11 Tipps fürs Bewerbungsvideo

Tipps fürs BewerbungsvideoDie klassische Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf landet heute leider oft im Rundordner. Selbst ein ansprechendes Layout, hübsches Passfoto und kreatives Motivationsschreiben reichen heute kaum mehr aus, um aus einer Masse von Bewerbern herauszustechen.

Es braucht schon ein wenig mehr, um eine gute Arbeitsstelle zu bekommen. Ein Weg, sich zu präsentieren, ist das Bewerbungsvideo. Doch, was ist nötig, damit ein solches Video auch gut ankommt? Die folgenden 11 Tipps helfen weiter.

1In der Würze liegt die Kürze

Oder war das umgekehrt? Eigentlich tut dieses Detail in dem Fall nichts zur Sache. Also: Warum sich in Kleinigkeiten verstricken, wenn die Botschaft ohnehin ankommt.

Das gilt ebenso für dein Bewerbungsvideo. Natürlich solltest du die Fakten nicht durcheinanderbringen. Andererseits wirkt das Video ermüdend und künstlich, wenn du es unnötig in die Länge ziehst. Zudem läufst du sonst Gefahr, dass dein potentieller Chef beim Ansehen des Videos gelangweilt auf Stopp drückt und sich wichtigeren Dingen widmet.

Wie ein Filmtrailer, sollte dein Video von Anfang an neugierig machen und den Betrachter ein klein wenig gefangen nehmen.

Soweit alles klar. Theoretisch gesehen zumindest.

Im Klartext gilt also:

  • Beschränke dich auf das Wesentliche.
  • Das Video dauert länger als 3 Minuten? Dreh’ es noch einmal neu!
  • Das soll rein: Wer bist du, was kannst du und warum passt du zum Unternehmen.

2Kittelschürze oder Abendkleid?

Das Outfit vermittelt einen ersten Eindruck über deine Person - ob du willst oder nicht. Selbst wenn du etwas gegen oberflächliche Gesellschaftszwänge hast, solltest du deine Bedenken für die Dauer deines Bewerbungsvideos über Bord werfen.

Wie sieht also die geeignete Garderobe für den Bewerbungsfilmdreh aus? Naheliegend wäre, die Kleiderwahl ähnlich wie bei einem Bewerbungsgespräch zu gestalten. Achte auf saubere Schuhe und fleckenlose sowie faltenfreie Kleidung. Je nachdem, für welche Branche du dich bewirbst, trägst du als Mann den legeren Look (Jeans und Hemd) oder gibst dich eher chic (Anzug inklusive Krawatte). Damen haben es etwas leichter. Mit einem hübschen Kleid (mindestens knielang!) oder einem Kostüm liegst du goldrichtig.

In jedem Fall solltest du im Video keinesfalls so rüber kommen, als würdest du dich nicht wohl fühlen. Für dich kommt - bei jedem Anlass - normalerweise nur Casualwear infrage? Ziehe doch spaßhalber einmal zuhause etwas eleganteres an, um dich an das Tragegefühl dieser Kleidng zu gewöhnen. 

>> Mit unseren Tipps knackst du den Dresscode

3Der Schlachtplan

Jeder Film braucht ein Drehbuch. Das gilt für kurze Clips mindestens so sehr wie für lange Filme. Denn: Um eine Aussage auf den Punkt zu bringen, muss man sich ein gutes Konzept überlegen.

Folgende Vorgehensweise erleichtert dir das Verfassen deines “Drehbuchs”:

  • Brainstorming auf einem Blatt Papier: Was möchte ich einbringen? Worauf bin ich stolz? Was würde ich über Bewerber wissen wollen, wenn ich ein Personaler wäre?
  • Struktur in deine Ideen bringen, z.B.: Persönliche Details (Name, Alter), deine Absichten und Vorstellungen, Qualifikationen, Formulierung der Verabschiedung
  • Wörtlichen Redetext verfassen und zu Papier bringen

Um die Länge des Videos optimal zu gestalten, lies den fertigen Redetext mehrmals in mittlerem Tempo durch. Inklusive kurzer Sprechpausen sollte dein Video nicht länger als 3 Minuten dauern. Besser wäre allerdings, wenn es eine Dauer von 2 Minuten nicht übersteigt. Passe den Redetext notfalls vor dem Drehen noch einmal an.

