Studiengebühren kompakt

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Teures Studium durch Studiengebühren

Themen dieses Artikels:

 

"Studiengebühren" oder "Studienbeiträge"?

Das Wort Studiengebühren nimmt kein Regierungsvertreter der Bundesländer in den Mund, in denen ein Studium kostenpflichtig ist. Es klingt wohl zu negativ, zu bürokratisch. Man bevorzugt den Begriff "Studienbeitrag", weil er die eigene Wahrnehmung der Gebühren besser wiederspiegelt: Nicht Gebühren werden gezahlt, im Zweifel sogar eingetrieben -  die Studierenden leisten eben einen Beitrag zur Finanzierung ihrer Bildung und gleichzeitig eine Investition in ihre Zukunft.

Aber allem Wort-Geplänkel zum Trotz: Der Begriff Studiengebühren hat sich durchgesetzt und deswegen verwendet ihn auch der Studium-Ratgeber!

 

Semesterbeiträge und Verwaltungskosten

Studiengebühren sind nicht die einzigen Kosten, die beim Studium anfallen. Daneben gibt es noch Verwaltungsgebühren oder Semesterbeiträge. Diese werden von den Universitäten direkt erhoben und sollen die Kosten der Immatrikulation und Verwaltung decken. Außerdem sind noch Sozialbeiträge für das Studentenwerk, die studentischen Vertretungen und im Zweifel auch ein Semesterticket zu bezahlen. Die Kosten für ein Studium beschränken sich also nicht auf die Studiengebühren.

Verwaltungsgebühren, Sozialbeiträge und Kosten für das Semesterticket fallen in allen Bundesländern an. Wo das Studium gebührenpflichtig ist, kommen allerdings die Studiengebühren noch hinzu.

 

Warum überhaupt Studiengebühren?

Die Antwort auf diese Frage könnte Bücher füllen. In aller notwendigen Kürze deswegen die wichtigsten Argumente der Gebühren-Befürworter:

  • Studiengebühren senken die Studiendauer, weil Studenten sich stärker engagieren.
  • Alles was Wert hat, hat auch einen Preis. Ein Studium ohne Gebühren wäre also preiswert, aber wertlos.
  • Studiengebühren verbessern die Finanzlage der Hochschulen und dadurch die Studienbedingungen.
  • Außerdem nehmen Studenten sich stärker als Kunden war und stellen höhere Ansprüche.

 

Welche Bundesländer erheben Studiengebühren?

Momentan ist das Studium in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachen, NRW und dem Saarland gebührenpflichtig. Hessen gehörte ursprünglich auch zu den Gebühren-Befürwortern, aber das Gesetz zur Einführung von Studiengebühren hat die Querelen nach dem Wahlkampf 2008 nicht überstanden. Vorerst bleibt deshalb das Studium in Hessen gebührenfrei.

 

Bundesländer legen die Höhe der Gebühren selbst fest

Das Deutschland ein föderalistischer Flickenteppich ist, zeigt sich auch in der unterschiedlichen Höhe der Gebühren. Während du in Niedersachsen ab dem ersten Semester mit 500 € zur Kasse gebeten wirst, verlangt man in Hamburg nur 375 €. Bayern und NRW komplettieren das Chaos, indem sie die Höhe der Gebühren ihren Universitäten überlassen.

Das Ergebnis dieser mangelnden Abstimmung zwischen den Bundesländern kann sich sehen lassen – denn die Kosten des Studiums fallen in den sechs Gebühren-Ländern sehr unterschiedlich aus und machen damit dem Klischee deutscher Landesherrlichkeit alle Ehre.

Hier eine Übersicht:

BundeslandBeiträge
Baden-Württemberg 500 €
Bayern 300 bis 500 €
Berlin keine
Brandenburg keine
Bremen keine
Hamburg 375 €
Hessen keine
Mecklenburg-Vorpommern keine
Niedersachen 500 €
Nordrhein-Westfalen je nach Uni, höchstens 500 €
Rheinland-Pfalz keine
Saarland keine
Sachsen keine
Sachsen-Anhalt keine
Schleswig-Holstein keine
Thüringen keine

 

 

 

Die Finanzierung der Studiengebühren

Das angehenden Studenten bei all der Zahlenspielerei ganz schwindelig wird ist verständlich. Wo es eigentlich nur um die Studienwahl gehen sollte, muss plötzlich eiskalt gerechnet werden. Zumindest die Finanzierung von Studiengebühren aber haben die Bundesländer organisiert: Alle haben Darlehen aufgesetzt, so dass niemand wegen mangelnder Finanzkraft sein Wunsch-Studium abschreiben muss. Allerdings hat auch das einen Haken: Die Finanzierungsmodelle unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland! Hier findest du eine Übersicht über die Darlehens-Angebote der einzelnen Landesbanken und Bundesländer.

 

Ausnahmen von Studiengebühren

Wie in jedem guten Gesetz, sehen auch die Gebühren-Gesetze der Bundesländer Ausnahmen vor. Damit soll in erster Linie die soziale Verträglichkeit der Studiengebühren gewährleistet werden. Was das heißt? Die Gebühren sollen niemanden am Studium hindern! Und bei wem sich finanziell oder familiär ohnehin schon die Gurte spannen, dem kommen die Länder entgegen. Ganz individuell natürlich – deswegen haben wir die Ausnahmen von den Studiengebühren gesondert zusammengefasst!

 

Studiengebühren sind unfair, was kann ich dagegen tun?

Trotz der vielen Argumente der Gebühren-Befürworter haben sich viele Studenten und Absolventen mit den Studiengebühren noch nicht abgefunden. Das gebührenfreie Studium hat in Deutschland eben eine lange Tradition.

Aber die Gegner der Studiengebühren bewegt mehr als das: Viele glauben, dass Kinder aus sog. bildungsfernen Schichten durch die Gebühren verschreckt würden. Im Klartext: Wessen Eltern nicht studiert haben, der versteht schwerer, wie sich die immense Investition in die eigene Ausbildung rentieren kann.

 

Um die Verwendung der Gebühren wird gestritten

Immer wieder ist auch die Verwendung der Gebühren strittig. Zwar schreiben die meisten Landesgesetze vor, dass die Einnahmen nur zur Verbesserung der Lehre eingesetzt werden dürfen – aber diese Vorschrift ist dehnbar! Nicht wenige Uni-Präsidenten sind der Überzeugung, dass der Bau neuer Gebäude und die Renovierung alter Hörsäle die Lehre schon genug verbessern – warum also mehr Professoren oder Tutoren einstellen?

Aber wie auch immer man zu Studiengebühren steht, man muss anerkennen, dass viele Universitäten den Geldsegen transparent verteilen. Sie beteiligen und befragen ihre Studenten und legen on- und offline Rechenschafft ab.

Abschaffung der Studiengebühren

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