Tipps gegen Redeangst

Das kleine 1x1 des gelassenen Redens

Tipps gegen RedeangstEtwa 40 % aller Menschen haben Angst davor, zu einem mehr oder weniger breiten Publikum zu sprechen. Die meisten Leute reden zwar gerne, befindet man sich aber im Zentrum der Aufmerksamkeit von mehr als drei Leuten, wird’s schnell unangenehm. Bemerkst du, dass deine Botschaft nicht ankommt, wirst du unsicher. Manche Studenten fühlen sich sogar persönlich angegriffen, wenn das Publikum beim Referat geistig nicht anwesend zu sein scheint. Versuche dich in deine Zuhörer hinein zu versetzen. Mit den folgenden Tipps sollte es dir ein Stückchen leichter fallen, locker und konzentriert zu bleiben.

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Gelassenheit ist die halbe Miete

Gelassenheit bringt viele Vorteile mit sich. Erstens kannst du in entspannter Grundstimmung flexibler auf Unvorhergesehenes reagieren. Zweitens wird dein Referat für dich und dein Publikum um ein Vielfaches angenehmer oder sogar interessanter, wenn du in dir ruhst und den Blick für das Wesentliche nicht verlierst.

Um gelassen zu bleiben, ist das richtige Zusammenspiel einer Reihe von Faktoren wichtig. Welche das sind, möchten wir dir an dieser Stelle genauer erläutern.

Vorbereitung ist alles

Normalerweise ist es nicht nötig, den gesamten Redetext auswendig zu lernen. Dennoch ist dies eine sehr weit verbreitete Methode, um die Angst vor dem Reden zu überwinden. Bedenke aber folgendes: Damit gibst du lediglich den Anschein, frei zu reden. In Wahrheit bist du äußerst unflexibel und neigst zu einem rasanten Sprechtempo, wenn du deinen Text von A bis Z herunter ratterst.

Hast du die Möglichkeit dazu, so lese deinen Text lieber mehrmals durch. Damit bekommst du ein gutes Gespür für die Struktur. Versuche dann im nächsten Schritt immer wieder, dein Referat Zuhause möglichst ohne Hilfsmittel zu halten. Dabei ist es in Ordnung, wenn dein Vortrag jedes Mal ein wenig anders abläuft, solange du dich an deine Grundstruktur hältst.

Fertige Notizen zu jenen Stellen an, die dir schwer fallen. Außerdem brauchst du eine Karteikarte, auf der du einen Überblick im Stil eines Inhaltsverzeichnisses notierst. Damit findest du immer wieder zurück ins Thema, wenn du dich beim Reden einmal in Details verlieren solltest.

Wenn du möchtest, kannst du auch einige Fragen an das Publikum vorbereiten. Damit aktivierst du deine Zuhörer und weckst den einen oder anderen aus seiner “Ich-lasse-mich berieseln-Trance.”

Hilfreich ist es auch, sich selbst beim Sprechen zu filmen. Die eigene Stimme zu hören und sich auf dem Bildschirm zu sehen, ist zu Beginn befremdlich. Dennoch hilft diese Methode, dich selbst und deine Wirkung auf andere besser einzuschätzen.

Je öfter du deine Rede vorab proben kannst, umso sicherer wirst du auftreten. Damit bist du stark im Vorteil gegenüber Rednern, die ihren Text einfach auswendig lernen.

Hast du noch Zeit, so überlege, welche Fragen dein Publikum dir stellen könnte. Bereite dich mit entsprechenden Zusatzinformationen noch ein Stückchen besser auf die Fragen deiner Kommilitonen vor.

Versetze dich gedanklich immer wieder in die Sprechsituation hinein. So verliert diese immer mehr an Bedrohlichkeit und du wirst dich am Ende darüber freuen, dass du gut vorbereitet an die Herausforderung Referat herangehen kannst.

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Das Publikum für sich gewinnen

Bereits bei der Vorbereitung deiner Rede, solltest du dich gedanklich in deine Zuhörer hinein versetzen. Stelle dir dabei folgende Fragen:

  • Welche Punkte des Themengebiets sind für mein Publikum besonders interessant?
  • Wie kann ich meine Zuhörer begeistern?

Auf dieser Basis überlegst du dir die Kernbotschaft deines Vortrags. Bringe diese Erkenntnis in den ersten Sätzen deiner Rede ein. Verrate noch nicht zu viel, weise aber auf den Nutzen deines Vortrags hin. So weiß das Publikum, dass es sich lohnt, aufmerksam zuzuhören. Und wie bereits erwähnt redet es sich angenehmer, wenn man weder gestört wird noch Desinteresse aufkommen lässt. Die so geschaffene Erwartungshaltung solltest du natürlich spätestens gegen Ende des Vortrags erfüllen.

Das Publikum für dich gewinnen kannst du übrigens auch, indem du es aktiv einbindest. Je länger dein Vortrag dauert, umso wichtiger ist es, die Zuhörer “bei Laune” zu halten. Das kannst du tun, indem du dir eine sympathische Person aussuchst und ihr folgende Frage stellst: “Was denkst du, ist an diesem Thema am interessantesten? Welche Informationen würdest du dir heute wünschen?”. So erfährst du, welche Punkte du fokussieren solltest. Zudem hast du dir damit einen Vertrauten geschaffen, auf den du dich konzentrieren kannst, solltest du nervös werden. Der Blickkontakt mit jener Person kann dir eine gewisse Sicherheit vermitteln und lässt dich als “einer von ihnen” fühlen.

