Geld sparen im Studium – so klappt’s

Bücher lesen und lernen

Darum geht's

Ausgaben optimieren, Sparziele erreichen und Wünsche erfüllen – das geht auch im Studi-Alltag. Mithilfe der 50-30-20-Regel klappt es sogar noch leichter. Wie sich damit auch aus einem geringen Studi-Budget viel herausholen lässt, verraten folgende Tipps und Tricks.

Monatlich clever Finanzen im Blick behalten: Mit dieser Methode geht´s

Erhebungen zeigen, dass Studierende von heute ca. durchschnittlich 918 Euro monatlich zur Verfügung haben. Klingt auf den ersten Blick viel, doch mit Abzug von Lebenshaltungskosten und Co. wird das Budget schnell weniger. Clevere Studierende planen ihre monatlichen Ausgaben und sparen sogar zusätzlich.

Mit der 50-30-20-Methode wird jeder zum Budget-Profi. Dabei folgt die Ausgabenaufteilung nach einem einfachen Prinzip: 50 % für grundlegende Bedürfnisse, 30 % für Wunscherfüllung und 20 % zur Schuldentilgung oder zum Sparen. Wer beispielsweise Studiengebühren zahlen muss, kann hierfür bereits vorab monatlich Rücklagen bilden (in den 50 % enthalten). Damit fällt die Zahlung bei Fälligkeit deutlich leichter. In den 50 % des Nettoeinkommens sind auch Kosten enthalten für Miete, Gas- bzw. Stromrechnung, Versicherungen, Grundnahrungsmittel oder die Nutzung von Verkehrsmitteln. Anzeigeabout:blank

Tipp: Das Studierenden-Ticket

Um die monatlichen Ausgaben zu verringern, unbedingt die Vorzüge von einem Studierenden-Ticket nutzen. Das sogenannte Semesterticket gibt es nahezu überall in verschiedenen Ausführungen. Meist ist es eine Chipkarte, die mitgeführt werden muss. Hiermit lassen sich, abhängig vom Geltungsbereich, Straßenbahn oder regionale

Züge kostenfrei nutzen. Das Semesterticket ist bei vielen Universitäten und Hochschulen bereits im Studienbeitrag enthalten. Gegenüber dem Einzelkauf aller Fahrten wartet hier enormes Sparpotenzial.

Damit das Studium nicht auch monetär Kopfzerbrechen bereitet: Budgetplanung ist gefragt. Die 50-30-20-Regel kann dabei helfen.

Wie viel brauche ich für die Grundbedürfnisse wirklich?

Haben Studierende tatsächlich ca. durchschnittlich 1.000 Euro pro Monat zur Verfügung, bleiben ca. 500 Euro für die Deckung aller Grundbedürfnisse. Wer beispielsweise durch teure Stromanbieter oder andere Verträge mehr als 50 % der Nettoeinnahmen ausgeben muss, sollte sich um einen Wechsel bemühen. Viele Anbieter stellen Sonderkonditionen für Studierende mit enormem Sparpotenzial zur Verfügung. Der Vertragsvergleich lohnt sich gleich doppelt, denn neben der Kostenersparnis winken häufig weitere Extras wie Gutscheine und Co.

Tipp: Das Wohnheim ist nicht immer die kostengünstige Alternative

Viele Studierende erliegen einem Trugschluss: Die Unterbringung in einem Wohnheim ist stets die kostengünstigste Möglichkeit. Falsch, wie der Blick auf den Kostenspiegel deutschlandweit zeigt. Viele Studierendenwerke haben es nicht nur schwer, alle Anfragen zu bewältigen und ausreichend Wohnheim-Platz bereitzustellen. Oft variieren die Kosten dafür auch deutlich. Günstigen Wohnraum im Studierenden-Heim gibt es bestenfalls bereits ab 120 Euro/Monat. Viele Plätze kosten hingegen auch schnell mehr als 300 Euro (vor allem in Ballungsräumen können die Kosten deutlich höher sein.

Der Blick auf den freien Wohnungsmarkt oder die lokale WG-Börse bietet viele (häufig kostengünstigere) Alternativen. Ein WG-Zimmer ist meist schon ab 100 Euro zu haben. Aber Vorsicht vor der Nebenkostenfalle. Während im Preis für das Studierenden-Wohnheim schon alle Nebenkosten enthalten sind, werden die Mietpreise am freien Wohnungsmarkt meist ohne Nebenkostenberücksichtigung angeboten. Deshalb genau hinschauen und clever vergleichen.

30 % der monatlichen Nettoeinnahmen für Freizeit und Co.

