Die 8 effektivsten Lerntipps zum Lernen unter Zeitdruck

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Lernen unter Zeitdruck | Effektive LerntippsZu Beginn des neuen Semesters scheinen die entscheidenden Prüfungen noch in unerreichbarer Ferne zu liegen, was dazu verleitet, insbesondere die ersten Wochen des Semesters zu verbummeln und in dieser Hinsicht viel Zeit zu verschwenden. In der Annahme, den relevanten Stoff schnell und problemlos beherrschen zu können, verstreicht Woche um Woche, bis plötzlich die Deadline für die Prüfungsanmeldung unaufhaltsam näher rückt. Wer an dieser Stelle nicht gleich die gern genutzte Notbremse zieht, um sich auf eine eventuell angebotene Nachklausur zu fokussieren, hat es spätestens jetzt mit enormem Zeitdruck zutun, um adäquat auf die anstehenden Prüfungen vorbereitet zu sein.

Je näher der Prüfungstermin rückt, desto erdrückender scheint der Stoff, der sich partout nicht im Gedächtnis festsetzen will, was unter dem Strich zu Stress und Frustration führt. Umso wichtiger ist es, dass du trotz Zeitdruck einen kühlen Kopf bewahrst. Um dir das Lernen zu erleichtern, möchten wir dir dementsprechend einige Tipps an die Hand geben, mit denen du deine Prüfungen in jedem Fall trotz eines engen Zeitbudgets bestehst. Viele weitere Lerntipps zur optimalen Vorbereitung auf die nächste Klausur findest du auch auf Lerntippsammlung.de.

Tipps dieser Seite

  1. Habe Mut zur Lücke
  2. Bringe Struktur in deine Lerneinheiten
  3. Mache dir den Zeitdruck zunutze
  4. Eliminiere alle Störfaktoren
  5. Wiederhole den Lernstoff unmittelbar vor dem Schlafengehen
  6. Vermeide Schlafmangel
  7. Verknüpfe Lerninhalte
  8. Kombiniere deine Sinne beim Lernen

1Habe Mut zur Lücke

Zugegebenermaßen hört sich diese Maßnahme nicht besonders erfolgversprechend an, was aber primär daran liegt, dass dieser Klassiker unter den Lerntipps von den meisten Studierenden fehlinterpretiert wird. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht etwa darin, willkürlich irgendein Thema auszuklammern, das dir zufälligerweise ohnehin nicht besonders gut liegt, denn dieses Vorgehen führt nur mit viel Glück überhaupt zum Bestehen einer Prüfung und schon gar nicht zu einem vorzeigbaren Resultat. Viel mehr geht es darum, den Lernstoff zu analysieren und gezielte Abstriche zu machen, was verständlicherweise dem sogenannten Tieferverarbeiter schwer fällt, der den Stoff bis ins Detail wirklich verinnerlichen will. Die Selektion des Lernstoffs muss an dieser Stelle den zeitlichen Restriktionen entsprechend äußerst pragmatisch anhand der Fragestellung erfolgen, welche Themengebiete im Rahmen der Prüfung besonders relevant sein und welche Aufgaben die meisten Punkte in der Klausur einbringen werden. Wichtig ist, dass du zumindest die Veranstaltung im Laufe des Semesters besucht hast, um ein Gespür für die Gewichtung des Stoffs zu bekommen. Darüber hinaus ist es auch hilfreich, wenn du dich kurzfristig noch mit einigen Kommilitonen kurzschließt, die die entsprechende Prüfung bereits absolviert haben. Da es sich insbesondere bei langjährig aktiven Dozenten auch nur um Menschen handelt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich zumindest die Kernthemen nicht ändern werden. Zudem eliminierst du mit dem intelligent eingesetzten Mut zur Lücke die Gefahr, in der Klausur davon überrascht zu werden, dass die Punktegewichtung deiner präferierten Themenkomplexe deutlich niedriger als erwartet ausfällt.

2Bringe Struktur in deine Lerneinheiten

Insbesondere wenn die Zeit knapp wird und du für mehr als eine Prüfung gleichzeitig lernen musst, ist eine vernünftige Strukturierung deiner Lerneinheiten essenziell, um den Stoffberg zu überblicken und effektiv zu verinnerlichen. Investiere dazu ruhig eine Stunde pro Fach, um dir einen Überblick zu verschaffen und den Stoff in thematisch zusammenhängende Blöcke einzuteilen und deren Priorität untereinander zu gewichten. Nimm im Anschluss ein Tabellenkalkulationsprogramm zur Hilfe und erstelle für jeden Tag, der dir noch bis zur Prüfung bleibt einen konkreten Projektfahrtplan inklusive definierter Meilensteine, denn das Lernen für eine Prüfung ist schließlich nichts anderes als ein Projekt. Achte dabei darauf, dass du den Workload pro Fach gleichmäßig auf die verbleibenden Tage verteilst, um den Stress so weit wie möglich zu reduzieren. Darüber hinaus solltest du das allseits beliebte Schieben schwieriger Themen in jedem Fall vermeiden, denn mit dem Näherrücken des Prüfungstermins schwindet auch der Zeitpuffer, der dir für das Verständnis der schwierigen Themen, die oftmals große Punktelieferanten sind, zur Verfügung steht. Besser ist es, wenn du dich gleich um die komplexeren Themen kümmerst und im Zweifelsfall Punktabzüge bei weniger relevanten Themen in Kauf nimmst. Um den Lernfortschritt zu visualisieren, ist es indes hilfreich, den Projektfahrplan in Form einer ToDo-Liste anzulegen und nach jedem erledigten Punkt abzuhaken.