Achtung! Verzichte unbedingt darauf, deinen Text vom Zettel abzulesen! Entweder du sprichst frei von der Leber weg (nachdem du dir ein ungefähres Konzept überlegt hast) oder du lernst deinen Text auswendig.

4Eine Frage der Haltung

Nimm dein Video am Besten im Stehen auf. Sitzend zu drehen, mag bequemer sein. Weil dein Zwerchfell im Stehen aber freier und entspannter ist, eignet sich die stehende Haltung besser für deinen Vortrag.

Zudem wirkst du wesentlich selbstsicherer, wenn du aufrecht stehst. Achte insbesondere auf folgende Körperpartien:

  • Schultern nicht hängen lassen.
  • Nacken gerade richten - das Kinn sollte nicht gen Brustkorb sinken.
  • Blick geradeaus in die Kamera.
  • Wirbelsäule aufrichten und auf Körperspannung achten.
  • Beine nicht überkreuzen. Ein etwa hüftbreiter Stand ist optimal.

Beim Ausprobieren der richtigen Haltung fragst du dich wahrscheinlich: “Wohin mit den Händen?”. Verzichte darauf, die Arme hinter dem Körper zu verschränken. Das fühlt sich gut an, macht aber keinen vertrauenswürdigen Ausdruck. Lass deine Hände lieber vor deinem Körper (in Bauchhöhe) einander greifen. Vielleicht hilft es dir aber auch, eine Hand mit Karteikarten zu beschäftigen.

>> So setzt du Körpersprache im Bewerbungsgespräch richtig ein

5Professionell = effektvoll?

Das Internet ist voll von schlecht bearbeiteten Videos. Diese Belege schlechten Geschmacks zeigen dir, wie du es NICHT machen solltest.

Bearbeite dein Video bitte nur dann, wenn du dich wirklich gut mit der entsprechenden Software auskennst. In jedem Fall solltest du äußerst sparsam mit Effekten umgehen. Übertreibst du es mit ausgefallenen Einblendungen und Filtern, wirkt das Ganze schnell kitschig.

Konzentriere dich lieber auf das Wesentliche: nämlich den Inhalt, die Grundaussage und dein Erscheinungsbild im Bewerbungsvideo. Passt bei der Aufnahme alles, dann gibt es kaum noch Anlass dazu, das Video im Nachhinein zu bearbeiten. Hie und da ist es hilfreich, Einstellungen zu schneiden, um angenehmere Übergänge zu erreichen. Das kannst du dir aber sparen, wenn du dich ganz schlicht in nur einer Einstellung präsentierst, die auf einmal aufgenommen werden kann.

Eine professionell wirkende Aufnahme darf außerdem nicht verwackelt sein. Verwende daher bitte ein Stativ und lasse dich jedenfalls von einer anderen Person filmen.

Ist das Ergebnis nach dem ersten Anlauf nicht überzeugend, so probiere es einfach nochmal. Im zweiten Anlauf geht’s meistens viel besser, sodass sich der Mehraufwand auf jeden Fall für dich lohnt.

6Dein Leben - dein Drehbuch

Bevor du dir einen Redetext zurecht legst und dein Bewerbungsvideo drehst, sieh dir noch einmal die Stellenausschreibung an. Wie sieht das Anforderungsprofil aus? Was erwartet dein potentieller, zukünftiger Arbeitgeber von dir? Berücksichtige diese Fragen beim Schreiben deines Redetextes.

Apropos Anforderungsprofil: Vergiss nicht, deine Zeugnisse in Kopie sowie einen Lebenslauf und ein Bewerbungsanschreiben zu versenden. Das geht gemeinsam mit dem Video in einer E-Mail, via persönlicher Abgabe im Unternehmen oder auf dem Postweg.

Das Bewerbungsvideo kann diese beigelegten Dokumente keinesfalls ersetzen und reicht für eine vollwertige Bewerbung nicht aus!

