Studienzulassung – viele Wege führen zum Studium

Junge Studentin beim Lernen

Hochschulreife ohne Abitur – geht das? Die Antwort auf diese konkrete Frage ist einfach. Nein! Allerdings bedeutet dies nicht, gar nicht studieren zu können. Die Hochschulreife beinhaltet die Zulassung zu Studiengängen, die nur an Universitäten, also Hochschulen absolviert werden können. Neben der Hochschulreife gibt es die Fachhochschulreife, die nicht ganz dem Abitur entspricht, aber für sehr viele Studiengänge bereits ausreicht. Und selbst ganz ohne Abitur gibt es Möglichkeiten, zu studieren.

Wege, zum Studium zugelassen zu werden

Es gibt immer mehrere Wege, ein Ziel zu erreichen. So ist es auch beim Studium. Die Volkshochschulen bieten in Abendschulkursen an, Schulabschlüsse nachzumachen. Meist finden diese Kurse in Präsenzseminaren statt, wobei der Begriff Abendschule irreführend ist, denn Start der Seminare ist in der Regel bereits am späteren Nachmittag. Auch Fernakademien bieten Lehrgänge an, die im Abitur münden.

Schulabgänger können in weiterführenden Schulen (Berufskollegs) die Fachhochschulreife erwerben. Mit ihr können sehr viele Studiengänge belegt werden. Gerade im technischen und sozialen Bereich ist das Abitur keine Voraussetzung.

Ausbildung und Duales Studium

Wer erfolgreich eine Ausbildung absolviert hat, erlangt mit dem erfolgreichen Abschluss vor der zuständigen Kammer meist den nächsthöheren Schulabschluss. Dies kann Studienzugänge ermöglichen. Doch unabhängig davon, richten sich viele Studiengänge an Berufspraktiker und werden dual angeboten. Das bedeutet, neben einem Job bleibt Zeit zum Studieren und ein Unternehmen unterstützt das Bildungsvorhaben. Ob der Berufsabschluss im Rahmen einer Ausbildung oder durch eine Externenprüfung erlangt wird, spielt hierbei meist keine Rolle.

Diese Methode hat sich im technischen Bereich etabliert, aber auch im Handwerk und in der Pflege.

Fachwirtstudiengänge der IHK

Die IHK hat sowohl für die Externenprüfungen in kaufmännischen Berufen, wie auch für die Fachwirte (IHK) in den Zugangsvoraussetzungen die Berufserfahrung als besonderen Schwerpunkt festgeschrieben. Tatsächlich bedeutet ein Berufsabschluss für die Zulassung zu einer Fachwirtprüfung nur, dass weniger Berufserfahrung nötig ist. Es ist also nicht nötig, überhaupt einen Berufsabschluss zu haben. Auch fachfremd Ausgebildete haben die Chance, hier zugelassen zu werden, wenn sie lange genug berufsbezogene Erfahrungen gesammelt haben und dies nachweisen können.

Wer unsicher ist, sollte auf jeden Fall die Zulassung zur Prüfung von der IHK prüfen lassen, bevor ein Kurs gebucht wird. Kann der Zeitraum des Studiums genutzt werden, um Berufserfahrung zu sammeln, so kann die Zeit schon eingerechnet werden, denn es gilt das Datum der Prüfung als Stichtag für den Nachweis der Zeiten.

Unterschied Hochschule und Fachhochschule

Wie groß der Unterschied zwischen Hoch- und Fachhochschule wirklich ist, kann nicht klar definiert werden.

Hochschulen sind Universitäten. Sie bieten durchaus auch Studiengänge an, die mit Fachhochschulreife besucht werden können. Studiengänge wie Medizin (Human, Tier und Zahn), Pharmazie, Jura oder Lehramt sind Hochschulgebunden.

Fachhochschulen bieten Bachelor und Masterstudiengänge in Fachgebieten an, die nicht hochschulgebunden sind. Zu ihnen zählen zahlreiche Verwaltungs- und Wirtschaftsbereiche, die Sozialarbeit oder die Agrar- und Forstwirtschaft.

Neue Studiengänge eröffnen neue Chancen

Allein in den letzten Jahren haben sich unzählige neue Studiengänge etabliert, von denen einige schon fast skurril wirken. Je nach Studieninhalt können die Zugangsvoraussetzungen hier sehr stark variieren. Zudem sind einige Berufe (Journalist z.B.) gar nicht geregelt, so dass freie Bildungsanbieter hier Studienkonzepte entwickelt haben und Fachkenntnisse vermitteln.