3Mach dir den Zeitdruck zunutze

Auch wenn wir es nicht glauben wollen, so sind wir Menschen doch auf absolute Effizienz getrimmte Lebewesen, die insbesondere unter Druck hervorragend funktionieren. Diesen Effekt, der auch anhand des Sprichwortes »ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss« im übertragenen Sinne zutage tritt, solltest du dir in jedem Fall zunutze machen. In der Praxis funktioniert dieser Tipp am besten, wenn du nur für eine oder zwei Prüfungen gleichzeitig lernen musst, da der Lernstoff damit deutlich weniger umfangreich ist und dir Planungsspielraum lässt. Setze dir für jedes Themengebiet respektive für jeden Aufgabentyp geeignete Zeitlimits, binnen derer du den Stoff beherrschen möchtest. Diese zeitliche Komponente erscheint zwar auf den ersten Blick wenig nutzdienlich, hilft dir jedoch enorm dabei, deine Ziele strikt zu verfolgen. Auch wenn du den Stoff am Ende nicht zu 100 Prozent beherrschen solltest, so kannst du dir doch sicher sein, dass du dennoch gut vorbereitet zur Prüfung erscheinst.

4Eliminiere alle Störfaktoren

Was du beim Lernen gerade im Rahmen akuter Zeitknappheit am wenigsten gebrauchen kannst, sind Störfaktoren, die dich am konzentrierten Arbeiten hindern. Oft wird unterschätzt, was für einen großen Einfluss die Lernumgebung auf die Konzentration haben kann. Vor allem eingehende Nachrichten auf dem Smartphone oder der offene Internetbrowser am Notebook verlocken nur allzu schnell dazu, den Lernstoff aus den Augen zu verlieren. Im Handumdrehen vergehen somit nicht nur Minuten, sondern über eine gesamte Woche hinweg betrachtet etliche wertvolle Stunden, die du gerade im Vorfeld einer wichtigen Klausur mit Sicherheit besser in die Vertiefung des Lernstoffs investieren würdest. Natürlich benötigst du zum Lernen oft auch deinen Laptop, samt Internet, sodass die komplette Eliminierung dieser potenziellen Störquelle nicht möglich ist. Ein kleiner Zettel am Bildschirm, der dich daran erinnert nicht abzuschweifen, wirkt aber bereits Wunder. Anders sieht der Sachverhalt hingegen schon beim Smartphone aus, denn dieses solltest du, während du lernst, ruhig einmal für eine Lernsession ausschalten. Ein laufender Fernseher ist in diesem Zusammenhang ebenso tabu.

5Wiederhole den Lernstoff unmittelbar vor dem Schlafengehen

Wenn es darum geht, das geringe Zeitbudget im Vorfeld einer unmittelbar anstehenden Prüfung optimal auszunutzen, gilt es, auch die Nacht effektiv in den Lernprozess miteinzubeziehen. Diesbezüglich solltest du wissen, dass das menschliche Gehirn am Tag derart mit anderweitigen Aufgaben beschäftigt ist, dass es erst in der Tiefschlafphase wirklich dazu in der Lage ist, erworbenes Wissen und gewonnene Eindrücke aus dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu transferieren, was für das Abrufen von Wissen im Zuge einer Klausur zwangsweise erforderlich ist. Diese Eigenheit des Gehirns kannst du dir leicht zunutze machen, indem du dein Kurzzeitgedächtnis unmittelbar vor dem Zubettgehen noch einmal mit den wichtigsten Definitionen und Zusammenhängen fütterst, die du für deine Prüfung benötigst. Wissenschaftlichen Studien zur Folge bleiben die somit im Kurzzeitgedächtnis verhafteten Informationen deutlich besser im Langzeitgedächtnis hängen. Die Volksweisheit vom Lernen im Schlaf mit Hilfe eines Buches unter dem Kopfkissen ist also zumindest im übertragenen Sinne nicht gänzlich an den Haaren herbeigezogen. Damit dieser Trick aber bestmöglich funktioniert, solltest du alle emotionalen Eindrücke, wie sie beispielsweise durch Filme und Serien verursacht werden, vor dem letztendlichen Einschlafen vermeiden, da diese die wiederholten Lerninhalte verdrängen könnten. Am nächsten Morgen wirst du merken, dass du das Gelernte deutlich leichter wiedergeben kannst.