>> Tipp: Vermeide die typischen Bewerbungsfehler

7Anlegen, anvisieren und treffen!

Was beim Verfassen eines Briefes weniger wichtig ist, hat beim Videodreh höchste Prioriät: Wie sieht deine Zielgruppe aus? Dein Videogestaltung wird jeweils anders ausfallen, wenn du dich für einen kreativen Job im Marketing oder aber für die Stelle als Bilanzbuchhalter bewirbst.

Geht es um einen kreativen Job, kannst du dich ruhig ein wenig austoben.

Um die Frage nach dem angemessenen Verhältnis zwischen Kreativität und Ernst zu klären, hilft es, den zukünftigen Chef zu kennen. Vielleicht bist du in Kontakt mit jemandem, der im Unternehmen arbeitet? Versuche, dir so viele Informationen über die Chefetage zu holen, wie möglich.

>> Beispiele für außergewöhnliche und kreative Bewerbungen

8Mein Name ist Hase

… und ich weiß alles. Als potentieller Berufseinsteiger trittst du mit Stärken als auch Schwächen in das Arbeitsleben ein. Das ist auch deinem Arbeitgeber klar. Trotzdem versuchen Jobanwärter gerne, eine Maske aufzusetzen, um den Vorstellungen des potentiellen Arbeitgebers (vermeintlich) zu entsprechen.

Warum solltest du lügen? Dein Bewerbungsvideo kommt besser an, wenn du möglichst natürlich und ehrlich wirkst. Es nützt also wenig, wenn du verkrampft und künstlich versuchst, ein Schauspieler zu sein. Lächle zwischendurch ruhig einmal und zeige, dass ein echter Mensch hinter der Person im Video steckt. Das fällt leichter, wenn du während des Drehs immer wieder daran denkst, dass auch dein Chef unter seinem makellosen Sakko nur ein Mensch ist.

Anders ausgedrückt, sind folgende Haltungen sinnvoll:

  • Sich selbst treu bleiben
  • Bei der Wahrheit bleiben
  • Die eigene Persönlichkeit einbringen
  • Sich ganz natürlich geben
  • Nicht aufgesetzt wirken oder verkrampft sein

9Die Szenerie

Der Hintergrund sollte nicht von dir ablenken. Entscheide dich daher für eine leere Wand oder einen anderen dezenten, neutralen Hintergrund.

Um keine optische Unruhe zu erzeugen, sollten keine Möbel im Video zu sehen sein. Stelle außerdem sicher, dass du während des Drehs nicht von (Straßen-) Geräuschen oder anderen Personen gestört wirst. Haustiere müssen erst einmal draußen bleiben und dürfen nicht in den Dreh-Raum.

Wie sieht es mit den Lichtverhältnissen aus? Drehe den Film am Besten in einem hellen Raum unter Tags. Düstere Lichtverhältnisse wirken wenig vertrauenswürdig!

10Blickkontakt

Schüchtern auf den Boden zu starren, während man über sich selbst erzählt, ist hinderlich. Du hast Probleme damit, direkt in die Kamera zu sehen? Dann stell dir am besten einfach vor, du trägst deinen Bewerbungstext einem guten Freund vor. Visualisiere diesen Freund anstelle der Kamera und versuche, dich dabei zu entspannen. Alternativ dazu kannst du auch einen Punkt etwas oberhalb der Kamera fixieren und dich beim Reden darauf konzentrieren. Erzähle dann - deinem vorbereiteten Redetext folgend - in aller Ruhe über dich und deine Stärken.

Erinnere dich selbst immer wieder daran, in bzw. über die Kamera zu schauen, wenn dein Blick abschweifen sollte.

11Warum ich?

Dieses Video ist am Ende so etwas Ähnliches wie ein Werbespot, in dem du deine Arbeitskraft verkaufst. Jeder Werbespot hat das Ziel, ein bestimmtes Publikum für sich zu gewinnen.

Unterstreiche also immer wieder, warum gerade du besonders gut für den Job geeignet bist. Bleibe dabei ehrlich und verkaufe dich gut, ohne überheblich zu wirken.

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