Keine Langeweile aufkommen lassen

Bedenke, dass die meisten Menschen über eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne von etwa 10 Minuten verfügen. Danach sinkt die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, dramatisch ab. Erspare dir also lieber eine zu lange Einleitung und halte das Publikum mit interessanten Fakten an der Stange.

Hast du es mit einem sehr umfangreichen Thema zu tun, dann gliedere es am besten in 10-Minuten-Häppchen. Oder anders gesagt: Liefere 10 Minuten lang komprimiertes Wissen und baue danach eine kleine Auflockerung ein, wie zum Beispiel:

  • Bilder
  • Comics
  • Kurze Videos
  • Anekdoten und Witze
  • Provokationen bzw. rhetorische Fragen
  • Überraschende Fakten und Aha-Erlebnisse

So kannst du die Spannung steigern und deinen Vortrag interessanter gestalten.

Eine Zäsur setzen

Abgesehen von einigen auflockernden Elementen nach einem 10-Minuten-Block, braucht es auch zwischendurch immer wieder kleine Pausen. Bestimmt hast du selbst schon einmal eine Situation erlebt, in der du vom Referat eines Kollegen zu Tode gelangweilt wurdest und dich kaum mehr wach halten konntest. Das lässt sich ganz leicht vermeiden, indem man als Redner versucht, die Spannung aufrecht zu erhalten.

Auch hier hilft es, sich vorab Gedanken zu machen. Markiere dir die entscheidenden Stellen, welche unbedingt beim Publikum ankommen sollen, im Redetext. Kurz bevor du an eine solche Stelle gelangst, hältst du kurz inne. So wird der eine oder andere Zuhörer wieder etwas aufmerksamer. Das liegt übrigens daran, dass wir in der Vergangenheit gelernt haben, dass es vor spannenden Stellen immer einen “Cliffhanger”, also einen Moment des Stillstands, gibt.

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Körpersprache nicht unterschätzen

Anstatt unsicher mit deinen Händen zu spielen oder auf den Boden zu blicken, solltest du Mimik und Gestik bewusst steuern. Ein Redner, der dem Publikum mit offener Körperhaltung und Augenkontakt wirkt nämlich wesentlich sympathischer. Mimik und Gestik lassen sich zudem ganz einfach vor dem Spiegel beobachten und üben.

Humor gewinnt immer

Du siehst: es gilt vieles zu beachten, wenn man eine gute Rede halten möchte. Dennoch solltest du nicht vergessen, zu lächeln. Ein Redner mit freundlichem Gesichtsausdruck, der evtl. sogar mit witzigen Anekdoten aufwarten kann, erobert die Herzen seiner Zuhörer im Sturm. Möglicherweise brauchst du etwas Übung darin, das Lächeln während des Vortragens nicht zu vergessen. Auch das kannst du vor dem Spiegel oder im Probevortrag vor einem Familienmitglied üben.

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Den Kreis schließen

Viele Redner wissen nicht, wie sie ihren Vortrag beenden sollen. Manche verabschieden sich aprupt mit einem “Danke für eure Aufmerksamkeit.”, ohne vorher ein abschließendes Resümee zu ziehen.

Ein gut strukturiertes Referat beginnt mit einer zentralen Frage und endet mit einer entsprechenden Erkenntnis. Immerhin bleibt uns Menschen der erste und letzte Eindruck stets am besten im Gedächtnis.

Entlässt du deine Zuhörer mit einem Aha-Erlebnis aus dem Referat, so werden sie dieses als aufschlussreich in Erinnerung behalten und dich mit einem entsprechenden Feedback belohnen. Und dieses positive Feedback ist wiederum wichtig für deinen Weg aus der Redeangst.

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Ehrliche Selbstkritik

Um auf diesem Weg voran zu kommen, braucht es regelmäßige Selbstreflexionen. Blicke nach jedem deiner Vorträge kritisch zurück und fasse zusammen:

  • Wie fiel das Feedback von Kollegen und Lehrenden bzw. Vorgesetzten aus?
  • Was lief nach deinem Gefühl gut?
  • Was war dir unangenehm?
  • Stichwort Mimik und Gestik: Hast du dich versteckt und nervös gestikuliert oder warst du ganz Herr über deinen Körper?
  • Konntest du deinen Vortrag in etwa so umsetzen, wie du ihn vorbereitet hattest?

Zum Abschluss erinnere dich ganz bewusst an die positiven Momente des vergangenen Vortrags und sieh sie als Belohnung für deine Anstrengungen an. Wenn du es schaffst, immer wieder kleine positive Erfahrungen zu sammeln, wird dein Selbstbewusstsein steigen. Vielleicht schaffst du es mithilfe guter Vorbereitung und kritischer Selbstreflexion irgendwann sogar, deine Ängste völlig zu überwinden.

>> Tipp: Unser ABC der Präsentationstipps ist bestimmt auch hilfreich für dich!

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