Welche Aussagekraft hat ein Praktikum?

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Was erfolgreiche Praktika über dich aussagen

Gute Note oder gute Praktika? Da gibt es leider kein "oder" – hier muss ein "und" stehen, denn überzeugen kannst du mit deiner Bewerbung nur, wenn du sowohl theoretische als auch praktische Erfahrung vorweisen kannst. Die meisten Personaler lassen also beides in die Auswahl einfließen:

  • Als erstes Aussiebkriterium kommen die Noten zum Einsatz – eine 1 vor dem Komma muss es jedoch nicht immer sein.
  • Wenn du mindestens "gute" Noten mitbringst und durch positive Praktikumsbewertungen überzeugen kannst, stehen deine Chancen gut, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Ab diesem Punkt – dem Vorstellungsgespräch – werden erfolgreiche Praktika immer entscheidender, denn erfahrene Personaler wissen, dass praktische Erfahrung ungemein wichtig ist. Manchmal sogar wichtiger als der perfekte Notendurchschnitt.

Wie vergleichbar sind Noten wirklich?

Problematisch ist bei Noten vor allem eines: Die Notenspiegel von Bewerbern unterschiedlicher Universitäten und Fachhochschulen sind nur schwer zu vergleichen, da das Niveau und die Lerninhalte oft variieren – selbst die Professoren können ausschlaggebend sein. Der eine drückt mal ein Auge zu, während der andere die Richtlinien knallhart durchzieht. Das kann schon mal über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Doch glücklicherweise sind sich die meisten Personalentscheider über diese Unterschiede im Klaren. Das bedeutet für dich als Bewerber: Auf die Nachkommastellen deiner Durchschnittsnote kommt es nicht an. Wichtig ist nur, dass die Noten zumindest "gut" sind und du damit besser als viele andere Konkurrenten bist.

Manche Unternehmen können es sich natürlich leisten nur die Besten zu nehmen – und das in allen Belangen. Wer sich hier Chancen erhofft, kommt also nicht darum herum, ein absoluter Musterstudent zu sein. Das bedeutet jedoch nicht nur einen Durchschnitt von 1,0 vorzuweisen, sondern auch durch zahlreiche Praktika (am besten mit Auslandserfahrung) bei namhaften Unternehmen zu glänzen. Perfekte Noten ohne Berufserfahrung sind genauso wenig wert, wie erfolgreiche Praktika mit einem 3er-Durchschnitt.

Praktika bescheinigen Berufserfahrung – und noch viel mehr

Umfragen unter Personalern haben ergeben, dass die meisten von ihnen einen 2er-Studenten mit Praktikumserfahrung einem 1er-Studenten ohne Praktikumserfahrung vorziehen – wir haben uns also (endlich!) von der rein theoretischen Bewertung eines Bewerbers abgewandt und beziehen nun den praktischen Teil sehr viel stärker ein. Das ist mitunter auch der Grund, warum immer mehr Universitäten mit dem Schlagwort "Praxisnähe" um Studenten werben.

Warum die Entscheider im Unternehmen so viel Wert darauf legen, ist ganz klar:

#1: Du hast dein Können bereits unter Beweis gestellt

„Sehr gut, der Bewerber startet nicht bei Null“ – das ist wohl der wichtigste Satz, der deinem Gegenüber beim Blick auf deine Bewerbung oder beim Vorstellungsgespräch durch den Kopf gehen sollte, damit du eine Chance auf den Job hast. Einarbeitungszeit kostet das Unternehmen viel Geld. Wenn du bereits Erfahrung auf dem Gebiet hast, stehen die Chancen gut, dass du dich schneller einfindest – und dem Unternehmen durch deine Arbeit Geld bringst. Natürlich bedeutet das nicht, dass du von heute auf morgen gleich perfekt sein muss, aber du hast einen Vorteil gegenüber Bewerbern ohne praktische Erfahrung.

Entscheidend ist dabei natürlich eine positive Praktikumsbewertung, die zeigt, dass du dich gut geschlagen hast und dir im Idealfall eine schnelle Auffassungsgabe und hohes Engagement ausgewiesen wird. Das zeigt dem Personaler, dass du für den Job, für den du dich bewirbst, geeignet bist.

#2: Du hast bereits ein Netzwerk – auch, wenn es klein ist

Netzwerken oder neu-deutsch "Networking" ist vor allem bei großen Unternehmen ganz besonders wichtig. Bringst du also ein Netzwerk und Kontakte mit, die für deinen neuen Job von Vorteil sein können (beispielsweise, weil es sich um strategisch wichtige Partner handelt), darfst du dir dem Wohlwollen des Personalers sicher sein.

Solche Kontakte bauen die meisten Studenten während Praktika auf, die innerhalb der Branche absolviert wurden. Wer nur in Vorlesungen und am Schreibtisch hockt, um zu lernen, ist in der Theorie stark – ob du in deinem Job erfolgreich bist, bedeutet das jedoch noch lange nicht. Erst im Außeneinsatz zeigst du dein wahres Können. Dein Netzwerk kann dir hier den entscheidenden Vorteil bringen.

#3: Du bist bereit die „Extra-Meile“ zu gehen

Wenige Studiengänge schreiben Praktika zwingend vor – und wenn, dann reicht ein Pflichtpraktikum. Hast du jedoch in der vorlesungsfreien Zeit oder einfach mittendrin freiwillig weitere Praktika absolviert, die für deinen Berufsstart relevant sind, zeigst du deine Bereitschaft mehr zu tun, als das Notwendigste.

 

Engagement ist heute eines der wichtigsten Kriterien im Beruf. Es reicht nicht mehr, nur Durchschnitt zu sein. Du musst besser sein, als die anderen Bewerber. Da ist es sogar legitim, ein Semester auf Kosten eines gewinnbringenden Praktikums dranzuhängen.

Mit der praktischen Erfahrung, die du während eines (freiwilligen) Praktikums sammelst, hören die Vorteile also längst nicht auf. Es geht sogar so weit, dass du "suboptimale" Noten durch gute Praktikumsbewertungen ausgleichen kannst. Es ist einfach wichtig, dass du zeigst, dass du nicht nur in der Theorie stark bist, sondern auch dann, wenn es hart auf hart kommt. Und das geht nun mal nur über Berufserfahrung als Praktikant.

 

Ein Fünftel, also 20 Prozent, der offenen Stellen werden in einem Unternehmen durch Personen besetzt, die man kennt – also mit ehemaligen Praktikanten oder „Nebenjobbern“. Wenn das kein Argument ist, dich noch heute nach passenden Stellen umzusehen, dann doch zumindest die Meinung der meisten Personaler in Deutschland: Ohne Praktikum rückt der Traumjob in weite Ferne. Also los: Erweitere dein Profil durch praktische Erfahrung. Am besten noch heute.

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