Assessment Center

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Die wichtigsten Mythen & Fakten

Assessment-Center | Mythen und FaktenEndlich hast du dein Abi-Zeugnis in der Tasche und musst dich nun mit dem „Ernst des Lebens“ auseinandersetzen. Du hast dir sicherlich schon lange Gedanken darüber gemacht, welcher Beruf der richtige für dich ist. Diese Entscheidung ist meistens gar nicht so einfach, denn es schlummern ja viele Talente in dir. Doch irgendwann musst du dich zumindest für eine Stilrichtung entscheiden. Und dann ist da noch die Frage, ob du studieren oder eine Lehre beginnen möchtest. Du kannst dich natürlich auch einfach erst mal von dem ganzen Schulstress erholen. Viele jobben nach dem Abi für ein paar Monate, um mit dem ersten selbstverdienten Geld zum Beispiel eine Reise zu finanzieren.

Wenn du dir dann irgendwann einigermaßen sicher bist, was du nun berufsmäßig machen möchtest, kannst du dich mit voller Power in die neue Lebensphase stürzen.

Themen dieser Seite:

Vor dem Assessment Center

Die erste Hürde auf dem Weg zu deinem Traumberuf ist das Bewerbungsanschreiben. Egal, ob dich um eine Lehrstelle bewirbst oder um einen Job nach vollendetem Studium; die schriftliche Bewerbung ist die Eintrittskarte für das anvisierte Unternehmen. Deshalb ist es hierbei extrem wichtig, sich sehr gründlich zu informieren, wie eine korrekte Bewerbung aussehen muss. Schließlich willst du dich und deine Fähigkeiten ja so interessant wie möglich präsentieren, so dass du auch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst.

>> Wir haben Tipps für die Bewerbung und die Bewerbungs No-Gos für dich

Wenn du es geschafft hast, den Personaler so neugierig zu machen, dass er dich gerne persönlich kennen lernen möchte, musst du dich mit der nächsten Herausforderung auseinandersetzen.

Das Vorstellungsgespräch wird in über 60% nicht von einem firmeninternen Mitarbeiter durchgeführt, sondern von externen Beratern. Mit einem so genannten Assessment Center – einem Auswahl- bzw. Beurteilungsverfahren– soll der richtige Kandidat für den Job gefunden werden. Das Assessment Center findet in mehreren Runden statt und kann bis zu drei Tage dauern. Die Prüfung wird entweder in Gruppen oder mit Einzelpersonen durchgeführt und besteht aus Rollenspielen sowie verschiedenen Tests und Gesprächen.

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Sinn und Ursprung des Assessment Centers

Der Begriff „Assessment“ bedeutet „Bewertung“, „Feststellung“ oder „Einschätzung“.
Ein Assessment Center (AC) ist ein Beurteilungsverfahren, um einen geeigneten Kandidaten für eine bestimmte Position zu finden.

Eine weitere Aufgabe des AC ist immer häufiger, bereits beschäftigte Mitarbeiter auf ihr vorhandenes Potenzial hin zu prüfen.

Iden 1920er Jahren wurde so ein Assessment Center von deutschen Militärmitarbeitern genutzt, um geeignete Offiziersanwärter zu casten. Nach dem Krieg hat man dieses Auswahlverfahren kaum noch angewendet – bis amerikanische Unternehmen in den Fünfzigerjahren die Übungen wieder für sich entdeckten. 1969 wurde das Assessment Center von IBM erstmals wieder angewandt.

Während mittelständische Unternehmen das AC hauptsächlich zur Personalauswahl nutzen, forcieren Konzerne mit diesem Verfahren die Personalentwicklung und testen gleichzeitig die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter. Dies wird dann als Development Center bezeichnet und kann ganz entscheidend sein für die weitere Karriere.

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Wie läuft ein Assessment Center in der Regel ab?

Die Teilnehmerzahl bei einem AC hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert. Das liegt wohl auch daran, dass die Auswahl-Aufgaben komplexer geworden sind.

