Work and Travel Südamerika

Gerade für Backpacker ist Südamerika ein wahres Mekka: Hier lockt neben der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt auch die relativ leicht zu erlernende spanische bzw. portugiesische Sprache sowie die recht günstigen Reise- und Lebenshaltungskosten. Eine klassische Work & Travel-Auszeit in Südamerika war lange Zeit nicht möglich, doch nun bieten mit Chile und Brasilien die ersten südamerikanischen Länder einjährige Working-Holiday-Visa für junge Weltentdecker. Weitere Länder werden dem Trend womöglich folgen. Doch auch jenseits des klassischen Work & Travel-Programms gibt es viele Möglichkeiten, eine längere Auslandszeit auf dem spannenden Kontinent zu verbringen.

Themen dieses Artikels

Work & Travel in Chile

Das schmale Land im Südwesten des Kontinents mit seiner über 3.400 Kilometer langen Küste hat den Anfang gemacht und ermöglicht seit 2014 jungen Deutschen sowie einigen weiteren Nationalitäten einen einjährigen Work & Travel-Aufenthalt.

Bedingungen für das WHV für Chile

Deutsche Staatsbürger können ein klassisches Working-Holiday-Visum für Chile beantragen. Damit kann man sich bis zu einem Jahr im Land aufhalten und nebenbei die Reisekasse mit bezahlten Tätigkeiten aufbessern. Es gelten ähnliche Bedingungen wie bei den Working-Holiday-Visa für andere Länder:

  • Du musst bei der Beantragung des Working-Holiday-Visums für Chile zwischen 18 und 30 Jahre alt sein
  • Dein Reisepass sollte über die geplante Aufenthaltsdauer hinaus gültig sein
  • Du kannst finanzielle Rücklagen sowie ein Rückflugticket nachweisen
  • Du benötigst eine Auslandskrankenversicherung und eine Unfallversicherung für den gesamten Zeitraum deines Aufenthalts
  • Du bist in guter gesundheitlicher Verfassung


Jobmöglichkeiten mit dem Working-Holiday-Visum in Chile

Mit dem chilenischen Working-Holiday-Visum, auch „Visum für einen befristeten Aufenthalt“ genannt, kannst du bezahlte Jobs in dem südamerikanischen Land annehmen. Die einzige Einschränkung ist, dass du nicht länger als sechs Monate für einen Arbeitgeber tätig sein darfst. Für Work & Traveller gibt es vor allem Jobmöglichkeiten im Tourismus und in der Landwirtschaft. Der Tourismussektor boomt in dem vielseitigen Land, indem es sowohl Wüste als auch Regenwald, eiskalte Gletscher und dampfende Vulkane, eine tausende Kilometer lange Küste und über 6.000 Meter hohe Berge gibt. Hier kann es dich also an die unterschiedlichsten und außergewöhnlichsten Orte verschlagen.

Spezielle Vermittlungsagenturen können dir auch schon vor deinem Work & Travel-Aufenthalt einen Tourismus-Job vermitteln. Oft handelt es sich dabei um einen Hotel-Job. Die Jobangebote werden außerdem häufig mit einem Sprachkurs kombiniert. Wenn du Spanisch schon sehr gut sprichst, machst du dich aber am besten eigenständig auf die Suche. Allerdings solltest du dich darauf einstellen, dass die Verdienstmöglichkeiten in Chile deutlich unter dem deutschen Niveau liegen. Gerade geringqualifizierte Tätigkeiten sind eher schlecht bezahlt. Vor allem in Hotels arbeitest du oft nur für freie Kost & Logis. Auch wenn man beim Work & Travel in Chile wahrscheinlich nicht reich wird, erlebt man immerhin eines der schönsten, faszinierendsten und vielfältigsten Länder unseres Globus intensiv.

