der Schluss Nun ist es ZSchreibe den optimalem Praktikumsberichteit für ein Fazit. Wie hat dir das Praktikum gefallen? Schau dir deine Einleitung im Praktikumsbericht an: Wie steht es um deine Erwartungen vom Anfang im Verhältnis zum Alltag der zurückliegenden Zeit? Sind sie erfüllt oder übertroffen worden oder hat dich das Praktikum ernüchtert? Wie stand es um die Atmosphäre am Arbeitsplatz? Wurdest du umfassend betreut? Du musst natürlich nicht alles loben, was dir begegnet ist. Achte aber darauf, dass jede Form der Kritik sachlich begründet sein muss. Auch für Verbesserungsvorschläge bietet das Resümee Platz. In einem Ausblick auf deine Zukunft kannst du darauf eingehen, ob der Job der zurückliegenden Wochen auch weiterhin für dich interessant ist. Für deinen Praktikumsbetreuer interessant: Würdest du das Unternehmen für weitere Praktikanten weiterempfehlen? Weitere Bestandteile Diese drei Elemente bilden den Kern deines Praktikumsberichtes. Doch darüber hinaus sollten auch die folgenden Bestandteile nicht fehlen. Deckblatt: Ein Deckblatt bereitet den Leser auf das vor, was ihn erwartet. Wie ein Buchdeckel enthält es einen Titel (z.B. „Praktikum bei xy – Zeitraum: 12.34.20XY bis 56.78.20XX“). Außerdem platzierst du hier deine Kontaktdaten incl. (seriöser) E-Mail-Adresse und Matrikel-Nummer sowie einen Kontakt zum Unternehmen. Ob und wie du dich bei der Covergestaltung kreativ austoben darfst, kann dir dein Praktikumsbetreuer erzählen. Inhaltsverzeichnis: Füge nach Abschluss deiner Arbeiten ein Inhaltsverzeichnis vor der Einleitung ein. So zeigst du, dass du planmäßig gearbeitet hast und erleichterst deinen Praktikumsbetreuern die Orientierung in deinem Bericht. Anhang: Im Anhang kannst du den Eindruck von deinem Praktikum bzw. dem Unternehmen vertiefen. Verwende dafür zum Beispiel Broschüren des Betriebs, Kopien von Arbeitsproben oder weitere Bilder von Arbeitsabläufen - beachte hier aber wiederum die Auflagen des Betriebs bezüglich seiner Interna. Außerdem heftest du die Praktikumsbescheinigung an. Und: Natürlich erwähnst du deinen Anhang im Inhaltsverzeichnis. Wenn du damit fertig bist, lies noch einmal Korrektur. Bitte eventuell auch jemanden aus deinem Freundes- oder Bekanntenkreis, sich den Praktikumsbericht genauer anzusehen. Ist alles in Ordnung, kannst du deinen künftigen Bestseller endlich ausdrucken und gegebenenfalls binden lassen. Die meisten Copy-Shops bieten mittlerweile einen solche Service an. Diese Ausführungen sind natürlich nur allgemeine Richtlinien für Praktikumsberichte. Die genauen Anforderungen an deinen Bericht erläutert dir ganz gewiss dein Praktikumsbetreuer Weitere Infos zu Praktika mit Schwerpunkt Ausland Alles zu Auslandspraktika auf Auslandsjob.de Möglichkeiten zum Pflegepraktikum im Ausland Famulatur in Argentinien Bildnachweise für diese Seite: sk_design | Fotolia.com, Bobo Lingq | Fotolia.com, jochenL.E. | Fotolia.com Drucken Gefällt dir dieser Artikel? Kommentare Frank schreibt: 2013-12-17 13:00:52 Fantastisch, Super Beitrag !!! Hat mir sehr geholfen . Simon schreibt: 2013-12-17 13:02:10 Dank euch habe ich eine 1 bekommen dankööööööööööö :D Leo schreibt: 2014-01-20 15:05:25 Bin gerade am schreiben und der Beitrag hilft echt super! Der Joker schreibt: 2014-02-27 09:17:29 Mir hat der beitrag sehr gut geholfen und ich habe in meiner praktikumsmappe eine 1 bekommen ;D ach ja und ich bin der joker Supi schreibt: 2014-07-01 13:26:37 Supi Tester schreibt: 2014-09-29 11:48:18 Super Beitrag! Leo schreibt: 2014-12-11 20:58:05 Super Text hat mir besonders im Fazit geholfen!!!!! Sehr empfehlenswert. :-) Batman schreibt: 2015-01-15 09:04:41 Hi Leute, erstmal, ja ich bin der echte Batman. An den Joker. Du bist fällig und ich mach dich fertig. Zu dem Bericht es ist echt ein super und hilfreicher Beitrag. RIP Joker Dein Vater schreibt: 2015-01-21 08:55:18 Ich hab deine Mutter gefickt. Deine Mutter schreibt: 2015-01-21 08:58:02 und ich deinen Vater Das Kind schreibt schreibt: 2015-01-21 09:00:00 Mama Papa es reicht Marcel Schu schreibt: 2015-01-21 09:00:31 ich stinke sexycora69 schreibt: 2015-01-21 09:03:01 hi guys suche großen hühnen mit langem pferdeschwanz bei interesse bitte melden ;-)))) Viel Spaß schreibt: 2015-01-21 09:07:30 Die Erde ist der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet des Sonnensystems. Ihr Durchmesser beträgt über 12.700 Kilometer und ihr Alter etwa 4,6 Milliarden Jahre. Sie ist Heimat aller bekannten Lebewesen. Nach der vorherrschenden chemischen Beschaffenheit der Erde wird der Begriff der erdartigen (terrestrischen) oder auch erdähnlichen Planeten definiert. Das astronomische Symbol der Erde ist ♁ oder \oplus [3] (Radkreuz). Inhaltsverzeichnis [Verbergen] 1 Umlaufbahn 2 Rotation 2.1 Präzession und Nutation 2.2 Rotationsdauer und Gezeitenkräfte 3 Aufbau 3.1 Innerer Aufbau 3.2 Oberfläche 3.3 Plattentektonik 4 Magnetisches Feld 5 Atmosphäre 6 Klima 6.1 Klimazonen 6.1.1 Polarzone 6.1.2 Gemäßigte Zone 6.1.3 Subtropen 6.1.4 Tropen 6.2 Jahreszeiten 6.3 Globaler Energiehaushalt 6.4 Einfluss des Menschen 7 Mond 8 Leben 9 Entstehung der Erde 9.1 Entstehung des Erdkörpers 9.2 Herkunft des Wassers 10 Zukunft 11 Siehe auch 12 Literatur 13 Weblinks 14 Medien 15 Einzelnachweise Umlaufbahn → Hauptartikel: Erdbahn Gemäß dem ersten keplerschen Gesetz bewegt sich die Erde um die Sonne auf einer elliptischen Bahn, die Sonne befindet sich in einem der Brennpunkte der Ellipse. Der sonnenfernste Punkt der Umlaufbahn, das Aphel, und der sonnennächste Punkt, das Perihel, sind die beiden Endpunkte der Hauptachse der Ellipse. Der Mittelwert des Aphel- und Perihelabstandes ist die große Halbachse der Ellipse und beträgt etwa 149,6 Mio. km. Ursprünglich wurde dieser Abstand der Definition der Astronomischen Einheit (AE) zugrunde gelegt, die als astronomische Längeneinheit hauptsächlich für Entfernungsangaben innerhalb des Sonnensystems verwendet wird. Das Perihel liegt bei 0,983 AE (147,1 Mio. km) und das Aphel bei 1,017 AE (152,1 Mio. km). Die Exzentrizität der Ellipse beträgt also 0,0167. Der Perihel-Durchgang erfolgt um den 3. Januar und der Aphel-Durchgang um den 5. Juli. Für einen Sonnenumlauf benötigt die Erde 365 Tage, 6 Stunden, 9 Minuten und 9,54 Sekunden; diese Zeitspanne wird auch als siderisches Jahr bezeichnet. Das siderische Jahr ist 20 Minuten und 24 Sekunden länger als das tropische Jahr, das die Basis für das bürgerliche Jahr der Kalenderrechnung bildet. Die Bahngeschwindigkeit beträgt im Mittel 29,78 km/s, im Perihel 30,29 km/s und im Aphel 29,29 km/s; somit legt der Planet eine Strecke von der Größe seines Durchmessers in gut sieben Minuten zurück. Zur inneren Nachbarbahn der Venus hat die Erdbahn einen mittleren Abstand von 0,28 AE (41,44 Mio. km) und bis zur äußeren Nachbarbahn des Mars sind es im Mittel 0,52 AE (78,32 Mio. km). Auf der Erdbahn befinden sich mehrere koorbitale Objekte, siehe dazu unter Erdbahn. Der Umlaufsinn der Erde ist rechtläufig, das heißt, dass sie sich entsprechend der Regel der Drehrichtung im Sonnensystem vom Nordpol der Erdbahnebene aus gesehen dem Uhrzeigersinn entgegengesetzt um die Sonne bewegt. Die Bahnebene der Erde wird Ekliptik genannt. Die Ekliptik ist um gut 7° gegen die Äquatorebene der Sonne geneigt. Der Nordpol der Sonne ist der Erde am stärksten gegen Anfang September zugewandt, der solare Südpol wiederum gegen Anfang März. Nur um den 6. Juni und den 8. Dezember befindet sich die Erde kurz in der Ebene des Sonnenäquators. Rotation Siderischer Tag (1–2) und Sonnentag (1–3) Erde – Rotation → Hauptartikel: Erdrotation Die Erde rotiert rechtläufig – in Richtung Osten – in 23 Stunden, 56 Minuten und 4,09 Sekunden relativ zu den Fixsternen einmal um ihre eigene Achse. Analog zum siderischen Jahr wird diese Zeitspanne als siderischer Tag bezeichnet. Aufgrund der Bahnbewegung der Erde entlang ihrer Umlaufbahn im gleichen Drehsinn und der daraus resultierenden leicht unterschiedlichen Position der Sonne an aufeinanderfolgenden Tagen ist ein Sonnentag, der als die Zeitspanne zwischen zwei Sonnenhöchstständen (Mittag) definiert ist, etwas länger als ein siderischer Tag und wird nach Definition in 24 Stunden eingeteilt. Aufgrund der Eigenrotation der Erde hat ein Punkt auf dem Äquator eine Geschwindigkeit von 464 m/s bzw. 1670 km/h. Infolge der dadurch bedingten Fliehkraft ist die Figur der Erde an den Polen geringfügig abgeplattet und dafür gegen ihren Äquator zu einem sogenannten Äquatorwulst verformt. Gegenüber einer volumengleichen Kugel ist der Erdradius am Äquator 7 Kilometer größer und der Polradius 14 Kilometer kleiner. Der Durchmesser am Äquator ist etwa 43 km größer als der von Pol zu Pol. Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der Punkt der Erdoberfläche, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist. Die Rotationsachse der Erde ist 23°26' gegen die senkrechte Achse der Ekliptik geneigt, dadurch werden die Nord- und die Südhalbkugel der Erde an verschiedenen Punkten ihrer Umlaufbahn um die Sonne unterschiedlich beschienen, was zu den das Klima der Erde prägenden Jahreszeiten führt. Die Richtung der Achsneigung fällt für die Nordhalbkugel derzeit in die ekliptikale Länge des Sternbilds Stier. In dieser Richtung steht, von der Erde aus gesehen, am 21. Juni auch die Sonne zur Sommersonnenwende. Da die Erde zwei Wochen später ihr Aphel durchläuft, fällt der Sommer auf der Nordhalbkugel in die Zeit ihres sonnenfernen Bahnbereichs. Präzession und Nutation Präzessionsbewegung der Erdachse Datei:NASA Earth from Orbit 2012.webm Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Erde, die 2012 aufgenommen wurden. (in HD) Die Gezeitenkräfte des Mondes und der Sonne bewirken am Äquatorwulst der Erde ein Drehmoment, das die Erdachse aufzurichten versucht und zu einer Kreiselbewegung der Rotationsachse führt. Ein vollständiger Kegelumlauf dieser lunisolaren Präzession dauert etwa 25.700 bis 25.800 Jahre. Mit diesem Zyklus der Präzession verschieben sich die Jahreszeiten. Der Mond verursacht durch die Präzessionsbewegung seiner eigenen Umlaufbahn mit einer Periode von 18,6 Jahren eine zusätzliche „nickende“ Bewegung der Erdachse, die als Nutation bezeichnet wird. Der Einfluss des Mondes bewirkt zugleich eine Stabilisierung der Erdachsenneigung, die ohne ihn durch die Anziehungskraft der Planeten bis zu einer Schräglage von 85° taumeln würde.[4] Für Einzelheiten siehe den Abschnitt Mond. Rotationsdauer und Gezeitenkräfte Die Gravitation von Mond und Sonne verursacht auf der Erde die Gezeiten. Der Anteil der Sonne ist dabei etwa halb so groß wie der des Mondes. Damit verbunden ist die Gezeitenreibung von Ebbe und Flut der Meere. Diese bremst die Erdrotation und verlängert dadurch gegenwärtig die Tage um etwa 20 Mikrosekunden pro Jahr. Die Gezeiten wirken sich auch auf die Landmassen aus, die sich um etwa einen halben Meter heben und senken. Die Rotationsenergie der Erde wird dabei in Wärme umgewandelt. Der Drehimpuls wird auf den Mond übertragen, der sich dadurch um etwa vier Zentimeter pro Jahr von der Erde entfernt. Dieser schon lange vermutete Effekt ist seit etwa 1995 durch Laserdistanzmessungen abgesichert. Extrapoliert man diese Abbremsung in die Zukunft, wird auch die Erde einmal dem Mond immer dieselbe Seite zuwenden, wobei ein Tag auf der Erde dann etwa siebenundvierzig Mal so lang wäre wie heute. Damit unterliegt die Erde demselben Effekt, der in der Vergangenheit schon zur gebundenen Rotation (Korotation) des Mondes geführt hat. Für Details siehe: Langfristige Änderungen der Erdrotation und Moderne Gezeitentheorie Abstände der Erde und der unteren Planeten zur Sonne: Mittlere Entfernung (Pfeil) und Bereich des Umlaufbahnradius für Erde, Venus und Merkur von der Sonne. Entfernungen zur und Größe der Sonne sind hierbei maßstabsgetreu, Planeten müssten dafür unter 0,06 Pixel groß sein. Aufbau Innerer Aufbau → Hauptartikel: Innerer Aufbau der Erde und Erdfigur Die massenanteilige Zusammensetzung der Erde besteht hauptsächlich aus Eisen (32,1 %), Sauerstoff (30,1 %), Silizium (15,1 %), Magnesium (13,9 %), Schwefel (2,9 %), Nickel (1,8 %), Calcium (1,5 %) und Aluminium (1,4 %). Die restlichen 1,2 % teilen sich Spuren von anderen Elementen. Nach seismischen Messungen ist die Erde hauptsächlich aus drei Schalen aufgebaut: aus dem Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste. Diese Schalen sind durch seismische Diskontinuitätsflächen (Unstetigkeitsflächen) voneinander abgegrenzt. Die Erdkruste und der oberste Teil des oberen Mantels bilden zusammen die sogenannte Lithosphäre. Sie ist zwischen 50 und 100 km dick und zergliedert sich in große und kleinere tektonische Einheiten, die Platten. Ein dreidimensionales Modell der Erde wird, wie alle verkleinerten Nachbildungen von Weltkörpern, Globus genannt. Der Schalenaufbau der Erde Dreidimensionale Darstellung Oberfläche Gesamtfläche der Erde 510.000.000 km2 100 % Wasserfläche 360.570.000 km2 70,7 % Landfläche 149.430.000 km2 29,3 % Landwirtschaftlich genutzte Fläche 2009[5] 48.827.330 km2 9,6 % Waldfläche 2010[6] 40.204.320 km2 7,9 % Nordhalbkugel Südhalbkugel → Hauptartikel: Erdoberfläche Der Äquatorumfang ist durch die Zentrifugalkraft der Rotation mit 40.075,017 km um 67,154 km bzw. um 0,17 % größer als der Polumfang mit 40.007,863 km (bezogen auf das geodätische Referenzellipsoid von 1980). Der Poldurchmesser ist mit 12.713,504 km dementsprechend um 42,816 km bzw. um 0,34 % kleiner als der Äquatordurchmesser mit 12.756,320 km (bezogen auf das Referenzellipsoid; die tatsächlichen Zahlen weichen davon ab). Die Unterschiede im Umfang tragen mit dazu bei, dass es keinen eindeutig höchsten Berg auf der Erde gibt. Nach der Höhe über dem Meeresspiegel ist es der Mount Everest im Himalaya und nach dem Abstand des Gipfels vom Erdmittelpunkt der auf dem Äquatorwulst stehende Vulkanberg Chimborazo in den Anden. Von der jeweils eigenen Basis an gemessen ist der Mauna Kea auf der vom pazifischen Meeresboden aufragenden großen vulkanischen Hawaii-Insel am höchsten. Landhalbkugel Wasserhalbkugel Wie die meisten festen Planeten und fast alle größeren Monde, zum Beispiel der Erdmond, weist auch die Erde eine deutliche Zweiteilung ihrer Oberfläche in unterschiedlich ausgeprägte Halbkugeln auf. Die Oberfläche von ca. 510 Mio. km² unterteilt sich in eine Landhemisphäre und eine Wasserhemisphäre. Die Landhalbkugel ist die Hemisphäre mit dem maximalen Anteil an Land. Er beträgt mit 47 % knapp die Hälfte der sichtbaren Fläche. Die Fläche der gegenüberliegenden Wasserhalbkugel enthält nur 11 % Land und wird durch Ozeane dominiert. Damit ist die Erde der einzige Planet im Sonnensystem, auf dem flüssiges Wasser auf der Oberfläche existiert. In den Meeren sind 96,5 % des gesamten Wassers des Planeten enthalten. Das Meerwasser enthält im Durchschnitt 3,5 % Salz. Die Wasserfläche hat in der gegenwärtigen geologischen Epoche einen Gesamtanteil von 70,7 %. Die von der Landfläche umfassten 29,3 % entfallen hauptsächlich auf sieben Kontinente; der Größe nach: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Europa und Australien (Europa ist als große westliche Halbinsel Asiens im Rahmen der Plattentektonik allerdings wahrscheinlich nie eine selbstständige Einheit gewesen). Die kategorische Grenzziehung zwischen Australien als kleinstem Erdteil und Grönland als größter Insel wurde nur rein konventionell festgelegt. Die Fläche des Weltmeeres wird im Allgemeinen in drei Ozeane einschließlich der Nebenmeere unterteilt: den Pazifik, den Atlantik und