Kurze Übersicht über den Ablauf eines AC:

1. Selbstpräsentation

Hierbei kommt es darauf an, dass du dich kurz vorstellst und einen Bezug zum anvisierten Job und dem Unternehmen herstellst. Das heißt, dass du dich vor dem Gespräch gründlich auf der firmeneigenen Webseite über das Unternehmen informiert hast.

Wichtig ist auch, dass du deine persönlichen Stärken und die Erfolge, die du bisher erreicht hast, deutlich erwähnst. Dies kann am Anfang oder als krönender Abschluss Deines Vortrages erfolgen.
du musst allerdings auch mit weniger netten Fragen der Prüfer rechnen, wie zum Beispiel:

  • Welche Schwächen haben Sie?
  • Welche Aufgaben fallen Ihnen schwer?
  • Wie gehen Sie mit Defiziten/Schwächen Ihrerseits um?

Es ist deshalb wichtig, dass Du Dich vorab gründlich auf solche Fragen vorbereitest, damit Du souverän antworten und so Pluspunkte sammeln kannst.

2. Körpersprache

Auch die nonverbale Kommunikation fließt in das Bewertungsmuster mit ein.
Dieser Punkt ist sogar sehr wichtig, denn Chefs bevorzugen selbstbewusste Mitarbeiter, welche die Firmeninteressen mit dem nötigen Elan durchsetzen.

Schüchterne Kandidaten haben selten die Chance, einen Managerposten zu ergattern.

Deshalb solltest Du Dein Augenmerk besonders auf folgende Punkte richten:

  • Wichtig ist ein Blickkontakt zu den Teilnehmern und Prüfern.
  • Auch wie Du im Raum stehst oder sitzt, wird registriert.
  • Nervöse Übersprungshandlungen wie das Spielen mit einem Stift, ständiges Räuspern oder der permanente Griff in die Haare solltest Du Dir lieber verkneifen. Auch wenn Du supernervös bist, müssen die anderen das ja nicht gleich mitbekommen.

>> Mehr zum Thema Körpersprache im Bewerbungsgespräch

3. AC für firmeninterne Mitarbeiter/Führungskräfte

Eine Unterform des AC ist das Development Center (DC), das extra für Manager und andere Führungskräfte entwickelt wurde. Mit diesem Test soll das Führungspotenzial der einzelnen Entscheider ausgeleuchtet werden. Viele Fangfragen lauern bei so einem Interview auf den Probanden, der nun plausibel verdeutlichen muss, was er bisher geleistet hat:

  • Der Prüfer kann sich dafür interessieren, was du so den ganzen Tag machst.
  • Er kann dich auch fragen, wie du etwas bewerkstelligst und warum.
  • Auch nach dem Erfolg deiner Projekte wird sich der Prüfer erkundigen.
  • Eine weitere Frage lautet wahrscheinlich, wobei und woran du gescheitert bist. 

Um Dich bei solchen Fragen nicht zu verzetteln und schließlich ins Schleudern zu geraten, antwortest Du am besten mit konkreten Beispielen und eventuell kleinen Anekdoten. Je genauer Du die äußeren Umstände und Hintergründe schilderst, desto plausibler wird Deine Handlungsweise. Auch wenn Deine Entscheidung letztendlich nicht richtig war, kann der Prüfer sie aufgrund Deiner Darstellung wahrscheinlich nachvollziehen.

Mit so einem offenen Verhalten kannst Du den Personaler beeindrucken, denn damit beweist Du Deine Dialogfähigkeit und das Talent, eigene Fehler zu rekapitulieren. Das kommt immer gut an. Auf keinen Fall darfst Du versuchen, Deine Fehler zu verharmlosen oder andere dafür verantwortlich zu machen.

Erlaubt – und gerne gesehen – sind auch Rückfragen, die Bezug nehmen auf  das vorher Gesagte. Die Fragen sollten Details ansprechen, die allerdings nicht schon auf der Firmenwebseite beantwortet werden.

4. Gruppendiskussion

Eine Gruppendiskussion folgt hauptsächlich bei einem AC für Berufseinsteiger als Abschluss des Interviews. Manager bei einem DC sind hiervon selten betroffen. So eine Diskussion beinhaltet häufig aktuelle Themen aus der Wirtschaft.