>> Working Holiday Visum für Chile

Internationale Unternehmen

Trotzdem ist es nicht vollkommen unmöglich, einen gutbezahlten Job in Chile zu finden. Vor allem bei ausländischen bzw. international agierenden Unternehmen solltest du dein Glück probieren. Entsprechende Qualifikationen sind natürlich ein großer Vorteil. Außerdem kannst du dir deine Fremdsprachenkenntnisse zunutze machen. Wenn du neben Deutsch auch noch sehr gutes Englisch sprichst, erhöhen sich deine Jobmöglichkeiten bei internationalen Unternehmen enorm und du kannst mitunter auch mehr Geld verdienen. Spanisch ist trotzdem eine Voraussetzung für die meisten Jobs in Chile. Auch Deutsch und/ oder Englisch in Chile zu unterrichten ist eine gute Option für Work & Traveller. Selbstverständlich kannst du mit deinem Working-Holiday-Visum auch Praktika und Freiwilligendienste in Chile machen.

 

Work & Travel in Brasilien

Auch das mit Abstand größte südamerikanische Land folgt dem Vorbild Chiles und will Working-Holiday-Visa für junge Deutsche anbieten. Im Februar 2015 schlossen die deutsche und die brasilianische Regierung ein solches Abkommen. Leider ist das Abkommen aufgrund notwendiger innerstaatlicher Implementierungsmaßnahmen derzeit noch nicht wirksam (Stand Juni 2015). Nichtsdestotrotz wird es das Visum in Kürze geben und es lohnt sich, diesbezüglich immer mal wieder die Website der brasilianischen Botschaft (http://berlim.itamaraty.gov.br/de/) zu konsultieren.

Voraussetzungen für Work & Travel in Brasilien

Die Bedingungen für ein Working-Holiday-Visum unterscheiden sich nicht großartig von den anderen Working Holiday-Destinationen. Betont wird von der brasilianischen Regierung vor allem, dass die Arbeit nur im Hintergrund stehen dürfe und das Reisen der Hauptgrund des Aufenthalts sein sollte. Daher darf man beispielsweise auch nur drei Monate für einen bestimmten Arbeitgeber tätig sein, nicht etwa sechs oder gar zwölf Monate wie in anderen Work & Travel-Ländern. Davon abgesehen gelten aber ähnliche Bestimmungen:

  • Du musst bei Antragstellung zwischen 18 und 30 Jahre alt sein
  • Du hast keine Kinder bzw. bringst diese nicht mit nach Brasilien
  • Du beantragst das Visum zum ersten Mal in deinem Leben
  • Du kannst einen guten gesundheitlichen Zustand nachweisen

Mit einem Working-Holiday-Visum für Brasilien kannst du außerdem bis zu drei Monate einen Kurs besuchen oder auch mehrere Kurse, die insgesamt nicht länger als drei Monate dauern. Ideal also, um in einem Intensiv-Sprachkurs deine Portugiesisch-Kenntnisse auf Vordermann zu bringen und dann mit der Jobsuche durchzustarten.

Jobmöglichkeiten für Work & Traveller in Brasilien

Mit einem Working-Holiday-Visum kannst du in Brasilien jede bezahlte Tätigkeit annehmen, solange diese nicht länger als drei Monate dauert. Für einen Job in Brasilien sind umfangreiche Portugiesisch-Kenntnisse in den allermeisten Fällen ein absolutes Muss. Wenn du noch gar nichts oder nur wenig kannst, solltest du unbedingt zu Beginn des Aufenthalts einen Sprachkurs absolvieren. Dir sollte bewusst sein, dass vor allem unqualifizierte Jobs in Brasilien deutlich schlechter bezahlt sind als in Deutschland. Ohne eine Ausbildung in Brasilien einen Job zu finden, der sich lohnt, ist relativ schwierig. Wer schon eine Ausbildung oder andere Qualifikationen vorweisen kann, hat deutlich bessere Chancen. Ein guter Anlaufpunkt sind immer deutsche oder international agierende Firmen in Brasilien. Hier können dir vor allem deine Fremdsprachenkenntnisse weiterhelfen. Wenn du neben Deutsch auch noch sehr gutes Englisch und evtl. sogar Spanisch sprichst, gibt es auch im Tourismus viele Möglichkeiten. Außerdem kannst du auf eigene Faust Deutsch und/oder Englisch unterrichten, Nachhilfe geben oder dich an einer Sprachschule probieren. Darüber hinaus kannst du mit einem Working-Holiday-Visum in Brasilien natürlich auch klassische Freiwilligendienste sowie Praktika machen.

