Ausbildung abbrechen

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Unglücklich im Ausbildungsberuf - Was nun?

Ausbildung abbrechenDass du deine Ausbildung manchmal doof findest, ist absolut normal. Jeder ist zwischendurch von seinem Job genervt und findet ihn öde oder zu anstrengend. Doch manchmal wird aus diesem gelegentlichen „Genervt-Sein“ eine Phase und aus der Phase ein Dauerzustand. Spätestens dann kommt die Ernüchterung: Deine Ausbildung macht dich so unglücklich, dass sich das auf dein gesamtes Lebens auswirkt. Was nun?

Wenn aus einer Phase ein Dauerzustand wird

Die Erkenntnis, den falschen Ausbildungsberuf gewählt zu haben, kommt bei den meisten etwa nach einem Jahr. Bis zu diesem Zeitpunkt reden sich die Betroffenen ein, dass es sich um eine vorübergehende Phase handelt und das jeder zwischenzeitlich keine Lust auf Arbeit hat. Das ist auch richtig, doch wenn aus der Phase ein Dauerzustand wird, kannst du dir ziemlich sicher sein, den falschen Ausbildungsberuf gewählt zu haben.

Für die meisten ist diese Einsicht ein Schock – schließlich kann man seinen Job nicht von jetzt auf gleich wechseln, ohne dass sich schlagartig alles ändert.

Viele verschiedene Ängste

Sehr häufig kämpfen junge Menschen, die in ihrer Ausbildung unglücklich sind, mit verschiedenen Ängsten. Diese sind meist so groß, dass sich die Betroffenen lieber Tag ein, Tag aus am Arbeitsplatz quälen, statt etwas an ihrer Situation zu ändern. Ganz klar ist: Den Zustand einfach zu ertragen ist ein großer Fehler.

Ängste, die mit einem Wechsel des Ausbildungsplatzes eng verbunden sind, könnten folgende sein:

  • Die Angst vor den enttäuschten/ wütenden Eltern.
  • Die Angst, als Versager zu gelten.
  • Die Angst, Zeit verschwendet zu haben.
  • Die Angst, den Abbruch der Ausbildung beim nächsten Arbeitgeber begründen zu müssen.
  • Die Angst, keine passende Ausbildung zu finden.

Dass die größte Angst, die vor der dauerhaften Unzufriedenheit am Arbeitsplatz sein sollte, ist vielen Auszubildenden nicht bewusst. Kurzfristige Konsequenzen eines Abbruchs der Ausbildung werden mehr gefürchtet, als der langfristige Einfluss der Entscheidung, den Beruf nicht zu wechseln – und der kann mit zunehmender Dauer das ganze Leben beeinträchtigen.

Step by Step den Ausbildungsberuf wechseln

Wenn auch du in deinem Ausbildungsberuf unglücklich bist oder jemanden kennst, der sich für den falschen Beruf entschieden hat, lass dir eines sagen: Keine Job-Entscheidung ist für die Ewigkeit. Es gibt immer Mittel und Wege, um doch noch deinen Traumberuf zu finden. Hier erfährst du, wie es geht – und zwar step by step!

Step 1:

Werde dir klar darüber, was dich (un)glücklich macht

Zuerst musst du herausfinden, ob dich dein Ausbildungsberuf wirklich unglücklich macht, oder ob es sich doch nur um eine Phase handelt. Häufig tun sich Azubis mit einzelnen Abteilungen und Aufgabenbereichen innerhalb ihres Ausbildungsbetriebes schwer – was jedoch nicht bedeutet, dass sie gleich alles hinschmeißen müssen.

Wenn du dir sicher bist, dass dich dein Beruf dauerhaft unglücklich macht (denke hierbei ruhig ein paar Jahre voraus!), musst du ernsthaft über einen Wechsel der Ausbildung nachdenken.

Step 2:

Rede mit anderen darüber

Die meisten Azubis reden zunächst mit der besten Freundin oder dem besten Freund über die Absicht, den Ausbildungsberuf zu wechseln. Es wird dir unwahrscheinlich helfen, über deine Sorgen und Ängste zu reden. Du wirst sehen, dass du sehr oft auf Verständnis, Zustimmung und Unterstützung stoßen wirst – wenn du deinen Entschluss sachlich begründen kannst.

Schwieriger wird es, wenn es darum geht, den Eltern vom Wechsel der Ausbildung zu berichten. Dieser Schritt ist jedoch notwendig, da die wenigsten Jugendlichen den Berufswechsel ohne die Unterstützung ihrer Eltern schaffen. Außerdem ist ein Gespräch gut, um das Vertrauensverhältnis zu deinen Eltern zu verstärken und ihnen das Gefühl zu geben, Teil deines Lebens zu sein.