Wichtig sind dabei folgende Punkte:

  • Du brauchst nicht mit exzellentem Fachwissen zu glänzen, sondern musst nur Deine Teamfähigkeit unter Beweis stellen.
  • Ganz falsch wäre es, mit aller Macht den eigenen Standpunkt durchsetzen zu wollen.
  • Gut ist, die Meinungen der anderen Teilnehmer zu respektieren und diese eventuell mit Gegenargumenten zu relativieren.
  • Ein respektvoller Umgang mit den Mitbewerbern sollte eigentlich selbstverständlich sein. Also den anderen ausreden lassen und ihn nicht unterbrechen. Auf die Argumente des anderen eingehen und eigene Ansichten mit einfließen lassen. Kurz gesagt: ein gleichberechtigtes Gespräch führen.
  • Aber auch Kandidaten, die sich in ihr Schneckenhaus zurückziehen und gar nichts sagen, machen bei so einer Diskussion keine gute Figur und katapultieren sich schnell ins Aus.

Das Nonplusultra bei so einem gemeinsamen Talk ist, wenn du dir die Namen deiner Konkurrenten merkst und diese auch direkt ansprichst. Die persönliche Ebene, auf der das Gespräch nun weiterläuft, trägt entscheidend zu einem erfolgreichen Verlauf bei. Du hast damit Lernfähigkeit und Interesse demonstriert.

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Gründliche Vorbereitung

Das A und O für eine erfolgreiche Teilnahme am Assessment Center ist eine gründliche Vorbereitung. Mit dem Wissen, die zu erwartenden Prüfungen bereits vorher ausführlich simuliert zu haben, bist Du deutlich entspannter. Hier nun ein paar Tipps:

  • Mach Dich anhand des Einladungsschreibens für ein AC mit dem Ablauf und den möglichen Aufgaben vertraut.
  • Informier Dich über das Unternehmen. Geh auf die Firmenwebseite und lern ruhig ein paar Punkte auswendig: Firmengeschichte, Gründungsdatum, Tätigkeitsfelder, verschiedene Standorte sowie die Anzahl der Mitarbeiter.
  • Überlege Dir Fragen zu dem Jobprofil, wie etwa: Anforderungen, Hauptaufgaben, direkte Mitarbeiter, eventuelle Schwierigkeiten.
  • Wichtig ist auch, sich mit dem aktuellen Geschehen in der Politik und Wirtschaft auseinanderzusetzen. Brancheninterne Ereignisse solltest du dabei besonders beachten. Es kann nämlich sein, dass du diesbezüglich Analyseaufgaben im AC bearbeiten musst.
  • Und natürlich ist es sehr wichtig, pünktlich zum AC zu erscheinen. Plane deshalb lieber mehr Zeit ein als vielleicht notwendig ist.

Beispiele für Aufgaben und Tipps für eine gute Vorbereitung 

Der Sinn eines AC ist, dass sich das Unternehmen ein ausführlicheres Bild über die Soft Skills eines Bewerbers machen möchte. Wie arbeitet der Anwärter, wie kreativ ist er, wie sieht es mit seiner Durchsetzungsfähigkeit aus, ist er teamfähig oder eher ein Einzelkämpfer? Diese Fragen sollen mithilfe mehrerer Aufgaben möglichst genau geklärt werden.

Hier nun eine kleine Übersicht mit den häufigsten Fragen und Aufgaben

1. Der Postkorb

Bei dieser typischen AC-Aufgabe wird eine reale Arbeitssituation nachgestellt. Es soll getestet werden, wie der Bewerber mit Stress umgeht, wie seine analytischen Fähigkeiten ausgebildet sind, ob er entscheidungsfreudig ist und ob er delegieren kann.

Beispiel:

Du bekommst einen „Postkorb“, der 10-20 Dokumente enthält oder, in der moderneren Variante, viele E-Mails, die in einer bestimmten Zeit abgearbeitet werden müssen.

Was ist zu tun?

