Studium in Kanada

Was zeichnet das kanadische Studiensystem aus?

Auch in Kanada ist das Studiensystemwie auch in vielen anderen Ländern in einen Undergraduate- und einen Graduate-Bereich unterteilt, die aufeinander aufbauen. So kann man zum Beispiel normalerweise erst mit einem Masterstudiengang beginnen, wenn man bereits einen Bachelorabschluss besitzt. Generell muss man beachten, dass Noten und schriftliche Leistungen hier mehr zählen als in vielen anderen Ländern; auf mündliche Leistungen wird weniger Wert gelegt. In Kanada findet man etwa 300 Hochschulen, von denen 80 als Universität gelten. Alles in allem haben die Studenten die Wahl zwischen einem akademischen oder berufsbezogenen Abschluss.

Die Universitätslehrkräfte und -angestellten betrachten die Studenten als Kunden, für die sie Dienstleistungen erbringen. Das liegt zum Teil sicherlich an den zu zahlenden Studiengebühren, aber auch mental sind die Kanadier recht serviceorientiert und gelassen. Darüber hinaus sind die Hochschulen sehr modern und innovativ eingerichtet. Für ausländische Studenten ist ein Aufenthalt hier also ideal; außerdem können sie die wunderschöne Natur genießen oder alternativ große Städte besuchen – falls sie nicht sogar dort wohnen.

Viele Arbeitgeber bevorzugen Bewerber mit Auslandserfahrung, denn sie gelten allgemein als offener und teamfähiger. Ein Auslandsaufenthalt bringt also neben neuen Erfahrungen auch Vorteile  im späteren Berufsleben.

Wie sehen die Studiengebühren in Kanada aus?

Meistens liegen die Gebühren – allerdings ohne Lebenshaltungskosten, Miete etc. – in etwa zwischen CDN$ 6 000 und CDN$ 12 000 im Jahr. Damit ist ein Studium in Kanada immer noch kostengünstiger als beispielsweise in den USA.

Aber man kann als finanzielle Unterstützung zum Beispiel Auslands-BAföG beantragen. Für Kanada ist das Studentenwerk Thüringen in Ilmenau zuständig. Da die Berechnung in diesem Fall etwas anders läuft als beim Inlands-BAföG, haben auch Anträge eine Chance, die fürs Inland bereits abgelehnt worden sind.

Andere Möglichkeiten sind beispielsweise Stipendien, die vielleicht von der Zieluniversität oder auch von privaten Organisationen unter bestimmten Umständen vergeben werden. Es ist einen Versuch wert, zu schauen, ob es welche gibt und ob man die Voraussetzungen vielleicht erfüllt. Im Falle eines Austauschs zwischen zwei Universitäten existiert häufig sowieso ein Stipendienabkommen, mit dem die Hochschule den Studenten bei der Zahlung der Studiengebühren unterstützt.

Andere Finanzierungsmöglichkeiten sind Bildungskredite, die man bei Banken bekommen kann. Diese müssen erst später zurückgezahlt werden, wenn man selber im Berufsleben angekommen ist und ausreichend Geld verdient.

Was gehört alles zu einer Bewerbung?

Zunächst wendet man sich an die Wunschuniversität, entweder persönlich oder mit Hilfe einer Agentur. Zur Bewerbung gehören zumindest das ausgefüllte Bewerbungsformular, übersetzte und beglaubigte Zeugnisse sowie eine Auflistung der bis zu diesem Zeitpunkt erbrachten Leistungen, „Transcript“ genannt. Meistens darf auch ein Sprachtest nicht fehlen. Anhand dieser Unterlagen bewertet die kanadische Hochschule dann die erbrachten Leistungen in Bezug auf die Anforderungen für eine Zulassung.

Manche Hochschulen verlangen noch weitere Unterlagen wie zum Beispiel Motivations- und Empfehlungsschreiben, finanzielle Nachweise usw. Da ist es dann sehr gut, wenn man eine professionelle Vermittlungsagentur an seiner Seite hat. Falls man einen direkten Austausch zwischen zwei Universitäten mitmacht, helfen diese auch oft bei der Bewerbung.

Leider ist es mit den Bewerbungsunterlagen noch nicht getan: Studenten, die sich länger als sechs Monate in Kanada aufhalten möchten, müssen die sogenannte „Student Authorization“ oder auch Studienerlaubnis beantragen. Die dabei anfallenden Kosten betragen CAD$ 150 für die „study permit application“ und zusätzlich CAD$ 85 für der Erfassung biometrischer Daten.

Im französischsprachigen Québec heißt diese Erlaubnis „Certificat d’Acceptation du Québec“ und hat einen Preis von ungefähr € 115. Zusätzlich sollte man noch an eine private Zusatzkrankenversicherung denken – das kanadische Gesundheitssystem ist zwar sehr gut, aber nicht gerade billig.

Ein Studium als Eintrittskarte zu deinem Leben in Kanada

Wer in Kanada studiert und plant auch nach dem Abschluss in Kanada zu leben und zu arbeiten, kann sich beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen für eine nicht an einen bestimmten Arbeitgeber gebundene Arbeitserlaubnis qualifizieren und diese Erfahrung für verschiedene Einwanderungsprogramme nutzen. In der Provinz Quebec besteht die Möglichkeit, nach Abschluss eines Ausbildunsprogrammes direkt einzuwandern, und zwar ohne jegliche Arbeitserfahrung. Französischkenntisse müssen allerdings nachgewiesen werden. Ürigens können Vollzeitstudenten in Kanada während der Vorlesungszeit 20 Stunden pro Woche und während der vorlesungsfreien Zeit 40 Stunden pro Woche arbeiten. Finanzielle Mittel müssen zum Erhalt der Studienerlaubnis zwar nachgewiesen werden, das bedeutet aber nicht, dass diese unbedingt in vollem Umfang benötigt werden.

Mehr Informationen zu den Einwanderungsvoraussetzungen in Kanada und ein kostenloses Kontaktformular zu Experten für das sogenannte „Study to immigrate“-Programm findest du hier.

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