 

Work & Travel in Argentinien

Es bleibt zu vermuten, dass auch das Heimatland des Tangos als nächstes in die Fußstapfen seines westlichen und nördlichen Nachbarn tritt. Einige Nationalitäten, nämlich Australier, Neuseeländer, Franzosen, Dänen und Iren, kommen bereits in den Genuss eines Working-Holiday-Visums für Argentinien. Deutschland gehört bislang nicht dazu, das kann sich aber jederzeit ändern. Derweil gibt es zahlreiche spannende Alternativen zum klassischen Work & Travel, mit denen du einen längeren Aufenthalt im südlichsten Land des Kontinents realisieren kannst.

Jobben in Argentinien

Auch ohne Working-Holiday-Visum gibt es Möglichkeiten in Argentinien zu arbeiten. Allerdings musst du einen Job finden bevor du ins Land einreist. Du kannst entweder eine Agentur beauftragen oder dich selbst auf die Suche begeben. Vor allem für Studenten bestimmter Fachbereiche, beispielsweise IT, Übersetzung oder Tourismus, gibt es spezielle Programme. Gefragt sind in Argentinien außerdem qualifizierte Handwerker mit Berufserfahrung sowie Ingenieure. Trotzdem solltest du auch hier bedenken: Argentinien ist zwar eines der reichsten und wirtschaftsstärksten Länder Südamerikas, nichtsdestotrotz gilt es im internationalen Vergleich eher als Schwellenland. Gerade in letzter Zeit kämpft das Land wieder mit einer starken Inflation und der damit verbundenen strauchelnden Wirtschaft. In den vergangenen Jahren trafen gleich mehrere Wirtschaftskrisen die argentinische Volkswirtschaft. Deine Jobchancen und Verdienstmöglichkeiten sind hier also deutlich geringer als in anderen Work & Travel-Ländern wie Australien, Neuseeland oder Kanada. Zieht es dich aber unbedingt ins südliche Lateinamerika, solltest du dein Glück natürlich trotzdem probieren. Interessante Stellenangebote findest du mitunter bei der deutsch-argentinische Industrie- und Handelskammer unter www.ahkargentina.com.ar/. Wenn du eine Stelle gefunden hast, musst du als nächsten Schritt ein entsprechendes Arbeitsvisum beantragen. Dabei kann dich dein Arbeitgeber unterstützen.

Alternativen zum Work & Travel in Argentinien

Alternativ zum klassischen Work & Travel im Sinne von das Land bereisen und nebenbei Geld verdienen gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, eine längere Zeit im Land der Gauchos, der saftigen Steaks und des leidenschaftlichen Tangos zu verbringen. Mit einem Touristenvisum kannst du dich bis zu drei Monate im Land aufhalten. Nach Ablauf der Zeit kann man einfach einen kurzen Ausflug nach Chile oder Uruguay machen und erhält bei der erneuten Einreise nach Argentinien wieder drei Monate Aufenthaltsgenehmigung. In dieser Zeit kann man Freiwilligendienste machen, im ländlichen Argentinien wwoofen, gegen Kost & Logis im Hostel oder Hotel arbeiten, Sprachkurse und Praktika absolvieren. So kann man die Kultur, die Sprache und den Alltag des faszinierenden Landes auch ohne Working-Holiday-Visums intensiv erleben, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen.

