Fernbeziehungen - ein Ratgeber

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Wenn die Liebe auf Distanz gehalten wird ...

Besonders, wer über das Internet einen Partner sucht, wird früher oder später vor diesem Problem stehen: Ein möglicher Kandidat wohnt räumlich sehr weit entfernt. "Deshalb", so rät Lisa Fischbach - Single-Coach von ElitePartner.de - "sollten Sie sich bereits frühzeitig fragen, ob Sie bereit sind, eine Fernbeziehung einzugehen." Für manche Menschen gibt es nämlich Kriterien, die eine solche Verbindung unmöglich machen. Berufliche oder familiäre Verpflichtungen, ein eigenes Haus - wer auf diese Weise ortsgebunden ist, hat wenig Spielraum.

Flexibel sein

So wie Manon (37) aus der Schweiz. "Ich habe ein schönes Haus, einen sicheren Job und bin allein erziehende Mutter. Ich kann hier einfach nicht weg." Sie hatte vor einiger Zeit Kontakt zu einem sehr netten Mann aus Berlin. Doch auch er war räumlich nicht flexibel. Manon brach den Kontakt trotz großer gegenseitiger Sympathie ab: "Es gab langfristig keine gemeinsame Zukunft. Da war es besser so." Ihre Suchkriterien hat sie dennoch weiterhin recht offen gelassen: "Vielleicht treffe ich ja jemanden, der mobil ist. Das werde ich beim nächsten Kontakt gleich als einen der ersten Punkte abklären", sagt sie. "Gut so", sagt Lisa Fischbach: "Der andere muss ja nicht gleich umziehen. Aber eine gewisse Bereitschaft zur Mobilität sollte schon da sein. Sonst lohnt es sich nicht, Energien in eine Beziehung zu stecken, die keine Perspektive hat."

Fernbeziehungen verlangen beiden Partnern eine gewisse Bereitschaft zur Veränderung ab. Das Loslassen von Bekanntem macht vielen Menschen erst einmal Angst und deshalb sträuben sich die meisten zunächst gegen Veränderungen. "So ein Umzug ist ja auch immer ein Risiko", erzählt Sven (33), der vor einem halben Jahr über ElitePartner.de Anna (29) aus Münster kennen lernte. Laut Lisa Fischbach lassen sich solche Erfahrungen aber durchaus positiv nutzen: "Das kann ja auch eine Chance sein, eingefahrene Strukturen zu verändern und neue Perspektiven zu eröffnen."

Alltag am Wochenende

Doch auch, wenn eine gemeinsame Zukunft durchaus in Sicht ist, so bleibt immer noch die Zeit davor, in der die Liebe auf Distanz organisiert werden will. Wochenende um Wochenende macht sich der eine auf den Weg zum Anderen. Immer ist es ein wenig wie in den Ferien. Und abgesehen von den oft langen und kostenintensiven Reisen, bleibt auch der Alltag häufig auf der Strecke. Viele Dinge lassen sich auf Distanz nicht teilen, immer taucht einer in die Lebenswelt des Anderen ein, ohne viel Eigenes mitzubringen.

"Dabei ist für eine Beziehung gerade das gemeinsame Erleben von Alltäglichkeiten wichtig", so Lisa Fischbach: "Das schafft Vertrauen und hilft, die Lebenswelt des Anderen zu verstehen." Wenn man sich nur am Wochenende sieht, ist der Erwartungsdruck an die Zeit zu zweit hoch. Alles soll perfekt sein. Und möglichst alles soll abgehakt werden. Aber den gemeinsamen Einkauf, die sportlichen Aktivitäten, das Treffen mit Freunden und die kuschelige Zweisamkeit in 48 Stunden zu packen, ist unmöglich. Deshalb: Weniger ist mehr, sonst artet das Liebeswochenende schnell in Stress aus.

Und dann ist da noch der emotionale Erwartungsdruck. "Ich wollte immer, dass alles ganz harmonisch und schön ist", erinnert sich Anna an die ersten Treffen mit Sven. "Als ich einmal in Hamburg ankam, hatte er ganz üble Laune. Ich war total verunsichert." Dabei war die Erklärung ganz simpel: "Ich hatte einen ziemlich miesen Tag im Job", sagt der Software-Entwickler. "Das konnte ich nicht einfach abschalten." Gute Stimmung ist eben nicht programmierbar und nicht jedes Wochenende muss ein Beziehungs-Highlight sein. Auch Fremdeln gehört manchmal dazu.