den Indik. Die tiefste Stelle, das Witjastief 1 im Marianengraben, liegt 11.034 m unter dem Meeresspiegel. Die durchschnittliche Meerestiefe beträgt 3.800 m. Das ist etwa das Fünffache der bei 800 m liegenden mittleren Höhe der Kontinente (s. hypsografische Kurve). Plattentektonik → Hauptartikel: Plattentektonik Die größten Platten entsprechen in ihrer Anzahl und Ordnung etwa jener der von ihnen getragenen Kontinente, mit Ausnahme der pazifischen Platte. Alle diese Schollen bewegen sich gemäß der Plattentektonik relativ zueinander auf den teils aufgeschmolzenen, zähflüssigen Gesteinen des oberen Mantels, der 100 bis 150 km mächtigen Asthenosphäre. Magnetisches Feld → Hauptartikel: Erdmagnetfeld Das die Erde umgebende magnetische Feld wird von einem Geodynamo erzeugt. Das Feld ähnelt nahe der Erdoberfläche einem magnetischen Dipol. Die magnetischen Feldlinien treten auf der Südhalbkugel der Erde aus und durch die Nordhalbkugel wieder in die Erde ein. Im Erdmantel verändert sich die Form des Magnetfeldes. Außerhalb der Erdatmosphäre wird das Dipolfeld durch den Sonnenwind verformt. Die geomagnetischen Pole der Erde fallen nicht genau mit den geografischen Polen der Erde zusammen. Im Jahr 2007 war die Achse des geomagnetischen Dipolfeldes um etwa 11,5° gegenüber der Erdachse geneigt. Atmosphäre Diese Ansicht aus der Umlaufbahn zeigt den Vollmond, der von der Erdatmosphäre teilweise verschleiert wird. NASA-Bild. → Hauptartikel: Erdatmosphäre Der Übergang zwischen Erdatmosphäre und Weltraum ist kontinuierlich und man kann daher keine scharfe Obergrenze ziehen. Die Masse beträgt 5,13 x 1018 kg und macht somit knapp ein Millionstel der Erdmasse aus. Der mittlere Luftdruck auf dem Niveau des Meeresspiegels beträgt unter Standardbedingungen 1013,25 hPa. In den bodennahen Schichten besteht die Lufthülle im Wesentlichen aus 78 Vol.-% Stickstoff, 21 Vol.-% Sauerstoff und 1 Vol.-% Edelgasen, überwiegend Argon. Dazu kommt ein Anteil von 0,4 Vol.-% Wasserdampf in der gesamten Erdatmosphäre. Der für den Treibhauseffekt wichtige Anteil an Kohlendioxid steigt zurzeit durch menschlichen Einfluss und liegt jetzt bei etwa 0,04 Vol.-% [7]. Die auf der Erde meteorologisch gemessenen Temperaturextreme betragen −89,2 °C (gemessen am 21. Juli 1983 in der Wostok-Station in der Antarktis auf 3420 Metern Höhe und 56,7 °C, gemessen am 10. Juli 1913 im Death Valley auf 54 m unter dem Meeresspiegel)[8]. Die mittlere Temperatur in Bodennähe beträgt 15 °C. Die Schallgeschwindigkeit bei dieser Temperatur beträgt in der Luft auf Meeresniveau etwa 340 m/s. Die Erdatmosphäre streut den kurzwelligen, blauen Spektralanteil des Sonnenlichts etwa fünfmal stärker als den langwelligen, roten und bedingt dadurch bei hohem Sonnenstand die Blaufärbung des Himmels. Dass die Oberfläche der Meere und Ozeane vom Weltall aus gesehen blau erscheinen, weswegen die Erde seit dem Beginn der Raumfahrt auch der „Blaue Planet“ genannt wird, ist jedoch auf die stärkere Absorption roten Lichtes im Wasser selbst zurückzuführen. Die Spiegelung des blauen Himmels an der Wasseroberfläche ist dabei nur von nebensächlicher Bedeutung. Klima Klimazonen Die Erde wird anhand unterschiedlich intensiver Sonneneinstrahlung in Klimazonen eingeteilt, die sich vom Nordpol zum Äquator erstrecken – und auf der Südhalbkugel spiegelbildlich verlaufen. Klimazone ungefähre Breitengrade Nord/Süd ungefähre Durchschnittstemperatur Polarzone/Kalte Zone Nord-/Südpol bis 66,56° (Polarkreise) 0 °C Gemäßigte Zone 66,56° bis 40° 8 °C Subtropen 40° bis 23,5° (Wendekreise) 16 °C Tropen 23,5° bis Äquator 24 °C Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind umso stärker, je weiter die Klimazone vom Äquator und vom nächsten Ozean entfernt liegt. Polarzone Unter den Polargebieten versteht man zum einen die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises, die Arktis, sowie die Region innerhalb des südlichen Polarkreises, die Antarktis, die den größten Teil des Kontinents Antarktika enthält. Besonderes Kennzeichen der Polarregionen ist neben dem kalten Klima mit viel Schnee und Eis der bis zu einem halben Jahr dauernde Polartag mit der Mitternachtssonne bzw. die Polarnacht, aber auch die Polarlichter. Gemäßigte Zone Klimagürtel der Erde Die gemäßigte Klimazone erstreckt sich vom Polarkreis bis zum vierzigsten Breitengrad und wird in eine kalt-, kühl- und warmgemäßigte Zone eingeteilt. Diese Zone weist einen großen Unterschied zwischen den Jahreszeiten auf, der in Richtung des Äquators jedoch etwas abnimmt. Ein weiteres Merkmal sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, die je nach Jahreszeit stark variieren. Diese Unterschiede nehmen, je näher man dem Pol kommt, immer mehr zu. Die Vegetation wird durch Nadel-, Misch- und Laubwälder geprägt, wobei die Nadelwälder in Richtung Äquator immer weniger werden. Subtropen Die Subtropen liegen in der geografischen Breite zwischen den Tropen in Äquatorrichtung und den gemäßigten Zonen in Richtung der Pole, ungefähr zwischen 25° und 40° nördlicher beziehungsweise südlicher Breite. Diese Gebiete haben typischerweise tropische Sommer und nicht-tropische Winter. Man kann sie unterteilen in trockene, winterfeuchte, sommerfeuchte und immerfeuchte Subtropen. Eine weitverbreitete Definition definiert das Klima dort als subtropisch, wo die Mitteltemperatur im Jahr über 20 Grad Celsius liegt, die Mitteltemperatur des kältesten Monats jedoch unter der Marke von 20 Grad bleibt. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht fallen relativ gering aus. Die Vegetation reicht von der Artenvielfalt, wie sie zum Beispiel im Mittelmeer auftritt, über die Vegetation der trockenen Savanne bis hin zur kargen oder auch völlig fehlenden Vegetation in Wüsten wie der Sahara. Tropen Die Tropen befinden sich zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis. Die Tropen können in die wechselfeuchten und immerfeuchten Tropen unterschieden werden. In den Tropen sind Tag und Nacht immer ungefähr gleich lang (zwischen 10,5 und 13,5 Stunden). Klimatische Jahreszeiten gibt es nur in den wechselfeuchten Tropen und lassen sich lediglich in Trocken- und Regenzeit unterscheiden. Typisch für die wechselfeuchten Tropen sind die Feuchtsavannen, die sich nördlich und südlich der großen Regenwälder befinden. Sie zeichnen sich durch ihre weiten Grasländer aus. Beispiele sind die afrikanische Savanne und der Pantanal in Südbrasilien und Paraguay. Für die immerfeuchten Tropen, die sich rund um den Äquator befinden, sind die großen, sehr artenreichen Regenwälder, wie zum Beispiel diejenigen der Amazonasregion, typisch. Jahreszeiten Die Neigung der Erdachse Die Jahreszeiten werden in erster Linie von der Einstrahlung der Sonne verursacht und können infolgedessen durch Temperatur- und/oder Niederschlagsmengenschwankungen geprägt sein. In der gemäßigten Zone wird darunter gewöhnlich der Wechsel der Tageshöchst- bzw. Tagestiefsttemperaturen verstanden. In subtropischen (und noch ausgeprägter in tropischen) Regionen wird dieses Temperaturregime stärker durch Schwankungen der Monatsmittel des Niederschlags überlagert und in seiner Wahrnehmbarkeit beeinflusst. Die Unterschiede entstehen durch die Neigung des Äquators gegen die Ekliptik. Dies hat zur Folge, dass der Zenitstand der Sonne zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis hin- und herwandert (daher auch der Name Wendekreis). Dadurch entstehen neben den unterschiedlichen Einstrahlungen auch die unterschiedlichen Tag- und Nachtlängen, die mit zunehmender Polnähe immer ausgeprägter werden. Die Wanderung erfolgt im Jahresrhythmus wie folgt: 21. Dezember (Wintersonnenwende): Die Sonne steht über dem südlichen Wendekreis (Wendekreis des Steinbocks). Auf der Nordhalbkugel ist nun der kürzeste und auf der Südhalbkugel der längste Tag des Jahres. Der astronomische Winter beginnt. Durch die nun geringe Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel erreicht die mittlere (Tages- bzw. Monats-)Temperatur dort mit einiger Verzögerung ihren Tiefpunkt. Am Nordpol ist die Mitte der Polarnacht und am Südpol die Mitte des Polartags. 