Nebenjob als Werkstudent: Tipps zur Bewerbung und Arbeitgeberauswahl

Studentische Nebenjobs sind schon lange keine Nische mehr, sondern stellen einen festen Teil des Arbeitsmarkts dar. Für Studenten, die ihr Studium per Werkstudentenjob finanzieren möchten, haben wir deswegen einige Tipps parat.

Eine Werksstudentin mit Brille steht am Drucker

Das macht Werkstudentenjobs so beliebt

Laut einer Auswertung des Deutschen Studentenwerks haben deutsche Studenten durchschnittlich 918 Euro monatlich zur Verfügung. In beliebten Großstädten, zum Beispiel in München oder in Hamburg, wird es mit diesem Betrag schnell knapp. Und das erklärt, warum viele Studenten über eine Nebentätigkeit nachdenken.

Immerhin mangelt es nicht an Studentenjobs. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • 450-Euro-Jobs sind sehr verbreitet, da sie steuerfrei sind und nebenbei genug Zeit zum Studieren lassen.
  • Als Werkstudent ist das Gehalt höher, doch dafür fällt auch mehr Arbeit an.

Es lohnt sich aus mehreren Gründen, einen genaueren Blick auf die Werkstudententätigkeit zu werfen. Das höhere Einkommen ist dabei nur ein Argument. Schließlich geht damit auch eine höhere zeitliche Belastung einher. Die wirkliche Besonderheit von Werkstudentenjobs ist die Integration in das Unternehmen. Werkstudenten arbeiten in der Regel langfristig für das Unternehmen und werden wegen der vielen Arbeitsstunden (16 bis 20 Stunden pro Woche sind die Regel) schon fast als vollwertige Mitarbeiter behandelt.

Es handelt sich also um erste, vollwertige Berufserfahrungen, die im späteren Arbeitsleben von Vorteil sind. Die Parallelen sind offensichtlich: Die heutige Arbeit findet überwiegend in Großstädten statt und viele der Aufgaben, die dort anfallen, sind in allen Branchen recht ähnlich. Research-Jobs sind ebenso üblich wie Assistenzen der Geschäftsführung, auch im Kundensupport kommen Werkstudenten zum Einsatz, genau wie bei organisatorischen Aufgaben. Im Idealfall ist die Arbeit als Werkstudent im selben Themenbereich wie das Studium angesiedelt; dann wirkt sich der Lerneffekt umso stärker aus.

Eine weitere große Sparte gibt es für technische Allrounder, die sich mit der IT befassen. Im Office geht schließlich nichts mehr ohne funktionierende Computer und Netzwerke – und alleine daraus ergibt sich ein vielfältiges Arbeitspotenzial, das über die Wartung und Reparatur der vorhandenen Hardware hinausgeht. Denn auch bei Planung und Beschaffung können Werkstudenten wertvollen Input liefern, sei es beim Kauf eines neuen Druckers, der Zusammenstellung eines neuen Netzwerk-Hubs oder beim Austausch alter gegen neue Monitore. Ebenfalls wichtig: Die Umstellung aller Telefonsysteme auf VoIP, die gerade flächendeckend voranschreitet.

Bewerbungsgespräch für einen Werkstudentenjob

Tipps zur Bewerbung als Werkstudent

Nachdem nun also geklärt ist, wie groß die Auswahl an Werkstudentenjobs ist und warum eine solche Beschäftigung reizvoll ist, geht es an den nächsten Schritt. Damit ist die Bewerbung gemeint. Denn im Umkehrschluss ist klar, dass diese Art von Jobs bei Studenten sehr beliebt ist. Um eine der begehrten Stellen zu bekommen, sollte man also nichts dem Zufall überlassen.

  • Falls inhaltliche Parallelen zwischen dem Studium und dem Werkstudentenjob bestehen, sollte dies unbedingt in der Bewerbung hervorgehoben werden.
  • Im Detail sollte auch betont werden, warum gerade dieses Unternehmen eine sehr gute Wahl ist. Hierbei ist es ratsam, ein wenig Recherche zu betreiben und sich über Dinge wie die Firmenkultur oder die Ausrichtung zu informieren. In der Bewerbung kommt dieser Aufwand gut an.
  • Die eigenen Stärken müssen eindeutig definiert werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um generelle Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Flexibilität oder Zuverlässigkeit handeln.
  • Noch wichtiger sind spezielle Skills. Der IT-Student, der bereits gut programmieren kann, der BWL-Student, der sich hervorragend im Steuerrecht auskennt oder der Marketing-Student, der eigene Methoden entwickelt hat und diese anwenden möchte: Individuelle Fähigkeiten sind mit Sicherheit die größte Stärke, die ein Werkstudent bieten kann.

Dabei gilt wie immer, dass die Bewerbung ausreichende Informationen beinhalten muss, aber keine ermüdende Länge besitzt. Allzu viele Details sind gar nicht nötig, da HR-Mitarbeiter alleine aus den Rahmendaten eine Menge herauslesen können. Noch ein formeller Tipp: Ein Foto ist zwar keine Pflicht, allerdings hat die Erfahrung zeigt, dass gute, sympathische Fotos die Chancen erhöhen.

Neben dem herkömmlichen Weg der Bewerbung bietet es sich außerdem an, proaktiv den direkten Kontakt zu suchen. Dies geschieht beispielsweise auf Jobmessen: Deren einziger Zweck ist es schließlich, Studenten und Unternehmen zusammenzubringen. Und da selbst in digitalen Zeiten ein persönliches Kennenlernen unersetzlich ist, sind Jobmessen eine extrem effektive Methode, um den Weg zum Werkstudentenshop zu ebnen.

Wichtig: Werkstudenten müssen Freibeträge und Steuer beachten

Abschließend noch ein wichtiger Hinweis. Denn das verhältnismäßig hohe Gehalt als Werkstudent bringt auch weitere Pflichten mit sich. So ist es unbedingt notwendig, Freibeträge für die Familienversicherung, Kindergeld und BaföG im Auge zu behalten und sich beim Überschreiten der Grenze darum zu kümmern. Eventuell kommt auch das Finanzamt ins Spiel, nämlich dann, wenn der Steuerfreibetrag überschritten wird. Hier gilt es dann, alle Register zu ziehen, um möglichst viele Steuern zu sparen.

Das klingt nach zusätzlichem Aufwand und das ist es auch, bringt aber ebenfalls positive Aspekte mit sich. Denn wer sich schon als Werkstudent um solche Dinge kümmern muss, der ist später im Berufsleben gut vorbereitet auf Themen wie die Steuererklärung und kann sich umso besser auf die Karriere konzentrieren.

Studentenjobs: Tipps, Infos, Anbieter

  • Studentenjobs im Ausland: Auf Auslandsjob.de findet ihr vielfältige Möglichkeiten, für eine Zeit lang ins Ausland zu gehen und dort zu jobben: Work and Travel, Farmjobs, Freiwilligenarbeit etc., schaut’s mal rein.
  • Studentenjobs in Jooble: Die Job-Plattform Jooble.org überrascht Euch mit einem vielfältigen Angebot an Praktika, Nebenjobs und Jobs für Studenten. Zudem bietet Jooble eine Vielfalt an beruflichen Einstiegsmöglichkeiten.