Studieninfos für Behinderte
Studium für Menschen mit Behinderung
Themen dieses Artikels:
- Studieren leicht gemacht – auch mit Behinderung
- Hochschulen rüsten zum barrierefreien Studium
- Studenten mit Behinderung sollten frühzeitig planen
- Antworten auf konkrete Fragen
- Linktipps für das Studium mit Behinderung
Studieren leicht gemacht - auch mit Behinderung
Der zunehmende Wettbewerb unter den Hochschulen hat zu einem Umdenken bezüglich Studierender mit Behinderung geführt. Dem Gesetz nach war die Gleichstellung schon lange Pflicht, in den letzten Jahren allerdings haben sich auch in der Praxis die Bemühungen verstärkt. Das könnte auch daran liegen, dass die ca. 19% behinderter oder chronisch kranker Studierender eine ansehnliche Zielgruppe sind, in einer Zeit, da Hochschulen Studenten als zahlende Kunden verstehen.
Universitäten stärken ihr Profil
Universitäten, die sich auf die Bedürfnisse behinderter Menschen einstellen, stärken ihre Reputation, ihr Profil und haben im Wettbewerb der Hochschulen bessere Karten. Die Anstrengungen der Hochschulen sind allerdings auch bitter nötig, denn eine Behinderung kann das Studium ganz erheblich erschweren.
Hochschulen rüsten zum barrierefreien Studium
Die meisten Hochschulen unterstützen behinderte Studierende mittlerweile gezielt und versuchen Nachteile gegenüber nicht-behinderten Studierenden auszugleichen. Das angestrebte Ziel nennt sich Barrierefreiheit und bedeutet nichts anderes, als die vollständige Gleichstellung der Studienbedingungen von behinderten und nicht-behinderten Studenten.
Barrierefreiheit in der Praxis
Die Ansätze sind teilweise sehr ambitioniert und reichen vom Einsatz moderner Informationstechnologien, über die Unterstützung bei der Aufarbeitung der Lernunterlagen bis zum Einsatz von persönlichen Assistenten und Studienhelfern. In vielen Hörsälen, Seminarräumen und Bibliotheken wurden für Rollstuhlfahrer spezielle Zufahrten errichtet. Sehbehinderte oder blinde Studenten profitieren von entsprechend ausgerüsteten multimediafähigen PC-Arbeitsplätzen und viele Prüfungsordnungen sehen vor, Studierenden mit Behinderung angemessene Prüfungsmodalitäten zu gewähren. Letzteres ist von besonderer Bedeutung, denn wer beispielsweise langsamer liest, lernt auch langsamer und für einige Menschen mit Behinderung ist es schlicht unmöglich, eine Klausur innerhalb des gesteckten Zeitrahmens zu absolvieren.
Studenten mit Behinderung sollten frühzeitig planen
Wenn du mit Behinderung studieren willst, dann beginnt die Arbeit weit vor Studienanfang. Schon in der Bewerbungsphase solltest du Kontakt zu den Ansprechpartnern vor Ort aufnehmen und mehr über die Studienbedingungen in Erfahrung bringen. Wichtigste Frage: Welche Maßnahmen ergreift die Uni konkret? Zur Beurteilung kann schon die Betreuung vor der Zulassung beitragen. Außerdem gilt: Vergleichen lohnt sich! Ruf einfach mehrere Universitäten an, stell dich vor und frag sie aus!
Menschen mit Behinderung werden früher zugelassen
Frühzeitige Information ist doppelt wichtig, weil Studenten mit Behinderung über einen Härtefallantrag ohne Wartezeit gleich an der ausgewählten Uni eine Zulassung bekommen können. Daher solltest du dir in deiner Entscheidung schon vor der Bewerbung ganz sicher sein, denn mit der Wohnungssuche und dem Studienbeginn warten noch genug organisatorische Herausforderungen auf dich.
Antworten auf konkrete Fragen
Ausführliche Antworten zu allen Fragen rund ums Studieren mit Behinderung findest du im Internet in den zahlreichen Fach-Portalen zu dieser Thematik. Unter unseren Linktipps weiter unten haben wir bereits einiges zusammengetragen. Falls du dich schon konkret für eine bestimmte Uni entschieden hast, dann ist der/die Beauftragte für die Belange der Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten dieser Hochschule eine wichtige Anlaufstelle für dich. Diese beraten behinderte und chronisch kranke Studieninteressierte in allen diesen Fragen rund ums Studium:
- Wie bekommst du einen Studienplatz?
- Welche besonderen Anträge, wie beispielsweise den Härtefallantrag kannst du stellen?
- Wie strukturierst bzw. organisierst du dein Studium unter Berücksichtigung krankheitsbedingter Fehlzeiten?
- Gibt es bereits Organisationen behinderter Studenten an dieser Hochschule?
- Wie beantragst du einen Nachteilsausgleich im Studium und in Prüfungen?
- Weitere Anlaufstellen für dich sind auch die Studienberatungsstellen, die Sozialberatungsstellen der Studentenwerke und die vielerorts eingerichteten Interessengemeinschaften behinderter und nichtbehinderter Studierender.
Weiterführende Infos zu derartigen Einrichtungen findest du auf der jeweiligen Internetseite deiner Uni. Ebenso erteilt dir aber auch die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit professionell Auskunft.
Linktipps für das Studium mit Behinderung
Deutsches Studentenwerk: Informations- und Beratungsstelle, mit dem Ziel, ungehinderten Zugang zu Hochschulbildung und Chancengleichheit in Studium und Beruf für Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten zu ermöglichen.
www.bhsa.de: Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V., Selbsthilfeorganisation gehörloser und schwerhöriger Menschen im Studium und danach.
www.szs.uni-karlsruhe.de: Studienzentrum für Sehgeschädigte der Universität Karlsruhe
www.bildungsserver.de: Deutscher Bildungsserver mit umfangreichen Informationen zum Thema "Studium und Behinderung"
Ein aktuell im Fernsehen ausgestrahlter Beitrag hat es noch einmal bestätigt: deutsche Hochschulen zielen nicht wirklich auf die Zielgruppe Behinderte als Studenten ab. Oft entsteht ein Gesamtbild aus Nebensächlichkeiten: Die Stuhlreihen so eng, dass kein Rollstuhl mehr durchkommt, die Fahrstühle so abgelegen, dass sie kaum zu finden sind und die Folien der Präsentation so dicht beschrieben, dass sie schon mit gesunden Augen kaum zu entziffern sind. Obwohl deutsche Hochschulen ihre Integrationsbemühungen verstärkt haben, ist der Alltag von Studenten mit Behinderung nach wie vor kompliziert.