Während 50 % der monatlichen Studierenden-Einnahmen für Grundbedürfnisse ausgegeben werden, lassen sich 30 % für Freizeit und Co. nutzen. Hierzu gehören alle Ausgaben, die nicht lebensnotwendig sind. Urlaube, Shoppingtouren, Besuche im Restaurant oder Café, Kino, Abos, Fitnessstudio-Mitgliedschaft – all das sollte monatlich maximal 30 % der Nettoeinnahmen betragen.

Wer beispielsweise durchschnittlich 1.000 Euro pro Monat zur Verfügung hat, sollte sich ein Limit von 300 Euro setzen. Ist dies erreicht, sollte auf die Ausgabenbremse getreten werden. Doch auch mit der Limitierung müssen Studierende nicht auf genussvolles Leben verzichten. Wer clever plant, kann sich auch mit 30 % der Nettoeinnahmen viel gönnen.

Studierenden-Rabatte bei Fitnessstudios und Co. geschickt nutzen

Viele Fitnessstudios, Kinos und Co. bieten exklusiv für Studierende reduzierte Angebote. So können Kosten für Mitgliedsbeiträge oder Ticketpreise gespart werden. Auch Besucher im Restaurant oder Café werden mit etwas Geschick zur günstigen Angelegenheit.

Viele Städte bieten spezielle Karten, bei denen das Prinzip 2-für-1 gilt. Heißt im Klartext: Zwei können sich etwas gönnen und bezahlt wird nur einmal. Ideal, um sich mit anderen Studierenden Luxus wie Restaurantbesuche und Co. zum absoluten Sparpreis zu gönnen. So gibt es das Menü für zwei Personen anstatt für 100 Euro beispielsweise für unter 50 Euro. Zwei Kinokarten sind zum Preis von einer erhältlich usw. Die kleinen Einsparmöglichkeiten im Alltag helfen dabei, die 30 %-Regel einzuhalten sowie die volle Budgetkontrolle zu haben.

20 % für Ersparnisse oder Schuldentilgung nutzen

Clevere Studierende geben ihr monatliches Budget nicht vollständig aus. Stattdessen sparen sie 20 % bzw. tilgen damit vorhandene Schulden. Wer beispielsweise für den Umzug in die Studierenden-Stadt ein Darlehen aufgenommen hat, kann es mit monatlichen (kleinen) Beträgen zurückzahlen. Diese Ausgaben lassen sich sogar noch mehr Sparpotenzial umwandeln, wenn die Steuererklärung gemacht wird. Was viele Studierende nicht wissen: Sie können Ausbildungskosten oder beispielsweise doppelte Haushaltsführung geltend machen und sich dadurch womöglich zu viel gezahlte Steuern zurückholen.

Konsequent am Sparplan arbeiten: Ausdauer zahlt sich aus

20 % monatlich sparen klingt auf den ersten Blick nicht viel, kann sich langfristig jedoch lohnen. Wer beispielsweise von 1.000 Euro monatlich 20 % spart, hat nach einem Jahr bereits 2.400 Euro auf dem Konto. Ein Studium dauert durchschnittlich 3-4 Jahre. Das macht demnach ein Sparguthaben zwischen 7.200 Euro und 9.600 Euro. Eine optimale Grundlage, um mit einem Budget ins Berufsleben zu starten und sich beispielsweise ein Kfz oder den Umzug zum Wunscharbeitsplatz zu gönnen.

Alltags-Tipps beim Sparen – So bleibt mehr Budget übrig

Gebühren für das Studium sind in vielen Ländern längst Normalität. Bislang galt Deutschland als Ausnahme, denn die Gebühren wurden – zumindest für das Erststudium- nicht erhoben. Die Bundesregierung vertritt die Meinung, dass Studierende dieselben Voraussetzungen haben sollten und für Bildung nicht bezahlen müssen. Doch das Bundesverfassungsgericht entschied anders, denn es vertritt die Meinung, dass Studiengebühren nicht durch die Bundesregierung verboten werden dürfen; Universitäten und Hochschulen Selbstbestimmungsrecht haben.

Das hatte eine Neuregelung bei den Studiengebühren zur Folge, vor allem bei den erweiterten Studiengängen. Während das Erststudium in allen Bundesländern (noch) gebührenfrei absolviert werden kann, sieht es bei Kosten für das Zweitstudium, das berufsbegleitende Studium usw. anders aus. Baden-Württemberg beispielsweise bittet Studierende im Zweitstudium zur Kasse, ebenso wie Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Wer ein Zweitstudium absolvieren und sparen möchte, sollte deshalb bei der Wahl der Hochschule oder Universität genau hinschauen. Deutschlandweit gibt es für die meisten Studiengänge zahlreiche Möglichkeiten, sodass frühzeitige Sondierung und Bewerbung mit einer Ersparnis der Studiengebühren belohnt werden können.