Ausgesuchte Programm-Angebote für Argentinien:

>> Auslandspraktikum
>> Farmarbeit

 

Working Holidays in anderen südamerikanischen Ländern

In allen weiteren südamerikanischen Staaten ist Work & Travel im klassischen Sinne bisher und auch in absehbarer Zeit nicht möglich. Einige Länder zeichnen sich durch extreme Armut und soziale Ungleichheiten aus. Die Arbeitslosenquote ist mitunter sehr hoch und die Gehälter sehr niedrig. In diesen Ländern ist Work & Travel im klassischen Sinne daher auch gar nicht sinnvoll, da du deine Reisekasse unterwegs ohnehin nicht großartig aufbessern könntest. Viel sinnvoller ist es dagegen, einen Freiwilligendienst zu leisten, in das ländliche Leben hinein zu schnuppern oder einen vergleichsweise günstigen Sprachkurs zu absolvieren. Auch so bewegst du dich abseits der ausgetretenen Touristenpfade, tauchst tief in die lokale Kultur ein und lernst das Land intensiv kennen. All das sind zentrale Aspekte eines Work & Travel-Aufenthalts. Folgende Möglichkeiten gibt es in Südamerika:

Freiwilligendienste in Südamerika

Eine der schönsten Formen des Work & Travels in Südamerika ist, deinem Gastland und der Gesellschaft etwas zurückzugeben, indem du einen Freiwilligendienst absolvierst. Du kannst bei sozialen Projekten, beim Naturschutz, Tierschutz oder auch Erhalt des kulturellen Erbes mithelfen. In Südamerika sind die Freiwilligendienste besonders vielfältig. Tätigkeiten umfassen unter anderem:

  • Betreuung von sozial benachteiligten Kindern- und Jugendlichen
  • Arbeit im Waisenhaus
  • Arbeit mit Obdachlosen
  • Englisch-Unterricht
  • Arbeit mit Straßenkindern
  • Bau und Infrastruktur-Aufbau in armen Regionen

Du kannst dir schon vor der Reise etwas suchen oder auch erst vor Ort Ausschau halten. Für einen Freiwilligendienst von bis zu drei Monaten benötigst du in der Regel kein Visum. Wenn du die Landessprache noch nicht besonders gut beherrschst, solltest du den Freiwilligendienst unbedingt mit einem Sprachkurs kombinieren. Für manche Tätigkeiten sind Spanisch- bzw. Portugiesisch-Kenntnisse zwingend erforderlich. In jedem Fall hast du immer mehr von deinem Freiwilligendienst, wenn du die Landessprache sprichst. Im Tier- und Naturschutz gibt es tolle Projekte in einigen der atemberaubendsten Gegenden unseres Globus: Auf den Galápagos-Inseln in Ecuador, im Amazonas-Regenwald oder im sagenumwobenen Patagonien.

>> Freiwilligenarbeit in Südamerika
>> Ausgesuchte Freiwilligenarbeit-Angebote für Südamerika

Farm Work

Die Länder jenseits der großen Städte und urbanen Zentren kennenzulernen, ist immer ein ganz besonderes Erlebnis und bringt dich näher an die ursprüngliche, authentische Lebensweise des Landes. Vor allem für Pferdeliebhaber gibt es im südlichen Lateinamerika tolle Möglichkeiten: Hier kannst du dich auf einer echten Gaucho-Ranch oder auch einem abgelegenen Hotel mit entsprechenden Outdoor-Aktivitäten um die faszinierenden Vierbeiner kümmern. Zu den Tätigkeiten zählen neben der Pferdepflege und dem Ausmisten der Ställe auch das Trainieren der Tiere und die Unterstützung bei Gesundheitschecks. Außerdem kannst du beim Aufbau ökologisch-nachhaltiger Landwirtschaft helfen oder Fairtrade-Plantagen unterstützen. Farm Work für Work & Traveller in Südamerika wird in der Regel nicht bezahlt, sondern du arbeitest gegen Kost und Logis. Daher kannst du die Tätigkeiten auch ohne Working-Holiday-Visum ausüben.

