Medizin studieren ohne NC

Medizin studieren, schon der Weg zum Studienplatz kann ein steiniger Weg sein. Ein NC von meist um die 1,2 erwartet dich hier. Und immer gibt es viel mehr Bewerber als freie Plätze. So kommt es, dass auch gute Bewerber mit einem guten Abitur keinen freien Platz erhalten, u.a. auch wegen der sehr hohen Erwartungen an die Abiturnote.

Ein Studienplatz ohne NC

Doch auch wenn du den geforderten NC nicht erreichst, so gibt es dennoch Möglichkeiten für dich, einen Studienplatz zu bekommen und Medizin studieren zu können. Allerdings gibt es auch hier viele Hürden zu überwinden. Doch es kann sich für dich lohnen.

Möglichkeiten in Deutschland

In Deutschland kannst du als Interessent für das Medizinstudium auf folgende Möglichkeiten zurückgreifen, wenn der NC für dich nicht erreichbar ist:

1. Studienplatz über die Wartezeit sichern

Nimmst du die Wartezeit als Chance auf einen Studienplatz, so kannst du dir sicher sein, irgendwann wirst du einen Platz bekommen. Wann, das kann dir allerdings vorab keiner sagen. Im Schnitt sind es meist rund 12 Semester, die du hier als Wartezeit einkalkulieren musst. In keinem Fall aber muss das für dich eine verschwendete Zeit sein. In dieser Zeit kannst du eine medizinische Ausbildung machen oder in diversen Praktika dein Wissen vertiefen oder ergänzen. Im Studium und auch im späteren Berufsleben kann dir das dann nur von Vorteil sein. Hier ist Geduld gefragt, doch das Warten kann sich lohnen.

>> Pflegepraktikum im Bereich Medizin

2. Studienplatz durch Klagen

Nicht selten versuchen Bewerber, die keinen Studienplatz für Medizin erhalten haben, ihr Recht auf einen Platz einzuklagen. Hier solltest du aber immer bedenken, hier kommen in der Regel hohe Kosten auf dich zu, und die Erfolgschancen sind eher gering. Dennoch auch eine Möglichkeit, einen Studienplatz zu erhalten, wenn der NC nicht erreicht wurde.

3. Studienplatz über die Bundeswehr

Willst du Medizin studieren, aber deine Abinote ist nicht ausreichend, so kannst du versuchen, deinen Weg über die Bundeswehr zu gehen. Denn die Bundeswehr vergibt jedes Jahr 250 Studienplätze zum Medizinstudium. Doch auch wenn der NC hier nicht greift, leicht ist das Auswahlverfahren auch hier nicht. Auch hier wird Wert auf die Abinote gelegt. Das Auswahlverfahren ist hart, es wird viel von den Bewerbern verlangt. Ein Punkt, der viele Interessenten wieder abschreckt, wer hier einen Studienplatz für sich gewinnen will, muss sich für insgesamt 17 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten. Wenn dich das aber nicht abschreckt, so kann die Bundeswehr hier eine gute Möglichkeit für dich sein, auch ohne NC Medizin zu studieren. Das Gute, hier kommen keine Kosten auf dich zu, ganz im Gegenteil, die Bundeswehr bezahlt dir von Beginn an ein ansehnliches Gehalt.

4. Medizinstudium an einer privaten deutschen Hochschule

Es gibt private deutsche Hochschulen, die keinen NC ansetzen. Doch auch hier gibt es natürlich Auswahlverfahren, die teilweise viel von den Bewerbern verlangen. Bewerben kannst du dich zum einen an der Uni Witten/Herdecke. Diese private Uni stellt jedes Jahr 42 Studienplätze für Medizin zur Verfügung. Bewerben musst du dich mit einem Motivationsschreiben, Zeugnissen und Lebenslauf, und musst ein 6-monatiges Pflegepraktikum vorweisen. Kommst du dann in die engere Auswahl, wirst du zu einem Auswahltag eingeladen. Danach werden die Plätze vergeben. Eine weitere private deutsche Uni für das Medizinstudium, die Medizinische Hochschule Brandenburg. Hier stehen Bewerbern jedes Jahr 45 Plätze zur Verfügung. Mit deinem Motivationsschreiben, einem Text zu einem aktuellen Thema, Zeugnissen und Lebenslauf kannst du dich auch hier für den Auswahltag qualifizieren. Und auch hier wird ein Praktikum von 3 Monaten nötig. Zudem erwartet dich hier, nur für das Auswahlverfahren, eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 150 Euro. An beiden Hochschulen erwarten dich des Weiteren sehr hohe Studiengebühren, für den Fall, dass du tatsächlich einen Platz erhalten solltest. Zwar kannst du so den NC umgehen, die Kosten aber dürfen nicht unterschätzt werden. In Witten werden für Sofortzahler für das komplette Studium 46.200 Euro fällig, in Brandenburg sind es 115.000 Euro.

5. Studieren in Deutschland nach ausländischem Hochschulrecht

In Deutschland gibt es Universitäten, an denen du Medizin studieren kannst, und bei denen der NC bei der Vergabe der Plätze keine übergeordnete Rolle spielt. Hier handelt es sich um Universitäten nach ausländischem Hochschulrecht. Hier kommen für dich 2 Unis in Frage. Zum einen die Uni am Standort Nürnberg der österreichischen Privatuniversität Paracelsus. Bewerben musst du dich mit Motivationsschreiben, Zeugnissen und Lebenslauf, und es muss eine Bearbeitungsgebühr gezahlt werden. Des Weiteren musst du einen Test absolvieren, und, falls du in die engere Auswahl kommst, zu einem Interview, bei dem du auf Herz und Nieren geprüft wirst. In Nürnberg gibt es 50 Plätze für das Medizinstudium in jedem Jahr. Eine weitere Möglichkeit, die Kassel School of Medicine. Ein kleiner Haken, die ersten zwei Jahre findet das Studium ins Southhampton statt, dann erst in Kassel. Neben dem Motivationsschreiben wird viel Wert auf den TMS, gute Englisch-, Chemie- und Biologienoten gelegt. Jedes Jahr stehen hier lediglich 24 Plätze zur Verfügung. Beide Unis sind teuer, hier musst du je mit rund 60.000 Euro und mehr rechnen.

Alternativen für das Medizinstudium im Ausland

Neben den Möglichkeiten in Deutschland gibt es auch Alternativen im Ausland. In vielen Ländern kannst du dich für ein Medizinstudium im Ausland bewerben, auch wenn deine Abinote nicht für den in Deutschland gesetzten NC gereicht hat. In Frage kommen hier u.a. Universitäten der folgenden Länder:

Österreich
• Ungarn
• Bulgarien
• Tschechien
• Polen
• Niederlande
• Frankreich
• Großbritannien
• Luxemburg
• Schweiz

Doch auch hier muss dir bewusst sein, auch im Ausland gibt es teilweise sehr harte Auswahlverfahren. Zudem können erhebliche Kosten auf dich zukommen, und du solltest die Landessprache in jedem Fall sehr gut beherrschen.

Wenn du dir bezüglich der Bewerbung im Ausland unsicher bist, so kannst du auf diverse Dienstleister zurückgreifen, die, gegen eine Gebühr, dir bei der Bewerbung, der Koordination und allem Weiteren helfen und dich unterstützen.