>> Tipp: Bereite dich auf das Gespräch mit deinen Eltern gut vor. Sätze wie „Ich habe da keine Lust mehr drauf“ oder „Die Arbeit nervt nur noch“ sollten und dürfen nicht fallen. Wenn du deine Eltern von deinem Vorhaben überzeugen willst, gilt es, deine Entscheidung mit Fakten und Argumenten zu begründen. Dann werden sie dich verstehen und unterstützen.

Step 3:

Suche nach einem alternativen Ausbildungsberuf

Die gute Nachricht: Wenn du in deiner aktuellen Ausbildung unglücklich bist, weißt du, was dir nicht liegt. Die schlechte Nachricht: Das verrät dir jedoch nicht, was dir liegt.

Bevor du deinen derzeitigen Ausbildungsberuf beendest, musst du dir absolut klar sein, wohin die weitere Reise gehen soll. Hierfür kannst du zum Beispiel das umfangreiche Beratungsangebot der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen. In einem persönlichen Gespräch und durch verschiedene Tests findest du heraus, welche Berufe zu dir und deinem Persönlichkeitsprofil passen könnten.

Auf diese Weise wird der nächste Beruf mit Sicherheit kein Fehlgriff. Außerdem kann dich die Bundesagentur für Arbeit auch gleich beim Bewerben unterstützen.

>> Tipp: Nutze die Berufsdatenbank um dich über Alternativen zu informieren

Step 4:

Kündigen und neu bewerben

Der letzte Schritt deines Ausbildungswechsels kann auch in zwei Schritte unterteilt werden: Wenn du dir wirklich sicher bist, musst du deine aktuelle Ausbildung kündigen und dich für neue Ausbildungsplätze bewerben. Da sich diese Prozedur in aller Regel zeitlich überschneidet, wird sie hier als ein Schritt genannt.

Bei der Kündigung der Ausbildung gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:

  • Die fristlose Kündigung aus wichtigen Gründen
  • Die ordentliche Kündigung mit Einhaltung einer vierwöchigen Kündigungsfrist (der Normalfall)
  • Der Aufhebungsvertrag mit Einverständnis des Arbeitgebers

Solltest du dich zu diesem Schritt entscheiden, bedenke immer: Wichtig ist, dass du verinnerlichst, dass ein Ausbildungswechsel immer die richtige Entscheidung ist, wenn du bei der Arbeit dauerhaft unglücklich bist. Wenn du dich durch die Ausbildung quälst, kann das negative Auswirkungen auf dein gesamtes Leben haben – tu dir das nicht an und ziehe rechtzeitig die Reißleine. Auch für dich wartet irgendwo da draußen der absolute Traumjob. Darauf kannst du dich verlassen.

>> Tipp: Damit es mit der neuen Ausbildung auch klappt haben wir die besten Bewerbungstipps für dich!

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Kommentare

Jonas schreibt:
2017-04-12 11:10:18
Hallo alle zusammen, vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag. Vielen Menschen geht es ähnlich, dass sie mit ihrer begonnen Ausbildung oder Studium unzufrieden sind, aber dennoch aus Angst und Alternativlosigkeit ihren Weg weiter gehen. Deswegen sollte das Thema "Berufsabschluss Nachholen" in den Vordergrund treten und den Menschen die Angst nehmen, sich einen neuen Weg auszuwählen. Auf meiner Suche bin ich dabei auf folgende Seite gestoßen: http://itw-berlin.de/?q=content/nachqualifizierung Viele Grüße Jonas
Jessica schreibt:
2017-06-08 13:56:31
Hallo ihr Lieben, ich bin jetzt fast mit dem erst Ausbildungsjahr fertig und möchte nicht weiter in diesem Beruf arbeiten. Ich habe gedacht, dass es daran liegt das ich vor 9 Monaten meinen Freund kennen und Lieben gelernt habe, aber da habe ich mich geirrt. Es liegt tatsächlich an diesem Beruf, ich sehe täglich das selbe und dafür bin ich nicht gemacht, ich möchte mehr sehen und mehr erleben in meinem Beruf. Meine liebste Kollegin mit der ich eine gute freundschaftliche Beziehung aufgebaut habe, weiß das alles schon und findet es sehr traurig das ich vor habe zu gehen. Mein Freund und Ich sind sehr auf mein Gehalt angewiesen da wir zusammen wohnen und ich meistens die Einkäufe bezahle, mein Freund bezahlt den Rest da er schon Geselle ist und einfach mehr verdient. Die größte Angst ist meinem Chef die Kündigung zu geben, ich kenne ihn zwar auch Privat, aber um so mehr Respekt und Anstand habe ich vor Ihm.

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