Total normal

Das Ganze hat auch einen Vorteil: Fernbeziehungen nutzen sich weniger schnell ab. Schließlich fehlt das alltägliche Einerlei, die Gewöhnung. Leben Sie dennoch größtmögliche Normalität. Haben Sie auch den Mut, einmal etwas getrennt voneinander zu unternehmen. Und natürlich gibt es wie in jeder anderen Beziehung auch manchmal Konflikte. "Versuchen Sie, diese möglichst konstruktiv zu lösen", rät Lisa Fischbach. "Vermeiden Sie Streitigkeiten kurz vor der Abreise, vertagen Sie das schwierige Gespräch lieber auf das nächste Treffen." Eine harmonische Verabschiedung hält die ElitePartner.de -Psychologin ohnehin für sehr wichtig. "Wenn Sie den anderen mit einem guten Gefühl gehen lassen, kann sich auch auf Distanz langsam Vertrauen aufbauen." Ein kurzer Anruf, dass man gut zu Hause angekommen ist oder eine SMS tragen ebenfalls dazu bei.

Wo Alltagsrituale fehlen, sollten Sie andere gemeinsame Gewohnheiten schaffen; das können feste Telefonzeiten sein oder das gemeinsame Joggen am Samstagmorgen. Auch kleine Aufmerksamkeiten außer der Reihe machen dem Anderen Freude und schaffen Nähe. Schicken Sie ein Foto Ihres hübsch gedeckten Frühstückstischs oder wie Sie gerade auf dem Golfplatz stehen. Eine gelungene Überraschung ist auch ein handgeschriebener Brief. Es muss kein Roman sein, ein paar liebe Worte oder ein Blatt vom letzten Spaziergang machen dem Anderen bestimmt sehr viel Freude.

Nägel mit Köpfen

Eine gewisse Kommunikationsfähigkeit sollte gerade bei Fernbeziehungen auf beiden Seiten vorhanden sein. Manche Menschen haben jedoch eine unterschiedliche Art der Kommunikation und ein unterschiedliches Bedürfnis danach. Vielleicht ist Ihr Gegenüber nicht so ein leidenschaftlicher Viel-Telefonierer oder E-Mailschreiber wie Sie. Akzeptieren Sie das - auch, wenn es Ihnen nicht leicht fällt. Eine Fernbeziehung verlangt den Beteiligten sehr viel gegenseitiges Vertrauen ab, weil Sie den Anderen nicht mit all seinen Zwischenräumen erfahren können und immer nur eine Art Schlaglicht auf ihn erleben.

Auch die Sehnsucht gehört zum Programm. Verwandeln sie diese in positive Energie: Tun Sie sich Gutes und lenken Sie sich mit schönen Dingen ab. Treiben Sie Sport, treffen Sie sich mit Freunden oder gehen Sie ins Kino. Pflegen Sie auf jeden Fall weiterhin Ihr eigenes Netzwerk vor Ort und leben Sie nicht nur von Wochenende zu Wochenende sowie für den Partner. Im Falle einer Trennung hat das womöglich dramatische Folgen.

Langsam in die Zielgerade

Ob und wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, eine gemeinsame Zukunft zu realisieren, hängt von der jeweiligen Situation und der Mentalität der Beteiligten ab. Für Sven kommt es nicht in Frage, aus Hamburg wegzugehen. "Man gibt sein soziales Umfeld komplett auf und muss das alles in einer neuen Stadt wieder aufbauen. Mir war eigentlich klar, dass ich das nicht wollte." Aber dass Anna neuerdings Bewerbungen Richtung Norden schickt, freut ihn doch. Zunächst wird die Anwältin jedoch in eine eigene Wohnung ziehen. Das findet auch Single-Coach Lisa Fischbach vernünftig: "Fahren Sie ein paar Mal gemeinsam in Urlaub oder verbringen Sie miteinander Zeiten, die länger als ein Wochenende sind, bevor Sie diesen Schritt gehen." Überstürzen Sie nichts, aber werden Sie bei der Planung ruhig konkret. Denn gemeinsame Ziele stärken das Fundament einer dauerhaften Partnerschaft.

Text & Bild: Annette Riestenpatt, ElitePartner.de

 

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