>> Weitere Infos zu Farmarbeit
>> Ausgesuchte Farmarbeit-Angebote für Südamerika

Sprachkurse

Ein längerer Südamerika-Aufenthalt ist ideal, um fließend Spanisch oder Portugiesisch zu lernen. Englisch ist auf dem südamerikanischen Kontinent nur sehr spärlich verbreitet, sodass du vor allem abseits der typischen Touristenpfade zum Sprechen gezwungen wirst. Wenn du noch gar kein Spanisch oder Portugiesisch kannst, solltest du direkt zu Beginn deines Aufenthalts einen Sprachkurs machen. Intensiv-Sprachkurse gibt es in allen südamerikanischen Ländern. Meist wirst du für die Dauer des Kurses bei einer lokalen Gastfamilie untergebracht, wodurch du nicht nur die Kultur und das Alltagsleben hautnah erlebst, sondern auch deine Sprachkenntnisse außerhalb des Unterrichts direkt anwenden kannst. Nach einem vierwöchigen Intensivkurs hast du dann schon eine sehr gute Grundlage, um deinen Südamerika-Aufenthalt intensiv zu erleben. Gerade wenn du Spanisch lernen möchtest, stehen viele Länder zur Auswahl. Es gibt teilweise große Unterschiede bei den Preisen. Hier ist es natürlich sinnvoll, ein günstiges Land für den Sprachkurs zu wählen, wie beispielsweise Ecuador oder Bolivien. So kann man beispielsweise einen Work & Travel-Aufenthalt im vergleichsweise teuren Chile mit einem günstigen Sprachkurs in Bolivien verbinden.

>> Weitere Infos zu Sprachkursen & Sprachreisen

Praktika

Praktika im Ausland machen sich nicht nur hervorragend auf jedem Lebenslauf, es ist auch extrem spannend und aufschlussreich mal in das Berufsleben in einem anderen Land hinein zu schnuppern. Mitunter kannst du dir auch einen Freiwilligendienst, beispielsweise im Bildungsbereich oder im Tourismus, als Praktika anrechnen lassen. Damit es sich auch wirklich lohnt, sollte ein Praktikum mindestens zwei Monate dauern. Für unbezahlte Praktika bis zu drei Monaten benötigst du in den meisten südamerikanischen Ländern kein Visum. Praktikumsstellen werden oft auch auf den Webseiten der Industrie- und Handelskammern des jeweiligen Landes ausgeschrieben, also beispielsweise bei der Deutsch-Peruanischen (http://peru.ahk.de/) oder Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer (http://www.ahk.de/). Außerdem vermitteln auch Hochschulen oft Praktikumsstellen im Ausland. Auch private Vermittlungsagenturen vermitteln Praktika, allerdings nur gegen eine Gebühr.

>> Alles Wichtige rund ums Praktikum im Ausland
>> Ausgesuchte Praktikums-Angebote für Südamerika

 

Brauche ich ein Visum für Work & Travel in Südamerika?

Wenn du einen längeren Aufenthalt in Chile oder Brasilien planst, solltest du auf jeden Fall das Working-Holiday-Visum beantragen. Damit kannst du dich bis zu einem Jahr in dem jeweiligen Land aufhalten, was in den anderen südamerikanischen Ländern ohne Working-Holiday-Programm nicht ohne weiteres möglich ist. Für Aufenthalte bis zu 90 Tagen brauchst du in allen südamerikanischen kein Visum vorab beantragen. Bei der Einreise erhältst du einen Stempel in den Reisepass, der als eine Art Touristenvisum fungiert. Auf dem Stempel wird die genaue Aufenthaltsdauer deines Visums angegeben. Hier ist man ein bisschen von der Willkür der Grenzbeamten abhängig: Man bekommt entweder 30, 60 oder 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung im Land. Bekommt man nur 30 oder 60 Tage kann man diese aber meist später unkompliziert auf 90 Tage verlängern. Mit einem Touristenvisum in Form des Einreisestempels kann man unbezahlten Tätigkeiten ausüben, zum Beispiel einen Freiwilligendienst oder ein Praktikum. In den meisten Ländern kannst du auch die Aufenthaltsdauer von 90 Tagen relativ unproblematisch verlängern. Dabei fallen allerdings meist eine Gebühr sowie einiger bürokratischer Aufwand an. Manchmal reicht es auch einfach kurz auszureisen und dann wieder einzureisen. Du solltest dich immer genau über die Bestimmungen in dem jeweiligen Land informieren, da es teilweise Abweichungen gibt. In Bolivien benötigst du beispielsweise für einen Freiwilligendienst ein spezielles Visum. Auch für Auslandspraktika gibt es mitunter spezielle Visa, vor allem wenn die Praktikumsdauer drei Monate übersteigt. Wenn du einer bezahlten Tätigkeit in einem südamerikanischen Land, außer Chile oder Brasilien, nachgehen willst, musst du zuerst eine Arbeitsstelle finden und dann ein spezielles Arbeitsvisum beantragen.