6Vermeide Schlafmangel

Natürlich musst du deine Tage sehr effektiv nutzen, um trotz Zeitdruck bestmöglich auf die anstehenden Herausforderungen vorbereitet zu sein. Die in diesem Zusammenhang von vielen Studenten gerne in Anspruch genommene Nachtschicht ist aber alles andere als produktiv, denn wie bereits erwähnt, findet die Festigung des erworbenen Wissens vor allem in der Tiefschlafphase statt. Das Zukurzkommen dieser Tiefschlafphase hat jedoch nicht nur eine defizitäre Festigung des Wissens zur Folge, sondern mindert neben der körperlichen auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Gerade am Tag der Prüfung ist die klassische Nachtschicht mit den charakteristischen drei bis vier Stunden Schlaf also pures Gift für den Prüfungserfolg. Müdigkeit und Konzentrationsschwächen sorgen einerseits für eine schlechtere Verfügbarkeit des Wissens und steigern andererseits auch die Wahrscheinlichkeit für Flüchtigkeitsfehler, die wertvolle Punkte kosten können. Achte also darauf, dass du jeden Tag für intensive Lerneinheiten nutzt und dir eine Schlafdauer von mindestens sieben Stunden gönnst.

7Verknüpfe Lerninhalte

Wenn du nicht gerade erst am Anfang deines Studiums stehst, hast du bereits einige Module hinter dich gebracht und damit schon einen breiten fachlichen Fundus aufgebaut, der dir bei jeder neuen Herausforderung als Wissensbasis dient. Bedingt durch die Tatsache, dass die neuronalen Strukturen des Gehirns das Lernen in thematischen Clustern begünstigen, solltest du beim Lernen versuchen, aktuelle Inhalte mit bereits bekanntem Stoff zu verknüpfen. Dies kannst du beispielsweise anhand von Analogien bezüglich Lernmodellen oder Prinzipien fächerübergreifend realisieren. Deutlich wird dieses Vorgehen beispielsweise anhand der sogenannten Diffusionstheorie, die insbesondere in der Soziologie verwendet wird, um zum Beispiel die Verbreitung von Innovationen in sozialen Systemen zu beschreiben oder in der Betriebs- und Volkswirtschaft, um Lebenszyklusmodelle darzustellen. Auf die Möglichkeit, Lerninhalte über Fächergrenzen hinweg zu verknüpfen, solltest du, wann immer es möglich ist, zurückgreifen, denn somit erleichterst du nicht nur kurzzeitig den Erwerb neuen Wissens, sondern sparst auch auf lange Sicht Zeit beim Lernen.

8Kombiniere deine Sinne beim Lernen

Das Lernen ist ein äußerst komplexer Prozess, der alle unsere Sinne miteinbezieht. Und folglich ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass sich die Fähigkeit zur Informationsverarbeitung mit zunehmender Anzahl der am Lernen beteiligten Sinne verbessert. Natürlich differieren die Präferenzen bezüglich des Lernens bei allen Studierenden, denn während der eine primär ein auditiver Lerntyp ist, erfasst ein anderer die betreffenden Inhalte auf der visuellen Ebene deutlich effizienter. Gerade unter Zeitdruck ist es aber wichtig, den Stoff so schnell und effizient wie möglich im Gedächtnis unterzubringen, sodass es mitunter nicht ausreichend ist, sich ausschließlich auf den eigenen Lerntyp zu verlassen, indem im stillen Kämmerlein ausschließlich Karteikarten gewälzt werden. Besser ist es beispielsweise, beim Karteikartenlernen die visuelle Komponente der Karte durch kleine Zeichnungen, Tabellen, Grafiken oder Aufzählungen zu unterstützen, anstatt ausschließlich auf reinen Text zu setzen. Darüber hinaus solltest du die auditive Komponente miteinbeziehen, indem du dir die Fragestellung laut vorliest und die Antwort ebenfalls laut vorträgst. Die kombinierte Sinneswahrnehmung ermöglicht es, dass sich die Inhalte deutlich besser im Gedächtnis verankern, was dir im Zuge deiner Prüfung in jedem Fall einen Vorteil verschafft. Weiteres Optimierungspotenzial besteht darin, die Antworten auf Fragen nicht nur stur auswendig zu lernen, sondern parallel ein eigenes konkretes Beispiel zu kreieren, um den Stoff durch die Aktivierung des kreativen Denkens weiter zu festigen und in der Prüfungssituation nicht ausschließlich auf strikte Definitionen angewiesen zu sein.

Natürlich können diese Lerntipps von Lerntippsammlung.de den Besuch von Veranstaltungen nicht ersetzen, und das sollen sie auch gar nicht, aber dennoch helfen sie dir in jedem Fall dabei, den prüfungsrelevanten Stoff auch unter Zeitdruck im Gedächtnis zu verankern.

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Kommentare

Maths schreibt:
2017-10-12 12:21:45
Vielen Dank für die Ratschläge. Die helfen ehr effizienter zu Lernen.

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