Sparschwein
20 % der monatlichen Nettoeinnahmen sparen: Damit können auch Studierende am Vermögensaufbau arbeiten.

Monatliches Nettoeinkommen erhöhen: Damit klappt es leichter

Genügt das monatliche Budget nicht, um Kosten zu decken, Wünsche zu erfüllen und zu sparen, gibt es eine einfache Lösung: für eine Erhöhung des Einkommens sorgen. Dafür stehen Studierenden viele, häufig besonders einfache, Möglichkeiten zur Verfügung. Wie wäre es beispielsweise mit Nachhilfe für Schulbesuchende oder andere Studierende? Diese Tätigkeit lässt sich sogar ortsunabhängig über den PC oder die mobilen Endgeräte durchführen. Ohne großen Aufwand und mit der Weitergabe des eigenen Wissens lassen sich mit geschickter Zeiteinteilung monatlich Einnahmen im dreistelligen Bereich generieren.

Beliebt bei Studierenden ist auch das Spenden von Blut bzw. Plasma. Damit sichern sie sich nicht nur eine kleine Aufwandsentschädigung, sondern tun auch etwas Gutes. Als Aufwandsentschädigung winken beispielsweise 20 Euro (Plasma) und mehr als 25 Euro (für Vollblut), abhängig von der Region. Sicher keine kontinuierliche Einnahmequelle, denn Spenden ist nur vier- bis sechsmal jährlich möglich. Wer aber die Einnahmen daraus ins Sparschwein steckt, arbeitet kontinuierlich an seinem Vermögensaufbau und kann das Guthaben wahlweise als Wunschabfüller oder als Zugabe zu den 20 % einsetzen.

Ausgaben easy im Blick behalten – viele Banken unterstützen mit Unterkonten und Co.

Die 50-30-20-Regel ist schwierig umzusetzen, oder doch nicht? Wer seine Ausgaben und Einnahmen nicht im Blick hat, wird schnell orientierungslos und weicht womöglich von seinem Budgetplan ab. Immer mehr Banken bieten Studierenden und anderen Kunden komfortable und innovative Möglichkeiten, die bei der Budgetverwaltung unterstützen. So lassen sich beispielsweise bei dem Konto einzelne Unterkonten bzw. sogenannte Spaces einrichten, um die Ausgaben präziser zu definieren.

Damit können Studierende beispielsweise einen eigenen Posten für die Lebenshaltung einrichten. Sämtliche Ausgaben werden hier automatisch erfasst, sodass Kopfrechnen gar nicht notwendig ist. So sehen Studierende auf einen Blick, ob sie sich an die 50 %-Regel haben. Wer möchte, kann sich sogar ein Limit einrichten, um nicht über das Budgetierte hinauszuschießen. Keine Angst, das Limit kann bei Bedarf auch angepasst werden. Bei einer Nettoeinnahme von 1.000 Euro monatlich könnte im Unterkonto „Lebenshaltung“ ein Verfügungsrahmen von 500 Euro eingefügt werden. Sobald Studierende das Limit erreicht haben bzw. kurz davor sind, gibt es eine Info. Ideal, um die Ausgaben im Blick zu haben.

Tipp: Nicht nur Dispo in Versuchung führen lassen

Er ist schnell verfügt und bietet in Sekunden zusätzlichen finanziellen Spielraum: der Dispo. Auch Studierenden steht er häufig (bei einem gesicherten monatlichen Nettoeinkommen) zur Verfügung. So verführerisch der kurzfristige finanzielle zusätzliche Spielraum scheint, so kostspielig kann er schon bald werden. Die Zinsen für den beanspruchten Dispo betragen, abhängig vom Kreditinstitut, schnell mehr als zehn Prozent. Wer den Dispo nicht kurzfristig zurückzahlen kann, muss mit enormen Zusatzkosten rechnen.

Deshalb unbedingt den Dispo vermeiden oder bestenfalls sogar vollständig vom Girokonto streichen lassen. Wird dennoch kurzfristig ein erweiterter finanzieller Spielraum benötigt, gibt es andere Optionen: Eltern fragen, oder Freunde bitten. Wer dies nicht möchte, kann sich bei Kreditinstituten auch nach kurzfristigen Darlehen erkundigen. Die Konditionen dafür sind im Vergleich zu den Dispozinsen um ein Vielfaches günstiger. Eine weitere Option: Kreditkarten mit Ratenfunktion. Aber Vorsicht, denn auch hier lauern Gefahren durch enorme Zinsen. Am besten verschiedene Kreditkarten-Anbieter vergleichen, denn viele von ihnen stellen Studierenden mit der Kartennutzung tolle Sonderkonditionen zur Verfügung.