19. bis 21. März: Tagundnachtgleiche: astronomischer Frühlingsbeginn im Norden und astronomischer Herbstbeginn im Süden. Die Sonne ist auf Höhe des Äquators. 21. Juni (Sommersonnenwende): Die Sonne steht über dem nördlichen Wendekreis (Wendekreis des Krebses). Längster Tag im Norden und kürzester Tag im Süden. Auf der Nordhalbkugel beginnt nun der astronomische Sommer und auf der Südhalbkugel der astronomische Winter. Durch die höhere Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel erreicht die mittlere Tages- bzw. Monatstemperatur dort mit einiger Verzögerung ihren Höchstpunkt. Am Nordpol ist die Mitte des Polartags und am Südpol die Mitte der Polarnacht. 22. oder 23. September: Tagundnachtgleiche: Im Norden beginnt astronomisch der Herbst, im Süden der Frühling. Die Sonne ist erneut auf Höhe des Äquators. Abweichend davon wird in der Meteorologie der Beginn der Jahreszeiten jeweils auf den Monatsanfang vorverlegt (1. Dezember, 1. März usw.). Globaler Energiehaushalt Der Energiehaushalt der Erde wird im Wesentlichen durch die Einstrahlung der Sonne und die Ausstrahlung der Erdoberfläche bzw. Atmosphäre bestimmt, also durch den Strahlungshaushalt der Erde. Die restlichen Beiträge von zusammen etwa 0,02 % liegen deutlich unterhalb der Messungsgenauigkeit der Solarkonstanten sowie ihrer Schwankung im Lauf eines Sonnenfleckenzyklus. Etwa 0,013 % macht der durch radioaktive Zerfälle erzeugte geothermische Energiebeitrag aus, etwa 0,007 % stammen aus der menschlichen Nutzung fossiler und nuklearer Energieträger und etwa 0,002 % verursacht die Gezeitenreibung. Die geometrische Albedo der Erde beträgt im Mittel 0,367, wobei ein wesentlicher Anteil auf die Wolken der Erdatmosphäre zurückzuführen ist. Dies führt zu einer globalen effektiven Temperatur von 246 K (−27 °C). Die Durchschnittstemperatur am Boden liegt jedoch durch einen starken atmosphärischen Treibhauseffekt bzw. Gegenstrahlung bei etwa 288 K (15 °C), wobei die Treibhausgase Wasser und Kohlendioxid den Hauptbeitrag liefern. Siehe auch: Gleichgewichtstemperatur Einfluss des Menschen Zunächst lebten Menschen als Jäger und Sammler. Mit der Neolithischen Revolution begannen im Vorderen Orient (11.), in China (8.) und im mexikanischen Tiefland (6. Jahrtausend v. Chr.) Ackerbau und Viehzucht. Die Kulturpflanzen verdrängten die natürliche Pflanzen- und Tierwelt. Im Zuge der Industrialisierung wurden weiträumige Landflächen in Industrie- und Verkehrsflächen umgewandelt. Die Wechselwirkungen zwischen Lebewesen und Klima haben heute durch den zunehmenden Einfluss des Menschen eine neue Quantität erreicht. Während im Jahr 1920 etwa 1,8 Milliarden Menschen die Erde bevölkerten, wuchs die Erdbevölkerung bis zum Jahr 2008 auf knapp 6,7 Milliarden an. In den Entwicklungsländern ist für die absehbare Zukunft weiterhin ein starkes Bevölkerungswachstum zu erwarten, während in vielen hoch entwickelten Ländern die Bevölkerung stagniert oder nur sehr langsam zunimmt, deren industrieller Einfluss auf die Natur aber weiterhin wächst. Im Februar 2005 prognostizierten Experten der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2013 einen Anstieg der Erdbevölkerung auf 7 Milliarden und auf 9,1 Milliarden bis 2050. Seit 1990 ist der 22. April als Tag der Erde der internationale Aktionstag zum Schutz der Umwelt. Das Jahr 2008 wurde von den Vereinten Nationen unter Federführung der UNESCO zum Internationalen Jahr des Planeten Erde (IYPE) erklärt. Diese bislang größte weltweite Initiative in den Geowissenschaften soll die Bedeutung und den Nutzen der modernen Geowissenschaften für die Gesellschaft und für eine nachhaltige Entwicklung verdeutlichen. Zahlreiche Veranstaltungen und interdisziplinäre Projekte auf internationaler und nationaler Ebene erstreckten sich von 2007 bis 2009 über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren.[9] Die Erdoberfläche bei Tag (Fotomontage). Die Erdoberfläche bei Nacht (Fotomontage). Mit Eispanzer (Fotomontage) Mit Eispanzer und Wolken (Fotomontage) Mond Die Erde vom Mond aus gesehen → Hauptartikel: Mond Die Erde wird von einem natürlichen Satelliten umkreist – dem Mond. Das Verhältnis des Durchmessers des Mondes zu seinem Planeten (mittlerer Monddurchmesser (3476 km) zu mittlerem Erddurchmesser (12.742 km) ist 0,273) ist beim Erdmond deutlich größer, als es bei den „Monden“ der anderen Planeten der Fall ist. Die Präzessionsbewegung der Erdachse ist auch mit einer Schwankung der Achsneigung von ± 1,3° um den Mittelwert von 23,3° verbunden. Diese Schwankung würde wesentlich größer ausfallen, wenn die Präzessionsperiode von etwa 26000 Jahren in Resonanz mit einer der zahlreichen periodischen Störungen stünde, welchen die Erdbahn infolge der Gravitationseinflüsse der anderen Planeten unterliegt. Gegenwärtig hat lediglich eine durch Jupiter und Saturn verursachte Störung mit einer Periode von 25760 Jahren einen gewissen Einfluss, ist aber zu schwach, um größere Veränderungen zu bewirken. Wie Simulationsrechnungen zeigen, wäre im gegenwärtigen Zustand des Sonnensystems die Achsneigung der Erde instabil, wenn sie im Bereich von etwa 60° bis 90° läge; die tatsächliche Neigung von gut 23° hingegen ist weit genug von starken Resonanzen entfernt und bleibt stabil.[10] Hätte die Erde jedoch keinen Mond, so wäre die Präzessionsperiode etwa dreimal so groß, weil der Mond etwa zwei Drittel der Präzessionsgeschwindigkeit verursacht und bei seiner Abwesenheit nur das von der Sonne verursachte Drittel übrigbliebe. Diese deutlich längere Präzessionsperiode läge in der Nähe zahlreicher Störungen, von denen die stärksten mit Perioden von 68750, 73000 und 70800 Jahren erhebliche Resonanzeffekte verursachen würden. Rechnungen zeigen, dass unter diesen Umständen alle Achsneigungen zwischen 0° und etwa 85° instabil wären. Eine typische Schwankung von 0° bis 60° würde dabei weniger als 2 Millionen Jahre erfordern.[10] Der große Satellit verhindert diese Resonanzen und stabilisiert so mit seiner relativ großen Masse die Neigung der Erdachse gegen die Ekliptik und schafft durch die so von ihm bewirkte Zügelung der Jahreszeiten günstige Bedingungen für die Entwicklung des Lebens auf seinem Planeten. Größenverhältnis zwischen Erde und Mond und ihr Abstand zueinander: Korrektes Größen- und Abstandsverhältnis zwischen Erde und Mond. Erde Mond Leben Die Erde ist bisher der einzige Planet, auf dem Lebensformen bzw. eine Biosphäre von Menschen nachgewiesen wurden. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung begann das Leben auf der Erde möglicherweise innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, gleich nach dem Ausklingen des letzten schweren Bombardements großer Asteroiden, dem die Erde nach ihrer Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren bis etwa vor 3,9 Milliarden Jahren als letzte Phase der Bildung ihres Planetensystems ausgesetzt war. Nach dieser Zeit hat sich eine stabile Erdkruste ausgebildet und so weit abgekühlt, dass sich Wasser auf ihr sammeln konnte. Es gibt Hinweise, die allerdings nicht von allen damit befassten Wissenschaftlern anerkannt werden, dass sich Leben schon (geologisch) kurze Zeit später entwickelte. In 3,85 Milliarden Jahre altem Sedimentgestein aus der Isua-Region im Südwesten Grönlands wurden in den Verhältnissen von Kohlenstoffisotopen Anomalien entdeckt, die auf biologischen Stoffwechsel hindeuten könnten; bei dem Gestein kann es sich aber auch statt um Sedimente lediglich um ein stark verändertes Ergussgestein ohne derartige Bedeutung handeln. Die ältesten direkten, allerdings umstrittenen Hinweise auf Leben sind Strukturen in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen der Warrawoona-Gruppe im Nordwesten Australiens und im Barberton-Grünsteingürtel in Südafrika, die als von Cyanobakterien verursacht gedeutet werden. Die ältesten eindeutigen Lebensspuren auf der Erde sind 1,9 Milliarden Jahre alte Fossilien aus der Gunflint-Formation in Ontario, die Bakterien oder Archaeen gewesen sein könnten. Die chemische wie die biologische Evolution sind untrennbar mit der Klimageschichte verknüpft. Obwohl die Strahlungsleistung der Sonne anfangs deutlich geringer als heute war (vgl. Paradoxon der schwachen jungen Sonne), gibt es Hinweise auf Leben auf der Erde, grundsätzlich vergleichbar dem heutigen, „seit es Steine gibt“.