1. Überblick verschaffen

2. Nach Dringlichkeit sortieren

3. Delegieren

Beachte, dass Du Deine Entscheidung beim Prüfer begründen musst und er Dich zusätzlich mit provozierenden Fragen unter Stress setzen wird.

2. Die Selbstdarstellung

Du wirst meist dazu aufgefordert werden, etwas über dich zu erzählen. Beispielsweise sollst du deinen beruflichen Werdegang schildern unter Berücksichtigung der drei wichtigsten Stationen. Für diese Aufgabe hast du eine bestimmte Zeit zur Verfügung.

Wichtig dabei ist eine klare Struktur, die Du mithilfe von Stichpunkten erzielen kannst. Konzentriere Dich dabei auf das Wesentliche und vermeide unnötige Details, da die vorgegebene Zeit sonst nicht ausreicht. Um dem Ganzen den passenden Rahmen zu geben, verwende möglichst viele branchenübliche Fachbegriffe. Am besten übst Du so einen Vortrag zu Hause, damit Du lernst, Dich an den Zeitspiegel zu halten.

3. Diverse Rollenspiele

Hierbei werden Situationen simuliert, die so oder so ähnlich im Arbeitsalltag auftreten können. Du bekommst zum Beispiel die Aufgabe, einen aufgebrachten Kunden zu beruhigen, der mit einem Produkt nicht zufrieden ist. Wichtig ist hierbei, zuerst für eine entspannte Atmosphäre zwischen Dir und dem genervten Kunden zu sorgen.

1. Frage ihn freundlich nach dem Grund seiner Unzufriedenheit.

2. Höre ihm aufmerksam zu.

3. Biete Lösungsvorschläge an.

Bleibe während des Gesprächs sachlich und reagiere nicht emotional.

4. Die Fallstudie

Die Bewerber sollen als Gruppe eine firmeninterne Aufgabe lösen. Die Prüfer interessiert hauptsächlich, welchen Part jeder Einzelne dabei übernimmt. Strategisches und analytisches Denken spielen hierbei eine zentrale Rolle. Wichtig ist auch, dass Du Dich über die Produkte der Firma vorab informiert hast, denn dies ist für die Lösung des vorgegebenen Problems meist signifikant. Vor allem musst Du den Überblick behalten, also nicht detailverliebt sein.

5. Die Gruppendiskussion

Hierbei gilt es, gut abzuwägen zwischen einer primären Selbstpräsentation und der Kompromissbereitschaft in einer Gruppe. Die Entscheider achten besonders darauf, wie du dich in so einer Konfliktsituation präsentierst. Besonders achten die Personaler darauf, wie gut du rhetorisch bewandert bist, ob du überzeugen kannst und ob du kompromissbereit bist.

Ein höfliches, freundliches und rücksichtsvolles Verhalten kommt auch hier sehr gut an.
Wenn Du nun auch noch zu einem positiven Resultat beitragen kannst, hast Du auch schon gewonnen.

Kleiner Tipp: Achte auch hier besonders auf Deine Körpersprache.

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Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest

Natürlich kennst du die für ein positives Bewerbungsgespräch im AC wichtigen Fakten.

Aber es gibt noch einige Fallstricke, die du außerdem zu beachten hast:

  • Mitbewerber solltest Du nicht von vornherein als Konkurrenz empfinden, sondern als Mitspieler für deinen Erfolg.
  • Vermeide unbedingt eine Diskrepanz zwischen Deinen Aussagen im Einzelgespräch und im Gruppeninterview.
  • Konzentriere Dich ausschließlich auf Deine Stärken und grüble nicht über Deine vermeintlichen Schwächen nach.
  • Ganz wichtig ist die Bereitschaft zur Teamarbeit. Egoistische Tendenzen solltest Du ausklammern beim AC. Das kommt nicht so gut an.

Auch wenn Du Dich unbeobachtet glaubst, wird Dein Verhalten registriert. Feine Nuancen sind häufig entscheidend für die Wahl des richtigen Kandidaten für den begehrten Job. Eine penible Vorbereitung mit einem Spritzer Spontaneität ebnet aber den Weg für die entscheidende Prüfungssituation.

Viel Glück!

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