>> Das Working-Holiday-Visum

 

Was beim Work & Travel in Südamerika zu beachten ist

Nichtsdestotrotz solltest du dir bewusst sein, dass Work & Travel in Südamerika etwas anderes ist als Work & Travel in Ländern wie Australien, Neuseeland oder Kanada. Letztere sind vom Entwicklungs- und Sicherheitsstand her mit Deutschland vergleichbar. In Südamerika wirst du dagegen auf mitunter extreme Armut und soziale Ungleichheiten treffen. Demzufolge ist auch die Kriminalitätsrate und Gewaltbereitschaft deutlich höher. Du solltest dich immer gut über die Situation vor Ort informieren und keine unnötigen Risiken eingehen. Bei Überfällen, die leider in Südamerika häufiger vorkommen als in anderen Regionen, solltest du niemals Widerstand leisten und deine Sachen ohne großes Zögern übergeben. Unterwegs musst du deine Wertgegenstände besonders gut im Auge behalten. Ein weiteres Problem sind Verkehrsunfälle, zu denen es auf den zahlreichen Serpentinenstraßen in teils schwindelerregenden Höhen immer wieder kommt. Dagegen kann man sich recht wenig schützen, außer indem man Nachtfahrten möglichst vermeidet und lieber etwas mehr für einen besseren Bus ausgibt.

Außerdem ist zu bedenken, dass es sich bei vielen südamerikanischen Staaten um sogenannte Schwellenländer oder Entwicklungsländer handelt. Von daher ist es oft nicht einfach für Work & Traveller, einen bezahlten Job zu finden und wenn sind diese für unsere Verhältnisse eher schlecht bezahlt. Deshalb besteht der Vorteil der Working-Holiday-Visa vor alldem darin, dass man sich bis zu einem Jahr im Land aufhalten und so die Kultur und die Sprache intensiv kennenlernen und erleben kann. Diese Zeit kann man gut für klassische Freiwilligendienste, Sprachkurse oder Praktika nutzen.

 

Programm-Angebote für Südamerika

Auf jeden Fall lohnt sich ein Work & Travel Aufenthalt in Südamerika - egal in welchem Land du gerade unterwegs bist bzw. welche Jobs du ausüben wirst. Du wirst einmalige Erfahrungen mit nach Hause nehmen. Hier findest du ausgesuchte Programm-Angebote für Work & Travel-Aufenhalte in Südamerika verschiedener Organisationen bzw. Veranstalter:

>> Work & Travel Programme für Südamerika

 

Fazit

Mit Chile und Brasilien bieten endlich auch die ersten südamerikanischen Länder Working-Holiday-Visa für junge Deutsche an. Zwar ist es ohne Ausbildung und Qualifikationen in diesen Ländern noch recht schwierig für Work & Traveller, einen gutbezahlten Job zu finden, doch immerhin kann man sich mit dem Visum bis zu einem Jahr im Land aufhalten. Aber auch ohne Working-Holiday-Visum gibt es viele Möglichkeiten für Work & Travel in Südamerika. Freiwilligendienste, Intensivsprachkurse und Praktika sind beliebte Alternativen zum klassischen Work & Travel. Auch damit kann man die unterschiedlichen Länder intensiv erleben, die Sprache lernen und tiefere Kontakte zu Einheimischen aufbauen als gewöhnliche Touristen. Die Aufenthaltsdauer ist meist auf 90 Tage begrenzt. Daher lohnt es sich, beim Work & Travel in Südamerika verschiedene Länder zu bereisen.

>> Mehr Infos zum Working Holiday Visum

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