[11] Das Leben auf der Erde wird in seiner Entwicklung von den herrschenden Bedingungen geprägt und hat seinerseits Einfluss auf die Entwicklung und das Erscheinungsbild der Erde. Durch den Stoffwechsel des pflanzlichen Lebens, also durch die Photosynthese, wurde die Erdatmosphäre mit molekularem Sauerstoff angereichert und bekam ihren oxidierenden Charakter. Zudem wurde die Albedo und damit die Energiebilanz durch die Pflanzendecke merklich verändert. Entstehung der Erde Wasser bedeckt etwa 70 % der Erdoberfläche. Entstehung des Erdkörpers → Hauptartikel: Entstehung der Erde Wie die Sonne und ihre anderen Planeten entstand die Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus der Verdichtung des Sonnennebels. Man nimmt heute allgemein an, dass sie während der ersten 100 Millionen Jahre einem intensiven Bombardement von Asteroiden ausgesetzt war. Heute ist der Beschuss nur noch gering. Die meisten der Meteore werden von Objekten hervorgerufen, die kleiner als 1 cm sind. Im Gegensatz zum Mond sind auf der Erde fast alle Einschlagkrater durch geologische Prozesse wieder ausgelöscht worden. Durch die kinetische Energie der Impakte während des schweren Bombardements und durch die Wärmeproduktion des radioaktiven Zerfalls erhitzte sich die junge Erde, bis sie größtenteils aufgeschmolzen war. In der Folge kam es zu einer gravitativen Differenzierung des Erdkörpers in einen Erdkern und einen Erdmantel. Die schwersten Elemente, vor allem Eisen, sanken in die Richtung des Schwerpunkts des Planeten, wobei auch Wärme freigesetzt wurde. Leichte Elemente, vor allem Sauerstoff, Silizium und Aluminium, stiegen nach oben und aus ihnen bildeten sich hauptsächlich silikatische Minerale, aus denen auch die Gesteine der Erdkruste bestehen. Aufgrund ihres vorwiegenden Aufbaus aus Eisen und Silikaten hat die Erde wie alle terrestrischen Planeten eine recht hohe mittlere Dichte von 5,515 g/cm3. Herkunft des Wassers → Hauptartikel: Herkunft des irdischen Wassers Die Herkunft des Wassers auf der Erde, insbesondere die Frage, warum auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen erdähnlichen Planeten, ist bis heute nicht befriedigend geklärt. Ein Teil des Wassers dürfte durch das Ausgasen des Magmas entstanden sein, also letztlich aus dem Erdinneren stammen. Ob dadurch aber die heutige Menge an Wasser erklärt werden kann, ist fraglich. Weitere große Anteile könnten aber auch durch Einschläge von Kometen, transneptunischen Objekten oder wasserreichen Asteroiden (Protoplaneten) aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtels auf die Erde gekommen sein. Messungen des Isotopenverhältnisses von Deuterium zu Protium (D/H-Verhältnis) deuten dabei eher auf Asteroiden hin, da in Wassereinschlüssen in kohligen Chondriten ähnliche Verhältnisse gefunden wurden wie in ozeanischem Wasser, wohingegen nach bisherigen Messungen dieses Isotopen-Verhältnis von Kometen und transneptunischen Objekten nicht mit dem von irdischem Wasser übereinstimmt. Zukunft Der Lebenszyklus der Sonne Die Zukunft der Erde ist eng an die der Sonne gebunden. Die Kernfusion vermindert im Zentrum der Sonne die Teilchenzahl (4 p + 2 e → He2+), aber kaum die Masse. Daher wird der Kern langsam schrumpfen und heißer werden. Außerhalb des Kerns wird sich die Sonne ausdehnen, das Material wird durchlässiger für Strahlung, sodass die Gesamthelligkeit der Sonne etwa um 10 % über die nächsten 1,1 Milliarden Jahre und um 40 % nach 3,5 Milliarden Jahren steigen wird.[12] Man vermutet, dass die Erde noch etwa 500 Millionen Jahre lang ähnlich wie heute bewohnbar sein wird.[13] Danach, so zeigen Klimamodelle, wird der Treibhauseffekt instabil – höhere Temperatur führt zu mehr Wasserdampf in der Atmosphäre, was wiederum den Treibhauseffekt verstärken wird.[14] Der warme Regen wird durch Erosion den anorganischen Kohlenstoffzyklus beschleunigen, wodurch der CO2-Gehalt der Atmosphäre auf etwa 10 ppm in etwa 900 Millionen Jahren (verglichen mit 280 ppm in vorindustrieller Zeit) stark abnehmen wird, sodass mit den Pflanzen auch die Tiere verhungern werden.[15] Nach einer weiteren Milliarde Jahren wird das gesamte Oberflächenwasser verschwunden sein[16] und die globale Durchschnittstemperatur der Erde +70 °C erreichen.[15] Die Leuchtkraftzunahme der Sonne wird sich fortsetzen und sich in etwa sieben Milliarden Jahren deutlich beschleunigen. Als roter Riese wird sich die Sonne bis an die heutige Erdbahn erstrecken, sodass die Planeten Merkur und Venus abstürzen und verglühen werden. Das wird, anders als zunächst gedacht, auch der Erde passieren. Zwar wird die Sonne in diesem Riesenstadium durch starken Sonnenwind etwa 30 % ihrer Masse verlieren, sodass rechnerisch der Erdbahnradius auf 1,7 AE anwachsen wird,[12] aber die Erde wird in der nahen, sehr diffusen Sonnenoberfläche eine ihr nachlaufende Gezeitenwelle hervorrufen, die an ihrer Bahnenergie zehren und so die Flucht vereiteln wird.[12][17] Siehe auch Erde/Daten und Zahlen Position der Erde im Universum Liste aller Länder und Staaten der Erde Geowissenschaften Envisat (ESA-Umweltsatellit) NASA World Wind und Google Earth (Computerprogramme) Flache Erde (Historie zur Vorstellung von der Erde als Scheibe) Literatur Cesare Emilliani: Planet Earth. Cosmology, Geology, and the Evolution of Live and Environment. Cambridge University Press 1992, ISBN 0-521-40949-7 Kevin W. Kelley (Herausgeber, im Auftrag der Association of Space Explorers): Der Heimatplanet. Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 1989. ISBN 3-86150-029-9. J. D. Macdougall: Eine kurze Geschichte der Erde. Eine Reise durch 5 Milliarden Jahre. Econ Taschenbuchverlag München 2000, ISBN 3-612-26673-X. David Oldroyd: Die Biographie der Erde. Zweitausendeins 1998, ISBN 3-86150-285-2. Karl-August Wirth: Erde, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, 5. Bd., 1964, Sp. 997-1104 Weblinks Wiktionary: Erde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Commons: Erde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Commons: Weltkarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Wikiquote: Erde – Zitate Wikisource: Erde – Quellen und Volltexte Raumfahrer.net Sonderseite: Planet Erde Onegeology.org: Geologische Weltkarte Ellipsoide, Geoide und topografische Oberflächen NASA Earth Observatory Die Zukunft der Erde und des Weltalls The Gateway to Astronaut Photography of Earth Medien Wie alt ist die Erde? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 4. Feb. 2001. Warum ist die Erde warm? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 14. Apr. 2002. Wie schnell entstand die Erde? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 2. Feb. 2005. Einzelnachweise ↑ Hochspringen nach: a b c d NASA Earth Fact Sheet,Reference Date January 1,2000 . Hochspringen ↑ Der Brockhaus in einem Band. 10. Auflage. Brockhaus GmbH, Leipzig 2003. Seite 242 'Erde'. Hochspringen ↑ NASA Solar System Symbols Hochspringen ↑ Herbert Cerutti: Was wäre, wenn es den Mond nicht gäbe. In: NZZ Folio 08/08 Hochspringen ↑ nach Weltbank – World Bank Data Hochspringen ↑ nach Weltbank – World Bank Data Hochspringen ↑ R. F. Keeling et al. : Atmospheric CO2 concentrations (ppm) derived from in situ air measurements at Mauna Loa, Observatory, Hawaii: Latitude 19.5 N, longitude 155.6 W, elevation 3397 m. In: Scripps CO2 Program, Scripps Institution of Oceanography (SIO), University of California, La Jolla (2011). Hochspringen ↑ Global Weather & Climate Extremes auf wmo.asu.edu, abgerufen am 22. Dezember 2013. Hochspringen ↑ Deutsche UNESCO-Kommission e.V.: Das Internationale Jahr des Planeten Erde 2008 ↑ Hochspringen nach: a b Laskar J.: Large Scale Chaos and Marginal Stability in the Solar System. Celestial Mechanics and Dynamical Astronomy, Volume 64 (1996), S. 115-162, hier: Abschnitt 3.5: The Chaotic Obliquity of the Planets. (online) Hochspringen ↑ Veizer, Ján (2005): Celestial Climate Driver: A Perspective from Four Billion Years of the Carbon Cycle, Geoscience Canada, Band 32, Nr. 1, 2005 ↑ Hochspringen nach: a b c I.-J. Sackmann, A. I. Boothroyd, K. E. Kraemer: Our Sun. III. Present and Future. (PDF) In: Astrophysical Journal. 418, 1993, S. 457–468. Bibcode: 1993ApJ...418..457S. doi:10.1086/173407. Abgerufen am 23. Dezember 2008. Hochspringen ↑ Carl Koppeschaar: ASTRONET. 20. Februar 2000. Abgerufen am 26. Dezember 2012. Hochspringen ↑ J. F. Kasting: Runaway and Moist Greenhouse Atmospheres and the Evolution of Earth and Venus. 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Einklappen Das Sonnensystem Solar System Template Final.png Zentralgestirn: Sonne Planeten: Merkur | Venus | Erde | Mars | Jupiter | Saturn | Uranus | Neptun Zwergplaneten: Ceres | Pluto | Haumea | Makemake | Eris Himmelskörper: Planeten | Zwergplaneten | Monde | Asteroiden | Kometen | Meteoroiden Dieser Artikel wurde am 8. November 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. Normdaten (Sachbegriff): GND: 4015139-6 Gesprochene Wikipedia Der Artikel Erde ist als Audiodatei verfügbar: 0:00 Speichern | Informationen | 41:43 min (20,4 MB) Text der gesprochenen Version (25. August 2013) Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia Kategorien: Wikipedia:LesenswertWikipedia:Gesprochener ArtikelErdePlanet des SonnensystemsErde (Planet) Navigationsmenü Benutzerkonto erstellenAnmeldenArtikelDiskussionLesenQuelltext anzeigenVersionsgeschichte Hauptseite Themenportale Von A bis Z Zufälliger Artikel Mitmachen Artikel verbessern Neuen Artikel anlegen Autorenportal Hilfe Letzte Änderungen Kontakt Spenden Drucken/exportieren Buch erstellen Als PDF herunterladen Druckversion Werkzeuge Links auf diese Seite Änderungen an verlinkten Seiten Spezialseiten Permanenter Link Seiteninformationen Wikidata-Datenobjekt Seite zitieren In anderen Sprachen Аҧсшәа Acèh Afrikaans Alemannisch አማርኛ Aragonés Ænglisc العربية ܐܪܡܝܐ مصرى অসমীয়া Asturianu Aymar aru Azərbaycanca Башҡортса Boarisch Žemaitėška Bikol Central Беларуская Беларуская (тарашкевіца)‎ Български भोजपुरी Bahasa Banjar বাংলা བོད་ཡིག Brezhoneg Bosanski Буряад Català Chavacano de Zamboanga Mìng-dĕ̤ng-ngṳ̄ Нохчийн Cebuano ᏣᎳᎩ کوردی Qırımtatarca Čeština Kaszëbsczi Словѣньскъ / ⰔⰎⰑⰂⰡⰐⰠⰔⰍⰟ Чӑвашла Cymraeg Dansk Zazaki Dolnoserbski ދިވެހިބަސް Ελληνικά Emiliàn e rumagnòl English Esperanto Español Eesti Euskara Estremeñu فارسی Suomi Võro Føroyskt Français Arpetan Nordfriisk Furlan Frysk Gaeilge 贛語 Gàidhlig Galego Avañe'ẽ haha schreibt: 2015-01-21 09:13:37 HOME > JOB & KARRIERE > PRAKTIKUM > PRAKTIKUMSBERICHT Tipps für deinen perfekten Praktikumsbericht Kommentieren Wie man einen Praktikumsbericht verfasst Praktikumsbericht schreibenPraktika sind mittlerweile ein Muss in jedem Lebenslauf. Vor allem bei Pflichtpraktika zwischen Schule und Studium wird häufig auch ein Praktikumsbericht verlangt. Damit du auch diesen Schritt auf dem Weg zum Beruf mit Bravour meisterst, haben wir hier die wichtigsten Tipps für den perfekten Praktikumsbericht. Mit dem Praktikumsbericht dokumentierst du alle Tätigkeiten, die du während des Praktikums ausgeführt hast. Außerdem legst du dar, welche Fähigkeiten du in dieser Zeit erlernt hast. Wozu ein Praktikumsbericht? Deine Aufzeichnungen dienen zum einen dazu, den Ausbildungs-Standard des Praktikumsgebers zu kontrollieren: Wer seine Praktikanten nur mit Kopieren und Kaffeekochen beschäftigt, wird auf Dauer Konsequenzen zu befürchten haben (oder zumindest keine Praktikanten mehr bekommen). Zum anderen kann dir der Bericht helfen, dich an Einzelheiten zu erinnern und dir unter Umständen bei deiner nächsten Bewerbung gute Argumente liefern, warum du der beste Kandidat bist. Daher solltest du in jedem Fall während des Praktikums regelmäßig Notizen machen. Bevor du beginnst Schreibe bereits vor dem ersten Tag auf einen separaten Zettel, was du von deinem Praktikum erwartest, was du lernen und machen möchtest. So fällt es dir hinterher leichter, ein Resümee zu ziehen. Und wenn du darin feststellst, dass du zukünftig einen ganz anderen Beruf ausüben möchtest – dann ist das für dich ebenfalls eine wichtige Erkenntnis. Damit auch Außenstehende deinen Praktikumsbericht möglichst flüssig lesen können, solltest du ein paar formale Kriterien einhalten: Du schreibst den Bericht mit dem Computer (nicht per Hand) Verkehrsübliche Schrifttypen, z.B. Times New Roman oder Arial Schriftgröße: 11 oder 12 (Überschriften: 14) Zeilenabstand: 1,5 (lässt dem Betreuer Platz bei der Korrektur) Was muss in den Praktikumsbericht? In deinem Praktikumsbericht landet alles, was du täglich in dem Unternehmen tust. Alle Aufgaben, aber auch deine persönlichen Eindrücke deines beruflichen Alltags – was hat dir gefallen, was weniger? Denke stets daran, dass du für jemanden schreibst. Im Sinne der Nachvollziehbarkeit enthält der Praktikumsbericht daher a) eine Einleitung, b) einen Hauptteil und c) einen Schluss. Die Einleitung Zu Beginn schreibst du ein paar Worte zu dem Unternehmen, in dem du dein Praktikum absolvierst: In welcher Branche ist es tätig? Wie viele Mitarbeiter sind hier beschäftigt? Wo befindet sich der Standort deines Praktikums? Du kannst auch die wichtigsten Eckdaten aus der Firmengeschichte aufzählen oder ein Organigramm einfügen. Alle notwendigen Informationen findest du wahrscheinlich auf der Website des Unternehmens. Falls nicht, helfen dir deine Kollegen oder Vorgesetzten gern weiter.Tipps für den Praktikumsbericht Natürlich ist es interessant, wie lange das Praktikum dauert. Du kannst auch deine Motivation zu genau diesem Praktikum in deinem Bericht aufschreiben: Warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb? Wie bist du darauf gekommen? Gestalte deinen Praktikumsbericht möglichst so spannend wie einen Krimi. Wenn du in der Einleitung deine Erwartungen vom Anfang notierst und im Fazit deines „Romans“ wieder aufgreifst, ergibt sich am Ende für den Leser eine runde „Geschichte“. Der Hauptteil Im Hauptteil wird es konkret: Du hältst deinen Tagesablauf fest, deine Aufgaben und Erfahrungen. Wie ausführlich du dabei wirst, hängt im Wesentlichen von der Seitenvorgabe ab, die du von deiner Schule oder Uni bekommst. Du kannst jeden Tag beschreiben oder einen Wochenbericht verfassen, deine Hauptaufgaben oder nur einzelne Arbeitsabläufe. Du kannst davon berichten, wie sehr dir die Aufgaben liegen und Aussagen darüber machen, ob du auf den angestrebten Beruf vorbereitet wirst. „Bilder sagen mehr als 1000 Worte“, heißt es landläufig. Das gilt auch für Praktikumsberichte. Fotos von dem Unternehmen oder Arbeitsabläufen machen deine schriftlichen Ausführungen viel anschaulicher. Allerdings solltest du deine Vorgesetzten vorher fragen, ob du Bilder veröffentlichen darfst und, wenn ja, welche. Vielleicht steht dir ein Mitarbeiter Rede und Antwort? Mit einem Interview machst du den an sich nüchternen Bericht ein Stück spannender. Der Schluss Nun ist es ZSchreibe den optimalem Praktikumsberichteit für ein Fazit. Wie hat dir das Praktikum gefallen? Schau dir deine Einleitung im Praktikumsbericht an: Wie steht es um deine Erwartungen vom Anfang im Verhältnis zum Alltag der zurückliegenden Zeit? Sind sie erfüllt oder übertroffen worden oder hat dich das Praktikum ernüchtert? Wie stand es um die Atmosphäre am Arbeitsplatz? Wurdest du umfassend betreut? Du musst natürlich nicht alles loben, was dir begegnet ist. Achte aber darauf, dass jede Form der Kritik sachlich begründet sein muss. Auch für Verbesserungsvorschläge bietet das Resümee Platz. In einem Ausblick auf deine Zukunft kannst du darauf eingehen, ob der Job der zurückliegenden Wochen auch weiterhin für dich interessant ist. Für deinen Praktikumsbetreuer interessant: Würdest du das Unternehmen für weitere Praktikanten weiterempfehlen? Weitere Bestandteile Diese drei Elemente bilden den Kern deines Praktikumsberichtes. Doch darüber hinaus sollten auch die folgenden Bestandteile nicht fehlen. Deckblatt: Ein Deckblatt bereitet den Leser auf das vor, was ihn erwartet. Wie ein Buchdeckel enthält es einen Titel (z.B. „Praktikum bei xy – Zeitraum: 12.34.20XY bis 56.78.20XX“). Außerdem platzierst du hier deine Kontaktdaten incl. (seriöser) E-Mail-Adresse und Matrikel-Nummer sowie einen Kontakt zum Unternehmen. Ob und wie du dich bei der Covergestaltung kreativ austoben darfst, kann dir dein Praktikumsbetreuer erzählen. Inhaltsverzeichnis: Füge nach Abschluss deiner Arbeiten ein Inhaltsverzeichnis vor der Einleitung ein. So zeigst du, dass du planmäßig gearbeitet hast und erleichterst deinen Praktikumsbetreuern die Orientierung in deinem Bericht. Anhang: Im Anhang kannst du den Eindruck von deinem Praktikum bzw. dem Unternehmen vertiefen. Verwende dafür zum Beispiel Broschüren des Betriebs, Kopien von Arbeitsproben oder weitere Bilder von Arbeitsabläufen - beachte hier aber wiederum die Auflagen des Betriebs bezüglich seiner Interna. Außerdem heftest du die Praktikumsbescheinigung an. Und: Natürlich erwähnst du deinen Anhang im Inhaltsverzeichnis. Wenn du damit fertig bist, lies noch einmal Korrektur. Bitte eventuell auch jemanden aus deinem Freundes- oder Bekanntenkreis, sich den Praktikumsbericht genauer anzusehen. Ist alles in Ordnung, kannst du deinen künftigen Bestseller endlich ausdrucken und gegebenenfalls binden lassen. Die meisten Copy-Shops bieten mittlerweile einen solche Service an. Diese Ausführungen sind natürlich nur allgemeine Richtlinien für Praktikumsberichte. Die genauen Anforderungen an deinen Bericht erläutert dir ganz gewiss dein Praktikumsbetreuer Weitere Infos zu Praktika mit Schwerpunkt Ausland Alles zu Auslandspraktika auf Auslandsjob.de Möglichkeiten zum Pflegepraktikum im Ausland Famulatur in Argentinien Bildnachweise für diese Seite: sk_design | Fotolia.com, Bobo Lingq | Fotolia.com, jochenL.E. | Fotolia.com Drucken Gefällt dir dieser Artikel? Kommentare Frank schreibt: 2013-12-17 13:00:52 Fantastisch, Super Beitrag !!! Hat mir sehr geholfen . Simon schreibt: 2013-12-17 13:02:10 Dank euch habe ich eine 1 bekommen dankööööööööööö :D Leo schreibt: 2014-01-20 15:05:25 Bin gerade am schreiben und der Beitrag hilft echt super! Der Joker schreibt: 2014-02-27 09:17:29 Mir hat der beitrag sehr gut geholfen und ich habe in meiner praktikumsmappe eine 1 bekommen ;D ach ja und ich bin der joker Supi schreibt: 2014-07-01 13:26:37 Supi Tester schreibt: 2014-09-29 11:48:18 Super Beitrag! Leo schreibt: 2014-12-11 20:58:05 Super Text hat mir besonders im Fazit geholfen!!!!! Sehr empfehlenswert. :-) Batman schreibt: 2015-01-15 09:04:41 Hi Leute, erstmal, ja ich bin der echte Batman. An den Joker. Du bist fällig und ich mach dich fertig. Zu dem Bericht es ist echt ein super und hilfreicher Beitrag. RIP Joker Dein Vater schreibt: 2015-01-21 08:55:18 Ich hab deine Mutter gefickt. Deine Mutter schreibt: 2015-01-21 08:58:02 und ich deinen Vater Das Kind schreibt schreibt: 2015-01-21 09:00:00 Mama Papa es reicht Marcel Schu schreibt: 2015-01-21 09:00:31 ich stinke sexycora69 schreibt: 2015-01-21 09:03:01 hi guys suche großen hühnen mit langem pferdeschwanz bei interesse bitte melden ;-)))) Viel Spaß schreibt: 2015-01-21 09:07:30 Die Erde ist der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet des Sonnensystems. Ihr Durchmesser beträgt über 12.700 Kilometer und ihr Alter etwa 4,6 Milliarden Jahre. Sie ist Heimat aller bekannten Lebewesen. Nach der vorherrschenden chemischen Beschaffenheit der Erde wird der Begriff der erdartigen (terrestrischen) oder auch erdähnlichen Planeten definiert. Das astronomische Symbol der Erde ist ♁ oder \oplus [3] (Radkreuz). Inhaltsverzeichnis [Verbergen] 1 Umlaufbahn 2 Rotation 2.1 Präzession und Nutation 2.2 Rotationsdauer und Gezeitenkräfte 3 Aufbau 3.1 Innerer Aufbau 3.2 Oberfläche 3.3 Plattentektonik 4 Magnetisches Feld 5 Atmosphäre 6 Klima 6.1 Klimazonen 6.1.1 Polarzone 6.1.2 Gemäßigte Zone 6.1.3 Subtropen 6.1.4 Tropen 6.2 Jahreszeiten 6.3 Globaler Energiehaushalt 6.4 Einfluss des Menschen 7 Mond 8 Leben 9 Entstehung der Erde 9.1 Entstehung des Erdkörpers 9.2 Herkunft des Wassers 10 Zukunft 11 Siehe auch 12 Literatur 13 Weblinks 14 Medien 15 Einzelnachweise Umlaufbahn → Hauptartikel: Erdbahn Gemäß dem ersten keplerschen Gesetz bewegt sich die Erde um die Sonne auf einer elliptischen Bahn, die Sonne befindet sich in einem der Brennpunkte der Ellipse. Der sonnenfernste Punkt der Umlaufbahn, das Aphel, und der sonnennächste Punkt, das Perihel, sind die beiden Endpunkte der Hauptachse der Ellipse. Der Mittelwert des Aphel- und Perihelabstandes ist die große Halbachse der Ellipse und beträgt etwa 149,6 Mio. km. Ursprünglich wurde dieser Abstand der Definition der Astronomischen Einheit (AE) zugrunde gelegt, die als astronomische Längeneinheit hauptsächlich für Entfernungsangaben innerhalb des Sonnensystems verwendet wird. Das Perihel liegt bei 0,983 AE (147,1 Mio. km) und das Aphel bei 1,017 AE (152,1 Mio. km). Die Exzentrizität der Ellipse beträgt also 0,0167. Der Perihel-Durchgang erfolgt um den 3. Januar und der Aphel-Durchgang um den 5. Juli. Für einen Sonnenumlauf benötigt die Erde 365 Tage, 6 Stunden, 9 Minuten und 9,54 Sekunden; diese Zeitspanne wird auch als siderisches Jahr bezeichnet. Das siderische Jahr ist 20 Minuten und 24 Sekunden länger als das tropische Jahr, das die Basis für das bürgerliche Jahr der Kalenderrechnung bildet. Die Bahngeschwindigkeit beträgt im Mittel 29,78 km/s, im Perihel 30,29 km/s und im Aphel 29,29 km/s; somit legt der Planet eine Strecke von der Größe seines Durchmessers in gut sieben Minuten zurück. Zur inneren Nachbarbahn der Venus hat die Erdbahn einen mittleren Abstand von 0,28 AE (41,44 Mio. km) und bis zur äußeren Nachbarbahn des Mars sind es im Mittel 0,52 AE (78,32 Mio. km). Auf der Erdbahn befinden sich mehrere koorbitale Objekte, siehe dazu unter Erdbahn. Der Umlaufsinn der Erde ist rechtläufig, das heißt, dass sie sich entsprechend der Regel der Drehrichtung im Sonnensystem vom Nordpol der Erdbahnebene aus gesehen dem Uhrzeigersinn entgegengesetzt um die Sonne bewegt. Die Bahnebene der Erde wird Ekliptik genannt. Die Ekliptik ist um gut 7° gegen die Äquatorebene der Sonne geneigt. Der Nordpol der Sonne ist der Erde am stärksten gegen Anfang September zugewandt, der solare Südpol wiederum gegen Anfang März. Nur um den 6. Juni und den 8. Dezember befindet sich die Erde kurz in der Ebene des Sonnenäquators. Rotation Siderischer Tag (1–2) und Sonnentag (1–3) Erde – Rotation → Hauptartikel: Erdrotation Die Erde rotiert rechtläufig – in Richtung Osten – in 23 Stunden, 56 Minuten und 4,09 Sekunden relativ zu den Fixsternen einmal um ihre eigene Achse. Analog zum siderischen Jahr wird diese Zeitspanne als siderischer Tag bezeichnet. Aufgrund der Bahnbewegung der Erde entlang ihrer Umlaufbahn im gleichen Drehsinn und der daraus resultierenden leicht unterschiedlichen Position der Sonne an aufeinanderfolgenden Tagen ist ein Sonnentag, der als die Zeitspanne zwischen zwei Sonnenhöchstständen (Mittag) definiert ist, etwas länger als ein siderischer Tag und wird nach Definition in 24 Stunden eingeteilt. Aufgrund der Eigenrotation der Erde hat ein Punkt auf dem Äquator eine Geschwindigkeit von 464 m/s bzw. 1670 km/h. Infolge der dadurch bedingten Fliehkraft ist die Figur der Erde an den Polen geringfügig abgeplattet und dafür gegen ihren Äquator zu einem sogenannten Äquatorwulst verformt. Gegenüber einer volumengleichen Kugel ist der Erdradius am Äquator 7 Kilometer größer und der Polradius 14 Kilometer kleiner. Der Durchmesser am Äquator ist etwa 43 km größer als der von Pol zu Pol. Der Gipfel des Chimborazo ist wegen seiner Nähe zum Äquator der Punkt der Erdoberfläche, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist. Die Rotationsachse der Erde ist 23°26' gegen die senkrechte Achse der Ekliptik geneigt, dadurch werden die Nord- und die Südhalbkugel der Erde an verschiedenen Punkten ihrer Umlaufbahn um die Sonne unterschiedlich beschienen, was zu den das Klima der Erde prägenden Jahreszeiten führt. Die Richtung der Achsneigung fällt für die Nordhalbkugel derzeit in die ekliptikale Länge des Sternbilds Stier. In dieser Richtung steht, von der Erde aus gesehen, am 21. Juni auch die Sonne zur Sommersonnenwende. Da die Erde zwei Wochen später ihr Aphel durchläuft, fällt der Sommer auf der Nordhalbkugel in die Zeit ihres sonnenfernen Bahnbereichs. Präzession und Nutation Präzessionsbewegung der Erdachse Datei:NASA Earth from Orbit 2012.webm Zusammenstellung von Satellitenaufnahmen der Erde, die 2012 aufgenommen wurden. (in HD) Die Gezeitenkräfte des Mondes und der Sonne bewirken am Äquatorwulst der Erde ein Drehmoment, das die Erdachse aufzurichten versucht und zu einer Kreiselbewegung der Rotationsachse führt. Ein vollständiger Kegelumlauf dieser lunisolaren Präzession dauert etwa 25.700 bis 25.800 Jahre. Mit diesem Zyklus der Präzession verschieben sich die Jahreszeiten. Der Mond verursacht durch die Präzessionsbewegung seiner eigenen Umlaufbahn mit einer Periode von 18,6 Jahren eine zusätzliche „nickende“ Bewegung der Erdachse, die als Nutation bezeichnet wird. Der Einfluss des Mondes bewirkt zugleich eine Stabilisierung der Erdachsenneigung, die ohne ihn durch die Anziehungskraft der Planeten bis zu einer Schräglage von 85° taumeln würde.[4] Für Einzelheiten siehe den Abschnitt Mond. Rotationsdauer und Gezeitenkräfte Die Gravitation von Mond und Sonne verursacht auf der Erde die Gezeiten. Der Anteil der Sonne ist dabei etwa halb so groß wie der des Mondes. Damit verbunden ist die Gezeitenreibung von Ebbe und Flut der Meere. Diese bremst die Erdrotation und verlängert dadurch gegenwärtig die Tage um etwa 20 Mikrosekunden pro Jahr. Die Gezeiten wirken sich auch auf die Landmassen aus, die sich um etwa einen halben Meter heben und senken. Die Rotationsenergie der Erde wird dabei in Wärme umgewandelt. Der Drehimpuls wird auf den Mond übertragen, der sich dadurch um etwa vier Zentimeter pro Jahr von der Erde entfernt. Dieser schon lange vermutete Effekt ist seit etwa 1995 durch Laserdistanzmessungen abgesichert. Extrapoliert man diese Abbremsung in die Zukunft, wird auch die Erde einmal dem Mond immer dieselbe Seite zuwenden, wobei ein Tag auf der Erde dann etwa siebenundvierzig Mal so lang wäre wie heute. Damit unterliegt die Erde demselben Effekt, der in der Vergangenheit schon zur gebundenen Rotation (Korotation) des Mondes geführt hat. Für Details siehe: Langfristige Änderungen der Erdrotation und Moderne Gezeitentheorie Abstände der Erde und der unteren Planeten zur Sonne: Mittlere Entfernung (Pfeil) und Bereich des Umlaufbahnradius für Erde, Venus und Merkur von der Sonne. Entfernungen zur und Größe der Sonne sind hierbei maßstabsgetreu, Planeten müssten dafür unter 0,06 Pixel groß sein. Aufbau Innerer Aufbau → Hauptartikel: Innerer Aufbau der Erde und Erdfigur Die massenanteilige Zusammensetzung der Erde besteht hauptsächlich aus Eisen (32,1 %), Sauerstoff (30,1 %), Silizium (15,1 %), Magnesium (13,9 %), Schwefel (2,9 %), Nickel (1,8 %), Calcium (1,5 %) und Aluminium (1,4 %). Die restlichen 1,2 % teilen sich Spuren von anderen Elementen. Nach seismischen Messungen ist die Erde hauptsächlich aus drei Schalen aufgebaut: aus dem Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste. Diese Schalen sind durch seismische Diskontinuitätsflächen (Unstetigkeitsflächen) voneinander abgegrenzt. Die Erdkruste und der oberste Teil des oberen Mantels bilden zusammen die sogenannte Lithosphäre. Sie
Großer Hühne mit langem schwanz schreibt:
2015-01-21 09:20:48
habe interesse
Optionale option schreibt:
2015-01-21 11:26:47
Diese Beschreibung ist super, und hat mir gut weiter geholfen. Lasst euch von den Kindern dort oben nicht abschrecken, haben halt noch keine Erfahrung im Internet gesammelt. :)
Gillette Abdi schreibt:
2015-01-21 11:45:44
Ich weiss nicht wer ihr seid amana koyum ich fick euch amana koyum was wollt ihr machen soo stech ich euch ab soo du scheiss götveren pimmelberger
Der Gerät schreibt:
2015-01-25 13:37:52
Vallah ich rasier dich mit LED gegen strich brudaa
LC schreibt:
2015-01-25 17:08:19
Super! Hat mir sehr geholfen :D
Bleistift schreibt:
2015-01-26 20:51:32
Pimmelarsch
ihr seid behiiiiiindert schreibt:
2015-01-27 10:14:41
alle unter 12 oder warum schreibt ihr so eine versaute sche*sse in die Kommentare??
DER MOTHERFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:09:13
ich liebe eure mütter
DER DADFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:09:54
ICH FICKE EURE DADS
DER MOTHERFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:10:32
FiF
DER DADFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:10:47
was los amk
DER DADFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:11:07
was los amk
DER MOTHERFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:11:28
ich hab den größten ihr huannsss
GÖTVEREN schreibt:
2015-01-28 09:12:32
free Kurdistan
DER DADFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:12:39
Ich rasiere gegen den strich ihr lutscher
DER MOTHERFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:12:43
Free apo
Lisa Ann schreibt:
2015-01-28 09:13:12
ich ficke gerne mit young boysn mit großen titten
DER MOTHERFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:13:31
ich muss kacken
Hurensohn schreibt:
2015-01-28 09:13:32
Free Kobane
DER DADFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:14:13
Ihr scheiss deutschen mein vater ist osaman bin laden amina koyummmmm
DER MOTHERFUCKER schreibt:
2015-01-28 09:14:23
ich liebe dich lisa ann kannst du mir eine blasen habe einen giganten mit gold viziert
GÖTVEREN schreibt:
2015-01-28 09:14:26
du gollum diggah
haris schreibt:
2015-01-28 09:14:42
cem hat große titten und arjan ist ein blauwal
Cem schreibt:
2015-01-28 09:14:51
Cem hat die größten titten der welt
unknown schreibt:
2015-01-28 09:15:08
ihr seit alle kiddys
Haris vater schreibt:
2015-01-28 09:15:56
Haris hat ein kleinen yarrak
Haris schreibt:
2015-01-28 09:16:42
ich bin ein opfer
cems mum schreibt:
2015-01-28 09:19:37
mein sohn cem ist fett arjan auch
Big Cem schreibt:
2015-01-28 10:09:51
Ich esse euch alle auf amk :)
Low schreibt:
2015-01-29 11:04:58
ez

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